Erdkunde

Kartierung: Räume untersuchen und Karten erstellen

Kartierung: Räume untersuchen und Karten erstellen
Kartierung: Räume untersuchen und Karten erstellen
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Bei einer Kartierung erhebst du räumliche Daten und trägst sie so in eine Karte ein, dass Standorte, Verteilungen und Zusammenhänge erkennbar werden. Eine gute Kartierung beginnt deshalb nicht mit Symbolen, sondern mit einer klaren Frage und eindeutigen Beobachtungskriterien.

Auf dieser Seite lernst du, eine einfache Kartierung zu planen, im Gelände durchzuführen, auszuwerten und ihre Grenzen zu beurteilen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was geschieht beim Kartieren?

Du möchtest wissen, wo es im Schulumfeld Sitzgelegenheiten gibt. Ein Spaziergang liefert einzelne Beobachtungen. Erst wenn du die Fundorte räumlich verortest und mit vereinbarten Zeichen darstellst, entsteht eine Kartierung.

Definition

Kartierung

Kartierung ist der Prozess, räumliche Daten zu gewinnen und in einer Karte darzustellen. Im engeren Sinn stammen die Daten aus eigenen Beobachtungen im Gelände. In einem weiteren Sinn können auch Befragungen, Statistiken sowie Luft- oder Satellitenbilder einbezogen werden.

Beim Kartieren laufen zwei Tätigkeiten zusammen:

  1. Du beobachtest zielgerichtet nach festgelegten Kriterien.
  2. Du codierst die Daten: Du übersetzt sie mithilfe einer Legende in Kartenelemente.

Eine zufällige Entdeckung ist noch keine systematische Beobachtung. Wissenschaftliches Beobachten folgt einer Frage, geschieht planmäßig und hält Merkmale nachvollziehbar fest.

Merke

Kartieren bedeutet nicht, alles zu zeichnen. Du wählst Daten passend zu einer Frage aus und stellst diese Auswahl räumlich dar.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Tätigkeit gehört unbedingt zu einer Kartierung?
Lösung: Räumliche Daten werden in einer Karte verortet. — Eine Kartierung verbindet Datenerhebung mit räumlicher Darstellung. Eine bloße Beschreibung zeigt noch nicht, wo etwas liegt.
Wie planst du eine untersuchbare Kartierung?

Beginne mit einer Frage, die sich an konkreten Orten und anhand beobachtbarer Merkmale beantworten lässt. „Ist unser Schulumfeld gut?“ ist zu ungenau. Besser ist: „Wo gibt es im Schulumfeld frei zugängliche Sitzgelegenheiten, und welche davon liegen zum Erhebungszeitpunkt im Schatten?“

Lege danach fest:

  1. Untersuchungsraum: Welches Gebiet gehört dazu?
  2. Erhebungszeit: Wann und wie lange beobachtest du?
  3. Indikatoren: Welche sicht- oder messbaren Merkmale gelten als Daten?
  4. Kartengrundlage: Nutzt du eine Basiskarte oder zeichnest du den Raum selbst?
  5. Legende: Welches Zeichen steht eindeutig für welche Kategorie?
  6. Vorgehen: Wer untersucht welchen Abschnitt, damit nichts doppelt oder gar nicht erfasst wird?
  7. Sicherheit und Datenschutz: Welche Wege sind zugänglich und sicher? Wie vermeidest du unnötige Angaben zu erkennbaren Personen?

Ein Indikator ist ein festgelegtes Merkmal, an dem du erkennst, ob ein Fall zu einer Kategorie gehört. Im Beispiel könnte gelten: Gezählt wird nur eine fest installierte, frei zugängliche Sitzgelegenheit. „Im Schatten“ bedeutet: Die Sitzfläche liegt während der festgelegten Erhebungszeit überwiegend im Schatten.

Beispiel

Frage: Wo befinden sich frei zugängliche Sitzgelegenheiten, und welche liegen um 11 Uhr überwiegend im Schatten?

Legende:

  • S = frei zugängliche Sitzgelegenheit
  • S+ = frei zugängliche Sitzgelegenheit, deren Sitzfläche um 11 Uhr überwiegend im Schatten liegt

Warum ist das brauchbar? Raum, Zeitpunkt und Kriterien sind festgelegt. Zwei Gruppen können ihre Beobachtungen dadurch besser vergleichen. Die Schattenangabe bleibt eine Momentaufnahme und darf nicht auf den ganzen Tag übertragen werden.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWelche Frage eignet sich am besten für eine Kartierung?
Lösung: Wo liegen im festgelegten Schulumfeld öffentliche Mülleimer, und wie verteilen sie sich? — Die geeignete Frage verlangt räumlich verortbare Daten. Ursachen für menschliches Verhalten lassen sich aus Fundorten allein nicht sicher ableiten.
Wie erhebst und codierst du die Daten?

Nimm eine Arbeitskarte, die Legende und ein Erhebungsblatt mit ins Gelände. Orientiere dich zuerst: Vergleiche Wege, Gebäude und andere markante Punkte mit der Karte. Trage dann jede Beobachtung möglichst genau am passenden Ort ein.

Bei einer standardisierten Kartierung stehen Kategorien und Legendensymbole vor der Erhebung fest. Das verbessert die Vergleichbarkeit. Bei einer offenen Kartierung werden Beobachtungen zuerst gesammelt und später gruppiert. Eine Mischform legt wichtige Kategorien vorher fest, erlaubt aber begründete Ergänzungen für Unerwartetes.

Beispiel

Zwei Gruppen untersuchen verschiedene Abschnitte des Schulumfelds. Beide verwenden dieselbe Definition für „frei zugänglich“ und dieselben Zeichen S und S+. Anschließend führen sie ihre Arbeitskarten zu einer Präsentationskarte zusammen.

Taucht eine überdachte Mauer auf, auf der Menschen sitzen, tragen die Gruppen sie nicht heimlich als normale Sitzgelegenheit ein. Sie notieren den Sonderfall. Danach entscheiden alle gemeinsam, ob die Definition erweitert wird. So bleibt nachvollziehbar, nach welcher Regel die Karte entstanden ist.

Achte beim Eintragen auf drei typische Fehler:

  • Lagefehler: Das Zeichen sitzt nicht am beobachteten Ort.
  • Kategorienfehler: Ähnliche Fälle werden nach verschiedenen Regeln eingeordnet.
  • Überfüllung: Zu viele Zeichen oder Beschriftungen machen die Karte unlesbar.
Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Eine Kartierung beginnt mit einer . Beobachtbare Merkmale werden als festgelegt. Die erklärt die Zeichen. Im Gelände werden Daten erhoben und an ihrem eingetragen. Erst danach werden räumliche Muster .

Lösungen: Lücke 1: räumlichen Frage; Lücke 2: Indikatoren; Lücke 3: Legende; Lücke 4: Standort; Lücke 5: interpretiert. Die Reihenfolge schützt vor beliebigen Ergebnissen: Frage, Kriterien und Legende steuern die Erhebung; erst die eingetragenen Daten bilden die Grundlage der Interpretation.
Wie wertest du eine Kartierung aus?

Sieh zuerst genau hin, bevor du erklärst. Eine Beobachtung beschreibt, was die Karte zeigt. Eine Interpretation deutet dieses Muster bezogen auf die Ausgangsfrage. Eine Vermutung über Ursachen geht darüber hinaus und braucht weitere Belege.

Beispiel

Kartenbeobachtung: Im nördlichen Abschnitt sind mehrere Zeichen S+ nah beieinander. Im südlichen Abschnitt gibt es nur ein Zeichen S und kein S+.

Zulässige Auswertung: Zum Erhebungszeitpunkt waren schattige Sitzgelegenheiten im untersuchten Raum ungleich verteilt.

Noch nicht belegt: „Der südliche Abschnitt wurde absichtlich vernachlässigt.“ Die Kartierung zeigt eine Verteilung, aber keine Absicht. Dafür wären zusätzliche Informationen nötig.

Prüfe deine Ausgangsfrage und mögliche Hypothesen. Suche nach Häufungen, Lücken, Grenzen oder Übergängen. Formuliere nur so weit, wie deine Daten tragen.

Merke

Die Karte zeigt wo etwas erfasst wurde. Sie erklärt nicht automatisch, warum es dort ist.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelEine Karte zeigt viele Geschäfte an einer Hauptstraße und wenige in Nebenstraßen. Welche Aussage ist unmittelbar durch die Kartierung gestützt?
Lösung: Die erfassten Geschäfte häufen sich an der Hauptstraße. — Beschreibe zuerst das sichtbare räumliche Muster. Ursachen brauchen passende zusätzliche Daten.
Welche Grenzen und Varianten musst du kennen?

Jede Kartierung vereinfacht den Raum. Fragestellung, Kriterien und Legende bestimmen, was sichtbar wird und was fehlt. Deshalb ist eine Karte keine neutrale Gesamtabbildung.

Weitere Grenzen sind:

  • Eine einmalige Erhebung ist eine Momentaufnahme. Wiederholte Kartierungen können Veränderungen zeigen.
  • Beobachtende können Fälle unterschiedlich wahrnehmen oder einordnen.
  • Unzugängliche Bereiche und unvollständige Erfassungen erzeugen Datenlücken.
  • Eine zu grobe Basiskarte kann die genaue Verortung erschweren.
  • Bewertungen hängen besonders stark von offengelegten Kriterien und Perspektiven ab.

Je nach Aufgabe kannst du verschiedene Formen wählen:

VarianteKennzeichenBeispiel
Formalkartierungäußerlich erkennbare StrukturenGeländeformen oder Vegetation
NutzungskartierungFunktionen und NutzungenGeschäfte, Restaurants oder Freizeitflächen
AlterskartierungAlter von Geländestrukturenverschieden alte Gebäudebestände
BewertungskartierungBeurteilung nach festgelegten Kriterienwahrgenommene Lärmbelastung

Mit einer Basiskarte trägst du thematische Daten in vorhandene topografische Grunddaten ein. Ohne Kartenvorgabe musst du Lage, Umrisse und Orientierung selbst erfassen; das ist anspruchsvoller. Digitale Werkzeuge wie GPS oder GIS können Erhebung und Verarbeitung unterstützen, ersetzen aber keine klare Frage und keine eindeutigen Kriterien.

Vertiefung: Perspektiven vergleichen

Bei einer kritischen oder kollektiven Kartierung tragen mehrere Menschen ihre Beobachtungen und Bewertungen zusammen. Abweichende Einordnungen werden nicht verdeckt, sondern besprochen. So wird sichtbar, wie Auswahl und Perspektive die Karte prägen. Auch hier müssen Legende, Beobachtung und Deutung nachvollziehbar bleiben.

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Frage 1 von 1SchwerZwei Gruppen kartieren denselben Platz, erhalten aber unterschiedliche Ergebnisse. Was ist der beste nächste Schritt?
Lösung: Kriterien, Erhebungszeiten und nicht erfasste Bereiche vergleichen und die Abweichungen dokumentieren. — Unterschiede sind kein automatischer Beweis für Fehler. Prüfe systematisch, wie Frage, Zeitpunkt, Kriterien, Zugänglichkeit und Perspektive die Ergebnisse beeinflusst haben.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Kartierung
    • planen: Frage, Raum und Zeit festlegen
    • operationalisieren: Indikatoren und Legende bestimmen
    • erheben: beobachten und Standorte eintragen
    • aufbereiten: Arbeitskarten zusammenführen
    • auswerten: Muster beschreiben und vorsichtig deuten
    • prüfen: Unsicherheiten, Perspektiven und Datenlücken benennen

Eine vollständige Kartierung folgt damit diesem Denkweg:

Räumliche Frage → Kriterien und Legende → Erhebung im Gelände → räumliche Darstellung → Interpretation → Grenzen prüfen

Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWas unterscheidet eine Kartierung von einer bloßen Beobachtungsliste?
Lösung: Die Daten werden an ihren Standorten in einer Karte dargestellt. — Entscheidend ist die räumliche Codierung: Beobachtungen werden mit einer Legende an Orten dargestellt.
Frage 2 von 3MittelDu willst Schattenplätze kartieren. Welche Planung macht Ergebnisse am besten vergleichbar?
Lösung: Du legst Gebiet, Uhrzeit, Kriterium für Schatten und Legendensymbol vorher fest. — Schatten verändert sich mit der Zeit. Ein fester Zeitpunkt und eine klare Definition machen die Momentaufnahme nachvollziehbar.
Frage 3 von 3SchwerAuf einer Karte fehlen Sitzgelegenheiten in einem abgesperrten Bereich. Welche Schlussfolgerung ist angemessen?
Lösung: Die Karte besitzt dort eine Erfassungslücke; über vorhandene Sitzgelegenheiten ist keine sichere Aussage möglich. — Unzugängliche Bereiche begrenzen die Datengrundlage. Benenne die Lücke offen und schlage für eine weitere Erhebung eine sichere, erlaubte Prüfmöglichkeit vor.

Wenn du alle drei Fragen begründen kannst, beherrschst du den Kern: Du planst die Auswahl, stellst Daten räumlich dar und urteilst nur so weit, wie die Kartierung es erlaubt.

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