Monsun: Entstehung, Jahreszeiten und Folgen
Ein Monsun ist eine großräumige, beständige Luftströmung, deren vorherrschende Richtung sich mit den Jahreszeiten deutlich ändert. In Indien bringt der Sommermonsun meist feuchte Meeresluft und starken Regen. Der Wintermonsun führt überwiegend trockene Luft vom Kontinent heran.
Auf dieser Seite verfolgst du die Wirkungskette vom Sonnenstand über Luftdruck und Wind bis zu Regenzeit, Landwirtschaft und Überschwemmungsgefahr.
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Was macht einen Wind zum Monsun?
Ein einzelner Regenschauer ist kein Monsun. Auch der gesamte Regen einer Jahreszeit wird nicht als Monsun bezeichnet. Gemeint ist zuerst das Windsystem, das Regen- und Trockenzeiten prägt.
Monsun
Ein Monsun ist eine großräumige Luftströmung mit einem regelmäßigen jahreszeitlichen Wechsel der vorherrschenden Windrichtung. In einer engeren fachlichen Abgrenzung beträgt dieser Richtungswechsel mindestens 120 Grad.
Monsune treten besonders in tropischen Gebieten auf. Das stärkste und bekannteste System liegt in Süd- und Südostasien. Weitere Monsunzirkulationen gibt es unter anderem in Teilen Afrikas und Nordaustraliens.
Für den indischen Monsun sind drei Zusammenhänge entscheidend:
- Land erwärmt und kühlt sich schneller als das Meer.
- Luft strömt am Boden vom höheren zum niedrigeren Luftdruck.
- Eine wandernde tropische Tiefdruckzone verlagert sich im Jahreslauf.
Innertropische Konvergenzzone
Die Innertropische Konvergenzzone, kurz ITCZ, ist eine wandernde Tiefdruckzone in den Tropen. Dort strömt bodennah Luft zusammen, steigt auf und kann Wolken sowie kräftigen Niederschlag bilden.
Monsun bedeutet jahreszeitlicher Windwechsel. Der Monsunregen ist eine wichtige Folge dieses Windsystems.
Wie entsteht der Sommermonsun in Indien?
Im Nordsommer verlagern sich der Bereich stärkster Sonneneinstrahlung und die ITCZ nach Norden. Das große asiatische Festland erwärmt sich schneller und stärker als der Indische Ozean.
Über dem heißen Land steigt Luft auf. Dadurch entsteht am Boden ein Tiefdruckgebiet, das Monsuntief. Über dem vergleichsweise kühleren Ozean ist der Luftdruck höher. Bodennah strömt Luft deshalb vom Ozean zum Land.
Der Ablauf lässt sich als Wirkungskette lesen:
- Das Festland erwärmt sich stark.
- Die erwärmte Luft steigt auf; über dem Land sinkt der Bodendruck.
- Vom Ozean strömt Luft zum Monsuntief.
- Über dem warmen Meer nimmt sie viel Wasserdampf auf.
- Die feuchte Luft erreicht Indien, steigt auf und kühlt ab.
- Wasserdampf kondensiert; es bilden sich Wolken und kräftiger Regen.
Ein Teil der Luft stammt ursprünglich aus dem Südostpassat der Südhalbkugel und überquert den Äquator. Die Erdrotation lenkt bewegte Luft ab: auf der Nordhalbkugel nach rechts, auf der Südhalbkugel nach links. Diese Wirkung heißt Corioliskraft. Nach dem Übertritt auf die Nordhalbkugel weht die Luft aus südwestlicher Richtung. Daher heißt sie Südwestmonsun.
Stell dir eine Luftmasse über dem Indischen Ozean vor. Über dem Meer nimmt sie Wasserdampf auf. Das Monsuntief zieht sie nach Norden in Richtung Indien. Nach der Äquatorüberquerung wird ihre Bewegungsrichtung auf der Nordhalbkugel nach rechts abgelenkt. Sie erreicht Indien deshalb als feuchter Südwestmonsun und bringt die sommerliche Regenzeit.
Warum bringt der Wintermonsun meist Trockenheit?
Im Nordwinter verlagert sich die ITCZ nach Süden. Gleichzeitig kühlt das asiatische Festland schneller ab als der Ozean. Die kalte, dichtere Luft sinkt über dem Kontinent ab; am Boden bildet sich ein Hochdruckgebiet.
Nun kehrt sich das sommerliche Druckgefälle um:
- Über dem abgekühlten Kontinent herrscht hoher Luftdruck.
- Die Tiefdruckzone liegt weiter südlich in Richtung Ozean.
- Luft strömt vom asiatischen Hoch nach Süden.
- Über Indien kommt sie aus Nordosten und heißt Nordostmonsun.
- Weil sie einen langen Weg über Land zurücklegt, enthält sie meist wenig Feuchtigkeit.
So entsteht auf weiten Teilen des indischen Subkontinents die Trockenzeit.
| Phase | Vorherrschender Wind | Feuchtigkeit | Typische Wirkung in Indien |
|---|---|---|---|
| Juni bis Oktober | Südwestmonsun vom Ozean | feucht | Regenzeit |
| November bis Februar | Nordostmonsun vom Kontinent | meist trocken | Trockenzeit |
| März bis Mai | Vormonsun | überwiegend trocken | sehr heiß, wenig Wind |
Im Sommer zieht das heiße Land feuchte Meeresluft an. Im Winter schickt das abgekühlte Land überwiegend trockene Luft in Richtung Ozean.
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Im Sommer erwärmt sich das schneller. Über Indien entsteht deshalb ein . Feuchte Luft gelangt als vom Ozean zum Land. Im Winter bildet sich über dem abgekühlten Kontinent dagegen ein .
Warum fällt an Gebirgen besonders viel Regen?
Feuchte Luft regnet nicht überall gleich stark ab. Trifft sie auf ein Gebirge, muss sie an dessen dem Wind zugewandter Seite aufsteigen. Diese Seite heißt Luvseite.
Beim Aufsteigen kühlt die Luft ab. Wasserdampf kondensiert zu Wolkentröpfchen, und es kann kräftig regnen. Deshalb gehören die Westghats und das Vorland des Himalaya zu den Gebieten mit besonders starken Monsunniederschlägen.
Cherrapunji liegt in einer Region, in der feuchte Monsunluft durch das Relief zum Aufsteigen gezwungen wird. Im Sommer transportiert der Südwestmonsun Wasserdampf vom Indischen Ozean heran. Die Luft steigt an den Gebirgen auf, kühlt ab und regnet aus. So lässt sich erklären, warum dort jährlich mehr als 10.000 Millimeter Niederschlag fallen können.
Die genaue Niederschlagsmenge schwankt und wird in Darstellungen unterschiedlich angegeben. Für die Erklärung ist der gesicherte Zusammenhang wichtiger: feuchte Meeresluft plus erzwungener Aufstieg ergibt besonders starken Luvregen.
Wie wirkt der Monsun auf Mensch und Natur?
Der Monsun ist weder nur nützlich noch nur gefährlich. Seine Wirkung hängt davon ab, wann, wo und wie stark der Regen fällt.
Ausreichender und rechtzeitiger Regen kann:
- Trinkwasser- und Wasservorräte auffüllen,
- Felder bewässern,
- besonders den Reisanbau ermöglichen,
- ausgetrocknete Vegetation wieder ergrünen lassen.
Zu wenig oder verspäteter Regen kann:
- Wassermangel und Dürre verursachen,
- Ernten gefährden,
- die Versorgung der Bevölkerung belasten.
Zu viel Regen kann:
- Flüsse über die Ufer treten lassen,
- Siedlungen und Verkehrswege überfluten,
- Böden abtragen,
- Menschenleben gefährden.
Dichte Besiedlung, unzureichende Entwässerung und die Abholzung von Gebirgswäldern können Schäden verstärken. Die gleiche Regenmenge hat deshalb nicht überall dieselben Folgen.
Für ein Reisfeld kann regelmäßiger Monsunregen die notwendige Bewässerung liefern. Fällt dieselbe Wassermenge jedoch in kurzer Zeit auf eine dicht bebaute Stadt mit unzureichender Entwässerung, steigt die Überschwemmungsgefahr. Entscheidend sind also nicht nur Niederschlagsmenge und Zeitpunkt, sondern auch Nutzung, Relief und Vorsorge.
Vertiefung: Warum ist der indische Monsun so ausgeprägt?
Der einfache Land-Meer-Gegensatz erklärt den Kern, aber nicht jedes Detail. Der indische Monsun ist Teil einer größeren atmosphärischen Zirkulation.
Die große asiatische Landmasse und das hoch gelegene tibetische Hochland erwärmen die Atmosphäre im Sommer stark. Dadurch kann die tropische Zirkulation besonders weit nach Norden vordringen. Auch starke Höhenwinde, sogenannte Jetstreams, verändern ihre Lage im Jahreslauf und beeinflussen Beginn, Ende und Stärke der Monsunsaison.
Der Regen fällt außerdem nicht während der gesamten Saison gleichmäßig. Monsundepressionen sind wandernde Tiefdruckstörungen, die besonders kräftige Niederschläge bringen können. Dazwischen sind mehrtägige schwächere Phasen möglich. Ein solcher Monsun-Break bedeutet daher nicht automatisch, dass die gesamte Regenzeit beendet ist.
Das Grundmodell aus Land-Meer-Erwärmung, Druckgefälle, ITCZ und Corioliskraft bleibt richtig. Die Höhenzirkulation erklärt zusätzliche Schwankungen und den besonders starken indischen Monsun.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Monsun
- Ursache
- jahreszeitlicher Sonnenstand und wandernde ITCZ
- unterschiedliche Erwärmung von Land und Meer
- wechselnde Luftdruckverteilung
- Sommer in Indien
- feuchter Südwestmonsun vom Ozean
- Regenzeit und verstärkter Luvregen
- Winter in Indien
- trockener Nordostmonsun vom Kontinent
- Trockenzeit
- Bedeutung
- Wasser und Landwirtschaft
- Dürre, Überschwemmung und Erosion
- Ursache
Abschluss-Check
Du kannst den Monsun erklären, wenn du die vollständige Kette verbindest: Sonnenstand und ITCZ verändern die Land-Meer-Temperaturunterschiede, daraus entstehen wechselnde Druckfelder und Windrichtungen, und Feuchtigkeit sowie Relief bestimmen den Regen.
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