Akkordsymbole lesen und sicher unterscheiden
Ein Akkordsymbol ist eine kurze Bauanleitung für einen Akkord. Du liest zuerst den Grundton, danach den Akkordtyp, mögliche Erweiterungen und zuletzt einen Basston hinter dem Schrägstrich.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
So liest du ein Akkordsymbol
Stell dir das Symbol C#m7 als Kette von Informationen vor:
Cnennt den Grundton.#verändert den Grundton: Aus C wird Cis.mkennzeichnet Moll.7ergänzt eine kleine Septime.
Das Ergebnis ist ein Cis-Moll-Septakkord.
Grundton
Der Grundton gibt dem Akkord seinen Namen und ist der Bezugspunkt für alle weiteren Angaben. Ein Vorzeichen steht im Symbol unmittelbar hinter dem Grundtonbuchstaben: C# bedeutet Cis, Cb bedeutet Ces.
Ohne Zusatz bezeichnet ein Grundtonbuchstabe gewöhnlich einen Durakkord. Deshalb bedeutet C C-Dur und nicht C-Moll.
Lies Dmaj7 von links nach rechts:
D: Grundton D- kein
m: Dur maj7: große Septime
Dmaj7 bezeichnet somit einen D-Dur-Akkord mit großer Septime.
Die grundlegende Lesereihenfolge lautet: Grundton → Akkordtyp → Erweiterung → gegebenenfalls Slashbass.
Vier Dreiklangstypen erkennen
Ein Dreiklang enthält drei verschiedene Akkordtöne. Sie lassen sich als zwei übereinandergeschichtete Terzen beschreiben. Eine große Terz umfasst vier Halbtonschritte, eine kleine Terz drei.
| Akkordtyp | Terzschichtung | Gebräuchliches Symbol |
|---|---|---|
| Dur | große Terz + kleine Terz | C |
| Moll | kleine Terz + große Terz | Cm |
| vermindert | kleine Terz + kleine Terz | Cdim |
| übermäßig | große Terz + große Terz | Caug |
Beim C-Dur-Dreiklang C–E–G liegen von C nach E vier Halbtonschritte und von E nach G drei. Beim C-Moll-Dreiklang C–E♭–G sind es zuerst drei und danach vier Halbtonschritte. Die erste Terz entscheidet hier über Dur oder Moll.
Du siehst das Symbol Caug.
Cist der Grundton.augbedeutet übermäßig.- Der Dreiklang besteht aus zwei großen Terzen.
Das Symbol bezeichnet daher einen übermäßigen C-Dreiklang.
Was bedeuten 7, maj7, 9 und add9?
Zahlen nennen zusätzliche Tonstufen über dem Grundton. Sie geben nicht die Anzahl der gespielten Töne an.
Eine alleinstehende 7 bezeichnet in der gebräuchlichen Akkordsymbolschrift die kleine Septime. Die große Septime wird zum Beispiel mit maj7 geschrieben.
C7: C-Dur mit kleiner Septime; die Akkordtöne sind C–E–G–B♭.Cmaj7: C-Dur mit großer Septime; die Akkordtöne sind C–E–G–H.Cm7: C-Moll mit kleiner Septime.
7 bedeutet kleine Septime. maj7 bedeutet große Septime. Das Wort maj bezieht sich hier auf die Septime.
Bei höheren Erweiterungen ist ein weiterer Unterschied wichtig. Die None ist der Ton in einem Abstand von neun Tonstufen zum Grundton; sie entspricht der Sekunde eine Oktave höher.
C9enthält nach der beschriebenen Konvention neben dem Durakkord auch die kleine Septime und die None.Cadd9fügt die None hinzu, verlangt aber nicht automatisch eine Septime.
Die vollständige symbolische Stufenfolge von C9 lautet 1–3–5–♭7–9. Bei der praktischen Ausführung kann besonders die Quinte entfallen.
Vergleiche C9 und Cadd9:
- Beide Symbole enthalten den Grundton C und eine None.
- Nur
C9schließt automatisch die kleine Septime ein. Cadd9bedeutet wörtlich: Füge dem Dreiklang die None hinzu.
Die beiden Symbole sind deshalb nicht austauschbar.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Eine alleinstehende Zahl ` bezeichnet die kleine Septime. Die große Septime wird mit gekennzeichnet. Bei C9 ist die mitgemeint. Cadd9 fügt eine None ` hinzu.
7 steht für die kleine Septime, maj7 für die große. Eine 9 schließt nach dieser Konvention die kleine Septime ein, add9 dagegen nicht.7 steht für die kleine Septime, maj7 für die große. Eine 9 schließt nach dieser Konvention die kleine Septime ein, add9 dagegen nicht.Slashakkorde und freie Anordnung
Ein Schrägstrich trennt den Akkord vom tiefsten Ton. In C/E ist C der Akkordgrundton und E der Basston.
Slashakkord
Bei einem Slashakkord steht vor dem Schrägstrich der Akkord und dahinter der gewünschte Basston. Der Basston ist der tiefste erklingende Ton.
C/E enthält weiterhin die Töne des C-Dur-Dreiklangs C–E–G. Weil E im Bass liegt, handelt es sich um die erste Umkehrung. Der Akkord bleibt C-Dur; er wird nicht zu einem E-Akkord.
Für den C-Dur-Dreiklang ergeben sich:
- C–E–G: Grundstellung, C im Bass
- E–G–C: erste Umkehrung, als
C/Edarstellbar - G–C–E: zweite Umkehrung, als
C/Gdarstellbar
Ein Akkordsymbol schreibt nicht immer die genaue Lage aller Töne vor. Akkordtöne können anders angeordnet oder verdoppelt werden. Bei umfangreichen Akkorden kann besonders die Quinte ausgelassen werden. Ein ausdrücklich angegebener Slashbass muss jedoch der tiefste Ton sein.
Schreibweisen brauchen manchmal Kontext
Akkordsymbole sind nicht weltweit vollständig vereinheitlicht. Für denselben Akkordtyp können mehrere Schreibweisen vorkommen.
Beispiele:
- Moll:
Cm, teilweise auchCminoderC- - übermäßig:
CaugoderC+ - große Septime:
Cmaj7,Cj7oderCΔ - kein Akkord:
N. C.oderno chord
Manche Zeichen lassen sich nur im musikalischen Zusammenhang eindeutig verstehen. Du solltest daher nicht jedes unbekannte Symbol nach einer einzigen starren Tabelle deuten. Beginne mit den sicheren Bestandteilen und prüfe dann, welche Schreibweise im jeweiligen Notentext verwendet wird.
Du findest CΔ in einem Lead-Sheet. In der dort verwendeten Schreibweise steht Δ für die große Septime. Das Symbol bezeichnet somit einen C-Dur-Akkord mit großer Septime und entspricht Cmaj7.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Akkordsymbol
- Grundton: Buchstabe mit möglichem Vorzeichen
- Akkordtyp: Dur, m, dim oder aug
- Erweiterung: 7, maj7, 9 oder add9
- Slashbass: tiefster Ton hinter dem Schrägstrich
- Ausführung: Lage und Verdopplungen oft frei
- Schreibvarianten: Kontext kann nötig sein
Abschluss-Check
Wenn du ein unbekanntes Symbol untersuchst, gehe immer gleich vor: Grundton finden, Akkordtyp bestimmen, Erweiterungen lesen und zuletzt den Slashbass prüfen.
Mit Google fortfahren