Tropen: Klima, Vegetation und Nutzung verstehen
Die Tropen liegen rund um den Äquator zwischen dem nördlichen und dem südlichen Wendekreis. Dort sorgen ein hoher Sonnenstand und starke Einstrahlung für ganzjährig hohe Temperaturen. Wie die Landschaft aussieht, hängt vor allem davon ab, wie viel Niederschlag im Verhältnis zur Verdunstung verfügbar ist.
Auf dieser Seite lernst du, die Tropen räumlich einzuordnen, ihr Klima zu erklären, Vegetationszonen nach der Feuchtigkeit zu unterscheiden und Folgen menschlicher Nutzung zu beurteilen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Wo liegen die Tropen?
Die Tropen erstrecken sich beiderseits des Äquators bis zu den Wendekreisen bei ungefähr $23{,}5^\circ$ nördlicher und südlicher Breite. Teile Südamerikas, Afrikas, Asiens und Australiens liegen in dieser Zone.
Wendekreise
Die Wendekreise begrenzen den Raum, in dem die Sonne mindestens einmal im Jahr mittags im Zenit stehen kann. Zenitstand bedeutet: Die Sonnenstrahlen treffen senkrecht auf die Erdoberfläche.
Am 21. März und 23. September steht die Sonne mittags über dem Äquator im Zenit. Zu den Sonnenwenden erreicht der senkrechte Sonnenstand den nördlichen beziehungsweise südlichen Wendekreis. Deshalb ist der Sonnenstand in den Tropen über das Jahr hinweg hoch.
Tropen sind nicht gleichbedeutend mit Regenwald. Der Regenwald ist nur eine von mehreren tropischen Vegetationszonen.
Warum gibt es kaum thermische Jahreszeiten?
Der ganzjährig hohe Sonnenstand führt zu starker Einstrahlung und hohen Temperaturen. Die Temperatur verändert sich im Jahreslauf meist weniger als in den gemäßigten Breiten. Besonders nahe am Äquator sind die Jahresschwankungen klein.
Tageszeitenklima
Beim Tageszeitenklima schwankt die Temperatur zwischen Tag und Nacht stärker als zwischen den Monaten des Jahres. Der Tagesverlauf prägt das Temperaturgefühl daher stärker als Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
Ein typischer feuchter Tag nahe dem Äquator kann so ablaufen:
- Etwa um 6 Uhr geht die Sonne auf.
- Der Boden und die Luft erwärmen sich; Wasser verdunstet.
- Warme, feuchte Luft steigt auf.
- Beim Aufsteigen kühlt sie ab, und Wolken bilden sich.
- Mittags oder nachmittags fällt häufig kräftiger Regen.
- Etwa um 18 Uhr geht die Sonne unter.
Dieser Ablauf ist ein typisches Modell, kein Stundenplan für jeden Ort und jeden Tag. Wie häufig Regen fällt, unterscheidet sich innerhalb der Tropen deutlich.
Wenn es an einem Ort morgens $24\,^{\circ}\mathrm{C}$ und nachmittags $31\,^{\circ}\mathrm{C}$ warm ist, beträgt die Schwankung an diesem Tag $7\,^{\circ}\mathrm{C}$. Liegen die Monatsmittel im Jahreslauf dagegen eng beieinander, passt das zum Tageszeitenklima: Der Unterschied innerhalb des Tages ist größer als der Unterschied zwischen den Jahreszeiten.
Wie bestimmt Wasser die Vegetation?
Hohe Temperaturen sind in den Tropen weit verbreitet. Der Niederschlag unterscheidet die Räume jedoch stark. Nahe dem Äquator gibt es immerfeuchte Gebiete; weiter in Richtung der Wendekreise schließen sich in einem vereinfachten Modell wechselfeuchte und trockene Gebiete an.
Vegetationszone
Eine Vegetationszone ist ein großes Gebiet mit einer typischen Pflanzendecke. In den Tropen prägt besonders die verfügbare Feuchtigkeit, ob dichte Wälder, Graslandschaften mit Bäumen und Sträuchern oder nur sehr spärliche Vegetation wachsen.
Die folgende schulische Einteilung ordnet die Zonen nach der Zahl feuchter Monate:
| Vegetationszone | Feuchte Monate pro Jahr | Typisches Bild |
|---|---|---|
| Tropischer Regenwald | 9–12 | dichter, immergrüner Wald |
| Feuchtsavanne | 7–9 | hohe Gräser, mehr Bäume |
| Trockensavanne | 4–7 | Grasland, weniger Bäume |
| Dornstrauchsavanne | 2–4 | dornige Sträucher, lückige Pflanzendecke |
| Wüste | 0–2 | sehr spärliche oder fehlende Vegetation |
Die Übergänge sind keine scharfen Linien. An gemeinsamen Grenzwerten, etwa neun feuchten Monaten, reichen Monatssummen allein nicht für eine eindeutige Zuordnung; dann müssen weitere Klima- und Vegetationsmerkmale betrachtet werden.
Je weniger Wasser verfügbar ist, desto lückiger wird im vereinfachten Tropenmodell die Vegetation: Regenwald – Savannen – Wüste.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Die Tropen liegen zwischen den . Beim ist die Temperaturschwankung innerhalb eines Tages besonders wichtig. Für die Vegetationszonen ist vor allem die Zahl der Monate entscheidend.
Wie liest du humide und aride Monate ab?
Humid bedeutet feucht, arid bedeutet trocken. Entscheidend ist nicht nur, wie viel Regen fällt, sondern wie dieser Niederschlag im Verhältnis zur Verdunstung steht.
In dem hier verwendeten Klimadiagramm gilt:
- Liegt die Niederschlagskurve über der Temperaturkurve, ist der Monat humid: Es steht mehr Wasser zur Verfügung, als durch Verdunstung verloren geht.
- Liegt die Niederschlagskurve unter der Temperaturkurve, ist der Monat arid: Der Wasserverlust überwiegt.
Diese Kurvenregel setzt ein passend skaliertes Klimadiagramm voraus. Ohne die zugehörige Skalierung darfst du die Linien nicht einfach vergleichen.
So gehst du bei einer Zuordnung vor:
- Prüfe, ob die Temperaturen ganzjährig hoch sind.
- Bestimme für jeden Monat, ob er humid oder arid ist.
- Zähle die humiden Monate.
- Vergleiche die Zahl mit der Tabelle der Vegetationszonen.
- Prüfe, ob Jahresniederschlag und sichtbare Vegetation die Zuordnung stützen.
Für Manaus werden fast $2\,000\,\mathrm{mm}$ Niederschlag im Jahr und nur ein arider Monat genannt. Ein Jahr hat zwölf Monate; damit bleiben elf humide Monate. Elf liegt im Bereich von neun bis zwölf humiden Monaten. Zusammen mit dem ganzjährig feucht-warmen Klima spricht das für tropischen Regenwald.
Ein häufiger Fehler ist, nur auf die hohe Temperatur zu achten. Sie unterscheidet Regenwald, Savanne und tropische Wüste kaum. Für diese Unterscheidung brauchst du vor allem die Feuchtigkeit.
Wie verändert menschliche Nutzung die Tropen?
Menschen nutzen tropische Räume unter anderem für Landwirtschaft, Viehzucht, Holzeinschlag und Bergbau. Diese Nutzung sichert Einkommen und liefert Produkte. Zugleich kann sie Böden, Lebensräume und Klima belasten.
Wird Regenwald großflächig gerodet, entsteht eine Wirkungskette:
- Bäume und andere Pflanzen verlieren ihren Lebensraum; die Artenvielfalt kann sinken.
- Ungeschützter Boden kann leichter erodieren und an Fruchtbarkeit verlieren.
- Beim Roden und Verbrennen wird $CO_2$ freigesetzt.
- Mit weniger Wald kann außerdem weniger $CO_2$ aufgenommen werden.
- Die lokale Nutzung hat dadurch auch eine globale Klimawirkung.
Auch intensive Landwirtschaft kann Bodenerosion fördern. Großflächige Monokulturen können die Artenvielfalt verringern und das Risiko für Krankheiten und Schädlinge erhöhen.
Nachhaltige Nutzung
Nachhaltige Nutzung deckt heutige Bedürfnisse, ohne die Lebensgrundlagen für die Zukunft zu zerstören. Bei einer Beurteilung musst du deshalb Nutzen und Folgen abwägen.
Eine begründete Beurteilung fragt:
- Welchen lokalen Nutzen bringt die Nutzung?
- Welche Folgen entstehen für Boden, Wasser und Arten?
- Welche globalen Folgen entstehen, etwa durch zusätzliche $CO_2$-Freisetzung?
- Werden die Ressourcen so genutzt, dass sie langfristig erhalten bleiben?
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
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