Überwachtes Lernen einfach erklärt

Überwachtes Lernen einfach erklärt
Überwachtes Lernen einfach erklärt
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Beim überwachten Lernen lernt ein Modell aus Beispielen, bei denen die richtige Ausgabe bereits bekannt ist. Es soll den Zusammenhang zwischen Eingaben und Ausgaben erkennen und anschließend passende Vorhersagen für neue Daten treffen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Woran erkennst du überwachtes Lernen?

Stell dir einen Spamfilter vor. Zu jeder Trainings-E-Mail ist bereits bekannt, ob sie Spam oder kein Spam ist. Aus solchen Beispielen lernt das Modell, welche Merkmale mit den beiden Klassen zusammenhängen.

Definition

Merkmal

Ein Merkmal oder Feature ist eine Eingabe, die das Modell für seine Vorhersage verwendet. Bei einer E-Mail können das beispielsweise bestimmte Wörter oder andere messbare Eigenschaften sein.

Definition

Label

Ein Label ist die bekannte Zielausgabe eines Trainingsbeispiels. Es kann durch eine Messung, ein reales Ergebnis oder eine menschliche Kennzeichnung entstehen.

Ein Trainingsbeispiel besteht damit aus einem Eingabe-Ausgabe-Paar: Merkmale hinein, bekanntes Label dazu. Die Labels liefern das Überwachungssignal.

Die Lernarten unterscheiden sich vor allem durch die verfügbare Rückmeldung:

LernartVerfügbare RückmeldungTypisches Ziel
Überwachtes Lernenbekannte Labels zu TrainingsbeispielenKlassen oder Werte vorhersagen
Unüberwachtes Lernenkeine vorgegebenen LabelsStrukturen oder Gruppen entdecken
Verstärkendes LernenBelohnungen aus der Interaktion mit einer Umgebungeine erfolgreiche Handlungsstrategie lernen

Beim halbüberwachten Lernen werden wenige gelabelte und viele ungelabelte Daten verbunden.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelcher Datensatz passt unmittelbar zum überwachten Lernen?
Lösung: Bilder, zu denen jeweils die richtige Fahrzeugklasse gespeichert ist — Überwachtes Lernen benötigt Trainingsbeispiele mit Eingaben und bekannten Zielausgaben.
Brauchst du Klassifikation oder Regression?

Die Art der Zielausgabe entscheidet über den Aufgabentyp.

Definition

Klassifikation

Bei einer Klassifikation wird eine Eingabe einer von mehreren vorgegebenen Kategorien zugeordnet. Die Ausgabe ist diskret, etwa „Spam“ oder „kein Spam“.

Weitere Beispiele sind Apfel, Banane oder Birne sowie gesund oder erkrankt.

Definition

Regression

Bei einer Regression wird ein kontinuierlicher Zahlenwert vorhergesagt, beispielsweise ein Hauspreis, ein Umsatz oder eine Temperatur.

Merke

Kategorie gesucht? Klassifikation. Zahlenwert auf einer kontinuierlichen Skala gesucht? Regression.

Beispiel

Eine Immobilienanwendung nutzt Wohnfläche, Lage, Zimmerzahl und Gebäudealter als Merkmale.

  • Soll sie „niedrige“, „mittlere“ oder „hohe Preisklasse“ ausgeben, ist es eine Klassifikation.
  • Soll sie einen konkreten Preis vorhersagen, ist es eine Regression.

Die Eingabedaten können ähnlich sein. Entscheidend ist die Form der gewünschten Ausgabe.

Für beide Aufgabentypen kommen unterschiedliche Modelle infrage. Entscheidungsbäume, Support Vector Machines, Random Forests und neuronale Netze können je nach Ausgestaltung für Klassifikation oder Regression verwendet werden. Die logistische Regression wird trotz ihres Namens hauptsächlich für binäre Klassifikation eingesetzt.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Aufgabe ist eine Regression?
Lösung: Den zukünftigen Stromverbrauch als Zahlenwert vorhersagen — Bei einer Regression ist die Zielausgabe ein kontinuierlicher Zahlenwert.
Frage 2 von 2MittelEin Modell soll das Herzinfarktrisiko eines Patienten als „niedrig“ oder „hoch“ ausgeben. Welcher Aufgabentyp liegt vor?
Lösung: Klassifikation, weil die Ausgabe aus vorgegebenen Kategorien besteht — Auch bei vielen numerischen Eingabemerkmalen bleibt die Aufgabe eine Klassifikation, wenn Kategorien vorhergesagt werden.
Wie läuft das Training ab?

Ein Modell wird nicht einfach einmal mit Daten gefüttert. Es wird schrittweise angepasst und anschließend unabhängig geprüft.

  1. Daten auswählen: Die Beispiele sollen die späteren Einsatzfälle ausreichend abdecken.
  2. Daten aufbereiten: Fehlerhafte Fälle werden behandelt, Merkmale passend dargestellt und Labels geprüft.
  3. Modell auswählen: Die Wahl hängt unter anderem von Aufgabe, Rechenbedarf, Genauigkeit und Interpretierbarkeit ab.
  4. Vorhersagen erzeugen: Das Modell berechnet Ausgaben für Trainingsbeispiele.
  5. Fehler messen: Eine Verlustfunktion beschreibt die Abweichung zwischen Vorhersage und bekanntem Zielwert.
  6. Parameter anpassen: Ein Optimierungsverfahren verändert Gewichtungen oder andere Modellparameter, um den Fehler zu verringern.
  7. Unabhängig prüfen: Daten, die nicht zum eigentlichen Lernen verwendet wurden, zeigen, ob das Modell auf neue Fälle überträgt.
Definition

Parameter und Hyperparameter

Parameter werden während des Trainings aus den Daten angepasst, beispielsweise Gewichtungen. Hyperparameter werden für den Lernprozess festgelegt oder mithilfe von Validierungsdaten ausgewählt, beispielsweise eine Lernrate.

Beispiel

Für eine Obstklassifikation liegen gelabelte Bilder von Äpfeln, Bananen und Birnen vor. Das Modell lernt aus einem Teil der Bilder. Danach erhält es andere Bilder, deren richtige Kategorien für die Auswertung bekannt sind, ihm aber nicht als Lösung vorgegeben werden. Erst dieser Vergleich zeigt, wie gut es unbekannte Bilder einordnet.

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Frage 1 von 1MittelWarum reicht eine geringe Fehlerrate auf den Trainingsdaten nicht aus?
Lösung: Das Modell könnte die Trainingsbeispiele zu eng angepasst haben und bei neuen Daten scheitern. — Entscheidend ist nicht nur das Lernen bekannter Beispiele, sondern die Leistung bei getrennten, unbekannten Daten.
Warum werden Training, Validierung und Test getrennt?

Jeder Datenteil erfüllt eine andere Aufgabe:

  • Trainingsdaten dienen dazu, die Modellparameter zu lernen.
  • Validierungsdaten können bei der Auswahl von Modellen und Hyperparametern helfen.
  • Testdaten dienen der abschließenden, möglichst unbeeinflussten Bewertung.

Würdest du die Testdaten wiederholt zur Modellauswahl verwenden, würde ihre Information indirekt in die Entwicklung einfließen. Sie wären dann kein unabhängiger Abschlusscheck mehr.

Bei der Kreuzvalidierung werden verschiedene Teile eines Datensatzes nacheinander zur Validierung verwendet. Auch dabei braucht eine abschließende Bewertung Daten, die nicht zur Auswahl des fertigen Modells dienten.

Merke

Trainieren heißt anpassen. Validieren heißt auswählen. Testen heißt abschließend prüfen.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelEin Team vergleicht mehrere Modelle und wählt das beste ausschließlich nach den Ergebnissen auf dem Testdatensatz aus. Was ist das Problem?
Lösung: Der Testdatensatz beeinflusst die Modellauswahl und verliert seine Rolle als unabhängige Abschlussprüfung. — Modelle und Hyperparameter sollten mit Validierungsdaten ausgewählt werden. Der getrennte Testdatensatz bewertet erst das fertige Verfahren.
Wann generalisiert ein Modell zuverlässig?

Generalisierung bedeutet, dass ein Modell auch für neue Daten aus demselben vorgesehenen Einsatzbereich angemessene Vorhersagen trifft.

Gute Generalisierung hängt nicht nur vom Algorithmus ab. Wichtig sind außerdem:

  • genügend vielfältige und repräsentative Beispiele;
  • korrekte und eindeutige Labels;
  • geeignete, relevante Merkmale;
  • realistische Trainingsbedingungen, etwa ein passendes Rauschniveau;
  • eine Modellkomplexität, die zur Aufgabe passt;
  • eine vom Training getrennte Bewertung.
Definition

Overfitting

Beim Overfitting oder der Überanpassung passt sich ein Modell zu eng an die Trainingsdaten an. Es erreicht dort eine hohe Güte, schneidet aber auf neuen Daten deutlich schlechter ab.

Definition

Underfitting

Beim Underfitting oder der Unteranpassung ist das Modell zu einfach oder unzureichend trainiert. Es erfasst schon die grundlegenden Muster der Trainingsdaten nicht und liefert sowohl dort als auch bei neuen Daten schlechte Ergebnisse.

BeobachtungWahrscheinliche Diagnose
Training gut, Test deutlich schlechtermögliches Overfitting
Training schlecht, Test ebenfalls schlechtmögliches Underfitting
Training und Test gut und ähnlichHinweis auf bessere Generalisierung

Diese Beobachtungen sind Diagnosehinweise, keine automatische Garantie. Auch ein scheinbar gutes Testergebnis kann irreführen, wenn die Testdaten den späteren Einsatz nicht repräsentieren.

Gut zu wissen

Viele Daten allein genügen nicht. Fehlen bestimmte Gruppen oder Einsatzbedingungen, kann das Modell gerade dort unzuverlässig sein. Falsche Labels, unausgewogene Daten und historische Ungleichheiten können außerdem systematische Verzerrungen erzeugen.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelEin Modell erkennt Fahrzeuge in Trainingsbildern fast fehlerfrei, scheitert aber häufig bei neuen Bildern. Welche Diagnose passt am besten?
Lösung: Mögliches Overfitting — Die große Lücke zwischen Trainings- und Testleistung ist ein typisches Warnzeichen für Überanpassung.
Frage 2 von 2SchwerEin Bilderkennungsmodell wurde fast nur mit Aufnahmen bei Tageslicht trainiert. Was ist vor dem nächtlichen Einsatz besonders wichtig?
Lösung: Prüfen, ob Training und Test auch realistische Nachtaufnahmen enthalten — Trainings- und Testdaten müssen die vorgesehenen Einsatzbedingungen ausreichend repräsentieren.
Wie planst du eine überwachte Lernaufgabe?

Nutze diese Entscheidungskette:

  1. Ziel festlegen: Welche Ausgabe soll das System erzeugen?
  2. Aufgabentyp bestimmen: Ist die Ausgabe eine Kategorie oder ein kontinuierlicher Wert?
  3. Beispiele festlegen: Welche Merkmale und Labels werden benötigt?
  4. Daten prüfen: Sind Labels, Teilgruppen und Einsatzbedingungen ausreichend abgedeckt?
  5. Verfahren auswählen: Passt es zu Datenmenge, Ressourcen, Genauigkeit und gewünschter Interpretierbarkeit?
  6. Datenteile trennen: Welche Daten dienen Training, Validierung und abschließendem Test?
  7. Gütemaß wählen: Wie wird der Vorhersagefehler passend zur Aufgabe bewertet?
  8. Ergebnisse vergleichen: Wie unterscheiden sich Trainings-, Validierungs- und Testleistung?
  9. Einsatz entscheiden: Erfüllt das Modell die vorher festgelegten Qualitätskriterien?
Beispiel

Aufgabe: Eine Schule möchte eingehende Nachrichten als „Spam“ oder „kein Spam“ einordnen.

Begründete Planung:

  • Die Ausgabe besteht aus zwei Kategorien: Es ist eine binäre Klassifikation.
  • Bereits geprüfte Nachrichten liefern die Labels.
  • Eigenschaften der Nachrichten bilden die Merkmale.
  • Trainingsdaten dienen dem Lernen; ein getrennter Datenteil unterstützt die Auswahl; Testdaten prüfen das fertige Modell.
  • Weichen Trainings- und Testleistung deutlich voneinander ab, wird auf mögliche Überanpassung geprüft.
  • Vor dem Einsatz muss geklärt werden, ob die Daten die später auftretenden Nachrichten ausreichend repräsentieren.
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Frage 1 von 1SchwerEin Hauspreismodell erzielt auf Trainings- und Testdaten schlechte Ergebnisse. Welche Reaktion ist am besten begründet?
Lösung: Prüfen, ob Modell, Merkmale oder Training die grundlegenden Zusammenhänge überhaupt erfassen — Schlechte Leistung auf beiden Datenteilen weist auf mögliches Underfitting oder ungeeignete Daten und Merkmale hin. Die Ursache muss gezielt untersucht werden.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Überwachtes Lernen
    • Datengrundlage
      • Merkmale und Labels
      • repräsentative Beispiele
      • korrekte Zielwerte
    • Aufgabentypen
      • Klassifikation für Kategorien
      • Regression für kontinuierliche Werte
    • Lernprozess
      • Vorhersage und Fehlermessung
      • Anpassung der Parameter
      • Auswahl mit Validierungsdaten
    • Qualitätsprüfung
      • unabhängige Testdaten
      • Generalisierung
      • Overfitting und Underfitting
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Aussage beschreibt ein Label?
Lösung: Es ist die bekannte Zielausgabe eines Trainingsbeispiels. — Labels verbinden Trainingsbeispiele mit den Ausgaben, die das Modell lernen soll.
Frage 2 von 3MittelEin System soll aus Bildern die Kategorien Auto, Motorrad, LKW und Fahrrad vorhersagen. Welche Einordnung stimmt?
Lösung: Es ist eine Klassifikation mit vier vorgegebenen Klassen. — Vorgegebene Kategorien kennzeichnen eine Klassifikationsaufgabe.
Frage 3 von 3SchwerEin Modell erreicht eine sehr gute Testleistung. Der Testdatensatz enthält aber keine Beispiele einer später wichtigen Teilgruppe. Welche Schlussfolgerung ist gerechtfertigt?
Lösung: Die Testleistung belegt die Zuverlässigkeit für diese Teilgruppe noch nicht. — Ein Gesamtwert kann Lücken in den Daten verdecken. Die betroffene Teilgruppe muss angemessen vertreten und getrennt geprüft werden.

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