Erdkunde

Savanne: Klima, Typen und Gefährdung verstehen

Savanne: Klima, Typen und Gefährdung verstehen
Savanne: Klima, Typen und Gefährdung verstehen
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Eine Savanne ist eine tropische Graslandschaft mit einzelnen Bäumen oder Sträuchern. Ihr Aussehen wird besonders durch den Wechsel von Regen- und Trockenzeit geprägt. Je länger die Trockenzeit dauert, desto lückiger ist meist die Vegetation.

Deine Lernziele

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Woran erkennst du eine Savanne?

Stell dir eine weite Graslandschaft vor: Zwischen den Gräsern stehen einzelne Bäume und Sträucher. Einige Monate lang fällt Regen, danach folgt eine Trockenzeit. Diese Verbindung aus Grasland, lockerem Gehölzbestand und jahreszeitlich wechselndem Niederschlag ist typisch für Savannen.

Definition

Savanne

Eine Savanne ist eine Graslandformation der wechselfeuchten Tropen. Sie besitzt keine geschlossene Baumdecke. Gräser bestimmen das Landschaftsbild, während Bäume und Sträucher einzeln oder in Gruppen wachsen.

Savannen liegen häufig als Übergang zwischen tropischem Regenwald und trockeneren Gebieten bis hin zur Wüste. Sie kommen in Afrika, Mittel- und Südamerika, Nordaustralien, Indien und Südostasien vor.

Merke

Savanne bedeutet nicht einfach „heißes Grasland“. Entscheidend ist der regelmäßige Wechsel zwischen Regen- und Trockenzeit.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Landschaft passt am besten zur Beschreibung einer Savanne?
Lösung: Tropisches Grasland mit einzelnen Bäumen und wechselnden Regen- und Trockenzeiten — In der Savanne überwiegen Gräser. Einzelne Gehölze und der jahreszeitliche Wechsel der Niederschläge gehören zu ihren Kennzeichen.
Warum wechseln Regen- und Trockenzeit?

Die Niederschläge werden unter anderem von der Innertropischen Konvergenzzone, kurz ITC, gesteuert. Das ist ein tropischer Bereich, in dem feuchtwarme Luft aufsteigt. Beim Aufsteigen kühlt die Luft ab, und es kann kräftig regnen.

Die ITC verschiebt sich im Jahreslauf nach Norden und Süden. Liegt sie über einem Gebiet, beginnt dort meist die Regenzeit. Zieht sie weiter, folgt eine trockenere Zeit.

  1. Die ITC erreicht ein Gebiet.
  2. Feuchte Luft steigt auf und bringt Niederschlag.
  3. Die ITC wandert weiter.
  4. Niederschläge werden seltener, und die Trockenzeit beginnt.

Ein humider Monat ist ein Monat, in dem mehr Niederschlag fällt, als Wasser verdunstet. Mit zunehmender Entfernung vom Regenwald gibt es im Allgemeinen weniger humide Monate und längere Trockenzeiten.

Beispiel

Zwei Orte sind ganzjährig warm. Ort A hat eine kurze, Ort B eine sehr lange Trockenzeit. In Ort A können hohe Gräser und mehr Bäume wachsen. In Ort B bleibt der Bewuchs lückiger, weil Pflanzen viele Monate mit wenig Wasser überstehen müssen. Die Temperatur allein erklärt den Unterschied also nicht; entscheidend ist vor allem die Wasserverfügbarkeit.

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Frage 1 von 1MittelIn einem Gebiet verlängert sich die Trockenzeit deutlich. Welche Veränderung ist am ehesten zu erwarten?
Lösung: Die Vegetation wird meist lückiger, und dürreangepasste Pflanzen werden wichtiger. — Weniger verfügbare Feuchtigkeit begrenzt das Pflanzenwachstum. Deshalb nehmen Dichte und Höhe der Vegetation in Richtung trockenerer Savannentypen meist ab.
Wie unterscheiden sich die drei Savannentypen?

Feucht-, Trocken- und Dornsavanne gehen räumlich ineinander über. Ihre Grenzen sind deshalb keine scharfen Linien. Auch Böden beeinflussen, wie viel Wasser Pflanzen tatsächlich nutzen können. Zahlenbereiche sind daher Richtwerte.

MerkmalFeuchtsavanneTrockensavanneDornsavanne
Jahresniederschlagetwa 1.000–1.500 mmetwa 500–1.000 mmetwa 250–500 mm
Trockenzeitetwa 2–4 Monateetwa 5,5–7 Monatebis zu 10 Monate
Vegetationhohe Gräser, Baumgruppen und lichte Wälderniedrigere Gräser, einzelne Bäume und Büschelückige Gräser, Dorngehölze und Sukkulenten
WasserführungFlüsse häufig dauerhaft wasserführendFlüsse oft nur zeitweise wasserführendviele Flussbetten nur kurzzeitig wasserführend
Landwirtschafthäufig vielfältiger Anbau, teilweise zwei Erntenmeist eine dürregefährdete Erntestark eingeschränkter Anbau und Viehhaltung

Sukkulenten speichern Wasser in verdickten Pflanzenteilen. Wadis sind Flussbetten, die nach Regen kurz Wasser führen und sonst trocken liegen. Galeriewälder wachsen als dichtere, häufig immergrüne Waldstreifen entlang von Flüssen, weil dort Wasser leichter erreichbar ist.

Beispiel

Ein Gebiet erhält etwa 700 mm Niederschlag im Jahr. Die Trockenzeit dauert ungefähr sechs Monate, und zwischen brusthohen Gräsern stehen einzelne Bäume. Die Merkmale sprechen für eine Trockensavanne: Niederschlag und Trockenzeit liegen im typischen Bereich, und die Vegetation ist lichter als in der Feuchtsavanne.

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Frage 1 von 2MittelEin Gebiet hat rund neun trockene Monate, lückige Gräser, Dornsträucher und nur kurz wasserführende Flussbetten. Welcher Typ passt am besten?
Lösung: Dornsavanne — Die lange Trockenzeit, Dorngehölze und Wadis sind typische Hinweise auf eine Dornsavanne.
Frage 2 von 2SchwerWarum reicht ein einzelner Niederschlagswert nicht immer für eine sichere Zuordnung aus?
Lösung: Weil auch Dauer der Trockenzeit, Boden und Vegetationsstruktur berücksichtigt werden müssen. — Die Typen haben fließende Grenzen. Bodenbeschaffenheit und zeitliche Verteilung des Regens können dazu führen, dass Gebiete mit ähnlichem Jahresniederschlag unterschiedlich aussehen.
Wie bleiben Savannen offen und lebendig?

Klima und Wasserangebot erklären einen wichtigen Teil der Landschaft. Sie wirken jedoch nicht allein. Böden, Feuer und große Pflanzenfresser können ebenfalls beeinflussen, wie viele Gehölze wachsen.

Häufige Brände schädigen viele junge Bäume. Feuerangepasste Gräser und widerstandsfähige Einzelbäume können dagegen überleben. Auch Großherbivoren, also große Pflanzenfresser wie Elefanten, Nashörner oder Büffel, lichten Gehölze auf. Weidetiere wie Zebras und Antilopen fressen Gräser und tragen dazu bei, die Landschaft offen zu halten.

Gut zu wissen

Die Umwandlung von Gehölz- oder Waldformationen in Savanne wird Savannifikation genannt. Feuer und große Pflanzenfresser können zu dieser Umwandlung beitragen und bereits entstandene Savannen offen halten. Je nach Gebiet wirken Niederschlag, Boden, Feuer, Pflanzenfresser und menschliche Eingriffe unterschiedlich zusammen.

Viele Tierarten teilen die Nahrung räumlich oder zeitlich auf. Manche fressen Blätter von Sträuchern, andere nutzen offene Grasflächen oder unterirdische Wurzeln. Löwen und Tüpfelhyänen jagen häufig nachts oder morgens, Geparde eher tagsüber. Diese Aufteilung vermindert direkte Konkurrenz.

Auch Termiten gestalten das Ökosystem. Sie zersetzen abgestorbene Pflanzen und bilden dabei Humus. Ihre Gänge belüften den Boden und verbessern dessen Wasserhaltefähigkeit. Rund um ältere Termitenbauten können dadurch besonders günstige Bedingungen für Pflanzen entstehen.

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Frage 1 von 2MittelWelche Wirkungskette beschreibt die Tätigkeit von Termiten richtig?
Lösung: Pflanzenreste werden zersetzt, Humus entsteht und Bodengänge verbessern die Bedingungen für Pflanzen. — Termiten sind Zersetzer und Bodenbaumeister. Ihre Tätigkeit unterstützt Nährstoffkreislauf, Bodenstruktur und Pflanzenwachstum.
Frage 2 von 2SchwerWeshalb kann eine Savanne trotz ausreichender Regenzeit offen bleiben?
Lösung: Feuer oder große Pflanzenfresser können junge Gehölze zurückdrängen. — Die Vegetation entsteht aus dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Eine einzelne Klimagröße erklärt deshalb nicht jede Savanne vollständig.
Wie nutzen und gefährden Menschen die Savanne?

Die landwirtschaftlichen Möglichkeiten nehmen mit längerer Trockenzeit ab. In der Feuchtsavanne können teilweise zwei Ernten im Jahr gelingen. In der Trockensavanne ist eine Ernte stärker durch Dürre gefährdet. In der Dornsavanne sind oft nur trockenheitsverträgliche Hirse und Viehhaltung möglich.

Nutzung wird problematisch, wenn sie die Regenerationsfähigkeit des Ökosystems überfordert.

  • Bei Überweidung fressen zu viele Tiere die schützende Pflanzendecke ab.
  • Durch Abholzung fehlen Bäume und Sträucher, die den Boden festhalten.
  • Eine hohe Wasserentnahme kann den Grundwasserspiegel senken.
  • Ungeschützter Boden wird leichter durch Wind und Wasser abgetragen. Dies heißt Erosion.
Definition

Desertifikation

Desertifikation ist die fortschreitende Schädigung von Böden und Vegetation in Trockengebieten. Sie entsteht durch das Zusammenwirken ungünstiger trockener Bedingungen und menschlicher Übernutzung. Das Land wird unfruchtbarer, ohne sich zwingend in eine echte Wüste zu verwandeln.

Beispiel

Eine große Herde weidet über längere Zeit an derselben Wasserstelle. Immer weniger Gras bedeckt den Boden. Regen kann den ungeschützten Boden leichter abschwemmen, Wind kann lockeres Material forttragen. Der Boden speichert anschließend weniger Wasser, und neue Pflanzen wachsen schlechter. Weitere Beweidung verstärkt den Kreislauf.

Merke

Die Wirkungskette lautet: Übernutzung → Verlust der Vegetationsdecke → stärkere Erosion → schlechtere Wasser- und Wachstumsbedingungen → noch weniger Vegetation.

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Frage 1 von 2MittelWelche unmittelbare Folge hat der Verlust einer schützenden Grasdecke?
Lösung: Wind und Wasser können den Boden leichter abtragen. — Pflanzen bremsen Wind und Wasser und halten den Boden mit ihren Wurzeln fest. Fehlt diese Schutzschicht, steigt die Erosionsgefahr.
Frage 2 von 2SchwerNach einer Dürre erholt sich eine wenig genutzte Fläche, eine stark beweidete Nachbarfläche dagegen kaum. Welche Erklärung passt am besten?
Lösung: Auf der stark beweideten Fläche verstärken Vegetationsverlust und Bodenschädigung die Wirkung der Trockenheit. — Eine Dürre belastet beide Flächen. Wo zusätzlich die Vegetation übernutzt und der Boden geschädigt wird, kann sich das Ökosystem schlechter regenerieren.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Savanne
    • Lage: Übergang zwischen Regenwald und trockeneren Räumen
    • Klima: wechselnde Regen- und Trockenzeiten
    • Typen: Feucht-, Trocken- und Dornsavanne
    • Vegetation: Gräser mit einzelnen Bäumen oder Sträuchern
    • Einflussfaktoren: Wasser, Boden, Feuer und Pflanzenfresser
    • Nutzung: Ackerbau und Viehhaltung je nach Wasserangebot
    • Gefährdung: Übernutzung, Erosion und Desertifikation

Je länger die Trockenzeit dauert, desto geringer sind im Allgemeinen Wasserangebot, Vegetationsdichte und landwirtschaftliche Möglichkeiten. Diese Grundregel hilft beim Vergleichen. Für die genaue Einordnung musst du aber auch Böden, Feuer, Tiere und menschliche Nutzung beachten.

Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelches Merkmal gehört zu allen drei Haupttypen der Savanne?
Lösung: Gräser prägen die Landschaft, während Gehölze nicht geschlossen stehen. — Die Menge und Höhe der Gräser sowie die Dichte der Gehölze unterscheiden sich. Der offene Graslandcharakter verbindet die Savannentypen.
Frage 2 von 3MittelOrdne das Gebiet ein: etwa drei trockene Monate, hohe Gräser, Baumgruppen und dauerhaft wasserführende Flüsse.
Lösung: Feuchtsavanne — Feuchtsavannen erhalten mehr Niederschlag und haben eine kürzere Trockenzeit als die beiden anderen Haupttypen.
Frage 3 von 3SchwerIn einem trockenen Savannengebiet werden zahlreiche Bäume gefällt und immer größere Herden gehalten. Welche Entwicklung ist am plausibelsten?
Lösung: Die Vegetationsdecke nimmt ab, Erosion wird stärker und die Regeneration des Bodens wird schwieriger. — Abholzung und Überweidung schwächen die Vegetationsdecke. Dadurch wird mehr Boden abgetragen, Wasser schlechter gespeichert und neues Pflanzenwachstum erschwert.

Wenn du Savannen untersuchst, gehe in dieser Reihenfolge vor: Bestimme zuerst Regen- und Trockenzeit, beschreibe dann Vegetation und Wasserführung und prüfe anschließend, wie Boden, Tiere, Feuer und menschliche Nutzung zusammenwirken.

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