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Rechenschieber

Rechenschieber verständlich erklärt: historische Bedeutung, Einordnung und Beispiele aus der Entwicklung von Rechenmaschinen und Computern.

Beim Rechnen denkst du heute wahrscheinlich zuerst an Taschenrechner, Handy oder Computer. Früher mussten Menschen viele Rechnungen ohne solche Geräte lösen. Ingenieure, Kaufleute und Wissenschaftler brauchten dafür Werkzeuge, die schnell genug und handlich waren. Eines davon war der Rechenschieber.

Deine Lernziele
  • Du verstehst, was ein Rechenschieber ist.
  • Du erkennst, warum er zur Geschichte der Informatik gehört.
  • Du kannst erklären, wie ein Rechenschieber Multiplikationen vereinfacht.
  • Du unterscheidest Rechenschieber, Rechenrahmen und digitalen Computer.

Was ein Rechenschieber ist

Wenn du ein Lineal benutzt, liest du Längen an Strichen ab. Ein Rechenschieber sieht auf den ersten Blick ähnlich aus. Er hat aber nicht nur eine einfache Zentimeterskala, sondern mehrere besondere Skalen.

Ein Rechenschieber ist ein mechanisches Rechenwerkzeug mit verschiebbaren Skalen. Mechanisch bedeutet: Er arbeitet durch Bewegung von Teilen, nicht durch Strom. Eine Skala ist eine Reihe von Markierungen, an der du Werte ablesen kannst.

Definition

Ein Rechenschieber ist ein analoges Rechengerät. Du verschiebst Skalen gegeneinander und liest das Ergebnis an Markierungen ab.

Ein Rechenschieber rechnet nicht wie ein heutiger Computer mit gespeicherten Programmen. Er nutzt die Lage von Markierungen. Dadurch kann man besonders Multiplikationen, Divisionen und manche technische Rechnungen schneller ausführen als mit schriftlichem Rechnen.

Beispiel

Stell dir zwei Lineale vor, die direkt nebeneinanderliegen. Wenn du das obere Lineal verschiebst, ändern sich die Stellen, die sich gegenüberstehen. Beim Rechenschieber sind diese Stellen so gewählt, dass daraus Rechenergebnisse entstehen.

Merke

Ein Rechenschieber ist kein digitales Gerät. Er ist ein Werkzeug, bei dem Zahlen durch Positionen auf Skalen dargestellt werden.

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Warum er analog rechnet

Beim Computer werden Zahlen meist als digitale Daten verarbeitet. Digital bedeutet: Informationen werden in getrennten Zuständen dargestellt, zum Beispiel als 0 und 1. Der Rechenschieber arbeitet anders.

Ein Analogrechner ist ein Rechengerät, das Größen durch andere messbare Größen darstellt. Beim Rechenschieber werden Zahlen durch Abstände auf Skalen dargestellt. Ein Abstand auf dem Gerät steht also für einen Zahlenwert.

Definition

Ein Analogrechner stellt Zahlen durch messbare Größen dar, zum Beispiel durch Länge, Winkel oder elektrische Spannung.

Das Wort analog heißt hier: Eine Größe entspricht einer anderen Größe. Beim Rechenschieber entspricht eine Position auf der Skala einer Zahl. Du rechnest, indem du diese Positionen passend verschiebst.

Beispiel

Ein Thermometer mit Flüssigkeit ist analog: Die Höhe der Flüssigkeit steht für die Temperatur. Ein Rechenschieber ist ähnlich gedacht: Die Lage einer Markierung steht für eine Zahl.

Gut zu wissen

Analog bedeutet nicht automatisch alt oder ungenau. Es bedeutet zuerst nur, dass Werte durch eine passende physische Größe dargestellt werden.

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Die Idee hinter der Multiplikation

Multiplikation kann anstrengend sein, wenn die Zahlen größer werden. Der Rechenschieber nutzt einen Trick: Er verwandelt eine Multiplikation in ein Verschieben und Ablesen.

Dafür braucht man die Idee des Logarithmus. Ein Logarithmus ist eine Hilfszahl zu einer Zahl. Für den Rechenschieber ist vor allem diese Eigenschaft wichtig: Aus dem Multiplizieren von Zahlen wird beim Logarithmus ein Addieren von passenden Abständen.

Definition

Ein Logarithmus ist eine Hilfszahl, mit der man Multiplikationen über Additionen behandeln kann. Für positive Zahlen gilt: Zum Produkt gehören addierte Logarithmen.

Eine logarithmische Skala ist eine Skala, deren Abstände nach Logarithmen angeordnet sind. Die Abstände sind also nicht gleichmäßig wie auf einem normalen Lineal. Diese besondere Verteilung macht die Multiplikation möglich.

Beispiel

Für die Rechnung \(2 \cdot 3\) verschiebt man bei einem einfachen Rechenschieber eine Skala so, dass ihre 1 über der 2 der anderen Skala liegt. Dann sucht man auf der verschobenen Skala die 3. Gegenüber davon liest man auf der festen Skala ungefähr 6 ab.

Merke

Der Rechenschieber rechnet Multiplikationen nicht durch Zählen. Er nutzt logarithmische Abstände: Verschieben ersetzt einen Teil der Rechnung.

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Wie man ein Ergebnis abliest

Ein Rechenschieber liefert oft Näherungswerte. Ein Näherungswert ist ein Wert, der sehr nah am richtigen Ergebnis liegt, aber nicht jede Nachkommastelle exakt zeigt. Das liegt daran, dass du Markierungen mit dem Auge abliest.

Beim Rechnen musst du deshalb zusätzlich mitdenken. Der Rechenschieber zeigt dir zum Beispiel die Ziffernfolge. Die Größenordnung sagt, in welchem Zahlenbereich ein Ergebnis liegt, zum Beispiel bei 10, 100 oder 1000.

Definition

Ein Näherungswert ist ein ungefährer Wert, der für viele praktische Rechnungen ausreichend genau ist.

Definition

Die Größenordnung sagt, ob ein Ergebnis eher bei Einern, Zehnern, Hundertern oder Tausendern liegt.

Beispiel

Wenn du \(20 \cdot 30\) rechnest, erwartest du ein Ergebnis um 600. Ein Rechenschieber kann dir die Ziffernfolge 6 zeigen. Du entscheidest durch Überschlagen: Es muss 600 sein, nicht 6 oder 60.

Das klingt zuerst ungewohnt. Für viele technische Aufgaben war das aber lange sehr nützlich. Ingenieure mussten oft schnell wissen, ob ein Ergebnis ungefähr stimmt.

Merke

Beim Rechenschieber liest du meistens einen Näherungswert ab. Die passende Größenordnung prüfst du durch Überschlagen.

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Bedeutung in der Geschichte der Informatik

Informatik ist das Fach, das sich mit der Darstellung, Verarbeitung und automatischen Ausführung von Informationen beschäftigt. Dazu gehören heutige Computer, aber auch ältere Rechenhilfen. Der Rechenschieber gehört deshalb zur Vorgeschichte der Computer.

Er zeigt eine wichtige Entwicklung: Menschen bauten Werkzeuge, um Denk- und Rechenarbeit zu unterstützen. Solche Werkzeuge machten Rechnungen schneller, einheitlicher und in vielen Berufen zuverlässiger. Später übernahmen mechanische Rechenmaschinen, elektronische Rechner und Computer immer mehr dieser Aufgaben.

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Beispiel

Vor einem Brückenbau mussten viele Größen berechnet werden. Mit einem Rechenschieber konnte ein Ingenieur schnell Zwischenwerte bestimmen. Für exakte Abschlussrechnungen brauchte man trotzdem Kontrolle, Tabellen oder später elektronische Rechner.

Gut zu wissen

Der Rechenschieber ist wichtig, weil er zeigt: Rechnen kann in ein Gerät ausgelagert werden. Genau diese Idee führt weiter zu Rechenmaschinen und Computern.

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Andere Rechenwerkzeuge unterscheiden

Manche Namen klingen ähnlich. Ein Rechenrahmen ist ein Gerät mit verschiebbaren Kugeln oder Perlen. Er hilft beim Zählen und Stellenwertrechnen. Ein Rechenschieber hat dagegen Skalen und nutzt vor allem Abstände.

Ein Computer ist ein programmierbares digitales Rechengerät. Programmierbar bedeutet: Man kann ihm eine Folge von Anweisungen geben, die er automatisch ausführt. Der klassische Rechenschieber ist nicht programmierbar.

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Beispiel

Wenn du Perlen auf einem Rahmen nach links und rechts schiebst, arbeitest du mit einem Rechenrahmen. Wenn du zwei markierte Skalen gegeneinander verschiebst und ein Produkt abliest, nutzt du einen Rechenschieber. Wenn du eine App eine Rechnung ausführen lässt, nutzt du einen digitalen Computer.

Merke

Ähnliche Namen bedeuten nicht gleiche Funktionsweise. Achte darauf, womit das Gerät Werte darstellt: Perlen, Skalen oder digitale Daten.

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Zusammenfassung

Ein Rechenschieber ist ein mechanisches Rechenwerkzeug mit verschiebbaren Skalen. Er gehört zu den Analogrechnern, weil Zahlen durch Positionen und Abstände dargestellt werden. Besonders wichtig sind logarithmische Skalen, denn sie machen Multiplikationen und Divisionen durch Verschieben und Ablesen möglich.

Der Rechenschieber liefert oft Näherungswerte. Deshalb prüfst du die Größenordnung durch Überschlagen. In der Geschichte der Informatik ist er wichtig, weil er zeigt, wie Menschen Rechenarbeit Schritt für Schritt an Werkzeuge ausgelagert haben.

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