Erdkunde

Vulkan: Aufbau, Ausbruch und Gefahren verstehen

Vulkan: Aufbau, Ausbruch und Gefahren verstehen
Vulkan: Aufbau, Ausbruch und Gefahren verstehen
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Ein Vulkan ist eine Stelle an der Erdoberfläche, an der geschmolzenes Gestein, Gase und Asche aus dem Erdinneren austreten können. Unter der Oberfläche heißt die Gesteinsschmelze Magma, nach ihrem Austritt Lava.

Auf dieser Seite lernst du, wie ein Ausbruch entsteht, wo Vulkane vorkommen und warum Magmaeigenschaften die Vulkanform und die Gefährdung beeinflussen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was ist ein Vulkan?

Ein Vulkan ist nicht immer nur ein kegelförmiger Berg. Auch eine Spalte oder ein großer Einbruchskessel kann zu einem Vulkansystem gehören. Der sichtbare Vulkanbau entsteht aus Material, das bei früheren Ausbrüchen abgelagert wurde.

Definition

Magma und Lava

Magma ist geschmolzenes Gestein unterhalb der Erdoberfläche. Sobald es an die Oberfläche austritt, heißt es Lava. Der Name hängt also vom Ort ab, nicht davon, ob die Schmelze plötzlich zu einem anderen Stoff wird.

Magma kann sich unter einem Vulkan in einem Speicher sammeln, der Magmakammer genannt wird. Von dort bewegt es sich durch Risse und Förderwege nach oben. Die Öffnung, durch die Material austritt, ist der Krater oder Teil einer Spalte.

Beispiel

Magma steigt durch einen Riss auf und tritt am Hang aus. Unter der Oberfläche heißt die Schmelze noch Magma. Ab dem Austritt ist sie Lava. Kühlt sie ab, erstarrt sie wieder zu Gestein.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage verwendet die Begriffe richtig?
Lösung: Unter der Erdoberfläche heißt die Schmelze Magma, an der Oberfläche Lava. — Magma und Lava bezeichnen geschmolzenes Gestein an unterschiedlichen Orten.
Wie kommt es zu einem Ausbruch?

Magma enthält gelöste Gase. Steigt es auf, nimmt der Druck durch das darüberliegende Gestein ab. Dadurch können sich Gase aus dem Magma lösen und Blasen bilden – ähnlich wie beim Öffnen einer Flasche mit kohlensäurehaltigem Getränk.

Der Vorgang lässt sich als Kette beschreiben:

  1. Magma steigt auf oder neues Magma strömt in einen unterirdischen Speicher.
  2. Mit sinkendem Druck bilden sich Gasblasen.
  3. Die Blasen schäumen das Magma auf und treiben es weiter nach oben.
  4. Magma, Gase, Asche oder Gesteinsstücke treten aus.

Wie leicht die Gase entweichen, hängt besonders von der Viskosität ab. Viskosität bedeutet Zähigkeit oder Fließfähigkeit.

  • In dünnflüssigem Magma können Gasblasen leichter aufsteigen. Lava fließt eher aus oder tritt in Fontänen aus.
  • In zähflüssigem Magma bleiben Gase leichter eingeschlossen. Der Druck kann stärker anwachsen und sich explosionsartig entladen.
Merke

Nicht die Hitze allein entscheidet über die Ausbruchsweise. Besonders wichtig ist, wie zähflüssig das Magma ist und wie gut die Gase entweichen können.

Gut zu wissen

Der Vergleich mit einer Getränkeflasche erklärt die Blasenbildung bei sinkendem Druck. Ein Vulkan ist jedoch keine geschlossene Flasche: Magma kann über verschiedene Risse und Förderwege aufsteigen, und mehrere Prozesse können den Druck verändern.

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Frage 1 von 1MittelZwei Magmen enthalten Gas. Magma A ist dünnflüssig, Magma B sehr zähflüssig. Bei welchem ist eine starke Explosion eher zu erwarten?
Lösung: Bei Magma B, weil Gase schlechter entweichen und sich Druck aufbauen kann. — Zähflüssiges Magma behindert die Bewegung der Gasblasen. Dadurch kann sich mehr Druck aufbauen.
Wo entstehen Vulkane?

Vulkane sind ungleichmäßig über die Erde verteilt. Die meisten liegen an Grenzen tektonischer Platten. Daneben gibt es Vulkanismus über besonders heißen Bereichen des Erdmantels, den Hotspots.

Auseinanderdriftende Platten

An einer divergenten Plattengrenze bewegen sich zwei Platten voneinander weg. Magma kann aufsteigen und neue Erdkruste bilden. Unter dem Meer entstehen so langgestreckte Gebirge, die mittelozeanischen Rücken. Island liegt am Mittelatlantischen Rücken. Dort erreicht der Vulkanismus die Meeresoberfläche.

Aufeinandertreffende Platten

An einer konvergenten Plattengrenze bewegen sich Platten aufeinander zu. Taucht eine Platte unter eine andere, heißt der Vorgang Subduktion. In der Tiefe entstehen Gesteinsschmelzen, aus denen Magma aufsteigen kann. So bilden sich Vulkanketten und vulkanische Inselbögen.

Rund um den Pazifik verläuft der etwa 40.000 Kilometer lange Pazifische Feuerring. An diesem Gürtel liegen besonders viele aktive Vulkane.

Hotspots fern von Plattengrenzen

Ein Hotspot ist ein besonders heißer Bereich unter einer Platte. Steigt dort heißes Material auf, kann Magma die Kruste durchbrechen. Bewegt sich die Platte über den räumlich weitgehend festen Hotspot, entstehen nacheinander Vulkane. Die Inselkette von Hawaii ist ein Beispiel für eine solche Spur.

Beispiel

Beobachtet wird eine Kette von Vulkaninseln mitten auf einer Platte. Nur an einem Ende der Kette entsteht gegenwärtig neuer Vulkanismus. Das Muster passt zu einer bewegten Platte über einem Hotspot: Über dem heißen Bereich entsteht ein neuer Vulkan, während ältere Vulkane mit der Platte weitertransportiert werden.

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Frage 1 von 2MittelAn einem untermeerischen Rücken entfernen sich zwei Platten voneinander. Warum kann dort Vulkanismus auftreten?
Lösung: Zwischen den auseinanderdriftenden Platten kann Magma aufsteigen. — Mittelozeanische Rücken entstehen an divergenten Plattengrenzen. Viele Vulkane liegen deshalb unter dem Meer.
Frage 2 von 2SchwerEine lange Vulkankette liegt fern von einer Plattengrenze. Die Vulkane werden entlang der Kette schrittweise älter. Welche Erklärung passt am besten?
Lösung: Eine Platte hat sich über einen Hotspot bewegt. — Ein Hotspot kann nacheinander Vulkane erzeugen, während sich die Platte darüber bewegt.
Wie unterscheiden sich Schild- und Schichtvulkane?

Die Form eines Vulkans hängt stark davon ab, welches Material gefördert wird und wie leicht es fließt.

MerkmalSchildvulkanSchichtvulkan
Magma beziehungsweise Lavaeher dünnflüssigeher zähflüssig
typischer Aufbauflach und breitsteil; Schichten aus Lava, Asche und weiteren Auswurfprodukten
mögliches AusbruchsverhaltenLavaflüsse und LavafontänenLavaflüsse und explosive Ausbrüche
BeispielKilauea auf HawaiiMayon auf den Philippinen
Beispiel

Ein Vulkan ist breit und flach. Bei seinen Ausbrüchen fließt dünnflüssige Lava weit über die Hänge.

Schritt 1: Die dünnflüssige Lava kann sich weit ausbreiten.

Schritt 2: Dadurch entstehen keine besonders steilen Hänge.

Ergebnis: Die Merkmale sprechen für einen Schildvulkan. Das bedeutet nicht, dass er ungefährlich ist: Auch Lavaflüsse können Menschen und Infrastruktur bedrohen.

Ein Schichtvulkan besteht aus wechselnden Ablagerungen. Zähflüssigeres, gasreiches Magma kann starke Explosionen begünstigen. Trotzdem lässt sich die genaue Gefahr nicht allein an der äußeren Form ablesen. Ort, Ausbruchsart, Wetter und Besiedlung müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

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Frage 1 von 2MittelWelcher Befund spricht am deutlichsten für einen Schichtvulkan?
Lösung: Ein steiler Kegel besteht aus abwechselnden Schichten von Lava und Asche. — Der Name Schichtvulkan verweist auf den Aufbau aus Lava, Asche und anderen Auswurfprodukten.
Frage 2 von 2SchwerDarf man aus der Form allein schließen, wie groß die Gefahr für Menschen ist?
Lösung: Nein. Zusätzlich zählen Ausbruchsart, Umgebung, Entfernung, Wetter und Besiedlung. — Vulkanform und Magmaeigenschaften liefern wichtige Hinweise. Eine Gefährdungsbeurteilung braucht aber weitere Bedingungen des konkreten Ortes.
Welche Gefahren gibt es und wie werden Vulkane überwacht?

Ein Ausbruch kann Lava, Asche, Gase und Gesteinsstücke freisetzen. Schäden entstehen nicht nur direkt am Krater. Die Umgebung kann Folgegefahren verstärken:

  • Wasser, Asche und lockeres Material können einen Lahar, also einen vulkanischen Schlammstrom, bilden.
  • Untermeerische Ereignisse oder der Einsturz vulkanischer Flanken können Tsunamis auslösen.
  • Große explosive Ausbrüche können Aerosole bis in die Stratosphäre tragen. Schwefelhaltige Teilchen reflektieren Sonnenlicht und können die Erde vorübergehend abkühlen.
Beispiel

Beim Nevado del Ruiz im Jahr 1985 schmolz ein vergleichsweise kleiner Ausbruch Gletschereis. Wasser und Asche bildeten einen Lahar, der die etwa 40 Kilometer entfernte Stadt Armero erreichte.

Der entscheidende Gedanke: Die Stärke der Eruption allein erklärte die Zerstörung nicht. Eis, Wasser, lockeres Material und das Gefälle erzeugten eine weitreichende Folgegefahr.

Der Vulkanexplosivitäts-Index, kurz VEI, beschreibt die Stärke explosiver Ausbrüche auf einer Skala von 0 bis 8. Maßgeblich ist vor allem das Volumen des ausgeworfenen Materials; auch die Höhe der Eruptionssäule und das Eruptionsverhalten fließen ein. Die Skala ist logarithmisch: Eine Stufe entspricht dem Faktor 10, zwei Stufen dem Faktor 100.

Ein hoher VEI bedeutet nicht automatisch die größten Schäden. Ein kleinerer Ausbruch nahe einer Stadt oder in einer Umgebung mit Gletschereis kann sehr gefährlich sein.

Zur Überwachung suchen Fachleute nach mehreren Vorläufersignalen:

BeobachtungMessungmögliche Bedeutung
mehr kleine ErdbebenSeismografenMagma könnte sich bewegen
veränderte Temperatur oder Zusammensetzung von Gasenthermische und chemische MessungenProzesse im Vulkansystem verändern sich
Hebung oder Dehnung des VulkanbausNeigungsmesser und Satellitenbilderaufsteigendes Magma könnte den Untergrund verformen
Merke

Ein Warnsignal ist kein sicherer Ausbruchstermin. Erst mehrere Messungen und ihre wissenschaftliche Interpretation ermöglichen eine Wahrscheinlichkeitsabschätzung.

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Frage 1 von 2MittelZwischen zwei Ausbrüchen liegen zwei VEI-Stufen. Welcher Faktor gehört zur logarithmischen Skala?
Lösung: Der maßgebliche Größenunterschied beträgt den Faktor 100. — Zwei Stufen bedeuten zwei Multiplikationen mit 10 und damit den Faktor 100.
Frage 2 von 2SchwerAn einem Vulkan nehmen kleine Erdbeben zu. Darf daraus ein sicherer Ausbruch für den nächsten Tag vorhergesagt werden?
Lösung: Nein. Das Signal muss mit weiteren Beobachtungen verbunden und wissenschaftlich gedeutet werden. — Kleine Erdbeben können auf Magmabewegung hinweisen. Zeitpunkt und Eintreten eines Ausbruchs bleiben dennoch unsicher.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Vulkan
    • Aufbau: Magmakammer, Förderwege und Austrittsöffnung
    • Stoffe: Magma unter der Oberfläche, Lava nach dem Austritt
    • Antrieb: Druckentlastung, Gasblasen und Viskosität
    • Entstehungsräume: divergente Grenzen, Subduktionszonen und Hotspots
    • Formen: Schildvulkan und Schichtvulkan
    • Gefahren: direkte Auswurfprodukte und Folgegefahren
    • Überwachung: Erdbeben, Gase und Bodenverformung
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWas wird mit dem Fachwort Viskosität beschrieben?
Lösung: Die Zähigkeit oder Fließfähigkeit des Magmas. — Die Viskosität beeinflusst, wie leicht Magma fließt und wie gut Gasblasen entweichen können.
Frage 2 von 3MittelWelche Erklärung verbindet Magmaeigenschaft und Ausbruchsweise richtig?
Lösung: Zähflüssiges Magma erschwert das Entweichen der Gase und kann explosiven Druckaufbau begünstigen. — Entscheidend ist die Verbindung aus Viskosität, Gasbewegung und Druckaufbau.
Frage 3 von 3SchwerEin Vulkan liegt nahe einer Stadt und ist von Schnee und Eis bedeckt. Messgeräte zeigen mehr kleine Erdbeben und eine Hebung des Bodens. Welche Beurteilung ist fachlich angemessen?
Lösung: Die Signale können auf Magmabewegung hinweisen; zusätzlich muss wegen möglicher Schmelzwasser-Schlammströme die Umgebung berücksichtigt werden. — Eine gute Beurteilung verbindet Messsignale mit möglichen direkten und indirekten Gefahren des konkreten Raums.

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