Informatik

Information und Daten einfach unterscheiden

Information und Daten einfach unterscheiden
Information und Daten einfach unterscheiden
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Daten sind dargestellte Zeichen oder Werte, die gespeichert, übertragen und verarbeitet werden können. Information entsteht, wenn du Daten in einem Kontext deutest und dadurch eine für dich bedeutsame Aussage gewinnst. Auf dieser Seite lernst du, beide Begriffe zu unterscheiden und Ergebnisse von Informatiksystemen sorgfältig zu beurteilen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Woran du Daten erkennst

Ein Messwert, ein Text, ein Bild oder eine Tonaufnahme kann als Daten vorliegen. Entscheidend ist: Die Zeichen oder Werte sind auf einem Träger dargestellt, zum Beispiel in einem Speicher, auf Papier oder als Signal. Dadurch lassen sie sich aufbewahren, übertragen oder nach Regeln verarbeiten.

Definition

Zeichen und Code

Ein Zeichen ist ein unterscheidbares Element, etwa A, 7 oder ?. Ein Code legt fest, wie Zeichen dargestellt werden. Erst eine bekannte Codierung erlaubt es, eine gespeicherte Zeichenfolge passend zu lesen.

Daten müssen noch keine verständliche oder wahre Aussage enthalten. Auch eine beschädigte Datei, zufällig erzeugte Werte oder ein ungelesenes Messprotokoll sind Daten. Deshalb ist die Formulierung „Daten sind gespeicherte Information“ zu eng.

Beispiel

Auf einem Zettel steht nur 18. Diese Zeichenfolge liegt als Daten vor. Ohne weitere Angaben weißt du aber nicht, ob sie eine Temperatur, ein Alter, eine Buslinie oder etwas ganz anderes bezeichnet. Die Darstellung ist vorhanden; die beabsichtigte Bedeutung fehlt noch.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt Daten am treffendsten?
Lösung: Daten sind dargestellte Zeichen oder Werte, die gespeichert und verarbeitet werden können. — Daten erkennst du an ihrer darstellbaren Form. Ob daraus eine verständliche Aussage wird, ist eine weitere Frage.
Wie Daten Bedeutung bekommen

Damit du Daten verstehst, brauchst du Kontext. Kontext sind die Umstände, die für die Deutung wichtig sind: eine Überschrift, eine Einheit, eine Frage, der Zeitpunkt oder eine gemeinsam bekannte Situation.

Definition

Information

In diesem Wiki heißt Information: die Bedeutung, die du aus Daten in einem passenden Kontext gewinnst. In einer streng personenbezogenen Verwendung schließt oder verkleinert diese Bedeutung eine konkrete Wissenslücke.

Die Begriffe werden nicht überall gleich verwendet. Manche Darstellungen nennen bereits geordnete und aussagekräftige Daten „Information“, auch wenn ein Programm sie erzeugt oder speichert. Andere verwenden „Information“ nur für die Bedeutung, die bei einer Person entsteht. Beide Verwendungen solltest du erkennen. Für eine genaue Erklärung sagst du deshalb dazu, welches Begriffsmodell du nutzt.

Beispiel

Nun lautet die vollständige Angabe: „Temperatur im Klassenraum um 8 Uhr: 18 °C“. Überschrift, Zeitpunkt und Einheit geben den Daten einen Kontext. Du kannst daraus die Information gewinnen, dass zu diesem Zeitpunkt 18 °C gemessen wurden. Ob du das als kalt, angenehm oder warm bewertest, ist eine zusätzliche Deutung.

Merke

Daten plus Kontext und Interpretation können Information ergeben. Der Übergang geschieht nicht automatisch, denn Kontext kann fehlen und eine Interpretation kann falsch sein.

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Frage 1 von 1MittelAuf einer Anzeige steht 18. Welche Ergänzung macht die Aussage am eindeutigsten?
Lösung: „Raumtemperatur um 8 Uhr: 18 °C“ — Eine eindeutige Angabe benennt mindestens die gemessene Größe, ihren Bezug und die Einheit.
Warum Vorwissen die Information verändert

Wissen ist das, was eine Person oder Gruppe bereits für gültig hält und anwenden kann. Neue Information wird mit diesem Wissen verknüpft. Deshalb können dieselben Daten für verschiedene Menschen verschieden informativ sein.

Beispiel

Mira schreibt an Jan: „Bin angekommen!“ Jan weiß, dass Mira mit dem Zug nach Bremen fährt und auf seine Abholung wartet. Für ihn schließt die Nachricht die Wissenslücke, ob sie ihr Ziel erreicht hat. Eine unbeteiligte Person kennt weder Ziel noch Anlass. Sie kann den Satz lesen, gewinnt daraus aber nicht dieselbe Information.

Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle. Liest Jan dieselbe Nachricht direkt danach ein zweites Mal, erfährt er meist nichts Neues. Die Daten sind gleich geblieben, aber seine Wissenslücke wurde schon beim ersten Lesen geschlossen.

Gut zu wissen

Die oft gezeigte Folge „Zeichen → Daten → Information → Wissen“ ist eine hilfreiche Orientierung, aber kein vollautomatischer Herstellungsprozess. Zwischen den Stufen stehen Code, Kontext, Interpretation und vorhandenes Wissen.

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Frage 1 von 1MittelWarum enthält „Bin angekommen!“ für Jan mehr Information als für eine unbeteiligte Person?
Lösung: Jan kennt die Situation und kann die Nachricht auf seine Wissenslücke beziehen. — Information hängt nicht nur von der Nachricht ab. Auch die Situation und das Wissen der empfangenden Person wirken mit.
Was Informatiksysteme mit Daten tun

Ein Informatiksystem kann Daten erfassen, speichern, sortieren, vergleichen, übertragen und nach Regeln verändern. Ein Algorithmus ist eine eindeutige Folge ausführbarer Schritte. Er legt fest, welche Operationen das System mit den Daten ausführt.

Definition

Syntax und Semantik

Syntax bezeichnet Regeln für die Form und Struktur von Daten. Semantik bezeichnet ihre Bedeutung. Ein System kann prüfen, ob eine Eingabe zur erwarteten Form passt, ohne die menschliche Absicht hinter der Eingabe zu kennen.

Beispiel

Eine Schuldatenbank enthält Städtenamen und die Angabe, ob eine Stadt eine Hauptstadt ist. Die formale Anfrage „Nenne höchstens drei Hauptstädte, deren Name mit B beginnt“ kann das System nach festgelegten Regeln auswerten. Es liefert passende Daten. Warum die Person diese Liste braucht, weiß das System nicht: vielleicht für ein Quiz, eine Reise oder eine Unterrichtsaufgabe.

Je genauer die formale Frage ist, desto eindeutiger kann ein System die passenden Daten auswählen. Trotzdem beantwortet es die formulierte Abfrage, nicht automatisch das dahinterliegende Problem. Wenn die falschen Merkmale abgefragt werden, kann das Ergebnis formal korrekt und dennoch unpassend sein.

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Frage 1 von 1MittelEine Datenbank liefert ein formal korrektes Ergebnis. Was folgt daraus sicher?
Lösung: Das Ergebnis passt zu den programmierten Regeln und zur formulierten Abfrage. — Formale Korrektheit betrifft Regeln und Abfrage. Relevanz und Bedeutung müssen zusätzlich im Sachkontext geprüft werden.
Wie du Datenaussagen prüfst

Bevor du aus Daten eine Aussage übernimmst, klärst du zuerst die Frage. Danach prüfst du, ob die Daten zu dieser Frage passen. Herkunft, Einheit, Zeitpunkt und Vollständigkeit können die Deutung entscheidend verändern.

Ein hilfreicher Prüfweg besteht aus vier Schritten:

  1. Frage klären: Welche Wissenslücke soll geschlossen werden?
  2. Kontext prüfen: Was bedeuten die Werte oder Zeichen, und auf welche Situation beziehen sie sich?
  3. Qualität prüfen: Fehlen Werte, sind Einträge doppelt oder offensichtlich unplausibel?
  4. Aussage begrenzen: Behaupte nur, was die vorhandenen Daten tatsächlich tragen.
Beispiel

Eine Liste enthält 2, 2, 3, 4, aber keine Überschrift und keine Einheit. Du darfst die Werte ordnen oder zählen. Du darfst noch nicht behaupten, es seien vier Laufzeiten oder vier Noten. Erst eine verlässliche Beschreibung der Erhebung liefert den nötigen Kontext.

Automatisierte Handlungen brauchen dieselbe Sorgfalt. Wenn ein System aus unvollständigen oder falsch gedeuteten Daten eine Entscheidung ableitet, kann es seine Regeln trotzdem fehlerfrei ausführen. Die Verantwortung für Auswahl, Modell, Regeln und Folgen verschwindet dadurch nicht.

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Frage 1 von 1SchwerEin System sortiert eine Zahlenliste fehlerfrei. Die Überschrift der Liste fehlt. Welche Bewertung ist angemessen?
Lösung: Die Sortierung kann technisch korrekt sein; die Bedeutung der Zahlen bleibt ungeklärt. — Trenne die korrekte Operation von der Verlässlichkeit und Bedeutung ihrer Eingabedaten.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Information und Daten
    • Daten
      • Zeichen und Werte in darstellbarer Form
      • speicherbar, übertragbar und verarbeitbar
    • Bedeutung
      • entsteht durch Kontext und Interpretation
      • hängt auch von Vorwissen und Wissenslücke ab
    • Informatiksystem
      • verarbeitet Daten nach Algorithmen und Syntaxregeln
      • beantwortet formalisierte Abfragen
    • Prüfung
      • Frage, Kontext, Qualität und Grenzen klären
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWas unterscheidet Daten und Information in diesem Wiki?
Lösung: Daten sind dargestellte Zeichen oder Werte; Information ist daraus gewonnene Bedeutung im Kontext. — Die Darstellungsform gehört zu den Daten. Bedeutung entsteht erst durch Deutung in einer Situation.
Frage 2 von 3MittelEine Datei enthält Messwerte ohne Einheit. Was fehlt für eine verlässliche Interpretation besonders?
Lösung: Der Kontext, der Messgröße, Einheit und Bezug erklärt. — Ohne Messgröße, Einheit und Bezug kannst du die Zahlen bearbeiten, aber keine sichere Sachaussage daraus ableiten.
Frage 3 von 3SchwerEine Suchabfrage liefert formal passende Treffer, beantwortet aber die eigentliche Frage nur teilweise. Wie erklärst du das?
Lösung: Das System bearbeitet die formulierten Kriterien; die menschliche Absicht kann darin unvollständig abgebildet sein. — Prüfe getrennt: Wurde die formale Abfrage korrekt bearbeitet, und passen Abfrage sowie Ergebnis wirklich zur ursprünglichen Wissenslücke?

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