Erdkunde

ITCZ: Entstehung, Passate und Regen erklärt

ITCZ: Entstehung, Passate und Regen erklärt
ITCZ: Entstehung, Passate und Regen erklärt
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Die Innertropische Konvergenzzone, kurz ITCZ oder ITC, ist eine äquatornahe Tiefdruckrinne. Dort treffen bodennahe Luftströmungen aus Norden und Süden zusammen, feuchtwarme Luft steigt auf und häufig entstehen mächtige Wolken, Gewitter und starke Niederschläge.

Auf dieser Seite lernst du, diese Vorgänge als zusammenhängende Wirkungskette zu erklären. Außerdem erfährst du, warum die ITCZ im Jahreslauf wandert und weshalb ihre Lage über Land nicht immer mit dem Gebiet des stärksten Regens übereinstimmt.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Wie entsteht die ITCZ?

Die Sonne erwärmt zuerst die Erd- oder Wasseroberfläche. Diese gibt Wärme an die Luft darüber ab. Die erwärmte Luft dehnt sich aus, ihre Dichte nimmt ab und sie steigt auf.

Wenn Luft aufsteigt, fehlt am Boden ein Teil der Luftmasse. Dadurch sinkt dort der Luftdruck. Es entsteht eine lang gestreckte, äquatornahe Tiefdruckrinne: die ITCZ.

Definition

Konvergenz

Konvergenz bedeutet, dass Luftströmungen aus verschiedenen Richtungen zusammenströmen. In der ITCZ treffen bodennah Luftströmungen aus Norden und Süden aufeinander.

Der entscheidende Ablauf lautet:

  1. Die Oberfläche wird stark erwärmt.
  2. Die Luft darüber wird wärmer und weniger dicht.
  3. Die warme Luft steigt auf.
  4. Am Boden entsteht niedriger Luftdruck.
  5. Luft aus benachbarten Gebieten strömt zum Tief nach.
  6. Die nachströmenden Luftmassen treffen zusammen und steigen ebenfalls auf.
Merke

Vertikale Luftbewegung: Warme, weniger dichte Luft steigt auf. Horizontale Luftbewegung: Luft strömt aufgrund eines Druckunterschieds vom höheren zum niedrigeren Luftdruck.

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Frage 1 von 1LeichtWas löst die Bildung der äquatornahen Tiefdruckrinne unmittelbar aus?
Lösung: Stark erwärmte, weniger dichte Luft steigt auf. — Zuerst erwärmt die Oberfläche die Luft. Ihr Aufstieg vermindert die Luftmasse und damit den Luftdruck am Boden.
Wie hängen ITCZ und Passatwinde zusammen?

Der niedrige Luftdruck in der ITCZ erzeugt einen Druckunterschied zu den subtropischen Hochdruckgebieten. Aus diesen Gebieten strömt bodennah Luft zur ITCZ. Diese relativ beständigen tropischen Winde heißen Passatwinde.

Die Erdrotation lenkt die Luftströmungen ab. So entstehen zwei benannte Passate:

  • Auf der Nordhalbkugel weht der Nordostpassat von Nordosten zur ITCZ.
  • Auf der Südhalbkugel weht der Südostpassat von Südosten zur ITCZ.

In der Höhe strömt ein Teil der über der ITCZ aufgestiegenen Luft nach Norden und Süden auseinander. In den Subtropen sinkt Luft ab und unterstützt dort die Bildung von Hochdruckgebieten. Bodennah fließt sie als Passat wieder in Richtung ITCZ.

Beispiel

Stell dir einen Querschnitt vom nördlichen bis zum südlichen Subtropenhoch vor:

  1. Über der ITCZ steigt stark erwärmte Luft auf.
  2. In der Höhe strömt sie nach Norden und Süden auseinander.
  3. In den Subtropen sinkt Luft ab; am Boden herrscht höherer Luftdruck.
  4. Vom höheren Luftdruck strömt sie bodennah zurück zur ITCZ.
  5. Durch die Ablenkung entstehen Nordost- und Südostpassat.

So schließt sich ein vereinfachter tropischer Zirkulationskreislauf.

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Frage 1 von 1MittelIn einem Querschnitt fehlt der Pfeil vom subtropischen Hoch zur ITCZ. Welche Beschriftung ergänzt ihn richtig?
Lösung: Bodennaher Passat: Luft strömt vom Hoch zum Tief. — Passatwinde sind der bodennahe Rückstrom aus den subtropischen Hochdruckgebieten zur ITCZ.
Warum regnet es in der ITCZ häufig stark?

Steigt feuchte Luft auf, gelangt sie in Bereiche mit geringerem Luftdruck. Sie dehnt sich aus und kühlt dabei ab. Kühlere Luft kann weniger Wasserdampf aufnehmen. Wird die Kondensationsschwelle erreicht, geht Wasserdampf in flüssige Wassertröpfchen über: Wolken entstehen.

Definition

Kondensation

Bei der Kondensation wird gasförmiger Wasserdampf zu flüssigem Wasser. In aufsteigender, abkühlender Luft können dadurch Wolken und schließlich Niederschläge entstehen.

Bei der Kondensation wird Energie frei, die zuvor bei der Verdunstung aufgenommen wurde. Diese Energie kann den weiteren Aufstieg verstärken. Deshalb bilden sich in feuchter Luft häufig hochreichende Wolken, kräftige Schauer und Gewitter.

Beispiel

Eine feuchtwarme Luftmasse erreicht die ITCZ:

  1. Die Luft strömt am Boden zur Tiefdruckrinne.
  2. Sie steigt auf und dehnt sich aus.
  3. Dabei kühlt sie ab.
  4. Wasserdampf kondensiert zu Wolkentröpfchen.
  5. Hochreichende Wolken, Schauer und Gewitter können entstehen.

Starke Erwärmung allein garantiert jedoch noch keinen heftigen Regen. Über Land hängt die Stärke der Niederschläge auch davon ab, wie viel Feuchtigkeit verfügbar ist.

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Frage 1 von 1MittelWarum entstehen beim Aufsteigen feuchter Luft häufig Wolken?
Lösung: Die Luft dehnt sich aus, kühlt ab und erreicht die Kondensationsschwelle. — Für die Wolkenbildung ist die Abkühlung entscheidend: Der Wasserdampf kondensiert zu flüssigen Tröpfchen.
Wie wandert die ITCZ im Jahreslauf?

Der Ort des senkrechten Sonnenstands, der Zenitstand, wandert im Jahreslauf zwischen dem nördlichen und dem südlichen Wendekreis. Damit verlagert sich auch das Gebiet der stärksten Oberflächenerwärmung.

Die ITCZ folgt dieser Erwärmung nicht sofort, sondern mit einer Verzögerung von ungefähr drei bis vier Wochen. Im Nordsommer liegt sie im Allgemeinen weiter nördlich, im Südsommer weiter südlich.

Über Land kann die Verlagerung stärker ausfallen als über dem Meer. Landflächen erwärmen und kühlen sich schneller und stärker als große Wassermassen. Die ITCZ bildet daher keinen überall gleich verlaufenden Gürtel. Im globalen Mittel liegt sie wegen der ungleichen Verteilung der Landmassen ungefähr bei 5° nördlicher Breite.

Für viele Gebiete der wechselfeuchten Tropen ist die Annäherung der ITCZ mit einer Regenzeit verbunden. Äquatornahe, immerfeuchte Gebiete können über einen großen Teil des Jahres durch aufsteigende feuchte Luft und häufige Niederschläge geprägt sein.

Merke

Die ITCZ wandert mit dem Gebiet der stärksten Erwärmung, aber zeitlich verzögert und regional unterschiedlich weit.

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Frage 1 von 2MittelEine Region liegt nördlich des Äquators. Wann ist ein Einfluss der nordwärts verlagerten ITCZ besonders plausibel?
Lösung: Wenn sich das Gebiet der stärksten Erwärmung im Nordsommer nach Norden verschiebt. — Die jahreszeitliche Wanderung des Zenitstands verlagert das Erwärmungsgebiet und mit Verzögerung auch die ITCZ.
Frage 2 von 2SchwerWarum kann die ITCZ über einem Kontinent weiter wandern als über einem benachbarten Ozean?
Lösung: Landflächen erwärmen und kühlen sich schneller und stärker als große Wassermassen. — Der Land-Meer-Unterschied verändert die Oberflächenerwärmung und damit die Lage der thermisch geprägten Tiefdruckrinne.
Wo stößt das einfache ITCZ-Modell an Grenzen?

Das Grundmodell verbindet die ITCZ mit aufsteigender Luft, Wolken und starkem Regen. Über Ozeanen folgen Niederschlagsgebiete der Konvergenzzone oft vergleichsweise unmittelbar. Über Kontinenten dürfen ITCZ und stärkstes Regengebiet jedoch nicht automatisch gleichgesetzt werden.

Dort beeinflussen weitere Bedingungen den Niederschlag, zum Beispiel:

  • die Entfernung zum Ozean und damit der Feuchtenachschub,
  • Gelände und dadurch ausgelöste Hebung,
  • regionale Luftströmungen und Wellenbewegungen,
  • Unterschiede der Landbedeckung.
Gut zu wissen

Ein Modell hebt die wichtigsten Zusammenhänge hervor. Es ist nützlich, obwohl die Wirklichkeit regional komplizierter ist. Eine gute Erklärung nennt deshalb sowohl den Grundmechanismus als auch seine Grenzen.

Beispiel

Auf einer Karte liegt die eingezeichnete Konvergenzzone nördlich des stärksten Regenbandes über einem Kontinent. Das widerlegt den Zusammenhang nicht. Es zeigt, dass Feuchtenachschub, Gelände oder regionale Zirkulation die Niederschläge räumlich verschieben können.

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Frage 1 von 1SchwerEine Karte zeigt über Land das stärkste Regengebiet nicht genau unter der ITCZ. Welche Deutung ist fachlich angemessen?
Lösung: Regionale Faktoren können das Regenmaximum gegenüber der Konvergenzzone verschieben. — Das einfache Modell erklärt den Grundmechanismus. Über Land verändern Feuchte, Gelände, Landbedeckung und regionale Zirkulation das Niederschlagsmuster.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • ITCZ
    • Entstehung: starke Erwärmung → Aufsteigen warmer Luft → bodennahe Tiefdruckrinne
    • Luftströmungen: Konvergenz → Nordost- und Südostpassat → Höhenabfluss und Absinken in den Subtropen
    • Niederschlag: Ausdehnung und Abkühlung → Kondensation → Wolken, Schauer und Gewitter
    • Verlagerung: wandernder Zenitstand → Verzögerung von drei bis vier Wochen → stärkerer Ausschlag über Land
    • Modellgrenzen: Feuchtenachschub, Gelände und regionale Zirkulation → Regenmaximum nicht immer deckungsgleich
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Aussage beschreibt die ITCZ am treffendsten?
Lösung: Sie ist eine äquatornahe Tiefdruckrinne mit bodennaher Konvergenz und häufig aufsteigender Luft. — Die ITCZ wird durch niedrigen Bodendruck, zusammenströmende Luft und häufige Konvektion gekennzeichnet.
Frage 2 von 3MittelBringe die Vorgänge gedanklich in eine sinnvolle Reihenfolge. Welche Kette stimmt?
Lösung: Erwärmung → Aufsteigen → Tiefdruck → Konvergenz → Abkühlung → Kondensation — Die Oberflächenerwärmung setzt den Ablauf in Gang. Der Aufstieg erzeugt bodennah niedrigen Druck; nachströmende Luft konvergiert, steigt auf, kühlt ab und kann kondensieren.
Frage 3 von 3SchwerEine Küstenregion liegt im Bereich der ITCZ, erhält aber weniger Regen als das einfache Modell erwarten lässt. Welche Untersuchung ist als Nächstes sinnvoll?
Lösung: Feuchtenachschub, Gelände, Landbedeckung und regionale Luftströmungen prüfen. — Das Grundmodell bleibt der Ausgangspunkt. Für ein konkretes Raumbeispiel musst du zusätzlich regionale Einflussfaktoren untersuchen.

Du hast die ITCZ verstanden, wenn du nicht nur ihren Ort nennst, sondern die gesamte Kette erklären kannst: Erwärmung, Aufstieg, Tiefdruck, Konvergenz, Passate, Abkühlung, Kondensation und Niederschlag. Zu einer vollständigen Erklärung gehört außerdem, die jahreszeitliche Wanderung und regionale Abweichungen des Modells zu beachten.

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