Globus: Das Modell der Erde verstehen
Ein Globus ist ein verkleinertes, dreidimensionales Modell der Erde. Seine Kugelform zeigt räumliche Beziehungen annähernd flächentreu und macht Bewegungen wie die Erdrotation anschaulich. Trotzdem vereinfacht und verzerrt auch ein Globus bestimmte Merkmale.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Warum ist ein Globus ein Modell?
Wie lässt sich die ganze Erde betrachten, obwohl sie viel zu groß dafür ist? Ein Globus bildet ihre räumliche Gestalt stark verkleinert nach.
Modell
Ein Modell stellt ausgewählte Eigenschaften eines Originals vereinfacht dar. Ein Erdglobus übernimmt zum Beispiel die Kugelform und die Lage großer Räume, kann aber nicht jedes Detail zeigen.
Ein materieller Globus besteht aus einer Kugel, etwa aus Holz, Metall, Pappe, Glas oder Kunststoff. Meist sitzt sie drehbar in einem Gestell. Ein virtueller Globus wird dagegen digital auf einem Bildschirm dargestellt.
Eine ebene Weltkarte muss die Erdoberfläche auf eine Fläche übertragen. Dabei entstehen Verzerrungen. Auf der Kugel eines Globus lassen sich Flächenverhältnisse annähernd flächentreu darstellen.
Du möchtest erkennen, wie Europa, Afrika und der Atlantische Ozean räumlich zueinander liegen. Auf einem Globus kannst du die Kugel drehen und ihre Lage auf der Erdoberfläche unmittelbar vergleichen. Das Modell zeigt die räumliche Anordnung, aber nicht jeden Ort und jede Straße.
Welche Kartenbilder kannst du unterscheiden?
Nicht jeder Globus beantwortet dieselbe Frage. Entscheidend ist sein Kartenbild.
Physischer Globus
Ein physischer Globus zeigt Merkmale der Erdoberfläche. Höhen- und Tiefenschichten können durch Farben dargestellt werden; Hochgebirge und Eisregionen werden besonders hervorgehoben.
Politischer Globus
Ein politischer Globus stellt politische Einteilungen dar. Grenzen oder verschieden gefärbte Flächen machen Gebiete unterscheidbar.
Leuchtgloben können ein physisches und ein politisches Kartenbild miteinander verbinden. Thematische Globen können sich außerdem beispielsweise auf Klima, Tektonik oder Naturgefahren konzentrieren.
Ein Reliefglobus lässt Geländeformen plastisch hervortreten. Damit Gebirge auf der kleinen Kugel überhaupt fühl- oder sichtbar werden, muss ihre Höhe stark übertrieben werden.
Physisch beschreibt Merkmale der Erdoberfläche, politisch zeigt politische Einteilungen. Ein Relief macht Gelände anschaulich, aber nicht maßstäblich hoch.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Für Höhen- und Tiefenschichten wählst du einen Globus. Politische Grenzen erkennst du auf einem Globus. Plastisch hervorgehobene Gebirge findest du auf einem . Ihre Höhe ist meist stark .
Was verrät der Maßstab?
Ein üblicher Globus hat nur etwa 20 bis 50 Zentimeter Durchmesser. Die Erde besitzt dagegen einen Durchmesser von ungefähr 12.700 Kilometern. Der Maßstab beschreibt dieses Größenverhältnis.
Bei einem Maßstab von $1:n$ entspricht eine Längeneinheit am Modell genau $n$ gleichen Längeneinheiten in der Wirklichkeit.
Ein Globus hat einen Durchmesser von 40 Zentimetern.
- Zuerst werden beide Durchmesser in dieselbe Einheit umgerechnet: 12.700 Kilometer entsprechen 1.270.000.000 Zentimetern.
- Dann wird der Erddurchmesser durch den Globusdurchmesser geteilt: $1.270.000.000 : 40 = 31.750.000$.
- Der ungefähre Maßstab lautet damit $1:31.750.000$.
Ein Zentimeter am Globus entspricht bei diesem Maßstab ungefähr 317,5 Kilometern in der Wirklichkeit.
Wegen dieses kleinen Maßstabs kann das Kartenbild nicht alle Orte, Flüsse oder Landschaftsformen enthalten. Es wird generalisiert, also sinnvoll ausgewählt und vereinfacht.
Was zeigen Drehung und geneigte Achse?
Die Kugel eines materiellen Globus ist meist um eine Achse drehbar. Diese Achse ist gegenüber der Senkrechten um etwa $23° 27′$ geneigt.
Mit einem geeigneten Leuchtglobus und einer Jahresskala lassen sich räumliche und zeitliche Zusammenhänge veranschaulichen. Dazu gehören Tag und Nacht, Dämmerungszonen, unterschiedliche Tageslängen, Ortszeiten, Jahreszeiten und die Notwendigkeit von Zeitzonen.
Wird eine Seite des Globus beleuchtet, steht sie im Modell für die Tagseite. Die abgewandte Seite steht für die Nachtseite. Drehst du den Globus um seine Achse, wechseln Orte im Modell zwischen beiden Bereichen.
Der Globus hilft hier beim Verstehen eines Zusammenhangs. Für eine genaue Untersuchung der einzelnen Erscheinungen braucht man jeweils zusätzliche Bedingungen und Erklärungen.
Wo hilft der Globus – und wo täuscht er?
Ein gutes Modell passt zur jeweiligen Frage. Zugleich musst du erkennen, welche Vereinfachungen deine Beobachtung begrenzen.
- Für die räumliche Lage großer Gebiete eignet sich die Kugelform.
- Für Höhen- und Tiefenschichten eignet sich ein physisches Kartenbild.
- Für politische Einteilungen eignet sich ein politisches Kartenbild.
- Für anschauliche Geländeformen eignet sich ein Reliefglobus.
- Für sehr kleine Einzelheiten reicht ein gewöhnlicher Globus wegen seines Maßstabs nicht aus.
Du möchtest erst politische Grenzen vergleichen und danach die Form großer Gebirgsketten untersuchen. Für die erste Frage nutzt du das politische Kartenbild. Für die zweite kann ein Reliefglobus hilfreich sein. Aus dem Relief darfst du jedoch nicht schließen, die Gebirge seien im Verhältnis zur Erde tatsächlich so hoch dargestellt.
Frage bei jedem Modell: Was zeigt es gut, was vereinfacht es und was verzerrt es?
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Globus als Erdmodell
- Form: dreidimensional, verkleinert und drehbar
- Kartenbild: physisch, politisch oder thematisch
- Maßstab: kleine Darstellung verlangt Generalisierung
- Achse: geneigt und zur Veranschaulichung drehbar
- Anwendung: räumliche Orientierung und Darstellung von Zusammenhängen
- Grenze: Relief und Kartenbild vereinfachen oder verzerren
Abschluss-Check
Kannst du nun für eine neue Frage das passende Kartenbild wählen und zugleich eine Grenze des Globus nennen? Dann nutzt du das Modell nicht nur, sondern beurteilst es auch.
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