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Latenz einfach erklärt: Messung und Ursachen

Latenz einfach erklärt: Messung und Ursachen
Latenz einfach erklärt: Messung und Ursachen
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Latenz ist die Zeitverzögerung zwischen dem Senden einer Information und ihrer Ankunft oder der erwarteten Reaktion. Im Netzwerk wird sie meist in Millisekunden (ms) angegeben. Je kleiner die Latenz, desto schneller fühlt sich eine interaktive Anwendung an.

Auf dieser Seite lernst du, Latenz richtig zu deuten, von ähnlichen Kennzahlen zu unterscheiden und passende Ursachen sowie Gegenmaßnahmen zu erkennen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Warum Latenz bei manchen Anwendungen besonders auffällt
Definition

Latenz

Latenz ist die Wartezeit bei einer Übertragung oder Verarbeitung. Netzwerklatenz beschreibt die Zeit, die Daten von einem Punkt im Netzwerk zu einem anderen benötigen. Sie wird meist in Millisekunden gemessen; 1.000 ms entsprechen 1 Sekunde.

Bei einem Online-Spiel muss deine Eingabe erst zum Server gelangen. Die Antwort muss danach wieder zu deinem Gerät zurück. Eine große Verzögerung kann deshalb dazu führen, dass eine Bewegung verspätet erscheint.

Bei einem bereits vorgeladenen Video fällt dieselbe Verzögerung oft weniger auf: Ein Puffer speichert Daten vorübergehend. Bei einem Livestream, einem Gespräch oder einer Fernsteuerung ist eine schnelle Reaktion dagegen besonders wichtig.

Beispiel

Du drückst in einem Online-Spiel eine Taste. Die Spielfigur reagiert erst sichtbar, nachdem Daten zum Server und zurück übertragen und verarbeitet wurden. Diese gesamte wahrgenommene Reaktionszeit kann neben der Netzübertragung auch Server- und Geräteverarbeitung enthalten. Sie ist daher nicht automatisch mit der reinen einseitigen Netzwerklatenz gleichzusetzen.

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Frage 1 von 2LeichtBei welcher Anwendung ist eine niedrige Latenz besonders wichtig?
Lösung: Bei einem Livegespräch mit direktem Austausch — Bei direkter Interaktion muss eine Antwort schnell eintreffen. Verzögerungen stören dann den Gesprächsfluss.
Frage 2 von 2MittelEin Video-on-Demand läuft trotz kleiner Schwankungen flüssig. Was erklärt das am besten?
Lösung: Ein Puffer hält Daten für die Wiedergabe bereit. — Vorabladen kann Verzögerungen verdecken. Bei Livekommunikation ist das nur begrenzt möglich.
Wie Ping und RTT gemessen werden

Ein Pingtest sendet ein Echoanfragepaket an ein Ziel und wartet auf die Antwort. Der angezeigte Wert ist gewöhnlich die Round Trip Time (RTT): die Zeit für Hinweg und Rückweg zusammen.

Merke

Ping misst nicht zuverlässig die einseitige Latenz. Hin- und Rückweg können unterschiedliche Pfade und Bedingungen haben.

Beispiel

Ein Ping zeigt 40 ms RTT. Nur wenn Hin- und Rückweg ungefähr gleich lange dauern, kann man die einseitige Laufzeit grob auf 20 ms schätzen: $40\,\text{ms} : 2 = 20\,\text{ms}$. Das ist eine Näherung, keine sichere Messung jeder Richtung.

Eine weitere Kennzahl ist die Time to First Byte (TTFB). Sie reicht vom hergestellten Verbindungszustand bis zum ersten Byte der Antwort. TTFB umfasst sowohl Serververarbeitung als auch die Übertragung zurück zum Client. Sie isoliert die Netzwerklatenz also nicht.

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Frage 1 von 2LeichtWas misst ein Ping-Wert typischerweise?
Lösung: Die Zeit für Hin- und Rückweg eines Pakets — Der typische Ping-Wert ist eine RTT. Er umfasst den Weg zum Ziel und den Rückweg.
Frage 2 von 2MittelEin Ping ist plötzlich hoch. Welche Schlussfolgerung ist sicher?
Lösung: Die gemessene Hin-und-zurück-Zeit war größer als zuvor. — Der Messwert zeigt eine Veränderung der RTT. Für die Ursache und die einzelnen Richtungen braucht man weitere Untersuchungen.
Wie sich Latenz von anderen Kennzahlen unterscheidet
KennzahlLeitfrageTypische Einheit
LatenzWie lange dauert die Übertragung oder Reaktion?ms
BandbreiteWie viel Datenkapazität steht theoretisch pro Zeit bereit?Mbit/s oder Gbit/s
DurchsatzWie viele Daten werden tatsächlich erfolgreich pro Zeit übertragen?bit/s oder Mbit/s
JitterWie stark schwankt die Latenz mehrerer Übertragungen?ms als Zeitabweichung

Eine Verbindung kann eine große Bandbreite und trotzdem eine hohe Latenz haben. Ebenso kann sie schnell reagieren, aber nur wenig Daten pro Sekunde übertragen. Kapazität, tatsächlich übertragene Menge und Wartezeit sind verschiedene Größen.

Beispiel

Ein Netz bietet 100 Mbit/s Bandbreite. Tatsächlich werden tagsüber 50 Mbit/s und nachts 80 Mbit/s übertragen. Die Bandbreite beschreibt die mögliche Kapazität, die beiden Messwerte den Durchsatz. Ohne zusätzliche Zeitmessung sagt keiner dieser Werte, wie hoch die Latenz ist.

Jitter betrifft nicht die durchschnittliche Verzögerung allein, sondern ihre Schwankung. Für Sprache oder Video kann eine gleichmäßige Verzögerung leichter auszugleichen sein als stark wechselnde Paketlaufzeiten.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Aussage beschreibt Durchsatz?
Lösung: Die tatsächlich erfolgreich übertragene Datenmenge pro Zeit — Durchsatz zeigt, wie viel unter den wirklichen Bedingungen pro Zeit übertragen wird.
Frage 2 von 2MittelEine Verbindung hat viel Bandbreite, reagiert aber träge. Ist das möglich?
Lösung: Ja, denn Entfernung, Verarbeitung oder Warteschlangen können die Latenz erhöhen. — Mehr Kapazität kann Engpässe mindern, beseitigt aber nicht automatisch jeden Übertragungsweg und jede Verarbeitung.
Wo Verzögerungen entstehen

Eine Datenübertragung besteht aus mehreren Abschnitten. An jedem Abschnitt kann Zeit hinzukommen:

  1. Übertragung: Größere Entfernung verlängert gewöhnlich die Laufzeit. Auch das Übertragungsmedium spielt eine Rolle.
  2. Weiterleitung: Router, Switches und andere Zwischenstationen verarbeiten Pakete. Jede solche Station kann zusätzliche Verzögerung verursachen.
  3. Warteschlange: Treffen mehr Pakete ein, als ein Gerät gerade bearbeiten kann, müssen sie warten.
  4. Verarbeitung: Server und Endgeräte benötigen Zeit, um Anfragen auszuwerten und Antworten zu erzeugen.
  5. Funkverbindung: Entfernung zum WLAN-Zugangspunkt, Hindernisse und schwache Signalbedingungen können die Verbindung beeinträchtigen.
Definition

Hop

Ein Hop ist ein Abschnitt des Weges von einem Netzwerkgerät zum nächsten, zum Beispiel von einem Router zu einem weiteren Router. Mehr Hops bedeuten meist mehr Verarbeitung und damit oft mehr Latenz; die genaue Wirkung hängt jedoch vom jeweiligen Pfad ab.

Beispiel

Eine Webseite reagiert abends langsamer. Eine mögliche Ursache ist hohe Last: Viele Anfragen erzeugen Warteschlangen am Anschluss, im Netz oder am Server. Der Zeitpunkt allein beweist die Ursache aber noch nicht. Messungen zu verschiedenen Zeiten und Zielen helfen, die Vermutung zu prüfen.

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Frage 1 von 2MittelEine Verbindung wird nur dann langsam, wenn viele Geräte gleichzeitig große Datenmengen übertragen. Welche Ursache passt am besten?
Lösung: Überlastung und entstehende Warteschlangen — Gleichzeitige Last kann die Verarbeitungskapazität überschreiten. Pakete warten dann länger.
Frage 2 von 2SchwerZwei Server liefern denselben Inhalt. Der nähere Server reagiert wiederholt schneller. Welche Erklärung ist am plausibelsten?
Lösung: Der kürzere Übertragungsweg kann die Latenz verringern. — Kürzere Wege können die Laufzeit und möglicherweise auch die Zahl der Zwischenstationen reduzieren.
Wie du eine passende Maßnahme auswählst

Eine gute Maßnahme setzt an der vermuteten Ursache an. Mehr Bandbreite hilft vor allem bei einem Kapazitätsengpass. Sie verkürzt nicht automatisch eine große geografische Entfernung oder langsame Serververarbeitung.

BeobachtungSinnvolle PrüfungMögliche Maßnahme
Nur ein weit entfernter Dienst reagiert langsamPingwerte zu mehreren Zielen vergleichennäheren Server oder regionalen Standort nutzen
Verzögerung steigt bei hoher gleichzeitiger LastMessung bei geringer und hoher Last vergleichenDatenverkehr entlasten oder Kapazität passend erhöhen
WLAN ist auffällig, Kabel nichtdenselben Test per WLAN und Ethernet wiederholenEthernet nutzen oder Funkabdeckung verbessern
Viele Zwischenstationen fallen aufden Netzwerkpfad untersuchenRouting vereinfachen oder Inhalte näher bereitstellen
Server antwortet langsamNetzweg und Serververarbeitung getrennt beobachtenServerressourcen oder Anwendung optimieren

Ein Content Delivery Network (CDN) speichert Inhalte auf verteilten Servern näher bei den Nutzenden. Edge Computing verlagert auch Verarbeitung näher an den Ort, an dem Daten entstehen oder gebraucht werden. Beide Ansätze können Wege verkürzen, lösen aber nicht jede Ursache.

Gut zu wissen

Ändere Firewallregeln nicht allein mit dem Ziel, einige Millisekunden zu sparen. Eine Ausnahme kann Sicherheitsprüfungen umgehen. Ohne klare Sicherheitsbedingungen ist sie keine allgemeine Empfehlung zur Latenzsenkung.

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Frage 1 von 2MittelEin Spiel reagiert über WLAN träge, über Ethernet am selben Gerät aber deutlich schneller. Was ist der sinnvollste nächste Schritt?
Lösung: Funkverbindung, Abstand und Hindernisse untersuchen. — Ein kontrollierter Vergleich verändert nur den Zugangsweg. Deshalb sollte zuerst die WLAN-Verbindung geprüft werden.
Frage 2 von 2SchwerEin Unternehmen erhöht die Bandbreite, aber die Antwort einer weit entfernten API bleibt langsam. Welche Maßnahme passt eher?
Lösung: Die API oder Verarbeitung geografisch näher bereitstellen. — Bei einem entfernungsbedingten Problem verkürzt ein näherer Standort den Weg. Zusätzliche Bandbreite allein tut das nicht.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Latenz
    • messen: Ping und RTT
    • abgrenzen: Bandbreite, Durchsatz und Jitter
    • Ursachen: Entfernung, Hops, Warteschlangen und Verarbeitung
    • Wirkung: verzögerte Reaktion bei Echtzeitanwendungen
    • verringern: Ursache prüfen und gezielt handeln

Die wichtigste Denkregel lautet: Erst den Messwert klären, dann die Ursache eingrenzen, danach die Maßnahme wählen. Ein hoher Ping zeigt eine große RTT, aber noch nicht automatisch, wo die Verzögerung entstanden ist.

Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Einheit wird für Netzwerklatenz meist verwendet?
Lösung: Millisekunden — Latenz ist eine Zeit und wird im Netzwerk meist in Millisekunden angegeben.
Frage 2 von 3MittelEin Ping zeigt 40 ms. Welche Aussage ist fachlich richtig?
Lösung: Der gemessene Hin-und-zurück-Weg dauerte ungefähr 40 ms. — Ping gibt typischerweise die RTT an. Über die einzelnen Richtungen und den Durchsatz entscheidet dieser Wert nicht.
Frage 3 von 3SchwerEine Videokonferenz stockt nur bei starker gleichzeitiger Netznutzung. Wie gehst du begründet vor?
Lösung: Ich vergleiche Messungen bei geringer und hoher Last und prüfe einen Kapazitätsengpass. — Der Lastvergleich prüft eine konkrete Vermutung. Erst danach lässt sich entscheiden, ob Entlastung oder zusätzliche Kapazität passend ist.

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