Erdkunde

Shifting Cultivation: Ablauf und Nachhaltigkeit

Shifting Cultivation: Ablauf und Nachhaltigkeit
Shifting Cultivation: Ablauf und Nachhaltigkeit
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Shifting Cultivation oder Wanderfeldbau ist eine tropische Wirtschaftsweise mit Flächenwechsel: Eine gerodete Fläche wird wenige Jahre angebaut und danach lange brachgelegt, während der Anbau auf eine andere Fläche wechselt. Tragfähig kann das System nur sein, wenn Vegetation und Boden genügend Zeit zur Regeneration haben.

Du lernst den Ablauf, die kurzfristige Wirkung der Asche und die Folgen verkürzter Brache kennen. Danach kannst du selbst beurteilen, unter welchen Bedingungen Wanderfeldbau angepasst oder schädlich ist.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was wechselt beim Wanderfeldbau?

Nicht unbedingt die Menschen wandern, sondern vor allem die Anbauflächen. Manchmal wird auch eine Siedlung verlegt; häufig bleibt sie bestehen und nur die Felder wechseln.

Definition

Shifting Cultivation

Shifting Cultivation ist ein Oberbegriff für tropische Wirtschaftsformen, bei denen auf eine kurze Anbauphase eine deutlich längere Brache folgt und anschließend eine andere Fläche genutzt wird. Die Übergänge zu anderen Anbauformen sind nicht immer trennscharf.

Die Brandrodung ist ein Arbeitsschritt, nicht das ganze System. Vegetation wird meist gegen Ende der Trockenzeit gerodet, getrocknet und kontrolliert verbrannt. Zu Beginn der Regenzeit beginnt die Aussaat.

Die Produktion dient überwiegend der Selbstversorgung. Oft werden kleine Flächen mit Hacke, Pflanzstock oder Grabstock bearbeitet. Typische Kulturen sind Mais, Hirse, Maniok, Yams, Taro, Bergreis und Bananen.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage grenzt die Begriffe richtig voneinander ab?
Lösung: Brandrodung ist ein möglicher Schritt innerhalb von Shifting Cultivation. — Entscheidend ist der Flächenwechsel. Ein Siedlungswechsel kann vorkommen, ist aber keine notwendige Bedingung.
Wie läuft eine vollständige Rotation ab?

Eine Rotation umfasst Nutzung und Erholung einer Fläche.

  1. Eine Fläche wird ausgewählt.
  2. In der Trockenzeit wird Vegetation gerodet und getrocknet.
  3. Kurz vor der Regenzeit wird das trockene Material verbrannt; die Asche bleibt auf dem Boden.
  4. Zu Beginn der Regenzeit werden Kulturpflanzen ausgesät oder gesetzt.
  5. Das Feld wird wenige Jahre genutzt. Je nach Standort nennen die Darstellungen meist etwa ein bis vier Jahre.
  6. Wenn Erträge sinken und Unkraut zunimmt, wird die Fläche brachgelegt.
  7. Sekundärvegetation wächst nach, während eine andere Fläche bewirtschaftet wird.
Definition

Brache

Eine Brache ist eine zeitweise nicht landwirtschaftlich genutzte Fläche. In dieser Ruhephase kann Vegetation nachwachsen und der Standort sich teilweise regenerieren.

Beispiel

Eine Familie nutzt ein Feld zunächst für Mais, später für Maniok und Bananen. Nach wenigen Erntejahren sinken die Erträge. Die Familie bestellt ein anderes Feld. Auf der alten Fläche wächst Sekundärwald: Wald, der nach einer Störung neu entsteht. Er ist nicht mit dem ursprünglichen Primärwald gleichzusetzen.

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Frage 1 von 1MittelEin Feld wird nach wenigen Anbaujahren verlassen. Welcher nächste Schritt gehört zum vollständigen System?
Lösung: Die Fläche bleibt lange brach, während andernorts angebaut wird. — Erst die längere Brache ermöglicht Regeneration. Ohne sie fehlt ein entscheidender Teil der Rotation.
Warum hilft die Asche nur kurzfristig?

Im tropischen Regenwald steckt ein großer Teil der Nährstoffe in der lebenden Biomasse, also in Pflanzen und anderen Lebewesen. Viele tropische Böden speichern Nährstoffe dagegen nur schlecht.

Beim Brand werden Nährstoffe aus der Vegetation in der Asche freigesetzt. Die Asche kann den pH-Wert saurer Böden anheben und zunächst Unkraut sowie Schädlinge verringern. Kulturpflanzen stehen dadurch kurzfristig mehr Nährstoffe zur Verfügung.

Nach der Rodung fehlt jedoch das schützende Kronendach. Starkregen trifft direkt auf den Boden und kann Asche, Humus und gelöste Nährstoffe abschwemmen. Dies ist Bodenerosion: Bodenbestandteile werden durch Wasser oder Wind abgetragen.

Beispiel

Direkt nach dem Brand wächst eine Kulturpflanze auf der nährstoffhaltigen Asche gut. Mit den Ernten werden Nährstoffe entzogen, zugleich spült Regen einen Teil fort. Die nächste Ernte fällt häufig schwächer aus. Die Asche hat Nährstoffe nur vorübergehend verfügbar gemacht; sie hat keinen dauerhaft fruchtbaren Boden geschaffen.

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Frage 1 von 1MittelWarum sinkt die Bodenfruchtbarkeit häufig nach wenigen Anbaujahren?
Lösung: Nährstoffe werden geerntet oder ausgewaschen, während der offene Boden schlechter geschützt ist. — Entscheidend sind kurzfristige Nährstofffreisetzung, anschließender Entzug und Auswaschung bei fehlendem Kronendach.
Wann kann das System tragfähig sein?

Ökologische Tragfähigkeit bedeutet hier: Eine Nutzung überschreitet die Regenerationsfähigkeit des Standorts nicht dauerhaft.

Dafür müssen mehrere Bedingungen zusammenkommen:

  • geringe Bevölkerungsdichte;
  • ausreichend große Landreserven;
  • kurze Anbauphasen;
  • Brachezeiten, in denen sich Sekundärvegetation und Bodenfunktionen erholen;
  • keine ständige Ausweitung oder Intensivierung.

Für die notwendige Brachedauer gibt es keinen überall gültigen Wert. Die Darstellungen nennen je nach Standort ungefähr 6 bis 20 Jahre oder sogar mehrere Jahrzehnte. Klima, Boden, Vegetation, Nutzungsdauer und gewünschter Regenerationsgrad beeinflussen die nötige Zeit.

Gut zu wissen

Tragfähig heißt nicht folgenlos. Auch bei langer Brache wird Primärwald nicht einfach wiederhergestellt. Die bedingte positive Bewertung besagt nur, dass kurze Nutzung mit ausreichender Regeneration an bestimmte tropische Bedingungen angepasst sein kann.

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Frage 1 von 1MittelWelche Information brauchst du neben einer kurzen Anbauphase besonders für eine Tragfähigkeitsprüfung?
Lösung: Ob genügend Land vorhanden ist und die Fläche vor der nächsten Nutzung weitgehend regeneriert. — Kurze Nutzung reicht nicht. Landreserve, Bevölkerungsdichte, Brachedauer und tatsächliche Regeneration gehören zusammen.
Was geschieht bei zu kurzer Brache?

Wenn mehr Menschen von derselben Landfläche leben müssen, werden Brachen oft früher wieder genutzt. Dann kann sich die Vegetation nicht vollständig erholen.

  1. Bevölkerungsdruck erhöht den Bedarf an Anbaufläche.
  2. Die Brache wird verkürzt.
  3. Sekundärvegetation und Boden erholen sich unvollständig.
  4. Bei der nächsten Nutzung sinken die Erträge schneller.
  5. Flächen werden noch häufiger oder stärker genutzt.
  6. Erosion, Nährstoffverlust und Walddegradation nehmen zu.

Diese Rückkopplung nennt man Degradationsspirale. Walddegradation bedeutet eine Verschlechterung des Waldes; sie ist nicht automatisch dasselbe wie vollständige Entwaldung.

Merke

Nicht der Flächenwechsel allein entscheidet über die Umweltwirkung. Ausschlaggebend ist das Verhältnis zwischen kurzer Nutzung und ausreichend langer Regeneration.

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Frage 1 von 1SchwerDorf A wartet bis zum Nachwachsen dichten Sekundärwaldes. Dorf B nutzt vergleichbare Flächen nach kurzer Brache erneut. Welche Folge ist für Dorf B wahrscheinlicher?
Lösung: Sinkende Erträge erhöhen den Druck, die Flächen noch schneller wieder zu nutzen. — Bei verkürzter Brache greifen Ertragsrückgang und steigender Nutzungsdruck ineinander. Das treibt die Degradationsspirale an.
Wie beurteilst du einen Fall ausgewogen?

Ein gutes Urteil trennt Beobachtung, Folge und Bewertung. Prüfe:

  1. Wie lang sind Anbau und Brache, und regeneriert sich die Fläche?
  2. Wie groß sind Bevölkerungsdruck und Landreserve?
  3. Welche Bedeutung hat das System für Ernährung und Einkommen der lokalen Bevölkerung?
  4. Welche Folgen entstehen für Boden, Wald, Biodiversität und Klima?
PerspektiveMöglicher NutzenMögliches Risiko
lokalSelbstversorgung mit wenig Kapitalhoher Flächen- und Arbeitsbedarf, sinkende Erträge
Boden und WaldSekundärvegetation kann bei langer Brache nachwachsenErosion, Nährstoffverlust und Walddegradation
globalkeine pauschale Aussage ohne BedingungenKohlenstofffreisetzung und Biodiversitätsverlust bei Ausweitung oder Übernutzung
Beispiel

Fall: Ein Dorf bewirtschaftet kleine Felder wenige Jahre. Die Bevölkerung wächst, die Landfläche bleibt gleich und Brachen werden immer früher gerodet.

Beobachtung: Die Regenerationszeit wird kürzer. Folge: Sekundärvegetation baut sich unvollständig auf; Nährstoffverlust und Erosion werden wahrscheinlicher. Urteil: Das Grundprinzip kann bei geringer Bevölkerungsdichte angepasst sein, verliert hier aber seine Tragfähigkeit. Eine Lösung müsste Ernährung, Bodenschutz und Regeneration zusammen berücksichtigen.

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Frage 1 von 1SchwerWelche Begründung ergibt ein ausgewogenes Urteil zum Fallbeispiel?
Lösung: Die kürzere Brache gefährdet die Regeneration, zugleich muss die Ernährung der Bevölkerung berücksichtigt werden. — Ein ausgewogenes Urteil verbindet konkrete Umweltfolgen mit lokalen Bedürfnissen und den Bedingungen des Systems.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Shifting Cultivation
    • Ablauf: Rodung, Brand, Anbau, Brache, Flächenwechsel
    • Nutzen: kurzfristige Aschedüngung
    • Tragfähigkeit: geringe Bevölkerungsdichte, Landreserve, lange Brache
    • Übernutzung: Erosion, Nährstoffverlust, Walddegradation
    • Urteil: lokale Versorgung und ökologische Folgen abwägen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWas gehört zwingend zum Grundprinzip?
Lösung: Der Wechsel zwischen kurzer Anbauphase und längerer Brache auf verschiedenen Flächen — Das Grundprinzip ist der zeitliche und räumliche Wechsel von Anbau und Regeneration.
Frage 2 von 3MittelWelche Kette beschreibt die Wirkung des Brandes korrekt?
Lösung: Biomasse wird verbrannt, Nährstoffe gelangen in die Asche und stehen Pflanzen vorübergehend zur Verfügung. — Der Brand setzt vorhandene Nährstoffe frei. Er erzeugt keinen dauerhaften Vorrat.
Frage 3 von 3SchwerBevölkerung und Nutzungsdruck wachsen, die Landreserve bleibt gleich. Welches Urteil ist am besten begründet?
Lösung: Verkürzte Brache gefährdet die Regeneration; Ernährung und ökologische Schäden müssen gemeinsam bewertet werden. — Ein gutes Urteil nennt die konkrete Nutzungssituation, lokale Bedürfnisse und die Regenerationsgrenzen des Standorts.

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