Immerfeuchte Tropen: Klima, Wald und Nutzung
In den immerfeuchten Tropen ist es das ganze Jahr warm und in fast allen Monaten feucht. Deshalb wächst dort immergrüner tropischer Regenwald. Gleichzeitig erschweren stark verwitterte, nährstoffarme Böden eine dauerhafte landwirtschaftliche Nutzung.
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Woran erkennst du die immerfeuchten Tropen?
Die Tropen liegen zwischen dem nördlichen und dem südlichen Wendekreis, also ungefähr zwischen 23,5° nördlicher und 23,5° südlicher Breite. Das Regenwaldklima befindet sich überwiegend in Äquatornähe zwischen 10° Nord und 10° Süd. Durch Passat- oder Monsunregen kann es regional weiter nach Norden oder Süden reichen.
Immerfeuchte Tropen
Die immerfeuchten Tropen sind der ganzjährig warme und überwiegend feuchte Teil der Tropen. Typisch sind 9 bis 12 feuchte Monate und tropischer Regenwald.
Wichtige Klimamerkmale sind:
- ganzjährig etwa 25 bis 27 °C am Tag,
- mittlere Monatstemperaturen von mindestens 18 °C,
- ungefähr zwölf Stunden Tageslänge,
- geringe Temperaturschwankungen im Jahresverlauf,
- häufige kräftige Schauer und Gewitter,
- meist 2.000 bis 4.000 mm Niederschlag im Jahr,
- hohe Luftfeuchtigkeit und häufig starke Bewölkung.
Die Temperatur verändert sich innerhalb eines Tages oft stärker als im Verlauf des Jahres. Dieses Merkmal heißt Tageszeitenklima. Die aus gemäßigten Breiten bekannten thermischen Jahreszeiten sind kaum ausgeprägt.
Nicht die Temperatur, sondern vor allem die Verteilung des Niederschlags unterscheidet die immerfeuchten Tropen von Savannen und tropischen Wüsten.
Wie prägt das Klima den Regenwald?
Ganzjährige Wärme und Feuchtigkeit ermöglichen eine zwölfmonatige Vegetationsperiode. Der tropische Regenwald bleibt deshalb immergrün und kann ohne jahreszeitliche Wachstumspause wachsen.
Stockwerkbau
Stockwerkbau bedeutet, dass der Regenwald aus mehreren übereinanderliegenden Vegetationsschichten besteht. Diese unterscheiden sich unter anderem in Sonnenstrahlung, Luftfeuchtigkeit und Temperaturverlauf.
Die dichten Laubwälder sind meist etwa 30 bis 40 m hoch und sehr artenreich. Viele Tierarten leben in den höheren Waldstockwerken. Zu den genannten Pflanzenmerkmalen gehören:
- Träufelspitzen an Blättern,
- Brett- und Stelzwurzeln,
- Lianen,
- Epiphyten, also Pflanzen, die auf anderen Pflanzen wachsen,
- Kauliflorie, bei der Blüten oder Früchte direkt am Stamm erscheinen.
Die Regenwälder besitzen eine sehr hohe biologische Vielfalt. Biodiversität bezeichnet die Vielfalt des Lebens. Eine hohe Artenzahl bedeutet dabei nicht automatisch, dass jede Art mit vielen Individuen vorkommt.
Warum ist üppiger Wald kein Beweis für fruchtbaren Boden?
Unter dem dichten Regenwald kommen häufig stark verwitterte, saure und nährstoffarme Böden vor. Das warme, feuchte Klima begünstigt intensive chemische Verwitterung und Auswaschung. Zu den häufigen Böden zählen Ferralsole, auch tropische Rot- und Gelberden genannt.
Viele Wurzeln liegen nahe an der Oberfläche. Dort steht reichlich Wasser zur Verfügung. Tiefere Bodenschichten enthalten dagegen meist nur wenige Nährstoffe. Neben flachen Wurzelsystemen kommen je nach Standort auch Tiefwurzler vor.
Ein üppiger Regenwald beweist nicht, dass sein Boden dauerhaft fruchtbar ist. Klima, Vegetation und Boden müssen getrennt untersucht und anschließend miteinander in Beziehung gesetzt werden.
Wie kann der Naturraum genutzt werden?
Zu den Nutzungsformen gehören Wanderfeldbau, Plantagen, Bewässerungsreisbau in Südostasien, extensive Weidewirtschaft und Rohstoffgewinnung. Für eine Beurteilung musst du Nutzungsform, räumlichen Umfang und Nutzungsdauer beachten.
Beim traditionellen Brandrodungs-Wanderfeldbau wird eine kleine Fläche gerodet und zeitweise bewirtschaftet. Die Asche hebt den pH-Wert des Bodens vorübergehend an. Diese Wirkung lässt rasch nach. Deshalb werden lange Brachezeiten von etwa 15 bis 30 Jahren benötigt.
Kleinräumiger Wanderfeldbau mit langen Brachezeiten wird im Ausgangsmaterial als ökologisch tragfähig beschrieben. Großflächige Rodungen für Plantagen schädigen dagegen Flora und Fauna erheblich. Auf solchen Plantagen wachsen beispielsweise Ölpalmen, Kautschuk oder Kakao als marktorientierte Dauerkulturen.
Beurteilung zweier Nutzungen:
Nutzung A rodet kleine Flächen, nutzt sie nur vorübergehend und hält anschließend eine lange Brache ein. Nutzung B ersetzt großflächig Regenwald durch eine dauerhafte Ölpalmenplantage.
Nutzung A entspricht eher dem beschriebenen traditionellen Wanderfeldbau. Die lange Brache berücksichtigt, dass die Wirkung der Asche nur vorübergehend ist. Nutzung B verursacht einen dauerhaften großflächigen Landnutzungswandel und erhebliche Schäden an der Tier- und Pflanzenwelt.
Die Beurteilung stützt sich damit auf drei Kriterien: Flächengröße, Nutzungsdauer und Folgen für Flora und Fauna.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Immerfeuchte Tropen
- Lage und Klima: äquatornah, ganzjährig warm und feucht, häufig konvektiver Niederschlag
- Regenwald: immergrün, mehrschichtig, zwölfmonatige Vegetationsperiode, hohe Biodiversität
- Böden: starke chemische Verwitterung, Auswaschung, geringe Nährstoffvorräte, häufig oberflächennahe Wurzeln
- Nutzung: kleinräumiger Wanderfeldbau mit langer Brache oder großflächige Plantagenrodung mit anderen Folgen
Abschluss-Check
Du kannst die immerfeuchten Tropen nun als zusammenhängendes System erklären: Der ganzjährig hohe Sonnenstand prägt Wärme und Niederschlag, das Klima ermöglicht den immergrünen Regenwald, starke Verwitterung begrenzt die Bodenfruchtbarkeit und die Art der Nutzung entscheidet wesentlich über die ökologischen Folgen.
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