Elektronische Instrumente einfach erklärt
Elektronische Instrumente erzeugen oder formen Klänge mithilfe elektrischer beziehungsweise elektronischer Signale. Dazu gehören zum Beispiel Synthesizer, Sampler und Theremin. Ein MIDI-Controller steuert dagegen meist nur einen anderen Klangerzeuger.
Auf dieser Seite lernst du, Klangerzeugung, Steuerung und Ausgabe auseinanderzuhalten. So kannst du auch ein unbekanntes Gerät begründet einordnen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Vom Spielimpuls zum hörbaren Klang
Wenn du eine Taste drückst oder einen Regler bewegst, hörst du nicht sofort diesen Tastendruck. Zuerst wird deine Handlung in ein Steuer- oder Tonsignal umgesetzt. Ein Verstärker und ein Lautsprecher machen das Ergebnis hörbar.
Ein typischer Signalweg sieht so aus:
- Spielimpuls: Du drückst eine Taste, schlägst ein Pad an oder bewegst deine Hand.
- Steuerung: Das Gerät erkennt zum Beispiel Tonhöhe, Anschlag oder Reglerstellung.
- Klangerzeugung oder Klangverarbeitung: Elektronische Schaltungen oder Software erzeugen beziehungsweise verändern ein Signal.
- Ausgabe: Ein Lautsprecher wandelt das elektrische Signal in hörbare Luftschwingungen um.
Elektronisches Instrument
Ein elektronisches Instrument nutzt elektronische Vorgänge, um musikalisch steuerbare Klänge zu erzeugen oder wesentlich zu formen. Im engeren Sinn entsteht der Klang elektronisch. Weiter gefasste Einteilungen beziehen auch Instrumente ein, deren mechanisch erzeugter Klang anschließend elektronisch verarbeitet wird.
Diese Unterscheidung erklärt, warum nicht jede Darstellung dieselben Geräte zu den elektronischen Instrumenten zählt. Eine elektrische Gitarre beginnt beispielsweise mit schwingenden Saiten. Ein Synthesizer kann sein Ausgangssignal dagegen unmittelbar elektronisch erzeugen.
Du drückst auf einem Synthesizer eine Taste. Die Taste bestimmt die gewünschte Tonhöhe. Ein Oszillator erzeugt ein periodisches elektrisches Signal. Ein Filter verändert dessen Klangfarbe, und ein Verstärker regelt den Pegel. Erst über Lautsprecher oder Kopfhörer wird das Ergebnis hörbar.
Frage zuerst: Wo entsteht das Klangsignal? Frage danach: Wie wird es gesteuert, verändert und hörbar gemacht?
Synthesizer, Sampler und Drum-Machine unterscheiden
Elektronische Geräte können mit unterschiedlichem Klangmaterial arbeiten. Entscheidend ist, ob sie einen Klang neu aufbauen oder eine Aufnahme wiedergeben und bearbeiten.
Synthesizer
Ein Synthesizer erzeugt Klänge durch analoge oder digitale Synthese. Oszillatoren liefern Ausgangssignale. Filter, Hüllkurven und weitere Module verändern unter anderem Klangfarbe, Lautstärke und zeitlichen Verlauf.
Eine Hüllkurve beschreibt, wie sich ein Klang im Laufe der Zeit entwickelt: Er kann etwa schnell einsetzen, langsam lauter werden oder nach dem Loslassen der Taste ausklingen.
Sampler
Ein Sampler speichert aufgenommene Tonausschnitte, sogenannte Samples, und spielt sie gesteuert wieder ab. Die Aufnahmen lassen sich häufig in ihrer Tonhöhe, Länge, Lautstärke oder Klangfarbe verändern.
Eine Drum-Machine ist auf Percussionklänge und Rhythmusmuster ausgerichtet. Sie kann gespeicherte Schlagzeugklänge verwenden oder elektronische Percussionklänge selbst erzeugen. Deshalb lässt sie sich nicht immer ausschließlich als Sampler oder ausschließlich als Synthesizer einordnen.
Für einen Beat brauchst du eine Bassdrum und einen ungewöhnlichen hohen Klang.
- Im Sampler lädst du eine Aufnahme einer Bassdrum und ordnest sie mehreren Taktschlägen zu.
- Im Synthesizer baust du den hohen Klang aus einem elektronisch erzeugten Ausgangssignal auf und formst ihn mit Filter und Hüllkurve.
- Eine Drum-Machine kann beide Aufgaben in einem auf Rhythmen spezialisierten Gerät verbinden.
Der entscheidende Unterschied liegt nicht in der Musikrichtung, sondern in der Herkunft und Verarbeitung des Klangmaterials.
MIDI steuert, klingt aber nicht
MIDI bedeutet Musical Instrument Digital Interface. MIDI überträgt musikalische Steuerdaten, nicht den hörbaren Klang selbst. Solche Daten können zum Beispiel ausdrücken, welche Note gespielt wird, wann sie beginnt und endet oder wie ein Regler bewegt wird.
MIDI-Controller
Ein MIDI-Controller ist eine Bedienoberfläche, die MIDI-Daten an andere Hardware oder Software sendet. Er besitzt häufig Tasten, Pads, Drehregler oder Schieberegler, erzeugt aber normalerweise keinen eigenen Klang.
Ein Sequencer speichert oder programmiert musikalische Ereignisse in einer zeitlichen Reihenfolge. Er kann etwa festlegen, wann Noten, Rhythmen oder Steuerungsänderungen abgespielt werden.
Du drückst eine Taste auf einem MIDI-Keyboard. Das Keyboard sendet eine Noteninformation an ein Software-Instrument. Erst die Software erzeugt den Klang. Die Lautsprecher geben ihn anschließend wieder.
Ohne geladenes Software-Instrument kann der Controller weiterhin Daten senden, doch du hörst keinen Instrumentenklang.
MIDI beschreibt eine musikalische Handlung. Audio enthält den hörbaren Klang.
Spielweisen prägen den Zugang zum Klang
Elektronische Instrumente können sehr verschieden bedient werden. Eine Tastatur ordnet Tonhöhen sichtbar an. Pads eignen sich für einzelne Klänge oder Rhythmen. Regler verändern Klangparameter. Manche Instrumente reagieren sogar auf Bewegungen im Raum.
Das Theremin wird berührungslos gespielt. Zwei Antennen erfassen die Position der Hände: Eine Hand steuert die Tonhöhe, die andere die Lautstärke. Weil feste Tasten oder Griffmarkierungen fehlen, verlangt eine genaue Melodie viel Gehör und Körperkontrolle.
Die Hammondorgel zeigt eine andere Verbindung von Mechanik und Elektrik. Rotierende metallische Tonräder erzeugen in einem elektromagnetischen Feld elektrische Tonsignale. Wegen dieser mechanisch-elektrischen Klangerzeugung wird sie als elektromechanisches Instrument beschrieben.
Beim Moog-Synthesizer machten Tasten eine neuartige elektronische Klangerzeugung unmittelbar musikalisch bedienbar. Seine 1964 vorgestellte Bauweise verband unter anderem Oszillatoren, Filter und Verstärker. Die Tastatur half Spielenden dabei, Tonhöhen aus vertrauter Anordnung anzusteuern.
Eine einfache Bedienoberfläche bedeutet nicht automatisch eine einfache Klangerzeugung. Hinter einer einzigen Taste kann eine lange Kette aus Synthese, Filterung, Modulation und Verstärkung liegen.
Ein unbekanntes Gerät begründet einordnen
Bei einem unbekannten Instrument hilft eine feste Reihenfolge. Verlasse dich nicht nur auf sein Aussehen.
- Klangquelle prüfen: Entsteht das Signal durch elektronische Synthese, durch eine Aufnahme oder zunächst durch eine mechanische Schwingung?
- Steuerung bestimmen: Werden Tasten, Pads, Regler, Saiten, Antennen oder ein Sequencer verwendet?
- Verarbeitung untersuchen: Verändern Filter, Effekte, Software oder digitale Signalprozessoren den Klang?
- Ausgabe nennen: Wird ein Verstärker, Lautsprecher oder Kopfhörer benötigt?
- Rolle formulieren: Erzeugt das Gerät Klang, steuert es andere Geräte oder verbindet es mehrere Aufgaben?
Ein Gerät besitzt 16 anschlagempfindliche Pads. Beim Drücken sendet es MIDI-Daten an eine Musiksoftware, enthält aber keine eigenen Klänge.
Einordnung: Es ist ein MIDI-Controller. Die Pads sind die Spieloberfläche, MIDI übernimmt die Steuerung, und die Software ist der Klangerzeuger. Das Gerät selbst liefert kein Audiosignal.
Ein würfelförmiges Gerät enthält aufgenommene Geräusche, ordnet sie seinen Flächen zu und gibt sie über einen angeschlossenen Lautsprecher wieder.
Einordnung: Es arbeitet als Sampler. Die Berührung dient der Steuerung, gespeicherte Aufnahmen bilden das Klangmaterial, und der Lautsprecher übernimmt die Ausgabe.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Elektronische Instrumente
- Klangerzeugung: Synthesizer baut Signale elektronisch auf
- Klangmaterial: Sampler verwendet Aufnahmen
- Steuerung: Tasten, Pads, Regler, Antennen oder Sequencer
- Datenübertragung: MIDI übermittelt Spiel- und Steuerinformationen
- Verarbeitung: Filter, Hüllkurven und Effekte formen den Klang
- Ausgabe: Verstärker, Lautsprecher oder Kopfhörer machen ihn hörbar
Abschluss-Check
Wenn du ein Gerät einordnen willst, beginne immer bei der Klangquelle. Unterscheide anschließend Steuerung, Verarbeitung und Ausgabe. So lässt du dich weder von einer vertrauten Tastatur noch von einer ungewöhnlichen Gehäuseform täuschen.
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