Maschinelles Lernen einfach erklärt

Maschinelles Lernen einfach erklärt
Maschinelles Lernen einfach erklärt
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Beim maschinellen Lernen wird nicht jede Entscheidungsregel einzeln programmiert. Ein Lernverfahren erkennt Muster in Beispieldaten und bildet daraus ein Modell. Dieses Modell soll anschließend auch unbekannte Fälle sinnvoll einordnen oder vorhersagen.

Du lernst hier, wie Training und Test zusammenhängen, worin sich die drei wichtigsten Lernarten unterscheiden und warum ungeeignete Daten zu unzuverlässigen Ergebnissen führen können.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was lernt die Maschine eigentlich?

Stell dir einen Spamfilter vor. Bei einem regelbasierten Programm legen Menschen Regeln fest, zum Beispiel: „Wenn die Betreffzeile ein bestimmtes Wort enthält, markiere die Nachricht als Spam.“ Das Programm führt diese Regeln aus, lernt sie aber nicht selbst.

Beim maschinellen Lernen erhält ein Lernverfahren dagegen viele Beispiele. Es passt die Parameter eines Modells so an, dass dessen Ausgaben möglichst gut zu den Beispielen passen. Die erkannten Zusammenhänge stecken anschließend im Modell.

Definition

Modell

Ein Modell ist das beim Training entstandene Ergebnis eines Lernverfahrens. Es verarbeitet neue Eingaben und erzeugt daraus beispielsweise eine Klasse, einen Zahlenwert oder eine Empfehlung.

Beispiel

Ein Bilderkennungsmodell soll Äpfel erkennen. Während des Trainings sieht es viele gekennzeichnete Bilder. Es kann dabei Muster zu Form, Farbe oder Bildstruktur erfassen. Bei einem neuen Bild gibt das trainierte Modell eine Vorhersage aus, etwa „Apfel“.

Entscheidend ist: Nicht das Bild wurde auswendig als allgemeine Regel programmiert. Das Modell wurde anhand vieler Beispiele angepasst.

Merke

Maschinelles Lernen bedeutet nicht, dass ein Computer wie ein Mensch versteht. Es bedeutet zunächst, dass ein Verfahren ein Modell anhand von Daten anpasst.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Beschreibung trifft auf maschinelles Lernen zu?
Lösung: Ein Verfahren bildet aus Beispieldaten ein Modell für neue Fälle. — Maschinelles Lernen ist datenbasiert. Eine richtige Antwort für jeden neuen Fall ist dabei nicht garantiert.
Wie wird aus Daten eine Vorhersage?

Ein typischer Lernweg führt von Beispieldaten zu einem geprüften Modell:

  1. Daten werden gesammelt und für die Aufgabe aufbereitet.
  2. Relevante Eigenschaften werden als Merkmale dargestellt.
  3. Das Lernverfahren passt das Modell an den Trainingsdaten an.
  4. Getrennte Testdaten prüfen, wie das Modell mit unbekannten Fällen umgeht.
  5. Das geprüfte Modell erzeugt im Einsatz Vorhersagen, Klassen oder Empfehlungen.
  6. Seine Ergebnisse und die verwendeten Daten werden weiter überwacht.
Definition

Merkmal

Ein Merkmal ist eine messbare oder darstellbare Eigenschaft einer Eingabe. Bei einer Transaktion können das beispielsweise Betrag, Zeitpunkt, Ort und Gerätetyp sein.

Definition

Label

Ein Label ist die vorgegebene richtige Zuordnung eines Trainingsbeispiels. Bei einem Spamfilter kann es „Spam“ oder „kein Spam“ lauten.

Definition

Vorhersage

Eine Vorhersage ist die Ausgabe, die das Modell für eine Eingabe erzeugt. Sie kann richtig oder falsch sein und muss deshalb geprüft werden.

Beispiel

Bei einer gekennzeichneten E-Mail sind Wörter, Absenderinformationen oder Versandzeit mögliche Merkmale. „Spam“ ist das Label. Nachdem das Modell trainiert wurde, lautet seine Ausgabe für eine neue E-Mail beispielsweise „kein Spam“. Diese Ausgabe ist die Vorhersage.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Beim Training wird ein aus Beispieldaten gebildet. Eine beschreibende Eigenschaft der Eingabe heißt . Die bekannte richtige Klasse eines Trainingsbeispiels heißt . Die Ausgabe für einen neuen Fall ist eine .

Lösungen: Lücke 1: Modell; Lücke 2: Merkmal; Lücke 3: Label; Lücke 4: Vorhersage. Das Modell verarbeitet Merkmale. Beim überwachten Lernen helfen Labels beim Training; für neue Eingaben erzeugt das Modell Vorhersagen.
Welche drei Lernarten gibt es?

Die Lernarten unterscheiden sich vor allem darin, welche Rückmeldung während des Lernens verfügbar ist.

Überwachtes Lernen

Beim überwachten Lernen enthalten die Trainingsdaten Eingaben und bekannte richtige Ausgaben. Das Modell vergleicht seine Vorhersagen mit diesen Labels und wird so angepasst, dass die Abweichungen kleiner werden.

Typische Aufgaben sind:

  • Klassifikation: eine Klasse vorhersagen, etwa „Spam“ oder „kein Spam“;
  • Regression: einen kontinuierlichen Zahlenwert vorhersagen, etwa einen Preis oder eine Dauer.

Unüberwachtes Lernen

Beim unüberwachten Lernen gibt es keine vorgegebenen richtigen Ausgaben. Das Verfahren sucht Ähnlichkeiten, Gruppen oder andere Strukturen in den Daten.

Beim Clustering werden ähnliche Datenpunkte zu Gruppen zusammengefasst. Die Gruppen sind jedoch nicht automatisch sachlich richtig oder nützlich. Menschen müssen prüfen, was sie bedeuten.

Bestärkendes Lernen

Beim bestärkenden Lernen handelt ein Agent in einer Umgebung. Für Handlungen erhält er positive oder negative Belohnungen. Er versucht, eine Strategie zu lernen, die langfristig eine möglichst hohe Gesamtbelohnung erreicht.

Dabei muss der Agent zwischen zwei Möglichkeiten abwägen:

  • neue Handlungen ausprobieren;
  • bereits erfolgreiche Handlungen nutzen.
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Frage 1 von 3LeichtEin Modell erhält Tierbilder mit den Labels „Katze“ und „Hund“. Welche Lernart passt?
Lösung: überwachtes Lernen — Bekannte richtige Ausgaben sind das Kennzeichen des überwachten Lernens.
Frage 2 von 3MittelKundendaten besitzen keine Gruppennamen. Ein Verfahren bildet Gruppen ähnlicher Kaufmuster. Welche Lernart wird verwendet?
Lösung: unüberwachtes Lernen — Das Verfahren sucht selbstständig Strukturen in ungelabelten Daten.
Frage 3 von 3SchwerEin Roboter probiert Wege aus und erhält für schnelles Erreichen des Ziels eine Belohnung. Welche Lernart passt?
Lösung: bestärkendes Lernen — Beim bestärkenden Lernen verändert Rückmeldung über Handlungsfolgen die Strategie des Agenten.
Warum braucht man getrennte Testdaten?

Ein Modell soll nicht nur bekannte Trainingsbeispiele richtig bearbeiten. Es soll seine erlernten Muster auf ausreichend ähnliche, aber unbekannte Fälle übertragen. Diese Fähigkeit heißt Generalisierung.

Wer dasselbe Material zum Lernen und zur abschließenden Prüfung verwendet, kann nicht zuverlässig erkennen, ob ein Modell verallgemeinert oder nur Besonderheiten der Trainingsdaten übernommen hat. Deshalb werden Testdaten während des Trainings zurückgehalten.

Definition

Überanpassung

Überanpassung liegt vor, wenn ein Modell sehr gut zu den Trainingsdaten passt, bei neuen Daten aber deutlich schlechter arbeitet. Es hat dann Besonderheiten oder Störungen des Trainingsmaterials zu stark übernommen.

Beispiel

Ein Modell soll Züge auf Bildern erkennen. In den Trainingsdaten stehen fast alle Züge auf sichtbaren Gleisen. Das Modell achtet deshalb möglicherweise nur auf Gleise.

Auf den Trainingsbildern wirkt es erfolgreich. Ein Testbild mit Gleisen ohne Zug oder mit einem Zug ohne deutlich sichtbare Gleise kann den Fehler aufdecken. Das Modell hat eine Abkürzung gelernt, die nicht zuverlässig zur eigentlichen Aufgabe passt.

Merke

Eine gute Trainingsleistung ist noch kein Beweis für ein gutes Modell. Erst unbekannte Testdaten zeigen, wie gut es generalisiert.

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Frage 1 von 1MittelEin Modell erreicht bei Trainingsdaten sehr gute, bei getrennten Testdaten aber deutlich schlechtere Ergebnisse. Was ist eine mögliche Erklärung?
Lösung: Das Modell ist überangepasst. — Eine große Lücke zwischen Trainings- und Testleistung kann auf Überanpassung hindeuten. Zusätzlich müssen Datenqualität und Vergleichbarkeit geprüft werden.
Wie entstehen Verzerrungen und Fehlentscheidungen?

Ein Modell lernt aus den Daten, die es erhält. Sind wichtige Fälle kaum vertreten, Labels fehlerhaft oder Merkmale ungeeignet, kann es systematisch unzuverlässige Ergebnisse erzeugen. Eine solche systematische Schieflage wird häufig Bias oder Verzerrung genannt.

Mögliche Ursachen sind:

  • bestimmte Gruppen oder Situationen fehlen in den Trainingsdaten;
  • häufige Fälle sind stark überrepräsentiert;
  • Labels wurden uneinheitlich oder fehlerhaft vergeben;
  • ein Merkmal dient als unbeabsichtigte Abkürzung;
  • neue Einsatzbedingungen unterscheiden sich deutlich von den Trainingsbedingungen.
Beispiel

Ein Modell zur Bilderkennung wird fast nur mit hell aufgenommenen Fotos trainiert. Bei dunkler Beleuchtung macht es später häufiger Fehler.

Eine sinnvolle Untersuchung wäre:

  1. Ergebnisse nach Beleuchtungssituation getrennt betrachten.
  2. Prüfen, wie diese Situationen in Trainings- und Testdaten vertreten sind.
  3. Fehlerarten vergleichen, statt nur eine Gesamtquote anzusehen.
  4. Fehlende oder ungeeignete Beispiele gezielt verbessern.
  5. Das überarbeitete Modell erneut mit unabhängigen Testdaten prüfen.

Neue Daten verbessern ein Modell nicht automatisch. Fehlerhafte Sensordaten, einseitige Rückmeldungen oder veränderte Bedingungen können seine Leistung sogar verschlechtern.

Gut zu wissen

Auch hohe Genauigkeit allein reicht nicht für jede Anwendung. Je nach Aufgabe müssen außerdem Erklärbarkeit, Datenschutz, Rechenaufwand, Reaktionszeit und die möglichen Folgen eines Fehlers berücksichtigt werden.

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Frage 1 von 1SchwerEin Erkennungsmodell macht bei Nachtaufnahmen deutlich mehr Fehler als bei Tageslicht. Was ist der sinnvollste nächste Prüfschritt?
Lösung: Ergebnisse und Datenverteilung getrennt nach Beleuchtung untersuchen. — Um eine mögliche Verzerrung zu erkennen, müssen relevante Gruppen oder Bedingungen getrennt untersucht und mit den verwendeten Daten verglichen werden.
Wo begegnet dir maschinelles Lernen?

Maschinelles Lernen kann unterschiedliche Ausgaben erzeugen:

  • Spamfilter und Bilderkennung klassifizieren Eingaben;
  • Prognosemodelle schätzen Nachfrage, Geräteausfälle oder Preise;
  • Empfehlungssysteme ordnen passende Filme oder Produkte zu;
  • Sprachsysteme verarbeiten oder erzeugen Texte;
  • Systeme zur Betrugserkennung markieren ungewöhnliche Transaktionen;
  • Agenten lernen Strategien für Spiele, Robotik oder Routenplanung.

Deep Learning ist dabei kein Gegenbegriff zu maschinellem Lernen, sondern ein Teilgebiet davon. Es verwendet neuronale Netze mit vielen Schichten. Frühe Schichten können einfache Muster erfassen, spätere Schichten verbinden sie zu abstrakteren Merkmalen.

Deep Learning eignet sich unter anderem für komplexe Bild-, Sprach- und Textaufgaben. Es benötigt häufig große Datenmengen und viel Rechenleistung. Seine Entscheidungen sind zudem oft schwerer nachzuvollziehen als die Regeln eines kleinen Entscheidungsbaums.

Merke

KI ist der Oberbegriff. Maschinelles Lernen ist ein Teilgebiet der KI. Deep Learning ist wiederum ein Teilgebiet des maschinellen Lernens.

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Frage 1 von 1MittelWelche Einordnung ist richtig?
Lösung: Deep Learning ist ein Teilgebiet des maschinellen Lernens, das wiederum zur KI gehört. — Die Begriffe stehen in einer Teil-Ganzes-Beziehung: KI umfasst mehr als ML, und ML umfasst mehr als Deep Learning.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Maschinelles Lernen
    • Grundlage: Daten und numerisch darstellbare Merkmale
    • Training: Modellparameter werden an Beispielen angepasst
    • Überwacht: Lernen mit bekannten richtigen Ausgaben
    • Unüberwacht: Strukturen ohne vorgegebene Antworten suchen
    • Bestärkend: Strategien durch Belohnungen entwickeln
    • Prüfung: unbekannte Testdaten zeigen Generalisierung
    • Risiko: Überanpassung, ungeeignete Daten und Bias
    • Einsatz: Klassifikation, Prognose, Empfehlung und Generierung
Abschluss-Check
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Frage 1 von 5LeichtWas ist ein Label?
Lösung: Die bekannte richtige Zuordnung eines Trainingsbeispiels — Labels liefern beim überwachten Lernen die bekannten Zielausgaben. Die Modellausgabe für einen neuen Fall heißt Vorhersage.
Frage 2 von 5MittelWarum werden Testdaten vom Training getrennt?
Lösung: Damit die Leistung an unbekannten Fällen geprüft werden kann. — Getrennte Testdaten helfen zu beurteilen, ob das Modell generalisiert statt nur Trainingsbeispiele gut abzubilden.
Frage 3 von 5MittelWelches Beispiel beschreibt unüberwachtes Lernen?
Lösung: Ein Verfahren gruppiert ungelabelte Musikstücke nach erkannten Ähnlichkeiten. — Ohne bekannte richtige Gruppen sucht das Verfahren selbstständig Strukturen in den Daten.
Frage 4 von 5SchwerEin Modell erkennt Fahrräder fast nur dann, wenn ein Radweg zu sehen ist. Welche Erklärung ist am plausibelsten?
Lösung: Es hat möglicherweise den Radweg als ungeeignete Abkürzung gelernt. — Prüfe Trainings- und Testbilder gezielt mit Fahrrädern ohne Radweg sowie mit Radwegen ohne Fahrrad. So lässt sich die vermutete Abkürzung untersuchen.
Frage 5 von 5SchwerEin Modell wird regelmäßig mit neuen Daten weitertrainiert. Wann ist eine Verbesserung am ehesten zu erwarten?
Lösung: Wenn die neuen Daten relevant, hochwertig und passend geprüft sind. — Neue Daten helfen nicht automatisch. Qualität, Relevanz, Repräsentativität und eine unabhängige Prüfung bleiben notwendig.

Wenn du Merkmale, Labels und Vorhersagen auseinanderhalten, die Lernart anhand der Rückmeldung bestimmen und mögliche Datenfehler mit Testfällen untersuchen kannst, hast du den Kern des maschinellen Lernens verstanden.

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