ITCZ: Entstehung, Passate und Regen erklärt
Die Innertropische Konvergenzzone, kurz ITCZ oder ITC, ist eine äquatornahe Tiefdruckrinne. Dort treffen bodennahe Luftströmungen aus Norden und Süden zusammen, feuchtwarme Luft steigt auf und häufig entstehen mächtige Wolken, Gewitter und starke Niederschläge.
Auf dieser Seite lernst du, diese Vorgänge als zusammenhängende Wirkungskette zu erklären. Außerdem erfährst du, warum die ITCZ im Jahreslauf wandert und weshalb ihre Lage über Land nicht immer mit dem Gebiet des stärksten Regens übereinstimmt.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Wie entsteht die ITCZ?
Die Sonne erwärmt zuerst die Erd- oder Wasseroberfläche. Diese gibt Wärme an die Luft darüber ab. Die erwärmte Luft dehnt sich aus, ihre Dichte nimmt ab und sie steigt auf.
Wenn Luft aufsteigt, fehlt am Boden ein Teil der Luftmasse. Dadurch sinkt dort der Luftdruck. Es entsteht eine lang gestreckte, äquatornahe Tiefdruckrinne: die ITCZ.
Konvergenz
Konvergenz bedeutet, dass Luftströmungen aus verschiedenen Richtungen zusammenströmen. In der ITCZ treffen bodennah Luftströmungen aus Norden und Süden aufeinander.
Der entscheidende Ablauf lautet:
- Die Oberfläche wird stark erwärmt.
- Die Luft darüber wird wärmer und weniger dicht.
- Die warme Luft steigt auf.
- Am Boden entsteht niedriger Luftdruck.
- Luft aus benachbarten Gebieten strömt zum Tief nach.
- Die nachströmenden Luftmassen treffen zusammen und steigen ebenfalls auf.
Vertikale Luftbewegung: Warme, weniger dichte Luft steigt auf. Horizontale Luftbewegung: Luft strömt aufgrund eines Druckunterschieds vom höheren zum niedrigeren Luftdruck.
Wie hängen ITCZ und Passatwinde zusammen?
Der niedrige Luftdruck in der ITCZ erzeugt einen Druckunterschied zu den subtropischen Hochdruckgebieten. Aus diesen Gebieten strömt bodennah Luft zur ITCZ. Diese relativ beständigen tropischen Winde heißen Passatwinde.
Die Erdrotation lenkt die Luftströmungen ab. So entstehen zwei benannte Passate:
- Auf der Nordhalbkugel weht der Nordostpassat von Nordosten zur ITCZ.
- Auf der Südhalbkugel weht der Südostpassat von Südosten zur ITCZ.
In der Höhe strömt ein Teil der über der ITCZ aufgestiegenen Luft nach Norden und Süden auseinander. In den Subtropen sinkt Luft ab und unterstützt dort die Bildung von Hochdruckgebieten. Bodennah fließt sie als Passat wieder in Richtung ITCZ.
Stell dir einen Querschnitt vom nördlichen bis zum südlichen Subtropenhoch vor:
- Über der ITCZ steigt stark erwärmte Luft auf.
- In der Höhe strömt sie nach Norden und Süden auseinander.
- In den Subtropen sinkt Luft ab; am Boden herrscht höherer Luftdruck.
- Vom höheren Luftdruck strömt sie bodennah zurück zur ITCZ.
- Durch die Ablenkung entstehen Nordost- und Südostpassat.
So schließt sich ein vereinfachter tropischer Zirkulationskreislauf.
Warum regnet es in der ITCZ häufig stark?
Steigt feuchte Luft auf, gelangt sie in Bereiche mit geringerem Luftdruck. Sie dehnt sich aus und kühlt dabei ab. Kühlere Luft kann weniger Wasserdampf aufnehmen. Wird die Kondensationsschwelle erreicht, geht Wasserdampf in flüssige Wassertröpfchen über: Wolken entstehen.
Kondensation
Bei der Kondensation wird gasförmiger Wasserdampf zu flüssigem Wasser. In aufsteigender, abkühlender Luft können dadurch Wolken und schließlich Niederschläge entstehen.
Bei der Kondensation wird Energie frei, die zuvor bei der Verdunstung aufgenommen wurde. Diese Energie kann den weiteren Aufstieg verstärken. Deshalb bilden sich in feuchter Luft häufig hochreichende Wolken, kräftige Schauer und Gewitter.
Eine feuchtwarme Luftmasse erreicht die ITCZ:
- Die Luft strömt am Boden zur Tiefdruckrinne.
- Sie steigt auf und dehnt sich aus.
- Dabei kühlt sie ab.
- Wasserdampf kondensiert zu Wolkentröpfchen.
- Hochreichende Wolken, Schauer und Gewitter können entstehen.
Starke Erwärmung allein garantiert jedoch noch keinen heftigen Regen. Über Land hängt die Stärke der Niederschläge auch davon ab, wie viel Feuchtigkeit verfügbar ist.
Wie wandert die ITCZ im Jahreslauf?
Der Ort des senkrechten Sonnenstands, der Zenitstand, wandert im Jahreslauf zwischen dem nördlichen und dem südlichen Wendekreis. Damit verlagert sich auch das Gebiet der stärksten Oberflächenerwärmung.
Die ITCZ folgt dieser Erwärmung nicht sofort, sondern mit einer Verzögerung von ungefähr drei bis vier Wochen. Im Nordsommer liegt sie im Allgemeinen weiter nördlich, im Südsommer weiter südlich.
Über Land kann die Verlagerung stärker ausfallen als über dem Meer. Landflächen erwärmen und kühlen sich schneller und stärker als große Wassermassen. Die ITCZ bildet daher keinen überall gleich verlaufenden Gürtel. Im globalen Mittel liegt sie wegen der ungleichen Verteilung der Landmassen ungefähr bei 5° nördlicher Breite.
Für viele Gebiete der wechselfeuchten Tropen ist die Annäherung der ITCZ mit einer Regenzeit verbunden. Äquatornahe, immerfeuchte Gebiete können über einen großen Teil des Jahres durch aufsteigende feuchte Luft und häufige Niederschläge geprägt sein.
Die ITCZ wandert mit dem Gebiet der stärksten Erwärmung, aber zeitlich verzögert und regional unterschiedlich weit.
Wo stößt das einfache ITCZ-Modell an Grenzen?
Das Grundmodell verbindet die ITCZ mit aufsteigender Luft, Wolken und starkem Regen. Über Ozeanen folgen Niederschlagsgebiete der Konvergenzzone oft vergleichsweise unmittelbar. Über Kontinenten dürfen ITCZ und stärkstes Regengebiet jedoch nicht automatisch gleichgesetzt werden.
Dort beeinflussen weitere Bedingungen den Niederschlag, zum Beispiel:
- die Entfernung zum Ozean und damit der Feuchtenachschub,
- Gelände und dadurch ausgelöste Hebung,
- regionale Luftströmungen und Wellenbewegungen,
- Unterschiede der Landbedeckung.
Ein Modell hebt die wichtigsten Zusammenhänge hervor. Es ist nützlich, obwohl die Wirklichkeit regional komplizierter ist. Eine gute Erklärung nennt deshalb sowohl den Grundmechanismus als auch seine Grenzen.
Auf einer Karte liegt die eingezeichnete Konvergenzzone nördlich des stärksten Regenbandes über einem Kontinent. Das widerlegt den Zusammenhang nicht. Es zeigt, dass Feuchtenachschub, Gelände oder regionale Zirkulation die Niederschläge räumlich verschieben können.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- ITCZ
- Entstehung: starke Erwärmung → Aufsteigen warmer Luft → bodennahe Tiefdruckrinne
- Luftströmungen: Konvergenz → Nordost- und Südostpassat → Höhenabfluss und Absinken in den Subtropen
- Niederschlag: Ausdehnung und Abkühlung → Kondensation → Wolken, Schauer und Gewitter
- Verlagerung: wandernder Zenitstand → Verzögerung von drei bis vier Wochen → stärkerer Ausschlag über Land
- Modellgrenzen: Feuchtenachschub, Gelände und regionale Zirkulation → Regenmaximum nicht immer deckungsgleich
Abschluss-Check
Du hast die ITCZ verstanden, wenn du nicht nur ihren Ort nennst, sondern die gesamte Kette erklären kannst: Erwärmung, Aufstieg, Tiefdruck, Konvergenz, Passate, Abkühlung, Kondensation und Niederschlag. Zu einer vollständigen Erklärung gehört außerdem, die jahreszeitliche Wanderung und regionale Abweichungen des Modells zu beachten.
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