Lava: Entstehung, Formen und Gefahren verstehen
Lava ist Gesteinsschmelze, die an die Erdoberfläche ausgetreten ist. Im Erdinneren heißt dieselbe Schmelze Magma. An der Oberfläche fließt die Lava, kühlt ab und erstarrt schließlich zu festem Gestein.
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Wann wird Magma zu Lava?
Im Erdinneren kann Gestein aufschmelzen. Die entstandene Gesteinsschmelze sammelt sich unterirdisch und kann durch Schwächezonen im Gestein aufsteigen.
Magma
Magma ist Gesteinsschmelze im Erdinneren. Sie kann auch Gase enthalten.
Lava
Lava ist Gesteinsschmelze, die an die Erdoberfläche ausgetreten ist. Das Wort kann außerdem das daraus erstarrte Gestein bezeichnen.
Der Ort entscheidet also über den Namen: Unter der Oberfläche sprichst du von Magma, nach dem Austritt von Lava.
Magma steigt durch einen Vulkanschlot auf und tritt am Krater aus. Bis zum Austritt heißt es Magma. Sobald die Schmelze über die Erdoberfläche fließt, heißt sie Lava.
Innen Magma, außen Lava. Die Grenze ist die Erdoberfläche.
Warum fließt Lava unterschiedlich weit?
Lava kann dünnflüssig oder sehr zähflüssig sein. Der Fachbegriff für diese Eigenschaft lautet Viskosität.
Viskosität
Die Viskosität beschreibt, wie leicht oder schwer eine Flüssigkeit fließt. Niedrige Viskosität bedeutet dünnflüssig, hohe Viskosität bedeutet zähflüssig.
Dünnflüssige Lava kann sich weit über die Erdoberfläche ausbreiten. Zähflüssige Lava fließt weniger weit. Dieser Unterschied wirkt sich auch auf die Form eines Vulkans aus: Weit fließende, dünnflüssige Lava kann ausgedehnte Schildvulkane aufbauen. Zähflüssige Lava tritt häufig bei Schichtvulkanen auf.
Basaltische Lava kann Temperaturen von 1.000 bis 1.400 °C erreichen. Saure Lava erstarrt ungefähr im Bereich von 650 bis 900 °C. Solche Temperaturangaben beschreiben Bereiche und nicht eine feste Temperatur für jeden Lavastrom.
Zwei Lavaströme treten an unterschiedlich geformten Vulkanen aus. Strom A ist dünnflüssig und breitet sich weit aus. Strom B ist zähflüssig und bleibt näher an der Austrittsstelle. Strom A hat die niedrigere, Strom B die höhere Viskosität.
Wie entstehen verschiedene Lavaformen?
Beim Austritt ist Lava heiß und verformbar. Während sie Wärme an ihre Umgebung abgibt, wird sie fester. Ort, Bewegung und Geschwindigkeit der Abkühlung beeinflussen ihre Form.
Kissenlava unter Wasser
Unter Wasser wird die Oberfläche austretender Lava besonders schnell abgekühlt. Dabei entstehen rundliche, klumpen- oder kissenartige Körper. Diese Form heißt Kissenlava.
Stricklava an der Oberfläche
Die Oberfläche eines fließenden Lavastroms kann faltige, gewundene Formen bilden. Sie erinnern an Stricke oder lange Wollknäuel. Daher stammt der Name Stricklava.
Lava tritt am Meeresgrund aus. Das Wasser kühlt ihre äußere Schicht rasch ab, während weitere Lava nachströmt. Es bilden sich nacheinander rundliche Lavakörper: Kissenlava.
Schnelle Abkühlung unter Wasser begünstigt Kissenlava. Eine gewundene, seilartige Oberfläche kennzeichnet Stricklava.
Was wird aus Lava, Asche und Staub?
Nicht jedes vulkanische Gestein entsteht auf dieselbe Weise. Entscheidend ist, welches Material austritt und wie es abkühlt oder sich ablagert.
Basalt
Basalt ist ein dunkelgraues Gestein, das aus erstarrter, besonders dünnflüssiger Lava entstehen kann. Es wird unter anderem als Pflasterstein verwendet.
Bimsstein kann entstehen, wenn Lava in die Luft geschleudert und schaumartig aufgebläht wird. Viele eingeschlossene Hohlräume machen Bims so leicht, dass ein Stück auf Wasser schwimmen kann.
Tuffstein entsteht dagegen aus verfestigter Vulkanasche und verfestigtem Vulkanstaub. Tuff ist deshalb nicht einfach ein gewöhnlich erstarrter Lavastrom.
Du vergleichst drei Proben:
- Eine dunkelgraue Probe stammt aus einem erstarrten dünnflüssigen Lavastrom: Basalt.
- Eine sehr leichte, poröse Probe schwimmt auf Wasser: Bims.
- Eine Probe besteht aus verfestigter Asche und vulkanischem Staub: Tuff.
Wie gefährlich ist ein Lavastrom?
Viele Lavaströme bewegen sich im Vergleich zu anderen vulkanischen Erscheinungen relativ langsam. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie ungefährlich sind. Heiße Lava kann Bäume, Häuser, Straßen und andere Hindernisse zerstören.
Besonders tückisch ist eine scheinbar feste Oberfläche. Manchmal ist nur eine dünne Kruste erstarrt, während darunter weiterhin flüssige, glühend heiße Lava liegt. Die Kruste kann bei Belastung einbrechen.
Betritt niemals scheinbar erkaltete Lava. Eine feste Oberfläche beweist nicht, dass der Lavastrom vollständig abgekühlt ist.
Ein pyroklastischer Strom ist kein gewöhnlicher Lavastrom. Er besteht aus sehr heißer Asche, Staub, Gasen und vulkanischem Material und kann einen Hang mit hoher Geschwindigkeit hinabströmen. Auch Lahare, also Schlamm- und Schuttströme aus wassergesättigtem vulkanischem Material, sind von Lava zu unterscheiden.
Nach einem Ausbruch sieht eine dunkle Fläche fest aus. Trotzdem wäre das Betreten lebensgefährlich: Die sichtbare Kruste könnte dünn sein und unter dem Gewicht einer Person brechen. Für eine sichere Einschätzung reicht das Aussehen der Oberfläche daher nicht aus.
Wende dein Wissen an
Aufgabe: Spuren eines Ausbruchs ordnen
Nach einem Vulkanausbruch werden drei Beobachtungen gemacht:
- Am Meeresgrund liegen rundliche, kissenartige Gesteinskörper.
- An Land befindet sich ein weit ausgebreiteter, erstarrter Lavastrom.
- In der Umgebung liegt eine Schicht aus verfestigter Asche und vulkanischem Staub.
Ordne den Beobachtungen die Begriffe Kissenlava, dünnflüssige Lava mit niedriger Viskosität und Tuff zu. Begründe jede Zuordnung.
Lösung zur Zuordnungsaufgabe
- Die rundlichen Körper sind Kissenlava. Sie entstand bei einem Unterwasseraustritt und schneller Abkühlung.
- Der weit ausgebreitete Strom weist auf dünnflüssige Lava mit niedriger Viskosität hin. Sie konnte vor dem Erstarren weit fließen.
- Die verfestigte Asche- und Staubschicht ist Tuff. Sie entstand nicht aus einem gewöhnlich erstarrten Lavastrom.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Im Erdinneren heißt Gesteinsschmelze . Nach dem Austritt an die Oberfläche heißt sie . Dünnflüssige Lava besitzt eine Viskosität. Unter Wasser kann durch schnelle Abkühlung entstehen.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Lava
- Herkunft
- Magma im Erdinneren
- Austritt an die Oberfläche
- Fließverhalten
- niedrige Viskosität: dünnflüssig
- hohe Viskosität: zähflüssig
- Abkühlung
- Kissenlava unter Wasser
- Stricklava mit gewundener Oberfläche
- Erstarrung zu Gestein
- Produkte
- Basalt aus Lava
- Bims mit vielen Hohlräumen
- Tuff aus Asche und Staub
- Gefahren
- Zerstörung durch Hitze und Material
- dünne Kruste über flüssiger Lava
- Abgrenzung zu pyroklastischen Strömen
- Herkunft
Abschluss-Check
Du kannst Lava nun über drei Leitfragen untersuchen: Wo befindet sich die Schmelze? Wie fließt sie? Wie kühlt oder lagert das Material ab? Damit lassen sich Begriffe, Formen, Gesteine und Gefahren zuverlässig unterscheiden.
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