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Entdeckung Amerikas

Entdeckung Amerikas einfach erklärt: Kolumbus 1492, europäische Expansion und Folgen für Europa und die indigene Bevölkerung.

Wenn du auf eine Weltkarte schaust, wirken Europa und Amerika heute selbstverständlich verbunden. Flugzeuge, Schiffe, Nachrichten und Waren gehen ständig hin und her. Um 1492 war das für viele Menschen in Europa ganz anders. Der Atlantik war für sie eine große, unsichere Grenze.

Deine Lernziele
  • Du erklärst, warum Kolumbus 1492 nach Westen segelte.
  • Du unterscheidest zwischen Entdeckung aus europäischer Sicht und der Sicht der Menschen in Amerika.
  • Du ordnest wichtige Daten und Personen ein.
  • Du beschreibst Folgen für Europa und die indigene Bevölkerung.

Warum Kolumbus nach Westen segelte

Europa wollte im 15. Jahrhundert viele Waren aus Asien haben: Gewürze, Seide, Gold und andere wertvolle Dinge. Der Handel über das Mittelmeer und den Orient war lang, teuer und oft von anderen Mächten kontrolliert. Portugal suchte damals einen Seeweg um Afrika herum. Spanien suchte ebenfalls nach Vorteilen im Handel.

Christoph Kolumbus war ein Seefahrer aus Genua, einer Stadt im heutigen Italien. Er glaubte: Wenn die Erde rund ist, kann man nach Westen segeln und so Asien erreichen. Die Erde ist wirklich rund, aber Kolumbus unterschätzte ihre Größe stark. Außerdem wusste er nicht, dass zwischen Europa und Asien ein großer Kontinent liegt.

Definition

Ein Seeweg ist eine Route über Meere und Ozeane, auf der Schiffe reisen.

Eine Expedition ist eine geplante Reise mit einem besonderen Ziel. Kolumbus Expedition sollte einen westlichen Weg nach Asien finden.

Beispiel

Stell dir vor, du willst von deiner Schule zur Sporthalle. Du kennst einen langen Weg außen herum. Dann schlägt jemand vor: "Wir nehmen eine Abkürzung durch den Park." Genau so dachte Kolumbus über den Atlantik: Er suchte eine kürzere Route nach Asien. Sein Problem war, dass seine Karte der Welt unvollständig war.

Merke

Kolumbus wollte nicht Amerika finden. Er suchte einen westlichen Seeweg nach Asien.

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Die Fahrt von 1492

Am 3. August 1492 brach Kolumbus mit drei Schiffen auf. Die Schiffe hießen Santa Maria, Pinta und Niña. Seine Reise wurde von der spanischen Krone unterstützt. Am 12. Oktober 1492 erreichte er eine Insel in der Karibik, wahrscheinlich Guanahani auf den heutigen Bahamas.

Kolumbus nannte die Insel San Salvador. Er glaubte, in der Nähe von Asien gelandet zu sein. Deshalb nannte er die Menschen dort "Indios". Dieser Begriff hängt mit seinem Irrtum zusammen und wird heute kritisch gesehen.

Definition

Die Karibik ist eine Inselregion zwischen Nordamerika und Südamerika.

Ein Kontinent ist eine sehr große zusammenhängende Landmasse. Amerika besteht aus Nordamerika und Südamerika und wird oft als Doppelkontinent bezeichnet.

Beispiel

Wenn jemand mit einer alten, ungenauen Karte wandert und an einem See ankommt, kann er denken: "Das muss der See aus meiner Karte sein." Später stellt sich heraus: Es ist ein ganz anderer See. So ähnlich war Kolumbus Irrtum. Er sah Land, ordnete es aber falsch ein.

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War Amerika wirklich entdeckt?

Das Wort "Entdeckung" klingt erst einmal einfach. Aber in Geschichte musst du immer fragen: Aus wessen Sicht? Für viele Europäer war Amerika neu. Für die Menschen, die dort lebten, war es natürlich nicht neu.

Die indigene Bevölkerung sind die Menschen und Völker, die vor der europäischen Eroberung in Amerika lebten und dort ihre eigenen Gesellschaften, Sprachen, Religionen und Wirtschaftsweisen hatten. Amerika war also nicht leer. Es war seit vielen Tausend Jahren bewohnt.

Außerdem waren Europäer schon vor Kolumbus in Nordamerika. Um das Jahr 1000 erreichten skandinavische Seefahrer, oft Wikinger genannt, Gebiete im heutigen Kanada. Besonders bekannt ist Leif Eriksson. Diese Fahrten führten aber nicht zu einer dauerhaften Verbindung zwischen Europa und Amerika.

Definition

Indigen bedeutet: Menschen oder Gruppen gehören ursprünglich zu einem Gebiet und lebten dort schon vor späteren Einwanderern oder Eroberern.

Die europäische Perspektive ist die Sichtweise von Menschen aus Europa. Sie erklärt, warum Europäer von Entdeckung sprachen, aber sie ist nicht die einzige Sicht.

Beispiel

Wenn du neu in eine Klasse kommst, "entdeckst" du vielleicht den Pausenhof. Für die anderen Kinder ist er aber nicht neu. Sie kennen ihn schon lange. So hilft dir das Wort "Entdeckung" nur, wenn du dazusagst, für wen etwas neu war.

Merke

Amerika wurde 1492 nicht zum ersten Mal von Menschen entdeckt. Neu war vor allem die dauerhafte Verbindung zwischen Europa und Amerika.

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Von der Fahrt zur europäischen Expansion

Nach 1492 blieb es nicht bei einer einzelnen Reise. Immer mehr europäische Schiffe fuhren über den Atlantik. Spanien, Portugal und später andere Mächte wollten Land, Rohstoffe, Macht und Handelsvorteile gewinnen.

Europäische Expansion bedeutet, dass europäische Staaten ihren Einfluss auf andere Weltregionen ausdehnten. Das geschah durch Handel, Mission, militärische Gewalt, Eroberung und Siedlungen. In Amerika führte diese Expansion zu Kolonien.

Eine Kolonie ist ein Gebiet, das von einer fremden Macht beherrscht wird. Die Menschen vor Ort haben dabei oft viel weniger Rechte als die Herrschenden aus dem Mutterland.

Beispiel

Spanien gründete auf Hispaniola, einer Insel in der Karibik, frühe Stützpunkte. Von dort aus wurden weitere Inseln und später Teile des Festlands erobert. Aus einer Reise wurde Schritt für Schritt ein Herrschaftssystem.

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Folgen für Europa und Amerika

Für Europa brachte die Verbindung mit Amerika neue Waren, neue Handelsmöglichkeiten und mehr Macht für manche Staaten. Karten wurden verändert. Gelehrte begannen, die Welt neu zu beschreiben. Der Name Amerika geht auf Amerigo Vespucci zurück, der erkannte, dass es sich nicht nur um Inseln bei Asien handelte, sondern um eine eigene große Landmasse. Der Kartograf Martin Waldseemüller verwendete 1507 den Namen America auf einer Karte.

Für viele indigene Menschen waren die Folgen verheerend. Europäische Eroberer nahmen Land in Besitz, zwangen Menschen zur Arbeit, zerstörten Herrschaftsordnungen und Kulturgüter und brachten Krankheiten mit, gegen die viele Menschen in Amerika keinen Schutz hatten. Gewalt, Zwangsarbeit und eingeschleppte Krankheiten ließen ganze Bevölkerungen stark schrumpfen.

Definition

Kolonialismus bedeutet: Ein Staat erobert oder beherrscht fremde Gebiete, nutzt sie für eigene Vorteile und unterdrückt oft die dort lebenden Menschen.

Zwangsarbeit bedeutet, dass Menschen gegen ihren Willen arbeiten müssen und nicht frei entscheiden können.

Beispiel

Auf Hispaniola mussten viele indigene Menschen für die spanischen Eroberer arbeiten. Dazu kamen Krankheiten aus Europa. Die Bevölkerung der Insel wurde um 1492 auf etwa 500000 Menschen geschätzt. Nach Beginn der spanischen Herrschaft lebten dort nur noch wenige Tausend Indigene.

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Gut zu wissen

Die Zahlen im Diagramm sind gerundete Schätzwerte. "5000" steht hier für wenige Tausend Menschen. Wichtig ist nicht die exakte Zahl, sondern der starke Rückgang der Bevölkerung.

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Wie du die Entdeckung Amerikas einordnest

In Geschichte geht es nicht nur darum, ein Datum zu nennen. Du ordnest Ereignisse ein: Wer handelt? Was weiß diese Person? Wer ist betroffen? Wer erzählt später darüber?

Bei der Entdeckung Amerikas ist diese Einordnung besonders wichtig. Aus europäischer Sicht war 1492 ein Beginn neuer Kontakte. Aus indigener Sicht war es der Beginn von Eroberung, Gewalt und tiefen Verlusten. Beides gehört zur Erklärung.

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Beispiel

Eine gute Antwort in einer Klassenarbeit könnte so beginnen: "Mit der Entdeckung Amerikas meint man meist die Ankunft Kolumbus 1492 aus europäischer Sicht. Amerika war aber bereits seit langer Zeit bewohnt. Wichtig wurde Kolumbus Fahrt, weil danach die dauerhafte europäische Expansion und Eroberung Amerikas begann."

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Zusammenfassung

Die Entdeckung Amerikas meint meistens die Fahrt von Christoph Kolumbus im Jahr 1492. Kolumbus suchte einen westlichen Seeweg nach Asien und erreichte stattdessen eine Insel in der Karibik. Er verstand nicht, dass zwischen Europa und Asien ein ihm unbekannter Kontinent lag.

Amerika war aber nicht wirklich unentdeckt. Dort lebten seit langer Zeit indigene Völker, und auch skandinavische Seefahrer waren schon vor Kolumbus in Nordamerika gewesen. Kolumbus ist trotzdem wichtig, weil nach seiner Fahrt eine dauerhafte Verbindung zwischen Europa und Amerika entstand.

Diese Verbindung hatte sehr unterschiedliche Folgen. Europäische Staaten gewannen neue Handelsräume, Macht und Wissen über die Welt. Für viele indigene Menschen bedeutete sie Eroberung, Gewalt, Zwangsarbeit, Krankheiten und den Verlust von Land und Selbstbestimmung.

Merke

Die wichtigste Formulierung lautet: Kolumbus entdeckte Amerika 1492 aus europäischer Sicht. Für die Menschen in Amerika war der Kontinent längst Heimat.

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