Klimazonen: Entstehung, Merkmale und Zuordnung
Klimazonen sind große Gebiete mit ähnlichen langfristigen Klimabedingungen. Im verbreiteten Fünf-Zonen-Modell folgen vom Pol zum Äquator Polarzone, Subpolarzone, gemäßigte Zone, Subtropen und Tropen. Entscheidend sind vor allem Sonneneinstrahlung, Temperatur und Niederschlag. Höhenlage und Meeresnähe können das Grundmuster verändern.
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Wetter oder Klima?
Wenn es heute regnet, sagt das zunächst etwas über das Wetter aus. Für die Einordnung einer Region in eine Klimazone brauchst du dagegen langfristige Beobachtungen.
Wetter
Wetter ist der kurzfristige Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort und zu einem bestimmten Zeitpunkt. Dazu gehören beispielsweise Temperatur, Niederschlag und Bewölkung. Das Wetter kann sich rasch ändern.
Klima
Klima beschreibt die typischen Wetterverhältnisse einer Region über einen langen Zeitraum. Häufig werden dafür Wetterdaten einer 30-jährigen Normalperiode ausgewertet.
Ein warmer Wintertag beweist nicht, dass ein Ort in den Subtropen liegt. Erst langjährige Daten zeigen, welche Temperaturen und Niederschläge dort gewöhnlich auftreten und wie stark sie sich im Jahreslauf verändern.
Wetter erlebst du gerade. Klima beschreibt, welches Wetter in einer Region langfristig typisch und wahrscheinlich ist.
Warum entstehen Klimazonen?
Die Erde wird nicht überall gleich stark erwärmt. Dafür ist besonders wichtig, in welchem Winkel Sonnenstrahlen auf die Erdoberfläche treffen.
Nahe dem Äquator fallen die Strahlen steiler ein. Ihre Energie konzentriert sich auf eine kleinere Fläche. In Richtung der Pole treffen sie flacher auf und verteilen dieselbe Energie auf eine größere Fläche. Im globalen Grundmuster nimmt die Erwärmung deshalb vom Äquator zu den Polen ab.
Aus diesem Muster entstehen breite Klimagürtel, die überwiegend in Ost-West-Richtung verlaufen. Die Gürtel sind ein Modell: Sie helfen bei der Orientierung, bilden aber nicht jede regionale Besonderheit exakt ab.
Leuchtest du mit einer Taschenlampe gerade auf eine Fläche, bleibt der Lichtfleck klein und hell. Hältst du sie schräg, verteilt sich das Licht auf eine größere Fläche. Ähnlich verändert der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen die Energie pro Fläche.
Breitengrad → Einfallswinkel → Energie pro Fläche → großräumiges Temperaturmuster → Klimazone
Die fünf Klimazonen vom Pol zum Äquator
Das Fünf-Zonen-Modell unterscheidet fünf breite Gürtel. Die Grenzen und Temperaturangaben sind vereinfachte Orientierungen; innerhalb einer Zone gibt es Unterschiede.
Polarzone
Die Polarzone liegt um Nord- und Südpol. Sie ist die kälteste Zone. Schnee und Eis prägen große Flächen, und die Vegetationszeit ist sehr kurz. In eisfreien Bereichen können robuste Moose, Flechten oder Gräser vorkommen. Typisch sind Eis- und Kältewüsten.
Subpolarzone
Die Subpolarzone bildet den Übergang zur gemäßigten Zone. Der Boden taut häufig nur für kurze Zeit oberflächlich auf. Die typische Vegetation ist die Tundra mit Moosen, Gräsern und niedrigen Sträuchern. Bäume fehlen in der eigentlichen Tundra.
Gemäßigte Zone
In der gemäßigten Zone verändern sich Tageslänge und Temperatur deutlich im Jahreslauf. Vier Jahreszeiten sind ausgeprägt. Je nach Niederschlag und Lage kommen Laub-, Misch- und Nadelwälder sowie Graslandschaften vor. Deutschland liegt in dieser Zone.
Subtropen
Die Subtropen liegen zwischen gemäßigter Zone und Tropen. Heiße Sommer und milde Winter sind verbreitet, doch der Niederschlag unterscheidet sich stark. Daher gehören Wüsten, winterfeuchte Hartlaubvegetation und feuchtere Landschaften zu derselben Klimazone.
Tropen
Die Tropen liegen beiderseits des Äquators zwischen den Wendekreisen. Temperaturen und Tageslängen verändern sich im Jahreslauf vergleichsweise wenig. Wo es ganzjährig viel regnet, wächst tropischer Regenwald. Ein Wechsel von Regen- und Trockenzeit begünstigt Savannen oder trockenere Vegetation.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Vom Nordpol in Richtung Äquator lautet die Reihenfolge: , , , und .
Klima prägt die Vegetation
Eine Klimazone fasst Gebiete mit ähnlichen klimatischen Bedingungen zusammen. Eine Vegetationszone fasst Gebiete mit ähnlicher natürlicher Pflanzenwelt zusammen. Beide Begriffe sind eng verbunden, aber nicht gleichbedeutend.
Temperatur und Niederschlag begrenzen, welche Pflanzen wachsen können. Außerdem beeinflussen Boden und menschliche Nutzung die Vegetation. Deshalb ist eine starre Eins-zu-eins-Zuordnung nicht immer möglich.
In den Tropen kann ganzjähriger Niederschlag einen immergrünen Regenwald ermöglichen. Gibt es dagegen ausgeprägte Regen- und Trockenzeiten, entstehen eher Savannen. Beide Landschaften können somit innerhalb derselben Klimazone liegen.
Auch an der Grenze zwischen Subpolarzone und gemäßigter Zone sind Zuordnungen modellabhängig: Die baumlose Tundra kennzeichnet die Subpolarzone, während sich polwärts gelegene Nadelwälder an den kaltgemäßigten Bereich anschließen.
Das Klima schafft wichtige Wachstumsbedingungen. Die tatsächlich vorkommende Vegetation hängt zusätzlich von Boden, Wasserverfügbarkeit und menschlichen Eingriffen ab.
Warum das Gürtelmodell nicht überall passt
Der Breitengrad liefert ein wichtiges Grundmuster. Zwei weitere Klimafaktoren erklären, warum Orte derselben Klimazone trotzdem verschieden sein können.
Höhenlage
Mit zunehmender Höhe sinkt die Temperatur. Deshalb kann auf einem hohen Berg in den Tropen Schnee liegen, obwohl das umliegende Tiefland warm ist. Der Kilimandscharo ist dafür ein bekanntes Beispiel.
Meeresnähe
Wasser erwärmt sich langsamer als Land und speichert Wärme länger. An Küsten wirkt das Meer deshalb als Temperaturpuffer: Sommer und Winter fallen häufig milder aus. Dieses Klima heißt maritim.
Im Landesinneren fehlt der ausgleichende Einfluss des Meeres. Dort können die Unterschiede zwischen Sommer und Winter größer sein. Dieses Klima heißt kontinental.
Zwei Orte liegen auf einem ähnlichen Breitengrad. Ort A befindet sich an der Küste, Ort B weit im Landesinneren. Sind die Winter in A milder und die jährlichen Temperaturschwankungen in B größer, passt dies zum Unterschied zwischen maritimem und kontinentalem Klima.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Klimazonen
- entstehen im Grundmuster durch unterschiedliche Sonneneinstrahlung
- folgen vom Pol zum Äquator in fünf breiten Gürteln
- unterscheiden sich durch Temperatur und Niederschlag
- prägen die mögliche natürliche Vegetation
- werden regional durch Höhenlage verändert
- werden regional durch Meeresnähe verändert
Nutze beim Zuordnen immer mehrere Hinweise: Lage, Temperaturverlauf, Niederschlag, Jahreszeiten und Vegetation. Ein einzelnes Merkmal reicht oft nicht aus.
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