Tropischer Regenwald: Klima, Boden und Nutzung
Der tropische Regenwald ist ein immergrüner, besonders artenreicher Wald im feuchtwarmen Teil der Tropen. Viel Regen und ganzjährig hohe Temperaturen ermöglichen üppiges Pflanzenwachstum. Trotzdem ist der Boden meist nährstoffarm: Die Nährstoffe werden schnell zersetzt und von den Pflanzen sofort wieder aufgenommen.
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Wo wächst tropischer Regenwald?
Tropische Regenwälder liegen vor allem in Äquatornähe. Ihre größten zusammenhängenden Gebiete befinden sich im Amazonastiefland, im Kongobecken und in Südostasien.
Immerfeuchte Tropen
Die immerfeuchten Tropen sind der äquatornahe Teil der Tropen, in dem es das ganze Jahr warm und feucht ist und keine ausgeprägte Trockenzeit gibt. Mit „tropischem Regenwald“ ist häufig der Tieflandregenwald dieser Zone gemeint.
Die inneren, immerfeuchten Tropen reichen ungefähr bis 10° nördlicher und südlicher Breite. Ein weiter gefasster Tropenwaldgürtel erstreckt sich zwischen den Wendekreisen bei 23,5° nördlicher und südlicher Breite. Diese Grenzen beschreiben unterschiedliche räumliche Abgrenzungen und dürfen deshalb nicht gleichgesetzt werden.
Die Lage in den Tropen genügt allein nicht: In großen Höhen sinken die Temperaturen. Frost oder Schnee können dort den typischen tropischen Regenwald verhindern. Hochlagen der Anden und des Kilimandscharo-Massivs sind Beispiele dafür.
Was kennzeichnet das Klima?
Im tropischen Regenwald liegen die Temperaturen ganzjährig über 20 °C, häufig im Bereich von etwa 25 bis 28 °C. Der Jahresniederschlag beträgt meist mehr als 1.500 mm, und eine ausgeprägte Trockenzeit fehlt. Die Luftfeuchtigkeit ist ganzjährig hoch.
Tageszeitenklima
Beim Tageszeitenklima schwankt die Temperatur zwischen Tag und Nacht stärker als die durchschnittliche Temperatur im Verlauf des Jahres.
Die starke Sonneneinstrahlung erwärmt feuchte Luft. Sie steigt auf, kühlt in der Höhe ab und fördert durch Kondensation die Bildung häufiger Niederschläge. Unter dem geschlossenen Kronendach herrscht ein eigenes Mikroklima: Es ist sehr feucht, während am Boden nur wenig Licht ankommt.
Ganzjährig warm und feucht bedeutet nicht, dass jeder Tag gleich ist. Typisch ist vor allem der geringe Temperaturunterschied zwischen den Jahreszeiten.
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Im tropischen Regenwald sind die Temperaturschwankungen größer als die Unterschiede im Jahresverlauf. Es fällt meist mehr als Niederschlag im Jahr. Eine ausgeprägte fehlt.
Wie nutzen Pflanzen das Licht?
Die Pflanzen bilden mehrere Stockwerke. Einzelne Urwaldriesen können bis etwa 80 m hoch werden und über das weitgehend geschlossene Kronendach hinausragen. Darunter folgen weitere Baum-, Strauch- und Krautschichten. Je weiter unten eine Pflanze wächst, desto weniger Licht erreicht sie.
Stockwerkbau
Der Stockwerkbau ist die vertikale Gliederung des Regenwalds in unterschiedlich hohe Vegetationsschichten. Jede Schicht erhält verschieden viel Licht.
Lianen wachsen an anderen Pflanzen nach oben. Epiphyten wachsen auf anderen Pflanzen und gelangen dadurch näher ans Licht. Große, dünne Blätter helfen Pflanzen in unteren Schichten, das wenige Licht zu nutzen. Flachwurzeln erreichen Nährstoffe nahe der Oberfläche, während Brettwurzeln hohe Bäume stabilisieren.
Eine junge Pflanze wächst unter dem geschlossenen Kronendach. Dort ist Licht knapp. Große, dünne Blätter sind deshalb sinnvoll: Sie bieten eine große Fläche, auf der das wenige Licht aufgefangen werden kann. Kleine Blätter würden unter diesen Bedingungen weniger Licht auffangen.
Warum ist der Boden trotz üppiger Pflanzen nährstoffarm?
Wärme und Feuchtigkeit beschleunigen die Zersetzung abgestorbener Pflanzen- und Tierreste. Gleichzeitig waschen starke Niederschläge Stoffe aus dem Boden aus. Deshalb bildet sich nur eine dünne Humusschicht.
Kurzer Nährstoffkreislauf
Beim kurzen Nährstoffkreislauf werden organische Reste schnell zersetzt. Die frei werdenden Nährstoffe gelangen nur kurz in die oberste Bodenschicht und werden rasch wieder von Pflanzen aufgenommen.
Viele Nährstoffe befinden sich daher in der lebenden Vegetation und nicht dauerhaft im Boden. Flachwurzeln erschließen die Nährstoffe nahe der Oberfläche. Eine Mykorrhiza – das Zusammenleben von Pilzen und Pflanzenwurzeln – verbessert zusätzlich ihre Aufnahme.
Ein Blatt fällt auf den warmen, feuchten Waldboden. Mikroorganismen zersetzen es schnell. Dabei werden Nährstoffe frei. Flachwurzeln und Pilzpartner nehmen sie auf, bevor sie ausgewaschen werden. Der Stoff gelangt damit rasch zurück in die Vegetation.
Üppiger Wald bedeutet nicht automatisch fruchtbaren Boden. Im tropischen Regenwald steckt ein großer Teil der schnell verfügbaren Nährstoffe in den Pflanzen und im raschen Kreislauf nahe der Oberfläche.
Wie lässt sich der Palmölanbau beurteilen?
Palmöl wird aus den Früchten der Ölpalme gewonnen. Ölpalmen werden besonders in Indonesien und Malaysia angebaut. Sie liefern pro Hektar mehr Öl als andere Ölpflanzen. Dieser hohe Flächenertrag ist ein Vorteil, beantwortet aber noch nicht die Frage, wie die Anbaufläche entstanden ist.
Werden Regenwälder für Plantagen gerodet oder Torfmoore trockengelegt, gehen Lebensräume und Artenvielfalt verloren. Außerdem wird CO₂ freigesetzt. Für ein begründetes Urteil musst du deshalb Nutzen und Folgen gemeinsam betrachten.
Beurteilungsfrage: Ist Palmöl wegen seines hohen Flächenertrags grundsätzlich nachhaltig?
Begründetes Urteil: Nein, der Flächenertrag allein reicht als Maßstab nicht aus. Ein hoher Ertrag kann den Flächenbedarf begrenzen. Wird für den Anbau jedoch Regenwald gerodet oder ein Torfmoor trockengelegt, entstehen schwerwiegende ökologische Folgen. Entscheidend sind daher sowohl der Ertrag als auch die Herkunft und Umwandlung der Anbaufläche.
Karteikasten
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Alles auf einen Blick
- Tropischer Regenwald
- Lage: Äquatornähe mit Amazonas, Kongobecken und Südostasien
- Klima: ganzjährig warm, feucht und ohne ausgeprägte Trockenzeit
- Vegetation: immergrün, artenreich und in Stockwerke gegliedert
- Anpassungen: Lianen, Epiphyten, große Blätter, Flach- und Brettwurzeln
- Boden: dünne Humusschicht und geringe dauerhafte Nährstoffspeicherung
- Nährstoffkreislauf: schnelle Zersetzung und unmittelbare Aufnahme
- Nutzung: hoher Palmölertrag, aber Risiken durch Rodung und Torfmoor-Trockenlegung
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