Thermohaline Zirkulation einfach erklärt
Die thermohaline Zirkulation ist eine großräumige Umwälzung des Meerwassers. Unterschiede in Temperatur und Salzgehalt verändern die Dichte: Kaltes, salzreiches Wasser ist dichter und kann absinken. Tiefenströmungen, Aufstieg und oberflächennahe Rückwege verbinden dadurch große Teile der Ozeane.
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Warum sinkt Meerwasser ab?
Stell dir zwei Wassermassen vor: Eine ist warm und salzarm, die andere kalt und salzreich. Die kalte, salzreiche Wassermasse besitzt unter sonst gleichen Bedingungen die höhere Dichte. Das bedeutet: In demselben Volumen befindet sich mehr Masse. Dichteres Wasser kann unter weniger dichtes Wasser sinken.
Salinität
Salinität ist der Salzgehalt des Meerwassers. Sie verändert sich zum Beispiel durch Verdunstung, Niederschlag, Meereisbildung und Schmelzwasser.
Zwei Zusammenhänge sind entscheidend:
- Kühlt Meerwasser ab, steigt in der Regel seine Dichte.
- Nimmt sein Salzgehalt zu, steigt ebenfalls seine Dichte.
Beim Gefrieren von Meerwasser wird ein großer Teil des Salzes nicht in das Eis eingebaut. Das verbleibende Wasser wird dadurch salzreicher. Verdunstung kann den Salzgehalt ebenfalls erhöhen, weil Wasser entweicht, das Salz aber zurückbleibt.
Abkühlung und zunehmender Salzgehalt fördern eine höhere Dichte. Erwärmung und zusätzlicher Süßwassereintrag wirken in die Gegenrichtung.
Im Nordatlantik kühlt oberflächennahes Wasser stark ab. Verdunstung oder Meereisbildung können seinen Salzgehalt zusätzlich erhöhen. Seine Dichte steigt, und es kann absinken. So entsteht Tiefenwasser.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Kühlt Meerwasser ab, nimmt seine Dichte meist . Zusätzlicher Süßwassereintrag lässt den Salzgehalt . Eine dadurch leichtere Oberflächenschicht erschwert das .
Vom Absinken zur globalen Umwälzung
Das Absinken an einzelnen Orten genügt noch nicht, um die gesamte Zirkulation zu erklären. Die Bewegung besteht aus mehreren miteinander verbundenen Teilen:
- In hohen Breiten wird Wasser kalt und dicht.
- Es sinkt unter geeigneten Bedingungen in die Tiefe.
- Als Tiefen- und Bodenwasser breitet es sich über große Entfernungen aus.
- Durch Auftrieb und Vermischung gelangt Wasser andernorts wieder in höhere Schichten.
- Oberflächennahe Strömungen führen Wasser in Richtung der Absinkgebiete zurück.
Wichtige Bildungs- und Absinkgebiete liegen unter anderem in der Labradorsee, im Raum Grönland sowie in antarktischen Randmeeren wie dem Weddellmeer und dem Rossmeer.
Globales Förderband
Das globale Förderband ist ein vereinfachtes Bild für die verbundene Umwälzung aus Oberflächen-, Tiefen- und Auftriebsbewegungen. Es ist kein einzelner Strom und keine starre, überall gleich schnelle Kreisbahn.
Abgesunkenes Wasser wird in der Tiefe durch die Form der Ozeanbecken und des Meeresbodens gelenkt. Der Antarktische Zirkumpolarstrom trägt dazu bei, tiefe Wassermassen zwischen Atlantik, Indischem Ozean und Pazifik zu verteilen. Auf dem Rückweg können Wassermassen sich vermischen, aufsteigen und ihre Eigenschaften verändern.
Welche Kräfte formen die Strömungen?
Die Bezeichnung „thermohalin“ hebt Temperatur und Salzgehalt hervor. Die wirklichen Strömungswege entstehen jedoch durch das Zusammenspiel mehrerer Einflüsse.
- Dichteunterschiede ermöglichen Absinken und dichtegetriebene Tiefenströmungen.
- Wind überträgt durch Reibung Bewegung auf das Oberflächenwasser.
- Erdrotation lenkt bewegte Wassermassen durch die Corioliskraft ab.
- Topographie – also Küsten, Schwellen und die Form der Ozeanbecken – führt und begrenzt Strömungswege.
- Vermischung und Auftrieb bringen Tiefenwasser wieder in höhere Schichten.
Corioliskraft
Die Corioliskraft beschreibt die scheinbare Ablenkung bewegter Luft- und Wassermassen auf der rotierenden Erde. Sie verändert die Richtung einer Strömung, erzeugt aber nicht allein deren gesamten Antrieb.
Der Golfstrom zeigt dieses Zusammenspiel besonders gut. Er transportiert warmes Wasser aus niedrigeren Breiten in den Nordatlantik und trägt zum Wärmetransport in Richtung Europa bei. Er ist jedoch nicht nur der „Sog“ absinkenden Wassers: Großräumige Windfelder, Erdrotation und die Form des Atlantiks beeinflussen ihn ebenfalls.
Das Förderband-Modell hilft beim Überblick. Für genaue Strömungswege reicht es allein nicht aus, weil reale Ozeane mehrere Antriebe, Verzweigungen und Rückwege besitzen.
Wie beeinflusst die Umwälzung Klima und Leben?
Meeresströmungen transportieren Wärme. Warmes Wasser bewegt sich aus niedrigeren Breiten polwärts, während kaltes Wasser in anderen Schichten zurückströmt. Dieser Wärmetransport beeinflusst regionale Temperaturen und den Wärmehaushalt des Ozeans.
Deshalb reicht die geografische Breite allein nicht aus, um das Klima eines Küstenraums zu erklären. Auch die Lage zu warmen oder kalten Meeresströmungen ist wichtig. Der Wärmetransport des Golfstromsystems trägt beispielsweise zu vergleichsweise milden Bedingungen in Teilen Europas bei.
Strömungen verteilen außerdem Sauerstoff und Nährstoffe. Veränderungen der Zirkulation können daher nicht nur das Klima, sondern auch Lebensräume und marine Ökosysteme beeinflussen.
Zwei Küstenorte liegen auf ähnlicher geografischer Breite, besitzen aber unterschiedliche Wintertemperaturen. Eine mögliche Erklärung ist, dass einer der Orte stärker vom Wärmetransport einer warmen Meeresströmung profitiert. Für eine vollständige Untersuchung müssten zusätzlich Wind, Lage und weitere regionale Einflüsse berücksichtigt werden.
Wie kann Süßwasser die Zirkulation verändern?
Schmelzwasser und Niederschlag führen dem Meer Süßwasser zu. Dadurch sinkt der Salzgehalt des Oberflächenwassers. Seine Dichte nimmt ab, und eine leichtere obere Wasserschicht kann stabiler über dichterem Tiefenwasser liegen.
Die mögliche Wirkungskette lautet:
mehr Süßwasser → geringerer Salzgehalt → geringere Dichte an der Oberfläche → erschwertes Absinken → veränderte oder schwächere Umwälzung
Diese Kette zeigt einen möglichen Mechanismus, aber keine überall zwangsläufige Folge. Wie stark sich die Zirkulation verändert, hängt unter anderem von Menge, Ort und Dauer des Süßwassereintrags sowie von Wärme, Wind und Rückkopplungen zwischen Ozean und Atmosphäre ab.
Rückkopplung
Eine Rückkopplung liegt vor, wenn eine Veränderung weitere Wirkungen auslöst, die den ursprünglichen Vorgang verstärken oder abschwächen können.
Als paläoklimatisches Beispiel wird angenommen, dass ein starker Schmelzwassereintrag in den Nordatlantik während der Jüngeren Dryas die Schichtung und Zirkulation veränderte und so zur Abkühlung Nordeuropas beitrug. Das ist eine begründete Erklärung für vergangene Veränderungen, aber kein Beweis dafür, dass jeder heutige Süßwassereintrag dieselben Folgen haben muss.
Eine Abschwächung der Atlantischen Umwälzung ist nicht gleichbedeutend mit einem sicheren weltweiten Temperatursturz. Aussagen müssen den betrachteten Raum, den Zeitraum, das Szenario und bestehende Unsicherheiten nennen.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Thermohaline Zirkulation
- Dichteantrieb
- Temperatur
- Salzgehalt
- Globale Umwälzung
- Absinken
- Tiefenströmung
- Aufstieg und Rückweg
- Räumliche Steuerung
- Wind
- Erdrotation
- Topographie
- Wirkungen
- Wärmetransport und Klima
- Sauerstoff und Nährstoffe
- Veränderungen
- Süßwassereintrag
- Rückkopplungen und Unsicherheit
- Dichteantrieb
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