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Volkssouveränität

Volkssouveränität einfach erklärt: Grundsatz, dass alle Staatsgewalt vom Volk ausgeht, etwa durch Wahlen und Verfassungen.

Wenn in deiner Klasse ein Ausflug geplant wird, kann nicht einfach eine Person heimlich alles bestimmen. Ihr besprecht Vorschläge, stimmt vielleicht ab und akzeptiert dann eine Entscheidung. In einem Staat ist das viel größer, aber die Grundfrage ist ähnlich: Wer darf verbindlich entscheiden?

Die Grundidee: Wer darf im Staat bestimmen?

Stell dir vor, ein König sagt: „Ich entscheide, weil ich als König geboren wurde.“ Genau gegen diese Vorstellung richtet sich die Idee der Volkssouveränität. Sie fragt nicht: Wer hat den höchsten Rang? Sie fragt: Von wem darf politische Macht ausgehen?

Definition

Ein Staat ist eine politische Gemeinschaft mit Gebiet, Menschen und verbindlichen Regeln.

Eine Verfassung ist die wichtigste rechtliche Grundordnung eines Staates. Sie legt fest, wie Macht ausgeübt wird und welche Rechte geschützt sind.

Demokratie bedeutet Herrschaft des Volkes. Die Bürgerinnen und Bürger sollen politische Macht mitbestimmen können.

Volkssouveränität bedeutet: Die höchste politische Entscheidungsgewalt in einem Staat geht vom Volk aus.

Volk meint hier die Bürgerinnen und Bürger, die zu diesem Staat gehören und politische Rechte haben.

Souveränität bedeutet höchste Entscheidungsgewalt. Wer souverän ist, gilt als letzte Quelle politischer Macht.

Deine Lernziele
  • Du erklärst, was Volkssouveränität bedeutet.
  • Du unterscheidest Macht durch das Volk von Macht durch einen König oder eine kleine Herrschaftsgruppe.
  • Du beschreibst, wie Bürgerinnen und Bürger in einer Demokratie mitbestimmen.
  • Du ordnest die Idee in die Französische Revolution und das Grundgesetz ein.
  • Du erkennst, warum demokratische Macht Grenzen braucht.
Beispiel

In einer Königsherrschaft kann ein König behaupten: „Ich darf regieren, weil meine Familie schon immer herrscht.“

Bei Volkssouveränität reicht so eine Begründung nicht. Eine Regierung darf nur herrschen, wenn ihre Macht auf das Volk zurückgeführt werden kann, zum Beispiel durch Wahlen und eine Verfassung.

Merke

Volkssouveränität heißt nicht: Jeder einzelne Mensch entscheidet immer alles selbst. Es heißt: Staatliche Macht braucht ihren Ursprung im Volk.

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Staatsgewalt: Welche Macht kommt vom Volk?

Wenn ein Staat handelt, merkst du das oft sehr konkret. Er erlässt Gesetze, erhebt Steuern, betreibt Schulen, schützt Rechte und kann Strafen verhängen. Diese Macht ist stark. Deshalb muss klar sein, woher sie kommt.

Definition

Staatsgewalt ist die Macht des Staates, verbindliche Regeln zu setzen, Entscheidungen durchzusetzen und Recht zu sprechen.

Dazu gehören zum Beispiel Parlamente, Regierungen, Behörden, Polizei und Gerichte.

Beispiel

Ein Parlament beschließt ein Schulgesetz. Eine Behörde organisiert die Umsetzung. Ein Gericht prüft später, ob eine Entscheidung rechtmäßig war.

Alle drei handeln nicht als Privatpersonen. Sie handeln mit Staatsgewalt.

Gut zu wissen

Im deutschen Grundgesetz steht in Artikel 20 Absatz 2: Die Staatsgewalt hat ihren Ursprung beim Volk. Ausgeübt wird sie durch Wahlen, Abstimmungen und staatliche Organe wie Parlament, Regierung, Verwaltung und Gerichte.

Damit ist gemeint: Auch Behörden, Gerichte und Regierung müssen letztlich auf eine demokratische Grundlage zurückführbar sein.

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Direkte und indirekte Mitbestimmung

Vielleicht hast du schon einmal direkt abgestimmt: über einen Klassensprecher, ein Projekt oder ein Ziel für den Wandertag. In einem großen Staat können aber nicht alle Menschen jeden Tag über jede einzelne Frage abstimmen. Darum gibt es verschiedene Formen der Mitbestimmung.

Definition

Direkte Demokratie bedeutet: Bürgerinnen und Bürger entscheiden selbst über eine Sachfrage, zum Beispiel durch eine Volksabstimmung.

Repräsentative Demokratie bedeutet: Bürgerinnen und Bürger wählen Vertreterinnen und Vertreter, die für eine bestimmte Zeit politische Entscheidungen treffen.

Beispiel

Direkt wäre: Die Bürger stimmen selbst über eine konkrete Verfassungsfrage ab.

Repräsentativ wäre: Die Bürger wählen den Bundestag. Die Abgeordneten beraten und beschließen dann Gesetze.

Merke

Volkssouveränität kann direkt oder indirekt ausgeübt werden. Entscheidend ist, dass die Macht auf das Volk zurückgeht.

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Französische Revolution: Vom Untertan zum Bürger

Vor der Französischen Revolution lebten viele Menschen in Europa in Gesellschaften mit starken Standesunterschieden. Adel und Geistlichkeit hatten besondere Rechte. Der König stand an der Spitze. Viele einfache Menschen hatten kaum politische Mitsprache.

Definition

Ein Untertan ist jemand, der einer Herrschaft gehorchen muss, ohne gleichberechtigt an der politischen Macht beteiligt zu sein.

Ein Bürger ist in der modernen politischen Bedeutung ein Mitglied des Staates mit Rechten und Pflichten. Bürger sollen nicht nur gehorchen, sondern mitbestimmen können.

Absolutismus bezeichnet eine Herrschaftsform, in der ein Monarch sehr viel Macht bei sich bündelt und nur schwach durch andere politische Kräfte begrenzt wird.

Beispiel

Im Frankreich vor 1789 beanspruchte der König besonders viel Macht. Viele Menschen forderten in der Revolution: Nicht der König allein soll die politische Ordnung bestimmen. Die Nation und ihre Bürger sollen Träger der politischen Macht sein.

Gut zu wissen

Die Idee der Volkssouveränität wurde im 18. Jahrhundert durch Aufklärung, Menschenrechtserklärungen und Revolutionen besonders wichtig. Der Philosoph Jean-Jacques Rousseau prägte den Gedanken, dass eine berechtigte politische Ordnung auf dem gemeinsamen Willen der Bürger beruhen müsse.

Merke

Die Französische Revolution machte aus einer alten Frage eine politische Kampfansage: Herrschaft soll nicht durch Geburt gerechtfertigt sein, sondern durch das Volk.

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Legitimität: Warum darf jemand regieren?

Nicht jede Macht ist automatisch berechtigt. Ein Räuber kann dich zwingen, etwas zu tun. Trotzdem hat er kein Recht dazu. In der Politik geht es deshalb nicht nur um Macht, sondern auch um ihre Rechtfertigung.

Definition

Legitimität bedeutet: Eine Herrschaft wird als berechtigt anerkannt, weil sie auf anerkannten Regeln und Gründen beruht.

In einer Demokratie entsteht Legitimität vor allem durch freie Wahlen, gleiche politische Rechte, eine Verfassung und die Bindung staatlicher Macht an Recht.

Beispiel

Eine Regierung gewinnt eine freie Wahl. Danach darf sie regieren, aber nicht beliebig handeln. Sie muss Gesetze beachten, Rechte respektieren und sich später wieder Wahlen stellen.

Eine Diktatur kann stark sein und Befehle durchsetzen. Aber wenn sie freie Wahlen verhindert und Gegner verfolgt, fehlt ihr demokratische Legitimität.

Merke

Macht beschreibt, was jemand durchsetzen kann. Legitimität beschreibt, warum diese Macht als berechtigt gelten darf.

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Grenzen: Rechte, Rechtsstaat und Gewaltenteilung

Volkssouveränität klingt zuerst so, als könne das Volk alles entscheiden. Aber moderne Demokratien ziehen Grenzen. Denn auch eine Mehrheit kann ungerecht handeln, wenn sie Minderheiten entrechtet oder Macht nicht kontrolliert wird.

Definition

Grundrechte sind besonders wichtige Rechte des Einzelnen gegenüber dem Staat, zum Beispiel Menschenwürde, Meinungsfreiheit und Gleichheit vor dem Gesetz.

Ein Rechtsstaat ist ein Staat, in dem staatliche Macht an Gesetze und Rechte gebunden ist. Niemand soll einfach nach Willkür herrschen.

Rechtsstaatlichkeit bedeutet, dass diese Bindung an Recht und Gesetz tatsächlich gilt und kontrolliert werden kann.

Gewaltenteilung bedeutet: Die Staatsgewalt wird auf verschiedene Bereiche verteilt, damit niemand zu viel Macht bekommt. Man unterscheidet Gesetzgebung, Regierung und Verwaltung sowie Rechtsprechung.

Beispiel

Das Parlament beschließt Gesetze. Die Regierung und die Verwaltung führen sie aus. Gerichte prüfen Streitfälle und können staatliches Handeln kontrollieren.

So soll verhindert werden, dass eine einzige Stelle gleichzeitig Regeln macht, sie durchsetzt und über ihre eigene Rechtmäßigkeit entscheidet.

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Merke

Demokratie heißt nicht: Die Mehrheit darf alles. Demokratie heißt: Das Volk bestimmt innerhalb einer Ordnung, die Freiheit und Rechte schützt.

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Zusammenfassung

Volkssouveränität bedeutet, dass die höchste politische Macht vom Volk ausgeht. Damit steht sie gegen die Vorstellung, ein König, eine kleine Elite oder eine Diktatur dürfe aus eigener Macht über alle bestimmen.

Das Volk übt diese Macht in modernen Demokratien meist durch Wahlen, Abstimmungen und staatliche Organe aus. In Deutschland drückt das Grundgesetz diesen Gedanken deutlich aus. Wichtig ist dabei: Auch gewählte Macht bleibt an Verfassung, Grundrechte, Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung gebunden.

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