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Digitale Signatur: Ablauf, Prüfung und PKI

Digitale Signatur: Ablauf, Prüfung und PKI
Digitale Signatur: Ablauf, Prüfung und PKI
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Eine digitale Signatur verbindet ein digitales Dokument kryptografisch mit einem privaten Schlüssel. So kannst du prüfen, ob das Dokument verändert wurde und ob die Signatur zum behaupteten Absender passt. Vertraulich wird der Inhalt dadurch jedoch nicht.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was ist eine digitale Signatur?

Stell dir vor, Alice sendet Bob ein wichtiges Dokument. Bob möchte zwei Fragen beantworten:

  1. Ist das Dokument noch genauso, wie Alice es signiert hat?
  2. Passt die Signatur zu dem Schlüssel, der Alice zugeordnet ist?

Eine digitale Signatur liefert dafür technisch prüfbare Daten. Sie beruht auf asymmetrischer Kryptografie: Ein zusammengehöriges Schlüsselpaar besteht aus einem geheimen privaten und einem verteilbaren öffentlichen Schlüssel.

Definition

Hashwert

Ein Hashwert ist ein kurzer digitaler Prüfwert, der aus dem Inhalt eines Dokuments berechnet wird. Schon eine kleine Änderung am Dokument führt normalerweise zu einem anderen Hashwert.

Definition

Digital signieren

Beim digitalen Signieren verarbeitet ein Signaturverfahren den Hashwert des Dokuments mit dem privaten Schlüssel. Das Ergebnis ist die digitale Signatur.

Eine elektronische Signatur ist dagegen ein weiter gefasster rechtlicher Begriff für elektronisches Unterzeichnen. Eine eingescannte Unterschrift kann eine einfache elektronische Signatur sein, ohne eine kryptografische digitale Signatur zu enthalten.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt eine digitale Signatur am besten?
Lösung: Sie verbindet Prüfdaten eines Dokuments mit einem privaten Schlüssel. — Die digitale Signatur wird aus dem Dokument-Hash und dem privaten Schlüssel erzeugt. Sie kann unsichtbar im Hintergrund gespeichert sein.
Wie wird eine Signatur erstellt?

Alice besitzt einen privaten Schlüssel. Der zugehörige öffentliche Schlüssel darf anderen bekannt sein. Zum Signieren geschieht Folgendes:

  1. Alice wählt das Dokument aus.
  2. Eine Hashfunktion berechnet den Hashwert des Dokuments.
  3. Das Signaturverfahren verarbeitet diesen Hashwert mit Alices privatem Schlüssel.
  4. Alice sendet Bob das Dokument, die Signatur und die nötigen Prüfinformationen.
Beispiel

Alice signiert die Nachricht „Treffen um 15 Uhr“.

  • Die Software berechnet zunächst den Hashwert der Nachricht.
  • Sie erzeugt mit diesem Hashwert und Alices privatem Schlüssel die Signatur.
  • Alice übermittelt Nachricht und Signatur an Bob.

Der private Schlüssel wird dabei nicht mitgesendet. Er muss geheim bleiben.

Merke

Privater Schlüssel: signieren. Öffentlicher Schlüssel: prüfen.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Zuerst wird aus dem ein Hashwert berechnet. Zum Signieren wird der verwendet. Mitgesendet werden Dokument und .

Lösungen: Lücke 1: Dokument; Lücke 2: private Schlüssel; Lücke 3: Signatur. Der private Schlüssel bleibt beim Unterzeichner. Nur das Dokument, die Signatur und notwendige Prüfinformationen werden weitergegeben.
Wie wird eine Signatur geprüft?

Bob erhält Alices Dokument und die zugehörige Signatur. Seine Software prüft sie in drei Schritten:

  1. Sie berechnet selbst den Hashwert des empfangenen Dokuments.
  2. Sie verwendet Alices öffentlichen Schlüssel, um die Signatur gegen diesen Hashwert zu prüfen.
  3. Sie meldet, ob Dokument, Signatur und öffentlicher Schlüssel zusammenpassen.
Beispiel

Ein Angreifer ändert Alices Nachricht in „Treffen um 18 Uhr“, lässt die alte Signatur aber unverändert.

Bobs Software berechnet nun einen Hashwert für den veränderten Text. Dieser passt nicht mehr zur alten Signatur. Die Prüfung schlägt fehl. Bob erkennt dadurch die Veränderung, auch wenn sie nur wenige Zeichen betrifft.

Eine erfolgreiche Prüfung zeigt zunächst nur:

  • Das geprüfte Dokument passt zur Signatur.
  • Die Signatur wurde mit dem privaten Schlüssel erzeugt, der zum verwendeten öffentlichen Schlüssel gehört.

Ob tatsächlich Alice den Schlüssel benutzt hat, hängt zusätzlich davon ab, ob ihr privater Schlüssel geschützt war und der öffentliche Schlüssel zuverlässig Alice zugeordnet wurde.

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Frage 1 von 1MittelBob erhält ein verändertes Dokument mit der ursprünglichen Signatur. Was geschieht bei der Prüfung?
Lösung: Der neu berechnete Hashwert passt nicht zur Signatur. — Die Prüfung bezieht den aktuellen Dokumentinhalt ein. Ändert sich dieser, passt die ursprüngliche Signatur normalerweise nicht mehr.
Wem gehört der öffentliche Schlüssel?

Ein erfolgreicher Hashvergleich reicht für eine verlässliche Absenderzuordnung noch nicht aus. Bob muss auch wissen, dass der öffentliche Schlüssel wirklich Alice gehört.

Definition

Digitales Zertifikat

Ein digitales Zertifikat ordnet einen öffentlichen Schlüssel einer Person oder Organisation zu. Es enthält die dafür notwendigen Angaben und wird selbst von einer Zertifizierungsstelle digital signiert.

Definition

Zertifizierungsstelle

Eine Zertifizierungsstelle, kurz CA, prüft eine Identität und bestätigt durch ein Zertifikat die Zuordnung zu einem öffentlichen Schlüssel.

Die Public Key Infrastructure, kurz PKI, umfasst die Regeln, technischen Systeme und beteiligten Stellen zur Ausstellung, Verteilung, Prüfung und Verwaltung von Schlüsseln und Zertifikaten.

Damit Bob Alices Signatur sinnvoll bewerten kann, prüft seine Software daher nicht nur die Dokument-Signatur. Sie muss auch das Zertifikat und dessen Vertrauenskette beachten.

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Frage 1 von 1MittelEine Signatur ist mathematisch gültig. Warum sollte Bob trotzdem das Zertifikat prüfen?
Lösung: Weil er wissen muss, wem der verwendete öffentliche Schlüssel zuverlässig zugeordnet ist. — Die Signaturprüfung zeigt die Verbindung zu einem Schlüsselpaar. Das Zertifikat hilft bei der Frage, welcher Person oder Organisation dieses Schlüsselpaar zugeordnet ist.
Was schützt eine Signatur – und was nicht?

Drei Schutzziele werden leicht verwechselt:

SchutzzielLeitfrageBeitrag der digitalen Signatur
IntegritätWurde der Inhalt verändert?Eine nachträgliche Änderung lässt die Prüfung normalerweise scheitern.
AuthentizitätPasst die Herkunft zum behaupteten Absender?Signatur, Zertifikat und geschützter privater Schlüssel stützen die Zuordnung.
VertraulichkeitKönnen Unbefugte den Inhalt lesen?Die Signatur allein schützt das Lesen nicht; dafür ist Verschlüsselung nötig.
Gut zu wissen

Eine gültige Signatur ist kein sicherer Beweis dafür, welche Person den privaten Schlüssel tatsächlich bedient hat. Wird der private Schlüssel gestohlen, kann ein Angreifer damit gültige Signaturen erzeugen. Der Schlüssel muss deshalb geheim und sicher aufbewahrt werden.

Auch eine sichtbare Unterschrift oder ein Siegelsymbol ist kein Ersatz für die technische Prüfung. Die entscheidenden Signatur- und Zertifikatsdaten können vollständig im Hintergrund liegen.

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Frage 1 von 1SchwerEin vertraulicher Bericht wird digital signiert, aber nicht verschlüsselt. Was kann eine unbefugte Person möglicherweise tun?
Lösung: Den Inhalt lesen, obwohl sie ihn nicht unbemerkt verändern kann. — Die Signatur schützt Integrität und unterstützt Authentizität. Für Vertraulichkeit muss der Inhalt zusätzlich verschlüsselt werden.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Digitale Signatur
    • Erstellung: Dokument, Hashwert, privater Schlüssel
    • Prüfung: neuer Hashwert, Signatur, öffentlicher Schlüssel
    • Zuordnung: Zertifikat, Zertifizierungsstelle, PKI
    • Schutz: Integrität und technisch gestützte Authentizität
    • Grenze: keine Vertraulichkeit ohne Verschlüsselung
    • Risiko: gestohlener oder schlecht geschützter privater Schlüssel
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelcher Schlüssel muss beim Signieren geheim bleiben?
Lösung: Der private Schlüssel — Nur der Besitzer des privaten Schlüssels soll gültige Signaturen erzeugen können.
Frage 2 von 3MittelWelche Reihenfolge beschreibt die Prüfung richtig?
Lösung: Dokument neu hashen, Signatur mit dem öffentlichen Schlüssel prüfen und die Ergebnisse abgleichen — Entscheidend sind der aktuelle Dokument-Hash, die kryptografische Signatur und der passende öffentliche Schlüssel.
Frage 3 von 3SchwerEine Prüfung ist erfolgreich, aber der private Schlüssel wurde zuvor gestohlen. Welche Schlussfolgerung ist angemessen?
Lösung: Dokument und Signatur passen technisch zusammen, aber die tatsächliche handelnde Person bleibt unsicher. — Bei einem kompromittierten privaten Schlüssel kann ein Angreifer technisch gültige Signaturen erzeugen. Eine erfolgreiche Prüfung beweist dann nicht, dass die berechtigte Person gehandelt hat.

Wenn du den Ablauf erklären kannst, prüfe immer in dieser Reihenfolge: Dokumentinhalt, Signatur, öffentlicher Schlüssel, Zertifikatszuordnung und Schutz des privaten Schlüssels.

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