La Niña: Entstehung und Folgen einfach erklärt
Bei La Niña wehen die Passatwinde über dem tropischen Pazifik stärker als gewöhnlich. Dadurch gelangt mehr warmes Oberflächenwasser nach Westen, während vor Südamerika mehr kaltes Tiefenwasser aufsteigt. Der Temperaturgegensatz zwischen West- und Ostpazifik nimmt zu.
Auf dieser Seite verfolgst du diese Ursache-Wirkungs-Kette und lernst, regionale Folgen vorsichtig zu beurteilen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Woran erkennst du La Niña?
La Niña betrifft den tropischen Pazifik zwischen Südostasien und Australien im Westen sowie der Westküste Südamerikas im Osten.
La Niña
La Niña ist die kühle Phase des ENSO-Phänomens. Kennzeichnend sind stärkere Passatwinde und ungewöhnlich kühles Oberflächenwasser im östlichen tropischen Pazifik.
ENSO beschreibt gekoppelte Veränderungen von Ozean und Atmosphäre im tropischen Pazifik. Dazu gehören La Niña und die gegensätzliche Warmphase El Niño.
La Niña muss nicht zwingend direkt auf El Niño folgen. ENSO verändert sich in unregelmäßigen Abständen.
La Niña bedeutet nicht, dass der gesamte Pazifik kalt wird. Besonders auffällig ist die Abkühlung im zentralen und östlichen tropischen Pazifik.
Wie funktioniert der Normalzustand?
Die Passatwinde wehen am Äquator normalerweise von Osten nach Westen. Sie treiben warmes Oberflächenwasser von Südamerika in Richtung Indonesien und Australien.
Vor Südamerika wird das fortbewegte Oberflächenwasser durch kaltes Wasser aus der Tiefe ersetzt. Dieses Aufsteigen heißt Upwelling. Das Tiefenwasser ist nährstoffreich und unterstützt deshalb ein produktives Meeresökosystem.
Thermokline
Die Thermokline ist die Übergangsschicht zwischen warmem Oberflächenwasser und kaltem Tiefenwasser. Im normalen Zustand liegt sie im Westpazifik tiefer und vor Südamerika näher an der Oberfläche.
Ozean und Atmosphäre beeinflussen sich dabei gegenseitig:
- Über dem warmen Westpazifik steigt feuchte Luft auf. Wolken und kräftige Niederschläge können entstehen.
- Über dem kühleren Ostpazifik sinkt Luft ab. Das begünstigt hohen Luftdruck und trockenes Küstenklima.
- In der Höhe und am Boden strömt Luft zwischen diesen Gebieten. Diese tropische Ost-West-Zirkulation heißt Walkerzirkulation.
Stell dir ein schwimmendes Blatt vor der Küste Südamerikas vor. Der Passatwind bewegt das Oberflächenwasser mitsamt dem Blatt nach Westen. Aus der Tiefe steigt kälteres Wasser nach. So verbindet der Wind die Bewegung an der Oberfläche mit dem Upwelling vor Südamerika.
Wie verstärkt La Niña diesen Zustand?
La Niña gilt als Verstärkung des normalen Ost-West-Gegensatzes. Die Wirkung lässt sich als Kette verfolgen:
- Die Passatwinde werden stärker.
- Sie treiben mehr warmes Oberflächenwasser nach Westen.
- Vor Südamerika steigt verstärkt kaltes Tiefenwasser auf.
- Der östliche tropische Pazifik kühlt weiter ab.
- Der Temperatur- und Luftdruckgegensatz zwischen Ost und West wird größer.
- Die Walkerzirkulation verstärkt sich.
Im Westpazifik sammelt sich besonders warmes Wasser. Im Ostpazifik liegt die Thermokline näher an der Oberfläche, sodass kaltes Tiefenwasser leichter aufsteigen kann.
Eine Messstation vor Peru meldet stärkere Passatwinde, kühleres Oberflächenwasser und kräftigeres Upwelling. Die drei Beobachtungen passen zusammen: Der stärkere Wind transportiert mehr Wasser westwärts und verstärkt dadurch den Auftrieb kalten Wassers. Das ist ein typisches La-Niña-Muster.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Bei La Niña sind die Passatwinde . Sie transportieren warmes Oberflächenwasser nach . Vor Südamerika wird das Upwelling , und das Oberflächenwasser wird dort .
Welche Folgen sind zu erwarten?
Die zuverlässig ableitbaren Folgen liegen zunächst nahe am tropischen Pazifik:
- Vor Südamerika: Kälteres, nährstoffreiches Tiefenwasser erreicht die Oberfläche. Das kann die Nahrungsgrundlage im Meer und damit Fischbestände fördern.
- Im westlichen Pazifik: Besonders warmes Wasser begünstigt das Aufsteigen feuchter Luft und kräftige Niederschläge.
- An der südamerikanischen Pazifikküste: Absinkende Luft kann Trockenheit verstärken.
Für Australien und Südostasien werden bei La Niña häufig stärkere Niederschläge, Hochwasser und Erdrutsche beschrieben. Einzelne Darstellungen widersprechen sich jedoch bei den regionalen Folgen. Deshalb darfst du aus La Niña nicht für jeden Ort und jedes Ereignis eine sichere Wettervorhersage ableiten.
ENSO kann auch Wetterabläufe außerhalb des tropischen Pazifiks beeinflussen. Solche Fernwirkungen hängen jedoch von Region, Jahreszeit und konkretem Ereignis ab. Der Grundmechanismus ist sicherer zu erklären als jede einzelne regionale Folge.
Aussagen fachlich beurteilen
Prüfe eine Aussage über La Niña in drei Schritten:
- Nennt sie eine Region und einen Zeitraum?
- Erklärt sie eine passende Ursache-Wirkungs-Kette?
- Formuliert sie eine Tendenz oder behauptet sie fälschlich eine sichere Folge?
Wie unterscheidet sich La Niña von El Niño?
| Merkmal | Normalzustand | La Niña | El Niño |
|---|---|---|---|
| Passatwinde | üblich stark | stärker | schwächer oder unterbrochen |
| Warmwassertransport | nach Westen | verstärkt nach Westen | Warmwasser verlagert sich nach Osten |
| Ostpazifik | kühl | besonders kühl | ungewöhnlich warm |
| Upwelling vor Südamerika | vorhanden | verstärkt | geschwächt |
| Walkerzirkulation | ausgebildet | verstärkt | geschwächt oder stark verändert |
La Niña verstärkt den normalen Gegensatz im tropischen Pazifik. El Niño schwächt ihn ab oder kehrt wichtige Muster um.
Sinken vor Peru die Wassertemperaturen, während Passatwinde und Upwelling stärker werden, spricht das Muster für La Niña. Erwärmt sich das Wasser dort dagegen bei schwächeren Passaten und geringerem Upwelling, passt das zu El Niño.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- La Niña
- Einordnung
- kühle Phase von ENSO
- Verstärkung des Normalzustands
- Antrieb
- stärkere Passatwinde
- verstärkte Walkerzirkulation
- Ozean
- mehr Warmwassertransport nach Westen
- stärkeres Upwelling vor Südamerika
- kühlerer Ostpazifik
- Atmosphäre und Folgen
- mehr aufsteigende feuchte Luft im Westen
- mehr absinkende Luft im Osten
- regionale Wirkungen als Tendenzen
- Abgrenzung
- El Niño mit schwächeren Passaten
- El Niño mit wärmerem Ostpazifik
- Einordnung
Abschluss-Check
Du hast den Kern verstanden, wenn du die Kette ohne Sprung erklären kannst: stärkere Passate → mehr Warmwasser nach Westen → stärkeres Upwelling → kühlerer Ostpazifik → größerer Ost-West-Gegensatz.
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