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Netzwerktopologie: Bus, Ring, Stern und Mesh

Netzwerktopologie: Bus, Ring, Stern und Mesh
Netzwerktopologie: Bus, Ring, Stern und Mesh
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Eine Netzwerktopologie beschreibt, wie Geräte und Verbindungen in einem Netzwerk angeordnet sind und auf welchen Wegen Daten fließen. Die Form beeinflusst unter anderem Ausfallsicherheit, Erweiterbarkeit, Aufwand und Kosten. Auf dieser Seite lernst du, wichtige Topologien zu erkennen, ihre Schwachstellen vorherzusagen und eine passende Struktur begründet auszuwählen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Zwei Sichtweisen auf dasselbe Netzwerk

Ein Netzwerk besteht aus Knoten und Verbindungen. Knoten sind Geräte, die Daten senden, empfangen oder weiterleiten, zum Beispiel Computer, Switches und Router. Verbindungen können Kabel oder Funkstrecken sein.

Definition

Physische Topologie

Die physische Topologie zeigt die tatsächlich vorhandenen Geräte, Anschlüsse und Leitungswege. Sie beantwortet die Frage: Was ist womit verbunden?

Definition

Logische Topologie

Die logische Topologie zeigt, auf welchen Wegen Daten übertragen werden. Sie beantwortet die Frage: Wie fließen die Daten durch das Netzwerk?

Beide Sichtweisen können voneinander abweichen. Geräte können zum Beispiel physisch sternförmig verkabelt sein, während ein Zugriffsverfahren die Daten logisch in einer festen Reihenfolge weitergibt.

Beispiel

Vier Computer besitzen jeweils ein eigenes Kabel zu einem Switch. Der Kabelplan zeigt einen Stern: Der Switch liegt im Zentrum. Um den tatsächlichen Datenfluss zu erklären, musst du zusätzlich betrachten, wie der Switch die Daten weiterleitet. Der Kabelplan allein beantwortet diese zweite Frage nicht vollständig.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Aussage beschreibt die physische Topologie?
Lösung: Sie zeigt die realen Geräte und Verbindungen. — Physisch bedeutet hier: tatsächlich vorhanden und verbunden. Die logische Sicht richtet den Blick dagegen auf den Datenfluss.
Frage 2 von 2MittelEin Netz sieht auf dem Kabelplan wie ein Stern aus. Was kannst du daraus sicher schließen?
Lösung: Jedes Endgerät besitzt eine Verbindung zum zentralen Knoten. — Aus dem Kabelplan erkennst du die Anschlüsse. Für Aussagen über den logischen Datenfluss oder die Zuverlässigkeit brauchst du weitere Informationen.
Die wichtigsten Topologien erkennen

Die Namen beschreiben wiederkehrende Verbindungsmuster. Entscheidend ist nicht, wie ordentlich eine Zeichnung aussieht, sondern welche Knoten direkt miteinander verbunden sind.

Punkt-zu-Punkt

Genau zwei Knoten sind direkt miteinander verbunden. Das ist einfach einzurichten, eignet sich allein aber nicht als Struktur für viele Endgeräte. Punkt-zu-Punkt bezeichnet eine Verbindung und ist nicht dasselbe wie Peer-to-Peer, ein Kommunikationsmodell ohne zentralen Server.

Bus

Alle Knoten teilen sich ein gemeinsames Hauptkabel, den Bus oder das Backbone. Wenig Kabel senkt den anfänglichen Aufwand. Bricht jedoch das Backbone aus, ist das gesamte Netz betroffen. Weil alle Geräte dasselbe Medium nutzen, können bei gleichzeitigem Senden Kollisionen entstehen.

Ring

Jeder Knoten ist mit genau zwei Nachbarn verbunden; zusammen bilden die Knoten einen geschlossenen Kreis. Daten laufen häufig in einem festgelegten Umlaufsinn von Knoten zu Knoten. Eine Unterbrechung kann den gesamten Ring stören. Ein zweiter, gegenläufiger Ring kann einen alternativen Weg bereitstellen.

Stern

Jedes Endgerät besitzt eine eigene Verbindung zu einem zentralen Hub oder Switch. Eine defekte Endgeräteleitung betrifft gewöhnlich nur dieses Gerät. Fällt das Zentrum aus, funktioniert das gesamte Sternnetz nicht mehr.

Baum

Mehrere sternförmige Gruppen sind hierarchisch verbunden. Von einer Wurzel führen Verbindungen über Verteiler zu weiteren Knoten. Die Struktur lässt sich übersichtlich erweitern. Der Ausfall eines übergeordneten Verteilers kann jedoch alle darunterliegenden Zweige trennen.

Mesh oder Masche

Ein Knoten ist direkt mit mehreren anderen Knoten verbunden. Bei einem vollständigen Mesh ist jeder Knoten mit jedem anderen verbunden; bei einem partiellen Mesh gilt das nur für einen Teil der Knoten. Alternative Wege erhöhen die Fehlertoleranz, benötigen aber mehr Verbindungen und machen Planung sowie Verwaltung aufwendiger.

Hybrid

Eine Hybridtopologie verbindet Merkmale mehrerer Formen, etwa Stern und Mesh. Sie kann unterschiedliche Anforderungen gezielt kombinieren, ist aber meist anspruchsvoller zu planen.

Merke

Erkenne zuerst das Verbindungsmuster: gemeinsames Kabel, geschlossener Kreis, zentrales Gerät, Hierarchie oder mehrere alternative Wege.

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Frage 1 von 3LeichtAlle Endgeräte führen mit einer eigenen Leitung zu einem Switch. Welche Topologie liegt vor?
Lösung: Stern — Eigene Leitungen zu genau einem zentralen Verteiler bilden einen Stern.
Frage 2 von 3MittelIn einem Netz kann ein Datenpaket nach dem Ausfall einer Verbindung über andere Knoten weitergeleitet werden. Welche Struktur unterstützt das besonders?
Lösung: Mesh — Mehrere Verbindungen zwischen Knoten schaffen im Mesh alternative Wege.
Frage 3 von 3SchwerEin Netz besteht aus mehreren Sternen, deren wichtige Verteiler zusätzlich untereinander mehrfach verbunden sind. Wie lässt es sich am besten einordnen?
Lösung: als Hybrid aus Stern und Mesh — Für die Einordnung der Gesamttopologie musst du alle Verbindungen gemeinsam betrachten.
Ausfälle systematisch vorhersagen

Ein Single Point of Failure ist eine einzelne Komponente, deren Ausfall die entscheidende Funktion des gesamten Netzes stoppt. Beim Bus ist dies typischerweise das Backbone, beim einfachen Stern das zentrale Gerät.

Redundanz bedeutet, dass eine Funktion oder Verbindung mehrfach vorhanden ist. Ein redundanter Weg kann Daten übernehmen, wenn der erste Weg ausfällt. Redundanz erhöht meist die Ausfallsicherheit, verursacht aber zusätzlichen Aufwand und zusätzliche Kosten.

Beispiel

In einem Computerraum sind alle Rechner mit einem Switch verbunden.

  1. Fällt das Kabel eines Rechners aus, verlieren die anderen Rechner ihre Verbindung zum Switch nicht.
  2. Fällt der Switch aus, sind alle angeschlossenen Rechner betroffen.
  3. Der Stern begrenzt also manche Fehler auf einen Endknoten, besitzt im Zentrum aber einen Single Point of Failure.

Bei einem Baum hilft die Hierarchie bei der Fehlersuche: Sind nur Geräte eines Zweigs ohne Verbindung, liegt der Fehler wahrscheinlich in diesem Zweig oder seinem Verteiler. Sind alle Zweige betroffen, prüfst du zuerst eine gemeinsame übergeordnete Komponente.

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Frage 1 von 2MittelIn einem Baum sind nur alle Geräte eines einzigen Zweigs nicht erreichbar. Wo solltest du zuerst suchen?
Lösung: am gemeinsamen Verteiler oder an der Zuleitung dieses Zweigs — Der Umfang des Ausfalls grenzt den Fehler ein: Gemeinsame betroffene Geräte weisen auf eine gemeinsame Verbindung oder einen gemeinsamen Verteiler hin.
Frage 2 von 2SchwerWelche Änderung erhöht die Fehlertoleranz am deutlichsten?
Lösung: ein unabhängiger alternativer Verbindungsweg — Fehlertoleranz entsteht hier durch einen zweiten nutzbaren Weg, nicht durch Bezeichnungen oder weniger Verbindungen.
Eine Topologie passend auswählen

Es gibt keine Form, die für jedes Netzwerk am besten ist. Eine sinnvolle Wahl gleicht mehrere Anforderungen aus:

  1. Ausfallsicherheit: Welche Ausfälle muss das Netz verkraften?
  2. Erweiterbarkeit: Wie leicht sollen neue Geräte oder Bereiche hinzukommen?
  3. Aufwand und Kosten: Wie viele Kabel, Anschlüsse und aktive Geräte sind vertretbar?
  4. Wartbarkeit: Wie schnell sollen sich Fehler eingrenzen lassen?
  5. Leistung: Wo könnten gemeinsam genutzte Leitungen oder zentrale Geräte zum Engpass werden?
Beispiel

Eine Schule plant mehrere Computerräume auf verschiedenen Etagen. In jedem Raum sollen Geräte leicht ergänzt werden können. Eine mögliche Lösung ist eine Baumstruktur aus Sternen: Die Geräte eines Raums führen zu einem Etagenverteiler, mehrere Verteiler sind hierarchisch verbunden.

Die Begründung lautet nicht einfach: Baum ist am besten. Die Struktur passt hier, weil sie viele Geräte übersichtlich gruppiert und Erweiterungen erleichtert. Für besonders wichtige Verbindungen müsste zusätzlich geprüft werden, ob ein alternativer Weg nötig ist.

Gut zu wissen

Mehr Ausfallsicherheit ist nicht kostenlos. Ein vollständiges Mesh bietet viele direkte Ersatzwege, verlangt aber sehr viele Verbindungen. Ein partielles Mesh kann gezielt nur wichtige Knoten mehrfach anbinden und so Zuverlässigkeit und Aufwand ausbalancieren.

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Frage 1 von 2MittelEin kleines Netz soll günstig sein, darf bei Ausfall des einzigen Hauptkabels aber vollständig stillstehen. Welche Form passt zu diesen genannten Bedingungen?
Lösung: Bus — Der Bus benötigt wenig Verkabelung, nimmt dafür aber das gemeinsame Backbone als kritischen Ausfallpunkt in Kauf.
Frage 2 von 2SchwerFür drei besonders wichtige Verteiler werden alternative Wege verlangt, ohne jedes Endgerät vollständig zu vermaschen. Welche Lösung passt am besten?
Lösung: Sterne für die Endgeräte und ein partielles Mesh zwischen den Verteilern — Die Hybridlösung begrenzt die zusätzliche Vermaschung auf die kritischen Verteiler.
Einen Netzplan Schritt für Schritt analysieren

Wenn du einen Netzplan untersuchst, arbeite in dieser Reihenfolge:

  1. Knoten markieren: Welche Endgeräte und Verteiler gibt es?
  2. Direkte Verbindungen verfolgen: Welche Knoten sind unmittelbar verbunden?
  3. Muster benennen: Erkennst du Zentrum, Kreis, gemeinsames Kabel, Hierarchie oder mehrere Wege?
  4. Kritische Stellen prüfen: Welche einzelne Komponente trennt viele Geräte?
  5. Ausfall durchspielen: Welche Geräte bleiben nach einem angenommenen Fehler verbunden?
  6. Urteil begründen: Nenne ein Merkmal des Plans als Beleg für deine Einordnung.
Beispiel

Die Computer A, B und C sind jeweils nur mit Switch S verbunden. S ist mit Router R verbunden. Zusätzlich besitzt S eine zweite Verbindung zu einem anderen Gebäudeverteiler.

  • A, B und C bilden mit S einen Stern.
  • S und R besitzen eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung.
  • Die zweite Verbindung von S schafft einen möglichen zusätzlichen Weg im größeren Netz.
  • Die Gesamtstruktur kann deshalb als Hybrid eingeordnet werden. Eine einzelne Bezeichnung für jede Teilverbindung reicht nicht aus, um das Gesamtnetz zu beschreiben.
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Frage 1 von 2MittelEin Plan zeigt fünf Geräte in einem Kreis. Jedes Gerät ist nur mit seinen beiden Nachbarn verbunden. Welches Merkmal beweist die Ringtopologie?
Lösung: Die Verbindungen bilden einen geschlossenen Kreis. — Für die Topologie zählen die Verbindungen, nicht die optische Platzierung der Symbole.
Frage 2 von 2SchwerNach dem Ausfall eines zentralen Switches sind zwölf Geräte gleichzeitig getrennt. Welche Schlussfolgerung ist am besten begründet?
Lösung: Der Switch war eine gemeinsame kritische Komponente dieser Geräte. — Ein gemeinsamer Ausfall vieler Geräte weist auf eine gemeinsame Verbindung oder zentrale Komponente hin.
Vertiefung: Topologie in Gebäuden

Bei einer strukturierten Gebäudeverkabelung wird ein großes Netz in Bereiche gegliedert. Diese Hierarchie ähnelt einer Baumtopologie:

  • Die Primärverkabelung verbindet Gebäude eines Standortes über Standortverteiler und Gebäudeverteiler.
  • Die Sekundärverkabelung verbindet Gebäudeverteiler mit Etagenverteilern.
  • Die Tertiärverkabelung führt vom Etagenverteiler zu den Anschlüssen auf einer Etage.

Für größere Entfernungen und hohen Datendurchsatz wird häufig Glasfaser eingesetzt. Auf der Etage kommt oft Kupfer zum Einsatz. Entscheidend für die Topologie ist die hierarchische Verbindung der Verteiler und Anschlüsse, nicht allein das verwendete Kabelmaterial.

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Frage 1 von 1MittelEin Gebäudeverteiler versorgt mehrere Etagenverteiler. Was zeigt diese Beziehung im Netzplan?
Lösung: eine hierarchische Verzweigung — Übergeordnete und untergeordnete Verteiler sind ein Kennzeichen der Baumstruktur.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Netzwerktopologie
    • Sichtweisen: physisch und logisch
    • Grundformen: Punkt-zu-Punkt, Bus, Ring, Stern, Baum, Mesh
    • Kombination: Hybrid
    • Bewertung: Ausfallsicherheit, Erweiterbarkeit, Aufwand, Wartbarkeit, Leistung
    • Fehleranalyse: kritische Komponente und alternative Wege
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelche Topologie besitzt einen zentralen Knoten, mit dem alle Endgeräte direkt verbunden sind?
Lösung: Stern — Eigene Leitungen zu einem gemeinsamen Zentrum kennzeichnen den Stern.
Frage 2 von 4MittelIn einem Stern fällt die Leitung zu genau einem Endgerät aus. Welche Folge ist zu erwarten?
Lösung: Nur dieses Endgerät verliert seine Verbindung zum Zentrum. — Die getrennten Leitungen isolieren diesen Fehler. Anders ist es beim Ausfall des zentralen Knotens.
Frage 3 von 4SchwerEin Betrieb verlangt alternative Wege zwischen wichtigen Verteilern, möchte aber den Aufwand einer Vollvermaschung vermeiden. Welche Entscheidung ist am besten begründet?
Lösung: Die wichtigen Verteiler werden partiell vermascht; Endgeräte bleiben in Sternen organisiert. — Ein partielles Mesh schafft Redundanz dort, wo sie benötigt wird, ohne jede mögliche Direktverbindung aufzubauen.
Frage 4 von 4SchwerZwei Pläne sehen gleich aus, aber in einem Netz folgen Daten einem festen Rundlauf und im anderen leitet ein Switch gezielt weiter. Was zeigt der Vergleich?
Lösung: Gleiche oder ähnliche physische Anordnungen können unterschiedliche logische Datenflüsse besitzen. — Physische Topologie beschreibt Anschlüsse; logische Topologie beschreibt den tatsächlichen Datenfluss.

Du kannst eine Topologie sicher beurteilen, wenn du erst die direkten Verbindungen erkennst, dann kritische Ausfallpunkte suchst und schließlich deine Wahl mit den Anforderungen des Netzes begründest.

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