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Römische Republik

Römische Republik einfach erklärt: Staatsform Roms, Ämter, Senat, Bürgerrechte und der Übergang zur Kaiserzeit.

In deiner Klasse gibt es Klassensprecher, Lehrkräfte und Regeln. Niemand soll einfach allein bestimmen, was alle tun müssen. So ähnlich fragten sich auch die Römer: Wer darf entscheiden, wenn es keinen König mehr gibt? Aus dieser Frage entstand eine der bekanntesten Staatsformen der Antike.

Deine Lernziele
  • Du verstehst, was die Römische Republik war.
  • Du kannst Senat, Konsuln und Volksversammlungen unterscheiden.
  • Du erkennst, warum Rom keine Demokratie wie heute war.
  • Du kannst erklären, warum die Republik am Ende zerbrach.

Vom König zur Republik

Die Stadt Rom wurde nach römischer Überlieferung zuerst von Königen regiert. Der letzte König hieß Tarquinius Superbus. Die Römer erzählten später, er habe seine Macht missbraucht. Darum sei er um 509 v. Chr. vertrieben worden.

Eine Republik ist eine Staatsform, in der der Staat nicht als Besitz eines Königs gilt. Wichtige Angelegenheiten sollen von Bürgern und gewählten Amtsträgern geregelt werden. Das lateinische Wort dafür war res publica. Es bedeutet ungefähr: öffentliche Sache.

Die Kaiserzeit ist die Zeit, in der ein Kaiser die wichtigste Macht in Rom hatte. Sie begann nach der Republik.

Definition

Die Römische Republik war die Staatsform Roms zwischen dem Ende der Königsherrschaft und dem Beginn der Kaiserzeit. Meist nennt man dafür die Zeit von 509 v. Chr. bis 27 v. Chr.

Das heißt aber nicht, dass alle Menschen in Rom gleich mitbestimmen durften. Frauen, Sklaven und viele Fremde hatten keine politischen Rechte. Auch unter den männlichen Bürgern hatten reiche Familien deutlich mehr Einfluss als arme.

Beispiel

Stell dir vor, eine Schule schafft den Schulkönig ab. Stattdessen werden jedes Jahr zwei Schülersprecher gewählt. Dazu gibt es einen großen Rat aus älteren, einflussreichen Schülern. Das wäre noch keine moderne Demokratie, aber die Macht läge nicht mehr bei einer einzigen Person.

Merke

Die Römische Republik wollte Alleinherrschaft verhindern. Trotzdem war politische Macht stark an Reichtum, Herkunft und Ansehen gebunden.

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Die wichtigsten Ämter

Ein Amt ist eine festgelegte Aufgabe im Staat. Wer ein Amt übernimmt, darf bestimmte Entscheidungen treffen. In der Römischen Republik hießen die Amtsträger Magistrate. Sie wurden meist nur für begrenzte Zeit gewählt.

Die wichtigsten Amtsträger waren die Konsuln. Ein Konsul war einer der beiden höchsten Leiter des Staates. Die Konsuln führten Sitzungen, leiteten Politik und konnten im Krieg Heere befehligen. Es gab immer zwei Konsuln gleichzeitig.

Beispiel

Wenn ein Konsul einen Plan hatte, konnte der andere ihn bremsen. So sollte verhindert werden, dass ein Konsul wie ein König handelt.

Zwei Regeln waren dafür besonders wichtig. Annuität bedeutet: Ein Amt dauerte in der Regel nur ein Jahr. Kollegialität bedeutet: Ein wichtiges Amt wurde von mehreren Personen zugleich ausgeübt, die sich gegenseitig kontrollieren konnten.

Definition

Annuität bedeutet, dass ein Amt normalerweise auf ein Jahr begrenzt war. Kollegialität bedeutet, dass mindestens zwei Amtsträger gemeinsam zuständig waren.

Neben den Konsuln gab es weitere Ämter. Prätoren kümmerten sich besonders um Rechtsprechung und konnten ebenfalls militärische Aufgaben übernehmen. Quästoren verwalteten Geld und Staatskasse. Ädilen sorgten unter anderem für Märkte, Gebäude, Feste und Spiele.

Beispiel

Ein Quästor passte auf Staatsgeld auf. Ein Ädil kümmerte sich darum, dass Märkte funktionierten und öffentliche Spiele organisiert wurden. Ein Prätor konnte Streitfälle vor Gericht ordnen.

In einer schweren Krise konnte Rom einen Diktator ernennen. Das war kein normaler Herrscher auf Lebenszeit, sondern ein Sonderamt für Notlagen. Es war zeitlich begrenzt, meist auf höchstens sechs Monate.

Merke

Die römischen Ämter sollten Macht verteilen: kurze Amtszeit, mehrere Amtsträger und gegenseitige Kontrolle.

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Senat und Volksversammlungen

Der Senat war ein Rat aus erfahrenen und einflussreichen Männern. Viele Senatoren kamen aus reichen Familien und hatten vorher hohe Ämter bekleidet. Der Senat machte nicht einfach moderne Gesetze wie ein heutiges Parlament, aber seine Empfehlungen hatten großes Gewicht.

Definition

Der Senat war das wichtigste Beratungsgremium der Römischen Republik. Er bestimmte die Politik stark mit, besonders bei Finanzen, Außenpolitik und Kriegen.

Der Senat steht in den bekannten Buchstaben SPQR. Diese Abkürzung bedeutet Senatus Populusque Romanus. Auf Deutsch heißt das: Senat und Volk von Rom. Sie zeigt, wie die Römer ihren Staat verstanden: Nicht ein König, sondern Senat und Bürger sollten den Staat tragen.

Beispiel

Wenn Rom über Krieg, Bündnisse oder Geld sprach, hörten die wichtigsten Amtsträger sehr genau auf den Senat. Ein Beschluss des Senats war oft politisch entscheidend, auch wenn die Volksversammlungen ebenfalls eine Rolle hatten.

Die Volksversammlungen waren Treffen männlicher römischer Bürger. Dort wurden Amtsträger gewählt und über bestimmte Beschlüsse abgestimmt. Aber das Stimmrecht war nicht gleich verteilt. Reiche Bürger hatten in wichtigen Versammlungen mehr Gewicht.

Gut zu wissen

Die Römische Republik hatte demokratische Elemente, weil Bürger wählen und abstimmen konnten. Sie war aber keine Demokratie wie heute, weil viele Menschen ausgeschlossen waren und reiche Bürger mehr Einfluss hatten.

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Patrizier, Plebejer und Bürgerrechte

Die römische Gesellschaft war in Gruppen geteilt. Patrizier waren Angehörige alter vornehmer Familien. Sie besaßen viel Land, Ansehen und anfangs besonders viel politische Macht.

Die Plebejer waren die übrigen freien römischen Bürger. Viele von ihnen waren Bauern, Handwerker oder Händler. Plebejer waren nicht automatisch arm, aber sie standen politisch lange unter den Patriziern.

Definition

Patrizier waren Mitglieder alter, mächtiger Familien. Plebejer waren freie römische Bürger, die nicht zu diesen Patrizierfamilien gehörten.

Zwischen Patriziern und Plebejern kam es zu langen Auseinandersetzungen. Diese nennt man Ständekämpfe. Ein Stand ist eine gesellschaftliche Gruppe mit bestimmten Rechten und Pflichten. Die Plebejer wollten Schutz vor Willkür, Zugang zu Ämtern und mehr politische Mitsprache.

Beispiel

Wenn ein reicher Patrizier über Politik entschied, konnte ein armer Plebejer sich schnell übergangen fühlen. Darum kämpften die Plebejer dafür, eigene Vertreter zu bekommen.

Wichtig wurden die Volkstribunen. Ein Volkstribun war ein Amtsträger, der die Plebejer schützen sollte. Er konnte gegen Entscheidungen anderer Amtsträger Einspruch einlegen. Diesen Einspruch nennt man Veto.

Definition

Ein Veto ist ein Einspruch, der eine Entscheidung stoppen kann. Die Volkstribunen nutzten dieses Recht, um Plebejer vor ungerechten Maßnahmen zu schützen.

Später konnten auch Plebejer hohe Ämter erreichen. Dadurch entstand eine neue politische Oberschicht aus alten Patrizierfamilien und aufgestiegenen plebejischen Familien. Trotzdem blieb Politik für arme Menschen schwer zugänglich.

Merke

Die Ständekämpfe machten die Republik offener. Sie machten Rom aber nicht zu einer Gesellschaft, in der alle Menschen gleichberechtigt waren.

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Rom wird zur Großmacht

Am Anfang war Rom nur eine Stadt in Mittelitalien. Während der Republik eroberte Rom immer größere Gebiete. Zuerst setzte es sich in Italien durch. Danach kämpfte Rom gegen Karthago, eine mächtige Stadt in Nordafrika.

Die Kriege gegen Karthago heißen Punische Kriege. Besonders bekannt ist Hannibal, ein Feldherr Karthagos. Er zog im Zweiten Punischen Krieg mit seinem Heer über die Alpen nach Italien. Rom überstand diese Bedrohung und gewann am Ende.

Definition

Die Punischen Kriege waren drei große Kriege zwischen Rom und Karthago von 264 v. Chr. bis 146 v. Chr. Durch Roms Siege wurde die Republik zur führenden Macht im westlichen Mittelmeerraum.

Nach den Siegen entstanden Provinzen. Eine Provinz war ein Gebiet außerhalb Italiens, das von Rom beherrscht und verwaltet wurde. Dort konnten römische Amtsträger Steuern einziehen und Befehle geben.

Beispiel

Sizilien wurde nach dem Ersten Punischen Krieg eine der ersten römischen Provinzen. Für Rom brachte das Getreide, Geld und strategische Macht im Mittelmeer.

Die Eroberungen machten Rom reich und mächtig. Sie brachten aber auch neue Probleme. Viele kleine Bauern mussten lange Kriegsdienst leisten und verloren ihre Höfe. Reiche Römer kauften Land auf und nutzten Sklavenarbeit. Dadurch wuchs die Kluft zwischen Arm und Reich.

Gut zu wissen

Roms Wachstum war nicht nur eine Erfolgsgeschichte. Mehr Gebiet bedeutete mehr Beute, mehr Steuern und mehr Einfluss. Es bedeutete aber auch längere Kriege, schwierigere Verwaltung und stärkere Konflikte zwischen reichen und armen Bürgern.

Merke

Roms Eroberungen stärkten die Republik nach außen. Im Inneren verschärften sie soziale Spannungen.

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Die Krise und das Ende der Republik

Eine Krise ist eine gefährliche Zuspitzung von Problemen. In der späten Republik stritten Politiker, Feldherren und Gruppen immer härter um Macht. Reformversuche scheiterten oft an Gewalt. Immer öfter entschieden nicht mehr nur Regeln, sondern Heere und persönliche Gefolgschaften.

Ein wichtiger Wendepunkt begann ab 133 v. Chr. mit den Reformen der Brüder Tiberius und Gaius Gracchus. Sie wollten Landfragen und soziale Probleme lösen. Ihre Konflikte endeten gewaltsam. Das zeigte: Die politischen Spielregeln hielten nicht mehr sicher.

Beispiel

Wenn in einer Klassensprecherwahl jemand nach einer Niederlage seine Freunde mit Gewalt in den Raum schickt, ist nicht nur die Wahl kaputt. Auch das Vertrauen in die Regeln ist beschädigt. So ähnlich wurde in Rom politische Gewalt immer gefährlicher.

Später wurden Feldherren wie Marius, Sulla, Pompeius und Caesar sehr mächtig. Soldaten fühlten sich oft stärker ihrem Feldherrn verpflichtet als dem Staat. Gaius Julius Caesar gewann große Macht, überschritt 49 v. Chr. mit seinem Heer den Rubikon und löste damit einen Bürgerkrieg aus. 44 v. Chr. wurde Caesar ermordet.

Nach weiteren Machtkämpfen setzte sich Octavian durch. Er erhielt 27 v. Chr. den Ehrennamen Augustus. Damit begann die Kaiserzeit. Die alten republikanischen Ämter blieben teilweise bestehen, aber die wichtigste Macht lag nun bei einer Person.

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Merke

Die Republik endete nicht an einem einzigen Tag. Sie zerbrach Schritt für Schritt, weil Machtkämpfe, soziale Probleme und Bürgerkriege die Regeln aushöhlten.

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Zusammenfassung

Die Römische Republik war die Staatsform Roms von ungefähr 509 v. Chr. bis 27 v. Chr. Sie entstand nach dem Ende der Königsherrschaft. Ihr Grundgedanke war: Keine einzelne Person soll dauerhaft wie ein König über Rom herrschen.

Wichtige Teile der Republik waren die Konsuln, der Senat, die Volksversammlungen und die Volkstribunen. Die Konsuln leiteten den Staat für kurze Zeit. Der Senat hatte großen Einfluss. Die Volksversammlungen wählten und stimmten ab, aber nicht alle Menschen hatten gleiche Rechte.

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