Wechselfeuchte Tropen: Klima, Savannen, Nutzung
In den wechselfeuchten Tropen wechseln sich Regenzeit und Trockenzeit ab. Dieser Wechsel prägt die Savannen, den Wasserhaushalt, die Landwirtschaft und die Gefahr der Bodendegradation.
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Warum wechseln Regenzeit und Trockenzeit?
Die wechselfeuchten Tropen liegen zwischen den immerfeuchten Gebieten nahe dem Äquator und den trockeneren Räumen in Richtung der Wendekreise. Sie kommen unter anderem in Afrika, Südamerika, Südostasien und Australien vor.
Wechselfeuchte Tropen
Wechselfeuchte Tropen sind ganzjährig warme Gebiete mit einer feuchten und einer trockenen Jahreszeit. Weil der Niederschlag im Jahreslauf deutlich schwankt, spricht man von einem Jahreszeitenklima.
Die Innertropische Konvergenzzone, kurz ITC, ist ein Bereich, in dem warme Luft aufsteigt. Befindet sie sich über einem Gebiet, kann feuchte Luft aufsteigen, abkühlen und Regen bringen. Mit dem jahreszeitlichen Wandern der ITC verlagert sich auch die Regenzone.
Während der Regenzeit steht die Sonne hoch, die ITC beeinflusst das Gebiet und kräftige Niederschläge können auftreten. In der winterlichen Trockenzeit verhindert absinkende, sich erwärmende Luft häufig die Wolken- und Niederschlagsbildung.
Die Temperaturen bleiben tropisch: Im langjährigen Monatsmittel erreichen alle Monate mindestens 18 °C. Für Pflanzen, Tiere und Menschen ist deshalb meist nicht die Temperatur, sondern die Verfügbarkeit von Wasser der entscheidende Jahreszeitenfaktor.
In den wechselfeuchten Tropen bedeutet Jahreszeitenwechsel vor allem: Regenzeit und Trockenzeit statt Sommer und Winter wie in Mitteleuropa.
Wie unterscheiden sich die Savannentypen?
Eine Savanne ist eine tropische Vegetationsform mit einer Grasdecke sowie unterschiedlich vielen Bäumen und Sträuchern. Je länger die feuchte Jahreszeit dauert, desto länger können Pflanzen wachsen.
Die Übergänge sind fließend. Verschiedene Einteilungen setzen die Grenzen deshalb etwas unterschiedlich. Die folgenden Werte dienen als Orientierung:
| Savannentyp | Ungefähre Zahl feuchter Monate | Typisches Erscheinungsbild |
|---|---|---|
| Feuchtsavanne | 7–9 | hohe Gräser, mehr und höhere Gehölze |
| Trockensavanne | etwa 4–7 | geschlossene Grasdecke, lichte Baum- und Strauchschicht |
| Dornsavanne | etwa 2–4 | lückige Grasdecke, Dornsträucher und trockenheitsangepasste Gehölze |
Ein humider Monat ist hier vereinfacht ein feuchter Monat. Seine Zahl hilft, die Dauer der Vegetationsperiode einzuschätzen. An Grenzwerten genügt eine einzelne Zahl jedoch nicht: Auch Niederschlagsmenge, Boden und Vegetationsbild müssen betrachtet werden.
Ein Gebiet mit acht feuchten Monaten, hohen Gräsern und zahlreichen Gehölzen passt zur Feuchtsavanne. Ein Gebiet mit drei feuchten Monaten, lückigem Gras und vielen Dornsträuchern passt eher zur Dornsavanne.
Der entscheidende Gedanke lautet: Eine längere Regenzeit ermöglicht eine längere Wachstumszeit und meist eine üppigere Vegetation.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Mit 7–9 feuchten Monaten gehört ein Gebiet meist zur . Bei etwa 4–7 feuchten Monaten spricht man häufig von der . Nur etwa 2–4 feuchte Monate sind typisch für die . Die Übergänge zwischen diesen Räumen sind .
Wie passen sich Pflanzen und Gewässer an?
Savannenpflanzen müssen sowohl die Regenzeit als auch eine mehrmonatige Trockenzeit überstehen. Mögliche Anpassungen sind tiefe Wurzeln, wasserspeichernde Organe und der Abwurf von Blättern. Gräser können in der Regenzeit schnell wachsen und die Trockenzeit mit geschützten Pflanzenteilen überdauern.
Mit zunehmender Feuchtigkeit werden Gehölze meist höher. Wie dicht Bäume stehen, hängt aber nicht nur vom Klima ab. Auch Böden, Feuer, Beweidung und menschliche Nutzung beeinflussen den Baumbestand.
Der Wasserhaushalt folgt dem Niederschlag:
- In der Regenzeit steigt der Abfluss; Überschwemmungen und starke Bodenerosion können auftreten.
- In der Trockenzeit sinkt der Abfluss; periodische Flüsse und flache Gewässer können austrocknen.
- Pflanzen, Tiere und Menschen müssen die trockenen Monate mit gespeichertem oder noch verfügbarem Wasser überbrücken.
Ein Billabong in Nordaustralien veranschaulicht diesen Wechsel: Während der Regenzeit kann das Gewässer gefüllt sein und über die Ufer treten. Während der Trockenzeit kann es stark schrumpfen oder trockenfallen.
Wie werden die Räume genutzt und gefährdet?
Die Regenzeit ermöglicht Regenfeldbau, also Landwirtschaft ohne dauerhafte künstliche Bewässerung. Angebaut werden beispielsweise Mais, Hirse, Cassava, Sorghum, Erdnüsse oder Baumwolle. Außerdem dienen Savannen als Weideland.
Bei der Landwechselwirtschaft wird eine Fläche nur eine begrenzte Zeit bewirtschaftet. Danach folgt eine Brache, während eine andere Fläche genutzt wird. Bei Brandrodung liefert die Asche kurzfristig Nährstoffe; im beschriebenen Verfahren wird das Feld etwa ein bis drei Jahre genutzt und anschließend der Brache überlassen.
Saisonale Wasserknappheit kann durch Rainwater Harvesting gemildert werden. Dabei wird Regenwasser beispielsweise mithilfe von Terrassen und Kanälen gesammelt oder gezielt in den Boden geleitet.
Problematisch wird die Nutzung, wenn die Vegetation sich nicht mehr erholen kann. Überweidung, Entwaldung und zu intensive Landwirtschaft legen den Boden frei. Starkregen kann dann fruchtbares Material abtragen, während Wind in der Trockenzeit lockeren Boden fortträgt.
Desertifikation
Desertifikation ist eine schwere Form der Bodendegradation in trockenen oder zeitweise trockenen Gebieten. Klimaeinflüsse und menschliche Übernutzung verschlechtern dabei Boden und Vegetation. Gemeint ist nicht einfach eine wandernde Sandwüste.
Eine typische Desertifikationsspirale verläuft so:
- Trockenheit oder hohe Nutzungsintensität belasten die Vegetation.
- Zu starke Beweidung, Holzeinschlag oder dauernder Ackerbau verringern die Pflanzendecke.
- Der ungeschützte Boden wird stärker durch Wasser und Wind abgetragen.
- Wasserspeicherung und Fruchtbarkeit nehmen ab.
- Erträge sinken; dadurch kann der Nutzungsdruck auf die verbleibenden Flächen weiter steigen.
Vegetation schützt den Boden. Geht sie verloren, verstärken sich Wasserknappheit, Erosion und sinkende Bodenfruchtbarkeit gegenseitig.
Wie wertest du ein Raumbeispiel aus?
Gehe bei einem neuen Raumbeispiel in fünf Schritten vor:
- Lage bestimmen: Liegt der Ort in den Tropen und auf welcher Halbkugel?
- Feuchte Jahreszeit erkennen: In welchen Monaten fällt der meiste Niederschlag?
- Dauer bestimmen: Wie viele Monate sind feucht?
- Vegetation zuordnen: Welche Savannenform passt zu Klima und Pflanzenwuchs?
- Nutzung und Gefährdung erklären: Welche Möglichkeiten bietet die Regenzeit, und welche Risiken entstehen in der Trockenzeit oder durch Übernutzung?
Ouagadougou in Burkina Faso: Der Ort erhält 788 mm Niederschlag im Jahr. Die feuchten Monate reichen von Mai bis September, also über fünf Monate. Nach der hier verwendeten Einteilung passt der Ort zur Trockensavanne.
Contagem in Brasilien: Der Ort erhält 1410 mm Niederschlag im Jahr. Von Oktober bis April gibt es sieben feuchte Monate. Das passt zur Feuchtsavanne. Oktober bis April klingt aus europäischer Sicht nach Winter, liegt auf der Südhalbkugel aber überwiegend im Sommerhalbjahr.
Beide Beispiele zeigen: Entscheidend sind nicht die Monatsnamen allein, sondern Halbkugel, Niederschlagsverteilung und Dauer der feuchten Zeit.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Wechselfeuchte Tropen
- Klima: Regenzeit und winterliche Trockenzeit
- Vegetation: Feucht-, Trocken- und Dornsavanne
- Wasser: hoher Abfluss bei Regen, Wassermangel bei Trockenheit
- Nutzung: Regenfeldbau, Weidewirtschaft und Landwechselwirtschaft
- Gefährdung: Vegetationsverlust, Erosion und Desertifikation
- Untersuchung: Lage, Niederschlag, Vegetation und Nutzung verbinden
Je länger die feuchte Jahreszeit dauert, desto länger kann die Vegetation wachsen. Wird die Pflanzendecke durch Entwaldung, Überweidung oder zu intensive Landwirtschaft geschwächt, steigt besonders in trockeneren Savannen die Gefahr von Erosion und Desertifikation.
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