Wenn dein Spielzug erst deutlich später im Spiel erscheint, wirkt das unfair. Bei einem Videoanruf können kleine Pausen schnell zu Gesprächen führen, in denen beide gleichzeitig reden. Dahinter steckt oft eine Verzögerung bei der Datenübertragung.
Was du lernen wirst
- Du erklärst, was Netzwerklatenz bedeutet.
- Du unterscheidest Latenz und Bandbreite.
- Du verstehst, was ein Ping misst.
- Du erkennst Gründe für hohe Latenz.
Daten auf dem Weg
Ein Netzwerk verbindet Geräte, damit sie Informationen austauschen können. Ein Server ist ein Computer, der anderen Geräten Daten oder Dienste bereitstellt.
Damit Informationen gut verschickt werden können, teilt ein Gerät sie meist auf. Ein Datenpaket ist ein kleiner Teil dieser Information, der durch ein Netzwerk reist.
Die Netzwerklatenz ist die Verzögerung auf dem Übertragungsweg eines Datenpakets. Kleine Latenz bedeutet: Daten kommen schnell an. Große Latenz bedeutet: Daten brauchen merklich länger.
Netzwerklatenz ist die Zeitverzögerung, während Daten durch ein Netzwerk von einem Gerät zu einem anderen gelangen.
Du drückst im Online-Spiel eine Taste. Dein Gerät schickt diese Eingabe als Datenpaket an den Spielserver. Der Server schickt die passende Spielinformation zurück.
Bei geringer Latenz siehst du die Reaktion fast sofort. Bei hoher Latenz erscheint sie später.
Latenz ist Wartezeit auf dem Datenweg. Je kleiner sie ist, desto direkter reagiert eine Verbindung.
Millisekunden und Ping
Eine Millisekunde ist ein Tausendstel einer Sekunde. Dafür schreibt man ms. Es gilt: \(1000\ \text{ms} = 1\ \text{s}\).
Um die Verzögerung einer Verbindung zu prüfen, nutzt man oft einen Ping. Dabei sendet dein Gerät eine kleine Anfrage an ein Ziel und wartet auf eine Antwort. Die dabei gemessene Zeit heißt Round-Trip-Zeit, kurz RTT. Sie umfasst Hinweg und Rückweg.
Ein Ping zu einem Server beträgt \(40\ \text{ms}\).
Anfrage und Antwort benötigten zusammen ungefähr 40 Millisekunden. Wenn beide Wege ähnlich lang sind, entfallen grob 20 Millisekunden auf jede Richtung.
Ein Ping ist ein hilfreicher Messwert. Er zeigt meist die Reise hin und zurück, nicht nur die einfache Strecke zum Server.
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Latenz und Bandbreite
Die Bandbreite ist die Datenmenge, die eine Verbindung pro Sekunde übertragen kann. Sie wird zum Beispiel in Mbit/s angegeben.
Bandbreite und Latenz beantworten verschiedene Fragen. Bandbreite fragt: Wie viel kann gleichzeitig übertragen werden? Latenz fragt: Wie lange wartet ein einzelnes Datenpaket?
Eine Verbindung kann viele Daten gleichzeitig übertragen. Ein großes Video lädt deshalb schnell.
Trotzdem kann ein Online-Spiel verzögert reagieren, wenn einzelne Spielinformationen lange unterwegs sind. Hohe Bandbreite bedeutet also nicht automatisch geringe Latenz.
Bandbreite ist die mögliche Datenmenge pro Sekunde. Latenz ist die Wartezeit für Daten.
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Warum Verzögerungen entstehen
Ein Router ist ein Netzwerkgerät, das Datenpakete auf ihrem Weg weiterleitet. Jedes Weiterleiten von einem Netzwerkgerät zum nächsten nennt man Hop.
Lange Wege können die Latenz erhöhen. Auch viele Hops kosten jeweils etwas Zeit. Wenn sehr viele Daten gleichzeitig übertragen werden, müssen Pakete manchmal warten. Das nennt man Netzüberlastung.
Ein langsamer Server ist etwas anderes als Netzwerklatenz: Die Daten können schnell beim Server ankommen, aber der Server braucht lange zum Verarbeiten. Für dich fühlt sich die Antwort trotzdem verzögert an.
In deinem Haushalt laufen mehrere Video-Streams, während du online spielst.
Die Verbindung muss viele Datenpakete gleichzeitig weiterleiten. Bei Überlastung warten Spielpakete länger. Dadurch kann dein Ping steigen.
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Wann Latenz besonders auffällt
Eine Echtzeitanwendung verarbeitet Informationen so schnell, dass du sofort darauf reagieren kannst. Dazu gehören Online-Spiele, Videoanrufe und Live-Streams.
Bei einer gespeicherten Serie fällt eine Verzögerung oft weniger auf. Das Gerät kann schon vorher Videodaten laden. In einem Videoanruf oder Spiel müssen neue Informationen dagegen schnell ankommen.
Neben der Latenz gibt es Jitter. Jitter bedeutet, dass die Verzögerung stark schwankt. Gleichmäßige 30 ms fühlen sich oft besser an als Werte, die ständig zwischen 10 ms und 150 ms springen.
In einem Videoanruf kommen deine Worte manchmal sofort und manchmal deutlich später an.
Die wechselnde Verzögerung ist Jitter. Dadurch reden Personen leichter gleichzeitig oder hören sich abgehackt.
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Zusammenfassung
Netzwerklatenz ist die Wartezeit, während Daten durch ein Netzwerk reisen. Sie wird meist in Millisekunden gemessen. Ein Ping misst häufig die Zeit für Anfrage und Antwort zusammen.
Bandbreite beschreibt dagegen die mögliche Datenmenge pro Sekunde. Hohe Latenz kann durch lange Wege, viele Hops, Überlastung oder Funkstörungen entstehen. Bei Spielen, Videoanrufen und anderen Echtzeitanwendungen sorgen geringe und gleichmäßige Verzögerungen für flüssigere Reaktionen.
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