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Widerstand gegen den Nationalsozialismus erklärt

Widerstand gegen den Nationalsozialismus erklärt
Widerstand gegen den Nationalsozialismus erklärt
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Widerstand gegen den Nationalsozialismus war kein einheitlicher Zusammenschluss. Einzelne Menschen und kleine Gruppen halfen Verfolgten, verbreiteten Flugblätter, verweigerten Befehle oder planten den Sturz Hitlers. Sie handelten unter Lebensgefahr, blieben aber eine kleine und häufig isolierte Minderheit.

Auf dieser Seite lernst du, verschiedene Formen des Widerstands zu unterscheiden und nach Motiv, Ziel, Risiko und Wirkung zu vergleichen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was zählt als Widerstand?

Ist schon heimliche Kritik Widerstand? Die Grenze ist nicht immer eindeutig. Deshalb betrachten Historikerinnen und Historiker nicht nur eine einzelne Handlung, sondern auch deren Absicht, Ziel und Situation.

Definition

Widerstand

Widerstand bezeichnet bewusstes Handeln gegen die nationalsozialistische Herrschaft, ihre Politik oder ihre Verbrechen. Dazu konnten Aufklärung, Hilfe für Verfolgte, Verweigerung, Sabotage sowie Attentats- und Umsturzversuche gehören.

Zwischen Zustimmung und aktivem Widerstand gab es mehrere Abstufungen:

  • Begeisterung und Unterstützung: Menschen befürworteten das Regime oder wirkten an seiner Politik mit.
  • Anpassung: Menschen ordneten sich unter, auch wenn sie nicht jede Maßnahme guthießen.
  • Dissens: Menschen lehnten einzelne Entscheidungen oder Ziele ab.
  • Opposition: Menschen traten dem Regime oder wichtigen Teilen seiner Politik bewusst entgegen.
  • Widerstand: Menschen handelten bewusst gegen Herrschaft, Krieg oder Verbrechen und nahmen dabei oft große Gefahren auf sich.

Nicht jede Abweichung war politischer Widerstand. Wer beispielsweise nur Regeln einer NS-Jugendorganisation nicht mochte, wollte damit noch nicht unbedingt das Regime bekämpfen. Wer dagegen Verfolgte versteckte oder Flugblätter gegen die Diktatur verteilte, griff bewusst in das Handeln des Regimes ein.

Merke

Beurteile nicht nur, was jemand tat. Frage auch: Warum handelte die Person, wogegen richtete sich die Handlung und welches Ziel verfolgte sie?

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Frage 1 von 1LeichtWelche Handlung ist eindeutig als Widerstand gegen die NS-Verfolgung einzuordnen?
Lösung: Eine Person versteckt bewusst einen verfolgten Menschen und versorgt ihn heimlich. — Die bewusste Rettung eines verfolgten Menschen richtet sich unmittelbar gegen die Verfolgungspolitik. Die Person nutzt ihren Handlungsspielraum und geht dabei ein erhebliches Risiko ein.
Welche Formen nahm der Widerstand an?

Widerstand entstand in unterschiedlichen sozialen, politischen und religiösen Milieus. Eine gemeinsame Organisation aller Gegner gab es nicht.

FormTypische HandlungBeispiel
Aufklärung und öffentliche KritikFlugblätter, Predigten, Wandparolen oder illegale SchriftenWeiße Rose; Predigten Clemens August Graf von Galens
Politischer Untergrundgeheime Gruppen, Propaganda und Sabotagekommunistische und sozialdemokratische Gruppen
Hilfe und RettungVerfolgte verstecken, versorgen oder vor der Ermordung bewahrenOskar Schindler, Wilm Hosenfeld und Anton Schmid
Religiöse VerweigerungKriegsdienst oder totalitäre Ansprüche ablehnenZeugen Jehovas
Attentat und UmsturzHitler töten und die Regierung übernehmenGeorg Elser; Netzwerk des 20. Juli 1944
Protest und spontanes Handelnöffentlich gegen eine konkrete Verfolgungsmaßnahme auftretenProtest in der Berliner Rosenstraße
Widerstand aus dem Exilinformieren, senden oder in gegnerischen Streitkräften mitwirkenThomas Mann, Klaus Mann und Willy Brandt

Auch die Motive unterschieden sich. Einige handelten aus politischen Überzeugungen, andere aus religiösem Glauben, Mitmenschlichkeit oder persönlicher Gewissensentscheidung. Bei Teilen der Militäropposition kamen die Erkenntnis des verbrecherischen Krieges und die Erwartung einer deutschen Niederlage hinzu.

Beispiel

Zwei verschiedene Wege: Mitglieder der Weißen Rose verfassten und verteilten Flugblätter. Sie wollten über Unrecht und Verbrechen aufklären und Menschen zum Widerstand bewegen. Helfer Verfolgter griffen anders ein: Sie versteckten Menschen, beschafften Nahrung oder verhinderten ihre Ermordung. Die erste Form zielte stärker auf Öffentlichkeit und politische Wirkung, die zweite unmittelbar auf die Rettung konkreter Menschen.

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Frage 1 von 1MittelEine Person versorgt heimlich eine verfolgte Familie. Was beschreibt die Widerstandsform am genauesten?
Lösung: Hilfe und Rettung, weil die Person die Verfolgung praktisch behindert. — Die Form richtet sich nach der Handlung. Wer Verfolgte versteckt oder versorgt, leistet konkrete Hilfe und verhindert damit möglicherweise ihre Festnahme oder Ermordung.
Wie unterscheiden sich Weiße Rose und 20. Juli?

Die Weiße Rose und das Netzwerk des 20. Juli 1944 gehören zu den bekanntesten Beispielen. Beide wandten sich gegen das NS-Regime, nutzten aber unterschiedliche Mittel.

Die Weiße Rose

Die Widerstandsgruppe entstand 1942 im Umfeld Münchner Studierender. Zu ihr gehörten Hans und Sophie Scholl, Alexander Schmorell, Willi Graf und weitere Beteiligte; später wirkte auch Professor Kurt Huber mit. Erfahrungen mit Krieg und deutschen Verbrechen an der Ostfront beeinflussten die Gruppe.

Mit Flugblättern kritisierte sie das Regime, erinnerte an moralische Verantwortung und rief zum Widerstand sowie zur Beendigung des Krieges auf. Eine Flugblattaktion führte 1943 zu Verhaftungen und Hinrichtungen.

Das Netzwerk des 20. Juli 1944

Der Umsturzversuch wurde von einem zivil-militärischen Netzwerk vorbereitet. Dazu gehörten Offiziere, Verwaltungsfachleute, konservative Politiker, Sozialdemokraten und Gewerkschafter. Gemeinsam waren ihnen vor allem der Sturz Hitlers, ein rasches Kriegsende und die Wiederherstellung des Rechtsstaats. Über die spätere Staatsordnung bestanden jedoch unterschiedliche Vorstellungen.

Claus Schenk Graf von Stauffenberg brachte am 20. Juli 1944 eine Bombe in Hitlers Hauptquartier zur Explosion. Hitler überlebte. Der anschließend ausgelöste Umsturz brach noch am selben Tag zusammen.

VergleichspunktWeiße Rose20. Juli 1944
zentrale HandlungFlugblätter verfassen und verteilenAttentat und militärisch gestützter Staatsstreich
wichtiges Motivmoralische und teilweise religiöse Ablehnung von Diktatur, Krieg und Verbrechenunterschiedliche Motive, darunter Ablehnung der Verbrechen und Sorge vor der Niederlage
Zielaufklären, zum Widerstand aufrufen und den Krieg beendenHitler stürzen, Krieg beenden und den Staat neu ordnen
RisikoEntdeckung, Haft und HinrichtungEntdeckung, Hinrichtung und Verfolgung von Angehörigen
unmittelbare Wirkungkeine breite Widerstandsbewegung; Gruppe zerschlagenHitler überlebte; Staatsstreich scheiterte
Merke

Gleiche Gegner bedeuten nicht automatisch gleiche Motive, Mittel oder Vorstellungen von der Zukunft.

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Frage 1 von 1MittelWelcher Vergleich ist sachlich richtig?
Lösung: Die Weiße Rose setzte vor allem auf Flugblätter; das Netzwerk des 20. Juli plante Attentat und Staatsstreich. — Beide Formen waren lebensgefährlich. Sie unterschieden sich besonders in ihren Mitteln: öffentliche Aufklärung durch Flugblätter auf der einen, Attentat und organisierter Umsturz auf der anderen Seite.
Warum war Widerstand so schwierig?

Das NS-Regime verfolgte Gegner mit Gestapo, Gefängnissen, Konzentrationslagern, Folter und Hinrichtungen. Schon ein Verdacht oder Verrat konnte eine Gruppe gefährden. Angehörige von Beteiligten des 20. Juli wurden teilweise allein wegen ihrer familiären Beziehung verfolgt und festgehalten; das Regime nannte dies „Sippenhaft“.

Hinzu kamen gesellschaftliche Bedingungen:

  • Ein großer Teil der Bevölkerung unterstützte das Regime oder passte sich an.
  • Viele Menschen waren eingeschüchtert oder resigniert.
  • Widerstandsgruppen waren häufig klein, voneinander getrennt und schlecht miteinander verbunden.
  • Das Regime kontrollierte Medien und verbreitete Propaganda.
  • Offene Organisation und zuverlässige Kommunikation waren äußerst gefährlich.

Deshalb konnten die Beteiligten nur begrenzt Mitstreiter gewinnen. Die Diktatur wurde nicht durch den deutschen Widerstand gestürzt, sondern endete im Mai 1945 durch die militärische Niederlage gegen ihre Kriegsgegner.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Widerstandshandlung wirkungslos war. Hilfe konnte einzelne Menschen retten. Der mehrtägige Protest in der Berliner Rosenstraße gegen die Festnahme jüdischer Ehepartner und Angehöriger war erfolgreich. Andere Handlungen bewahrten Wissen über Verbrechen oder zeigten, dass Menschen trotz der Gefahren Handlungsspielräume nutzten.

Gut zu wissen

Wirkung hat mehrere Ebenen: Frage nach der unmittelbaren Wirkung auf Betroffene, der politischen Wirkung auf das Regime und der späteren moralischen oder erinnerungspolitischen Bedeutung. Eine Handlung kann politisch scheitern und dennoch Menschen retten oder ein wichtiges Zeichen gegen Unrecht setzen.

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Frage 1 von 1MittelWarum entstand keine breite Widerstandsbewegung?
Lösung: Terror, Überwachung, gesellschaftliche Unterstützung des Regimes und die Isolation vieler Gruppen begrenzten den Widerstand. — Mehrere Faktoren wirkten zusammen: staatlicher Terror, die Zustimmung oder Anpassung vieler Menschen sowie die geringe Größe und Verbindung der Gruppen.
Warum scheiterte der 20. Juli 1944?

Der Umsturzplan verband das Attentat mit dem Mechanismus „Walküre“. Nach Hitlers Tod sollten Truppen wichtige Stellen sichern und die politische Führung übernehmen. Tatsächlich entwickelte sich der Tag anders:

  1. Stauffenbergs Bombe explodierte gegen 12:42 Uhr, doch Hitler wurde nur leicht verletzt.
  2. Stauffenberg hielt Hitler zunächst für tot und flog nach Berlin zurück.
  3. Die Umsturzbefehle wurden erst mit erheblicher Verzögerung ausgelöst.
  4. Die Nachrichtensperre blieb unvollständig. Das Regime konnte Gegenbefehle und die Nachricht von Hitlers Überleben verbreiten.
  5. Militärische Befehlshaber entzogen dem Umsturz ihre Unterstützung oder stellten sich gegen ihn.
  6. Noch in der Nacht wurden Stauffenberg und mehrere Mitverschwörer erschossen.
Beispiel

Das Scheitern hatte nicht nur eine Ursache. Hitlers Überleben war entscheidend, weil viele Offiziere ihren Gehorsam nun nicht aufgaben. Die verzögerten Befehle und die unvollständig unterbrochene Kommunikation verschafften dem Regime zusätzlich Zeit. Diese Ursachen verstärkten sich gegenseitig.

Nach dem Scheitern verfolgte das Regime tatsächliche und vermeintliche Beteiligte. Die meisten engeren Beteiligten wurden vom Volksgerichtshof zum Tod verurteilt. Das Attentat erschütterte die Herrschaft nicht dauerhaft; die Verfolgung innerer Gegner wurde noch brutaler.

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Frage 1 von 1SchwerWelche Erklärung erfasst das Scheitern am besten?
Lösung: Hitlers Überleben, Verzögerungen, offene Kommunikationswege und schwindende militärische Unterstützung wirkten zusammen. — Ein Staatsstreich verlangt mehr als ein Attentat. Nach Hitlers Überleben konnte das Regime Gegenbefehle verbreiten, während die Verschwörer Zeit und Unterstützung verloren.
Wie beurteilst du eine Widerstandshandlung?

Ein begründetes Urteil vermeidet zwei Fehler: Du solltest weder jede Regelabweichung automatisch als Widerstand bezeichnen noch nur erfolgreiche Attentate gelten lassen.

Nutze vier Prüffragen:

  1. Motiv: Warum handelte die Person oder Gruppe?
  2. Ziel: Richtete sich das Handeln gegen Herrschaft, Krieg, Verfolgung oder einzelne Maßnahmen?
  3. Mittel und Risiko: Was wurde konkret getan, und welche Gefahr bestand?
  4. Wirkung: Was änderte sich unmittelbar, politisch oder langfristig?
Beispiel

Aufgabe: Vergleiche die Weiße Rose und das Netzwerk des 20. Juli anhand der vier Prüffragen.

Musterlösung: Beide wandten sich bewusst gegen die NS-Diktatur und nahmen ein tödliches Risiko auf sich. Die Weiße Rose wollte mit Flugblättern aufklären, moralische Verantwortung wecken und zum Widerstand aufrufen. Das Netzwerk des 20. Juli plante dagegen die Tötung Hitlers und die Übernahme staatlicher Macht. Seine Beteiligten hatten unterschiedliche Motive und Zukunftsvorstellungen. Beide Versuche scheiterten unmittelbar: Die Weiße Rose löste keine breite Bewegung aus, und der Staatsstreich brach zusammen. Dennoch belegen beide Fälle, dass Menschen verschiedene Handlungsmöglichkeiten gegen die Diktatur nutzten.

Auch innerhalb einer Gruppe muss differenziert werden. Bei Jugendlichen wie den Edelweißpiraten konnte unangepasstes Verhalten mit bewusster politischer Opposition zusammentreffen. Deshalb muss ein Urteil an den konkreten Handlungen und Motiven ansetzen.

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Frage 1 von 1SchwerEine Jugendgruppe meidet NS-Organisationen, hilft später Verfolgten und verteilt regimekritische Zettel. Welches Urteil ist am besten begründet?
Lösung: Die einzelnen Handlungen müssen unterschieden werden; Hilfe und regimekritische Verbreitung sprechen deutlich für bewussten Widerstand. — Ein differenziertes Urteil betrachtet die Entwicklung und jede Handlung einzeln. Bewusste Hilfe für Verfolgte und regimekritische Aufklärung richten sich konkret gegen die Diktatur.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Widerstand gegen den Nationalsozialismus
    • Einordnung zwischen Dissens, Opposition und aktivem Widerstand
    • Formen wie Aufklärung, Rettung, Verweigerung, Sabotage und Umsturz
    • Gruppen und Einzelne aus politischen, militärischen und religiösen Milieus
    • Gefahren durch Überwachung, Haft, Folter und Hinrichtung
    • Grenzen durch Isolation, Anpassung und Unterstützung des Regimes
    • Wirkung auf Betroffene, Politik und spätere Erinnerung
    • Urteil nach Motiv, Ziel, Mittel, Risiko und Wirkung
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Aussage beschreibt den Widerstand gegen den Nationalsozialismus richtig?
Lösung: Er bestand aus unterschiedlichen Einzelpersonen und Gruppen mit verschiedenen Motiven, Zielen und Mitteln. — Zum Widerstand gehörten unter anderem politische Gruppen, Studierende, Militärs, religiös Handelnde, Helfer Verfolgter und Menschen im Exil.
Frage 2 von 3MittelWorin bestand ein wesentlicher Unterschied zwischen Weißer Rose und 20. Juli?
Lösung: Die Weiße Rose setzte auf Flugblätter, während das Netzwerk des 20. Juli Attentat und Staatsstreich plante. — Der Vergleich muss Handlung und Ziel verbinden: Aufklärung und Aufruf zum Widerstand standen einem organisierten Versuch zur Übernahme staatlicher Macht gegenüber.
Frage 3 von 3SchwerEine Widerstandsaktion stürzt das Regime nicht, rettet aber mehrere Verfolgte. Wie ist ihre Wirkung zu beurteilen?
Lösung: Politisch beseitigt sie das Regime nicht, wirkt aber unmittelbar für die Geretteten und kann moralische Bedeutung besitzen. — Unterscheide mehrere Wirkungsebenen. Politischer Misserfolg schließt eine konkrete Rettungswirkung oder spätere moralische Bedeutung nicht aus.

Du kannst Widerstand nun differenziert untersuchen: Entscheidend sind nicht Bekanntheit oder Erfolg allein, sondern die konkrete Handlung, ihre Absicht, das eingegangene Risiko und ihre unterschiedlichen Wirkungen.

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