Musik

Oktave in der Musik: erkennen und berechnen

Oktave in der Musik: erkennen und berechnen
Oktave in der Musik: erkennen und berechnen
Für Quiz, Lückentext, Lernkarten und Fortschritt ist JavaScript nötig. Alle Inhalte und Lösungen bleiben direkt lesbar.

Eine Oktave ist ein Intervall, bei dem du vom Ausgangston bis zum Zielton acht diatonische Tonstufen zählst. Die wichtigste Form ist die reine Oktave: Sie verbindet zwei gleichnamige Töne in verschiedenen Tonlagen. Der höhere Ton hat dabei die doppelte Frequenz des tieferen; das Frequenzverhältnis ist also $2:1$.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Warum heißt sie Oktave?
Definition

Intervall

Ein Intervall ist der Tonhöhenabstand zwischen zwei Tönen. Die Töne können nacheinander oder gleichzeitig erklingen.

Der Name Oktave bedeutet „die achte“. Zählst du in einer diatonischen Tonfolge Anfangs- und Endton mit, erreichst du den gleichnamigen Zielton auf der achten Stufe:

C – D – E – F – G – A – H – C

Die westliche chromatische Einteilung betrachtet zusätzlich alle Zwischentöne. Deshalb umfasst dieselbe reine Oktave zwölf Halbtonschritte. Acht Tonstufen und zwölf Halbtöne widersprechen sich nicht: Es sind zwei verschiedene Arten zu zählen.

Merke

Für den Intervallnamen zählst du die Tonstufen einschließlich Anfang und Ende. Für den genauen klingenden Abstand zählst du die Halbtonschritte zwischen den Tönen.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt eine reine Oktave richtig?
Lösung: Sie umfasst acht diatonisch gezählte Tonstufen und zwölf Halbtonschritte. — Bei der reinen Oktave kehrt derselbe Tonname in einer höheren oder tieferen Lage wieder. In der westlichen Einteilung liegen zwölf Halbtonschritte dazwischen.
Wie berechnest du die Frequenz?
Definition

Frequenz

Die Frequenz gibt an, wie viele Schwingungen pro Sekunde stattfinden. Ihre Einheit ist Hertz, abgekürzt Hz.

Für eine reine Oktave gilt:

  • eine Oktave höher: $f_{hoch} = 2 \cdot f_{tief}$
  • eine Oktave tiefer: $f_{tief} = f_{hoch} : 2$
Beispiel

Der Kammerton a′ hat eine Frequenz von 440 Hz.

  1. Eine Oktave höher verdoppelst du: $2 \cdot 440\,\text{Hz} = 880\,\text{Hz}$.
  2. Eine Oktave tiefer halbierst du: $440\,\text{Hz} : 2 = 220\,\text{Hz}$.

Die Ergebnisse sind plausibel: Der höhere Ton hat die größere, der tiefere Ton die kleinere Frequenz.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelEin Ton hat 330 Hz. Welche Frequenz hat der Ton eine reine Oktave höher?
Lösung: 660 Hz — Eine Oktave höher bedeutet Frequenzverdopplung: $2 \cdot 330\,\text{Hz} = 660\,\text{Hz}$.
Wie begegnet dir die Oktave in der Musik?

Eine Oktave kann sukzessiv erklingen: Du spielst erst den tiefen und dann den hohen Ton. Sie kann auch simultan erklingen: Beide Töne klingen gleichzeitig.

Auf dem Klavier findest du vom C bis zum nächsthöheren C zwölf Halbtonschritte. Zählst du nur die weißen Tasten einschließlich beider C-Tasten, sind es acht Tasten. Die schwarzen Tasten dazwischen gehören trotzdem zum Oktavraum.

Beispiel

Spielst du eine Melodie eine Oktave höher, bleiben ihre Tonbeziehungen erhalten, aber sie klingt insgesamt höher. Spielst du dieselbe Melodie gleichzeitig in zwei Oktavlagen, kann der Klang voller wirken.

Töne im Oktavabstand wirken eng verwandt und gehören zur selben Tonklasse: Alle C-Töne gehören zum Beispiel zur Tonklasse C. Ihre konkrete Tonhöhe bleibt dennoch verschieden.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelZwei Musiker spielen dieselbe Melodie gleichzeitig, einer eine Oktave höher. Was bleibt gleich?
Lösung: Die Folge der Tonnamen und die Beziehungen der Melodietöne — Eine Oktavversetzung verändert die Tonlage. Die Melodiestruktur und die Tonklassen bleiben erhalten.
Wie werden Oktavlagen notiert?

Gleichnamige Töne brauchen eine Registerangabe, damit ihre Lage eindeutig ist. In der traditionellen deutschsprachigen Schreibweise unterscheiden Groß- und Kleinbuchstaben sowie Striche die Oktavräume. So liegt c′ eine Oktave über c; c″ liegt wieder eine Oktave über c′.

Ein anderes System verwendet Zahlen. Darin entspricht das eingestrichene c′ dem Ton C4. Vermische die Systeme nicht, sondern prüfe zuerst, welches verwendet wird.

Sehr hohe oder tiefe Noten würden im Notensystem viele Hilfslinien benötigen. Abkürzungen machen die Notation lesbarer:

  • 8va: eine Oktave höher spielen als notiert;
  • 8vb: eine Oktave tiefer spielen als notiert.
Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Eine Oktave höher wird die Frequenz . Eine Oktave tiefer wird sie . Die Angabe weist nach oben, nach unten.

Lösungen: Lücke 1: verdoppelt; Lücke 2: halbiert; Lücke 3: 8va; Lücke 4: 8vb. Entscheide zuerst über die Richtung: nach oben verdoppeln und 8va, nach unten halbieren und 8vb.
Vertiefung: Welche Oktavqualitäten gibt es?
Definition

Reine Oktave

Die reine Oktave besitzt zwölf Halbtonschritte und das Frequenzverhältnis $2:1$. Sie gilt als Konsonanz, also als vergleichsweise stabiler Zusammenklang.

Wird der Zielton bei weiterhin acht gezählten Tonstufen um einen Halbton verändert, ändert sich die Intervallqualität:

  • verminderte Oktave: elf Halbtonschritte;
  • übermäßige Oktave: dreizehn Halbtonschritte.

Diese Varianten sind dissonant. Für ihre Benennung reicht der gehörte Abstand allein nicht: Auch die geschriebenen Tonnamen entscheiden darüber, dass weiterhin acht Tonstufen gezählt werden.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelEin notiertes Intervall umfasst acht Tonstufen, aber nur elf Halbtonschritte. Wie heißt es?
Lösung: verminderte Oktave — Gegenüber der reinen Oktave ist der Abstand um einen Halbton verkleinert. Deshalb heißt er verminderte Oktave.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Oktave
    • Grundform: reine Oktave zwischen gleichnamigen Tönen
    • Zählen: acht Tonstufen, zwölf Halbtonschritte
    • Berechnen: nach oben verdoppeln, nach unten halbieren
    • Spielen: nacheinander oder gleichzeitig
    • Notieren: Registerangaben, 8va und 8vb
    • Vertiefen: rein, vermindert oder übermäßig
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelches Frequenzverhältnis gehört zur reinen Oktave?
Lösung: 2:1 — Bei der reinen Oktave schwingt der höhere Ton doppelt so schnell wie der tiefere.
Frage 2 von 3MittelEin Ton mit 440 Hz wird eine Oktave nach unten versetzt. Welche Frequenz hat er danach?
Lösung: 220 Hz — Nach unten wird die Frequenz halbiert: $440\,\text{Hz} : 2 = 220\,\text{Hz}$.
Frage 3 von 3SchwerEine Melodie wird vollständig eine Oktave höher gespielt. Welche Beschreibung ist richtig?
Lösung: Ihre Tonklassen und Intervallbeziehungen bleiben erhalten, ihre Frequenzen verdoppeln sich. — Die Oktavversetzung verändert die absolute Tonhöhe, nicht das Muster der Melodie. Deshalb erkennst du sie als dieselbe Melodie in höherer Lage.

Passend dazu