Geschichte

UNO: Ziele, Organe und Grenzen verstehen

UNO: Ziele, Organe und Grenzen verstehen
UNO: Ziele, Organe und Grenzen verstehen
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Die UNO oder Vereinten Nationen ist eine Organisation von Staaten. Sie wurde 1945 gegründet, um Frieden und internationale Zusammenarbeit zu fördern. Sie kann Konflikte vermitteln, Sanktionen beschließen und Friedensmissionen ermöglichen. Wie wirksam sie handelt, hängt jedoch vom politischen Willen ihrer Mitgliedstaaten ab.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Warum wurde die UNO gegründet?

Zwei Weltkriege hatten gezeigt, wie schwer Staaten ohne eine handlungsfähige internationale Ordnung Frieden sichern konnten. Der nach dem Ersten Weltkrieg gegründete Völkerbund konnte den Zweiten Weltkrieg nicht verhindern. Deshalb planten die Alliierten noch während des Krieges eine stärkere Weltorganisation.

Wichtige Schritte waren:

  1. 1941: Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill formulierten in der Atlantik-Charta Vorstellungen für eine friedliche Nachkriegsordnung.
  2. 1942: 26 alliierte Staaten unterzeichneten die Deklaration der Vereinten Nationen.
  3. 1944 und 1945: Die künftige Organisation und besonders der Sicherheitsrat wurden ausgehandelt.
  4. April bis Juni 1945: 50 Staaten berieten in San Francisco über die UN-Charta. Polen unterzeichnete später und zählt deshalb als 51. Gründungsmitglied.
  5. 24. Oktober 1945: Die Charta trat in Kraft. Dieses Datum gilt als Gründungstag der Vereinten Nationen.
Definition

UN-Charta

Die UN-Charta ist der Gründungsvertrag der Vereinten Nationen. Sie legt Ziele, Grundsätze und Organe der Organisation fest.

Merke

Die UNO entstand nicht plötzlich am Ende des Krieges. Ihre Gründung war das Ergebnis mehrjähriger Verhandlungen über eine neue Friedensordnung.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Der konnte den Zweiten Weltkrieg nicht verhindern. Im Jahr entstand deshalb eine neue Weltorganisation. Ihr Gründungsvertrag heißt . Er trat am in Kraft.

Lösungen: Lücke 1: Völkerbund; Lücke 2: 1945; Lücke 3: UN-Charta; Lücke 4: 24. Oktober 1945. Der Völkerbund war der gescheiterte Vorläufer. Die UN-Charta trat am 24. Oktober 1945 in Kraft und begründete die neue Organisation.
Welche Ziele verfolgt die UNO?

Die Charta nennt vier miteinander verbundene Hauptaufträge:

  • Frieden und internationale Sicherheit sichern: Bedrohungen sollen verhindert und Streitigkeiten möglichst friedlich beigelegt werden.
  • Freundschaftliche Beziehungen fördern: Die Gleichberechtigung und das Selbstbestimmungsrecht der Völker sollen geachtet werden.
  • International zusammenarbeiten: Staaten sollen wirtschaftliche, soziale, kulturelle und humanitäre Probleme gemeinsam bearbeiten sowie Menschenrechte fördern.
  • Gemeinsames Handeln abstimmen: Die UNO dient als Mittelpunkt, an dem Staaten ihre Anstrengungen koordinieren.

Frieden bedeutet dabei mehr als die Abwesenheit von Krieg.

Definition

Negativer und positiver Frieden

Negativer Frieden bedeutet, dass keine militärische Gewalt ausgeübt wird. Positiver Frieden umfasst zusätzlich Bedingungen für ein friedliches Zusammenleben, etwa Menschenrechte und internationale Zusammenarbeit.

Beispiel

Zwei Staaten stellen ihre Kämpfe ein. Damit ist zunächst negativer Frieden erreicht. Wenn sie anschließend Streitfragen verhandeln, Vertrauen aufbauen und bei humanitären Problemen zusammenarbeiten, entstehen Elemente positiven Friedens.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Situation zeigt positiven Frieden?
Lösung: Zwei ehemalige Gegner beenden die Gewalt und arbeiten anschließend beim Schutz von Menschenrechten zusammen. — Positiver Frieden verbindet Gewaltfreiheit mit Zusammenarbeit und Bedingungen für ein dauerhaft friedliches Zusammenleben.
Frage 2 von 2MittelWarum gehört internationale Zusammenarbeit zur Friedenssicherung?
Lösung: Grenzüberschreitende Probleme können Spannungen verstärken und lassen sich häufig nur gemeinsam bearbeiten. — Das Friedensverständnis der UNO umfasst auch gemeinsame Lösungen für wirtschaftliche, soziale, kulturelle und humanitäre Probleme.
Wie ist die UNO aufgebaut?

Die UNO hatte nach dem im Ausgangsmaterial genannten Stand 193 Mitgliedstaaten. Ihre Arbeit verteilt sich auf sechs Hauptorgane:

HauptorganZentrale Aufgabe
GeneralversammlungForum aller Mitgliedstaaten; berät und gibt überwiegend Empfehlungen ab
Sicherheitsratträgt die Hauptverantwortung für Frieden und internationale Sicherheit
Sekretariatunterstützt die laufende Arbeit der Organisation
Wirtschafts- und Sozialratkoordiniert wirtschaftliche und soziale Zusammenarbeit
Internationaler Gerichtshofbehandelt Rechtsstreitigkeiten zwischen Staaten
Treuhandratgehört zu den sechs in der Charta festgelegten Hauptorganen

Daneben gibt es Programme, Einrichtungen und Sonderorganisationen. Beispiele sind das Kinderhilfswerk UNICEF, das Flüchtlingshilfswerk UNHCR, die Weltgesundheitsorganisation WHO, die Weltbank und die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO.

Gut zu wissen

Die zahlreichen Einrichtungen zeigen das umfassende Friedensverständnis der UNO: Gesundheit, Ernährung, Bildung, Menschenrechte und Flüchtlingsschutz können für ein friedliches Zusammenleben ebenso wichtig sein wie die Beendigung von Kämpfen.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelches Organ trägt die Hauptverantwortung für Frieden und internationale Sicherheit?
Lösung: der Sicherheitsrat — Der Sicherheitsrat kann über Maßnahmen wie Sanktionen und mandatierte Einsätze entscheiden.
Frage 2 von 2MittelWarum sind UNICEF und UNHCR keine zusätzlichen Hauptorgane?
Lösung: Sie gehören zum weiteren UN-System, aber nicht zu den sechs Hauptorganen der Charta. — Die sechs Hauptorgane sind festgelegt; daneben besteht ein weit verzweigtes System von Programmen und Einrichtungen.
Warum ist der Sicherheitsrat so mächtig?

Der Sicherheitsrat kann sich mit einer Friedensbedrohung befassen, zur friedlichen Beilegung auffordern, Sanktionen beschließen oder einen Einsatz mandatieren. Er besteht aus 15 Mitgliedern:

  • fünf ständigen Mitgliedern: China, Frankreich, Großbritannien, Russland und USA;
  • zehn nichtständigen Mitgliedern, die nur für einen begrenzten Zeitraum dem Rat angehören.

Die fünf ständigen Mitglieder besitzen ein Vetorecht.

Definition

Veto

Ein Veto ist die Möglichkeit eines ständigen Mitglieds, einen inhaltlichen Beschluss des Sicherheitsrates zu verhindern. Eine große Mehrheit allein reicht dann nicht aus.

Das Veto sollte sicherstellen, dass die mächtigsten Staaten die gemeinsame Friedensordnung mittragen. Es kann die UNO aber auch blockieren, wenn eines dieser Länder eigene Interessen bedroht sieht.

Beispiel

Mehrere Staaten wollen auf einen Krieg mit einer gemeinsamen Maßnahme reagieren. Im Sicherheitsrat findet der Vorschlag breite Zustimmung. Legt jedoch ein ständiges Mitglied ein Veto gegen den inhaltlichen Beschluss ein, kommt das geplante Mandat nicht zustande. Die UNO ist dann nicht untätig, weil sie den Konflikt übersehen hätte, sondern weil ihre Entscheidungsordnung gemeinsames Handeln verhindert.

Merke

Die UNO ist keine Weltregierung. Ihre Handlungsmacht ist nicht größer als die Bereitschaft ihrer Mitgliedstaaten, gemeinsam zu entscheiden und Maßnahmen umzusetzen.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelZwölf Mitglieder unterstützen eine vorgeschlagene Maßnahme. Ein ständiges Mitglied legt dagegen ein Veto ein. Was folgt daraus?
Lösung: Der inhaltliche Beschluss kommt nicht zustande. — Eine hohe Stimmenzahl genügt bei einem inhaltlichen Beschluss nicht, wenn ein ständiges Mitglied sein Vetorecht nutzt.
Frage 2 von 2SchwerWelche Aussage beschreibt das Grundproblem des Vetorechts am besten?
Lösung: Es bindet gemeinsames Handeln an die Interessen der Großmächte und kann deshalb notwendige Maßnahmen blockieren. — Das Veto verbindet die Einbindung mächtiger Staaten mit dem Risiko politischer Blockaden.
Wie entstehen Friedensmissionen?

Bei einem Konflikt handelt die UNO nicht automatisch. Ein möglicher Weg sieht so aus:

  1. Eine Friedensbedrohung wird im Sicherheitsrat beraten.
  2. Der Rat versucht zunächst, friedliche Lösungen zu unterstützen oder zwischen den Beteiligten zu vermitteln.
  3. Er kann Sanktionen oder ein Mandat für eine Mission beschließen.
  4. Mitgliedstaaten stellen Personal und andere Mittel bereit.
  5. Das Mandat bestimmt die konkreten Aufgaben des Einsatzes.

UN-Friedenstruppen werden wegen ihrer blauen Kopfbedeckung häufig Blauhelme genannt. Sie bestehen aus militärischem und zivilem Personal, das die Mitgliedstaaten bereitstellen.

Mögliche Aufgaben sind:

  • Konfliktparteien räumlich trennen;
  • eine Waffenruhe beobachten;
  • die Entwaffnung von Kämpfern kontrollieren;
  • neue Feindseligkeiten verhindern.

Für klassische Friedensmissionen ist neben einem Sicherheitsratsmandat die Zustimmung der Konfliktparteien wichtig. Die UNO besitzt keine Armee, die unabhängig von den Mitgliedstaaten jederzeit eingesetzt werden könnte.

Beispiel

Nach einer vereinbarten Waffenruhe befürchten zwei Konfliktparteien neue Angriffe. Der Sicherheitsrat beschließt eine Mission, die von Mitgliedstaaten bereitgestellte Kräfte ausführen. Die Blauhelme beobachten die Waffenruhe und kontrollieren vereinbarte Trennlinien. Sie schaffen damit Zeit und Sicherheit für weitere Verhandlungen, lösen den politischen Konflikt aber nicht automatisch.

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Frage 1 von 2LeichtWoher kommen die Soldatinnen und Soldaten einer Blauhelmmission?
Lösung: Mitgliedstaaten stellen sie bereit. — Blauhelmkräfte werden von Mitgliedstaaten zur Verfügung gestellt und handeln nach dem jeweiligen Mandat.
Frage 2 von 2MittelWelche Aufgabe passt zu einer klassischen Friedensmission?
Lösung: eine vereinbarte Waffenruhe überwachen — Typische Aufgaben sind Beobachtung, Trennung von Konfliktparteien und Kontrolle vereinbarter Maßnahmen.
Warum kann die UNO Konflikte nicht immer lösen?

Die UNO verbindet einen großen Anspruch mit begrenzter eigener Macht. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Vetos: Ein ständiges Mitglied kann einen inhaltlichen Sicherheitsratsbeschluss blockieren.
  • Unterschiedliche Interessen: Mitgliedstaaten beurteilen Konflikte und mögliche Maßnahmen verschieden.
  • Abhängigkeit von Mitgliedern: Personal, Geld und politische Unterstützung müssen von Staaten bereitgestellt werden.
  • Begrenzte Wirkung eines Einsatzes: Eine Mission kann Gewalt eindämmen, aber die Ursachen eines Konflikts nicht allein beseitigen.
  • Veränderte Konflikte: Viele heutige Kriege finden innerhalb von Staaten statt und sind schwerer mit Regeln für zwischenstaatliche Konflikte zu bearbeiten.

Diese Grenzen bedeuten nicht, dass die UNO bedeutungslos ist. Sie bietet fast allen Staaten ein gemeinsames Forum, vermittelt, koordiniert Hilfe, fördert Menschenrechte und kann bei politischer Einigung gemeinsame Maßnahmen ermöglichen.

Auch Reformforderungen ergeben sich aus diesem Spannungsverhältnis. Besonders die Zusammensetzung des Sicherheitsrates spiegelt die Machtverteilung nach dem Zweiten Weltkrieg wider. Eine ausgewogenere Vertretung soll seine Entscheidungen repräsentativer und akzeptierter machen.

Beispiel

Beurteilung: „Die UNO ist nutzlos, wenn sie nicht jeden Krieg beendet.“

Diese Aussage greift zu kurz. Ein ungelöster Krieg zeigt zwar eine ernsthafte Grenze der Organisation. Für ein ausgewogenes Urteil musst du aber auch berücksichtigen, dass die UNO Verhandlungen ermöglicht, humanitäre Arbeit koordiniert und bei ausreichender Einigung Friedensmaßnahmen beschließen kann. Entscheidend ist daher nicht nur, ob ein Konflikt endet, sondern auch, welche Handlungsmöglichkeiten vorhanden sind und wodurch sie begrenzt werden.

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Frage 1 von 1SchwerEin Konflikt dauert trotz Beratungen der UNO an. Welches Urteil ist am besten begründet?
Lösung: Der Fortbestand zeigt eine Grenze; für ein Gesamturteil müssen aber auch Entscheidungen, Blockaden und andere Tätigkeiten der UNO untersucht werden. — Ein historisches Urteil berücksichtigt Anspruch, verfügbare Mittel, konkrete Entscheidungen, politische Grenzen und erkennbare Wirkungen.
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Alles auf einen Blick
Mindmap
  • UNO
    • entstand 1945 nach dem Scheitern des Völkerbundes
    • beruht auf der UN-Charta
    • sichert Frieden und internationale Sicherheit
    • fördert Menschenrechte und Zusammenarbeit
    • besitzt sechs Hauptorgane
    • überträgt dem Sicherheitsrat besondere Verantwortung
    • ermöglicht Sanktionen und Friedensmissionen
    • bleibt von Mitgliedstaaten und Vetomächten abhängig
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWas unterscheidet die UNO von einer Weltregierung?
Lösung: Sie ist eine Organisation souveräner Staaten und hängt von deren Entscheidungen und Mitteln ab. — Die UNO koordiniert gemeinsames Handeln, steht aber nicht als souveräne Regierung über ihren Mitgliedern.
Frage 2 von 3MittelOrdne den Ablauf richtig ein: In einem Konflikt sollen Blauhelme eine Waffenruhe beobachten. Was muss vorher geschehen?
Lösung: Der Sicherheitsrat beschließt ein passendes Mandat, die Konfliktparteien stimmen der klassischen Mission zu, und Mitgliedstaaten stellen Personal bereit. — Für eine klassische Friedensmission braucht es ein Sicherheitsratsmandat, die Zustimmung der Konfliktparteien und Personal aus Mitgliedstaaten.
Frage 3 von 3SchwerZwei Erklärungen stehen zur Wahl: A: „Die UNO beendet Kriege nicht, weil Frieden gar nicht zu ihren Zielen gehört.“ B: „Die UNO kann trotz ihres Friedensziels blockiert sein, weil ihre Mitglieder unterschiedliche Interessen haben und Vetos Beschlüsse verhindern können.“ Welche ist tragfähig?
Lösung: Erklärung B, weil sie Ziel und institutionelle Grenze miteinander verbindet. — Frieden und internationale Sicherheit gehören zu den Kernzielen. Dass sie nicht immer erreicht werden, lässt sich unter anderem mit Interessengegensätzen, Vetos und der Abhängigkeit von Mitgliedstaaten erklären.

Du kannst die UNO angemessen beurteilen, wenn du drei Fragen verbindest: Was soll sie erreichen? Welche Mittel besitzt sie? Wodurch wird ihr Handeln begrenzt?

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