Erdkunde

Ressource Boden: Bildung, Funktionen und Gefährdung

Ressource Boden: Bildung, Funktionen und Gefährdung
Ressource Boden: Bildung, Funktionen und Gefährdung
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Boden ist der dünne, belebte obere Bereich der Landoberfläche. Er entsteht über Jahrtausende, erfüllt lebenswichtige Funktionen und steht nur begrenzt zur Verfügung. Deshalb ist Boden eine schützenswerte Ressource.

Deine Lernziele

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Warum ist Boden eine lebenswichtige Ressource?

Boden liegt an der Grenzfläche von Gestein, Luft, Wasser und belebter Natur. In diesem schmalen Bereich treffen viele Prozesse aufeinander.

Definition

Ressource Boden

Boden ist der oberste belebte Bereich der Erdoberfläche – von der Streu bis zum unverwitterten Ausgangsmaterial. Er ist eine Ressource, weil Menschen und Ökosysteme seine Leistungen benötigen und er sich nur sehr langsam neu bildet.

Boden ermöglicht Pflanzenwachstum und damit die Produktion von Biomasse und Nahrungsmitteln. Er speichert und reguliert Wasser, ist an Nährstoff- und Kohlenstoffkreisläufen beteiligt und filtert oder puffert Schadstoffe. Zugleich bietet er zahlreichen Organismen einen Lebensraum.

Menschen nutzen Boden außerdem als Standort für Gebäude und Infrastruktur sowie als Raum für Erholung. Diese Nutzungen können miteinander konkurrieren: Eine bebaute Fläche steht beispielsweise nicht mehr als landwirtschaftliche Fläche zur Verfügung.

Merke

Boden ist nicht einfach „Dreck“. Er ist ein belebter Naturkörper, der entsteht, sich verändert und zahlreiche Funktionen erfüllt.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt Boden als Ressource am besten?
Lösung: Boden erfüllt wichtige Funktionen und bildet sich nur sehr langsam neu. — Böden unterscheiden sich je nach Ausgangsgestein, Feuchtigkeit, Pflanzenwelt, Temperatur sowie Abtragung und Ablagerung. Gemeinsam ist ihnen ihre Bedeutung für Ökosysteme und menschliche Nutzung.
Wie entsteht aus Gestein lebendiger Boden?

Am Anfang steht die Verwitterung. Regen, Sauerstoff, Hitze, Kälte, Wasser und Wind wirken auf das Ausgangsgestein ein. Selbst harter Granit wird dadurch nach und nach zu kleineren Körnern zerkleinert. Das Ergebnis heißt Verwitterungsschutt.

Danach beginnt die Besiedlung:

  1. Bakterien, Pilze und Flechten besiedeln das Gestein.
  2. Erste Bodentiere kommen hinzu.
  3. Abgestorbene Pflanzen, Tierkadaver und Kot vermischen sich mit dem zerkleinerten Material.
  4. Pilze und Bakterien wirken am Abbau organischer Reste und an der Bildung des Oberbodens mit.
  5. Auf dem entstandenen Boden können Pflanzen wachsen.
Beispiel

Auf einer zunächst nackten Gesteinsfläche findest du Flechten, feine Gesteinskörner und abgestorbene Pflanzenreste. Daraus kannst du eine frühe Bodenentwicklung ableiten: Das Gestein wurde verwittert, erste Organismen haben die Fläche besiedelt und organisches Material reichert sich an. Ein mächtiger, entwickelter Boden entsteht daraus jedoch nicht in wenigen Jahren, sondern über sehr lange Zeiträume.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Durch wird Ausgangsgestein zerkleinert. Es entsteht zunächst . Danach besiedeln unter anderem Bakterien, Pilze und das Material. Organische Reste vermischen sich mit den mineralischen Körnern; so entwickelt sich über lange Zeit .

Lösungen: Lücke 1: Verwitterung; Lücke 2: Verwitterungsschutt; Lücke 3: Flechten; Lücke 4: Boden. Die Reihenfolge lautet: Verwitterung des Gesteins, Besiedlung, Beimischung organischer Reste und allmähliche Bodenbildung.
Wie sind Böden aufgebaut und warum unterscheiden sie sich?

Ein Bodenprofil ist ein senkrechter Schnitt durch den Boden. Es macht verschiedene Schichten sichtbar. Fachleute nennen unterscheidbare Bereiche eines Profils Bodenhorizonte. Sie beschreiben Horizonte beispielsweise nach Farbe und weiteren Merkmalen und entnehmen daraus Proben.

Vereinfacht liegt oben eine belebte, durch organische Reste geprägte Bodenschicht. Darunter können weitere Schichten aus Materialien wie Sand oder Ton folgen. Zuunterst befindet sich das Gestein, aus dem sich der Boden entwickelt hat.

Für einen grundsätzlichen Modellboden wird folgende ungefähre Zusammensetzung angegeben:

Bestandteilungefährer Anteil
Poren50 %
mineralische Substanz45 %
organische Substanz5 %

Die drei Anteile ergeben zusammen 100 Prozent. Das ist ein vereinfachtes Grundmodell und keine genaue Beschreibung jedes einzelnen Bodens.

Böden unterscheiden sich, weil ihre Entwicklung von mehreren Bedingungen abhängt:

  • Art des verwitternden Gesteins,
  • Feuchtigkeit des Standorts,
  • vorkommende Pflanzen,
  • Temperaturen,
  • Abtragung oder Ablagerung verwitterten Materials.
Beispiel

Eine Rendzina entsteht auf Kalkstein. Sie ist dunkel gefärbt und enthält viele Steine, weshalb Ackerbau auf ihr schwierig sein kann. Das Beispiel zeigt: Das Ausgangsgestein beeinflusst die Eigenschaften und die Nutzungsmöglichkeiten eines Bodens.

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Frage 1 von 1MittelZwei Standorte besitzen verschiedenes Ausgangsgestein und unterschiedliche Feuchtigkeit. Welche Folgerung ist fachlich sinnvoll?
Lösung: Die Böden können sich in Eigenschaften, Farbe und Aufbau unterscheiden. — Ausgangsgestein, Feuchtigkeit, Pflanzen, Temperatur sowie Abtragung und Ablagerung wirken auf die Bodenentwicklung ein.
Welche Funktionen erfüllt Boden?

Die Bodenfunktionen hängen zusammen. Wird eine Funktion geschädigt, können deshalb weitere Bereiche betroffen sein.

FunktionBedeutung
Biomasse produzierenPflanzen können wurzeln und Nährstoffe aufnehmen.
Nährstoffe und Kohlenstoff speichernBoden ist Teil wichtiger Stoffkreisläufe.
Wasser speichern und regulierenWasser wird im Boden aufgenommen und weitergegeben.
Schadstoffe filtern und puffernBoden kann Stoffe zurückhalten oder ihre Wirkung abschwächen.
Lebensraum bietenZahlreiche Tiere, Pilze, Bakterien und andere Organismen leben im Boden.

Zersetzer sind Organismen, die abgestorbene Reste abbauen. Dabei werden Nährstoffe freigesetzt. So verbinden Bodenorganismen den Abbau organischer Reste mit Nährstoffkreisläufen und Pflanzenwachstum.

Gut zu wissen

Filtern und Puffern bedeutet nicht, dass Boden unbegrenzt jeden Schadstoff unschädlich machen kann. Auch der Zustand des Bodens ist entscheidend: Pathogene oder giftige Stoffe können seine Wirkung auf Menschen und Ökosysteme verschlechtern.

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Frage 1 von 1MittelAbgestorbene Blätter werden von Bodenorganismen abgebaut. Welche Bodenfunktion wird daran besonders deutlich?
Lösung: Der Boden ist Lebensraum und Teil des Nährstoffkreislaufs. — Bodenorganismen bauen organische Reste ab. Die frei werdenden Nährstoffe können wieder in Kreisläufe und die Pflanzenproduktion eingehen.
Wie wird die Ressource Boden gefährdet und geschützt?

Weltweit verringern Bevölkerungswachstum und die Ausdehnung urbaner, industrieller und infrastruktureller Nutzungen die durchschnittlich pro Person verfügbare landwirtschaftliche Fläche. Diese Nutzungen beanspruchen Boden, der dann nicht zugleich landwirtschaftlich genutzt werden kann.

Zusätzlich verschlechtert Bodendegradation den Zustand und die Leistungsfähigkeit von Böden. Im Ausgangsmaterial werden insbesondere folgende Formen genannt:

  • Erosion,
  • Versalzung,
  • Versauerung,
  • Übernutzung und Monokulturen.
Definition

Bodendegradation

Bodendegradation ist die Verschlechterung eines Bodens. Dadurch können seine Funktionen und Nutzungsmöglichkeiten beeinträchtigt werden.

Flächenverlust und Degradation wirken zusammen: Es bleibt weniger landwirtschaftliche Fläche, während ein Teil der verbleibenden Böden an Leistungsfähigkeit verliert.

Eine Schutzentscheidung beurteilen

Eine Stadt entscheidet, einen stadtnahen landwirtschaftlichen Boden zu erhalten, statt die Siedlungsfläche dort auszudehnen.

Beispiel

Wirksamkeit: Die landwirtschaftliche Fläche und ihre Bodenfunktionen bleiben erhalten.

Nutzungskonflikt: Der Bodenschutz konkurriert mit dem Bedarf an Flächen für Wohnen, Industrie oder Infrastruktur.

Langzeitwirkung: Weil Boden über sehr lange Zeit entsteht, verhindert sein dauerhafter Erhalt einen Verlust, der sich nicht kurzfristig ausgleichen ließe. Der Bodenzustand muss trotzdem geschützt werden, denn eine unbebaute, aber degradierte Fläche kann Funktionen verlieren.

Urteil: Der Erhalt ist eine wirksame langfristige Bodenschutzentscheidung. Das Urteil ist besonders überzeugend, wenn es den Flächenkonflikt offen benennt und neben der Fläche auch den Zustand des Bodens berücksichtigt.

Merke

Beim Beurteilen einer Bodenschutzmaßnahme prüfst du drei Punkte: Wirkung auf die Bodenfunktionen, Konflikte mit anderen Nutzungen und Folgen über einen langen Zeitraum.

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Frage 1 von 1SchwerWarum reicht die Aussage „Die Fläche bleibt unbebaut“ für eine vollständige Beurteilung noch nicht aus?
Lösung: Auch Bodenzustand, Nutzungskonflikte und Langzeitwirkung müssen betrachtet werden. — Eine begründete Beurteilung verbindet die erhaltene Fläche mit ihren Funktionen, möglichen Gefährdungen, konkurrierenden Nutzungen und der langfristigen Wirkung.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Ressource Boden
    • Entstehung
      • Verwitterung und Verwitterungsschutt
      • Besiedlung und organische Reste
    • Aufbau
      • Bodenhorizonte und Ausgangsgestein
      • Poren, mineralische und organische Substanz
    • Funktionen
      • Pflanzenwachstum und Stoffkreisläufe
      • Wasserregulierung, Filterung und Lebensraum
    • Gefährdung
      • Flächenverlust
      • Bodendegradation
    • Schutz
      • Funktionen erhalten
      • Nutzungskonflikte und Langzeitwirkung abwägen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWarum ist Boden in menschlichen Zeiträumen nur begrenzt ersetzbar?
Lösung: Seine Entwicklung dauert Jahrtausende. — Die sehr langsame Bodenbildung macht den Verlust funktionsfähiger Böden besonders schwer ausgleichbar.
Frage 2 von 3MittelWelche Reihenfolge beschreibt die Bodenentwicklung sinnvoll?
Lösung: Verwitterung, Besiedlung, Beimischung organischer Reste, Entwicklung des Oberbodens — Zuerst wird Ausgangsgestein verwittert. Organismen besiedeln das Material, organische Reste kommen hinzu und allmählich entsteht lebendiger Boden.
Frage 3 von 3SchwerEine Stadt schützt einen stadtnahen Acker vor Bebauung. Welche Begründung ist am vollständigsten?
Lösung: Die Maßnahme erhält knappe landwirtschaftliche Fläche; zusätzlich sind Bodenzustand, konkurrierende Nutzungen und Langzeitwirkung zu prüfen. — Ein tragfähiges Urteil unterscheidet Flächenerhalt und Erhalt der Bodenqualität. Es wägt außerdem Nutzungskonflikte und langfristige Folgen ab.

Du kannst die Ressource Boden erklären, wenn du Entstehung, Aufbau, Funktionen und Gefährdungen miteinander verbindest. Für ein begründetes Schutzurteil reicht ein Schlagwort nicht: Entscheidend sind Wirkung, Nutzungskonflikte und Langzeitfolgen.

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