Wenn du eine Melodie singst, springt deine Stimme ständig von einem Ton zum nächsten. Manche Sprünge sind klein und wirken fast wie ein Schritt. Andere sind größer und fallen sofort auf. Genau diese Abstände helfen dir, Musik besser zu hören, zu lesen und zu verstehen.
- Du lernst, was ein Intervall ist.
- Du kannst die wichtigsten Intervallnamen in der richtigen Reihenfolge nennen.
- Du verstehst den Unterschied zwischen gleichzeitig und nacheinander klingenden Intervallen.
- Du kannst einfache Intervalle von C aus bestimmen.
- Du erkennst, warum manche Intervalle ruhig und andere spannend klingen.
Was ein Intervall ist
Stell dir zwei Töne wie zwei Punkte auf einer Treppe vor. Ein Ton liegt vielleicht direkt neben dem anderen. Ein anderer Ton liegt mehrere Stufen höher oder tiefer. In der Musik interessiert uns dann: Wie groß ist der Abstand?
Ein Ton ist ein einzelner Klang mit einer bestimmten Höhe.
Die Tonhöhe sagt, ob ein Ton höher oder tiefer klingt.
Ein Intervall ist der Abstand zwischen zwei Tönen.
Die zwei Töne können nacheinander erklingen, zum Beispiel in einer Melodie. Eine Melodie ist eine Folge von Tönen. Die zwei Töne können aber auch gleichzeitig erklingen, zum Beispiel in einem zweistimmigen Lied.
Von C nach D ist der Abstand klein. Du gehst nur zum nächsten Nachbarton.
Von C nach G ist der Abstand größer. Du springst über mehrere Tonnamen hinweg: C, D, E, F, G.
Ein Intervall vergleicht immer zwei Töne. Ein Akkord ist ein Zusammenklang aus mindestens drei Tönen.
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Nacheinander oder gleichzeitig
Wenn zwei Töne nacheinander klingen, hörst du sie als Bewegung. Das passiert in fast jeder Melodie. Wenn zwei Töne gleichzeitig klingen, hörst du sie als Zusammenklang.
Ein melodisches Intervall entsteht, wenn zwei Töne nacheinander erklingen.
Ein harmonisches Intervall entsteht, wenn zwei Töne gleichzeitig erklingen.
Bei einem melodischen Intervall kannst du oft spüren, ob die Melodie steigt oder fällt. Bei einem harmonischen Intervall achtest du stärker darauf, ob der Zusammenklang ruhig, offen, eng oder spannungsvoll wirkt.
Melodisch: Du singst erst C und danach E. Die Stimme geht nach oben.
Harmonisch: Zwei Instrumente spielen gleichzeitig C und E. Du hörst beide Töne als Zusammenklang.
Die Namen der Intervalle bleiben gleich. C nach E ist eine Terz, egal ob die Töne nacheinander oder gleichzeitig erklingen.
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Die Namen der Intervalle
Intervallnamen klingen zuerst etwas fremd. Sie folgen aber einer einfachen Idee: Du zählst die Tonnamen vom ersten Ton bis zum Zielton mit. Der erste Ton zählt also mit.
Die Stammtöne sind die Tonnamen C, D, E, F, G, A und H. Auf dem Klavier sind das die weißen Tasten.
Der Intervallname sagt, wie viele Tonstufen vom Startton bis zum Zielton gezählt werden.
Von C nach C zählst du nur C. Das ist die Prime. Von C nach D zählst du C und D. Das ist die Sekunde. Von C nach E zählst du C, D, E. Das ist die Terz.
Von C nach F zählst du: C, D, E, F.
Du hast vier Tonnamen gezählt. Das Intervall heißt Quarte.
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Zähle immer den Startton und den Zielton mit. Sonst landest du fast immer beim falschen Intervallnamen.
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Große, kleine und reine Intervalle
Bisher ging es um den Namen: Sekunde, Terz, Quarte und so weiter. Manchmal reicht dieser Name aber noch nicht. Eine Terz kann etwas enger oder etwas weiter sein. Deshalb braucht sie eine genauere Beschreibung.
Ein Halbtonschritt ist der kleinste normale Abstand zwischen zwei benachbarten Tasten auf dem Klavier, egal ob weiß oder schwarz.
Eine große Intervallform ist um einen Halbtonschritt weiter als die passende kleine Intervallform.
Ein reines Intervall hat in der Grundform einen besonders stabilen Abstand. Prime, Quarte, Quinte und Oktave heißen in der Grundform rein.
Ein Vorzeichen verändert einen Ton um einen Halbtonschritt. Ein b macht einen Ton tiefer: Aus E wird Es. Ein Kreuz macht einen Ton höher: Aus F wird Fis.
Sekunden, Terzen, Sexten und Septimen gibt es meistens als kleine und große Form. Der Unterschied beträgt jeweils einen Halbtonschritt. Primen, Quarten, Quinten und Oktaven nennst du dagegen rein, solange sie nicht durch Vorzeichen verändert werden.
C nach E ist eine große Terz. Du hörst sie oft als hell und freundlich.
C nach Es ist eine kleine Terz. Es liegt einen Halbtonschritt tiefer als E. Darum ist der Abstand enger.
C nach G ist eine reine Quinte. Sie klingt offen und stabil.
C nach F ist eine reine Quarte. Auch sie gehört zu den reinen Intervallen.
Erst bestimmst du den Intervallnamen durch Zählen der Tonnamen. Danach prüfst du die genaue Größe mit Halbtonschritten oder Vorzeichen.
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Intervalle bestimmen
Beim Bestimmen gehst du am besten in zwei Schritten vor. So vermeidest du typische Fehler. Erst zählst du die Tonnamen. Dann schaust du, ob das Intervall groß, klein oder rein ist.
Schritt 1: Zähle vom Startton bis zum Zielton. Start und Ziel zählen mit.
Schritt 2: Prüfe die genaue Größe. Nutze Halbtonschritte, Vorzeichen oder bekannte Beispiele von C aus.
Wenn du noch am Anfang stehst, übe zuerst mit den Stammtönen. Von C aus sind die Abstände besonders übersichtlich: C-D ist eine große Sekunde, C-E eine große Terz, C-F eine reine Quarte, C-G eine reine Quinte und C-C in der nächsten Lage eine Oktave.
Bestimme C nach A.
Schritt 1: C, D, E, F, G, A. Das sind sechs Tonnamen. Der Name ist Sexte.
Schritt 2: Von C nach A sind es neun Halbtonschritte. Das ist eine große Sexte.
Bestimme D nach F.
Schritt 1: D, E, F. Das sind drei Tonnamen. Der Name ist Terz.
Schritt 2: Von D nach F sind es drei Halbtonschritte. Das ist eine kleine Terz.
Name durch Tonnamen zählen. Größe durch Halbtonschritte prüfen.
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Klang: ruhig oder spannungsvoll
Intervalle stehen nicht nur auf dem Notenblatt. Du kannst sie auch hören. Manche klingen sehr ruhig. Andere reiben stärker und wollen sich in einen ruhigeren Klang weiterbewegen.
Eine Konsonanz ist ein Zusammenklang, der meist ruhig, stabil oder passend wirkt.
Eine Dissonanz ist ein Zusammenklang, der meist spannungsvoll, reibend oder unruhig wirkt.
Ob ein Intervall ruhig oder spannend klingt, hängt auch vom Musikstil und vom Zusammenhang ab. Trotzdem gibt es typische Höreindrücke. Oktave und Quinte wirken oft stabil. Sekunden und Septimen wirken oft spannungsvoller.
Der Tritonus ist ein Intervall mit sechs Halbtonschritten. Er kann zum Beispiel als übermäßige Quarte beschrieben werden.
C nach G ist eine reine Quinte. Viele Menschen empfinden sie als offen und stabil.
C nach Fis ist ein Tritonus. Der Abstand liegt genau zwischen Quarte und Quinte und klingt deutlich spannungsvoller.
Dissonant bedeutet nicht falsch. Spannung ist ein wichtiges Mittel in Musik.
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Zusammenfassung
Ein Intervall ist der Abstand zwischen zwei Tönen. Die Töne können nacheinander klingen, dann ist das Intervall melodisch. Sie können gleichzeitig klingen, dann ist das Intervall harmonisch.
Die wichtigsten Namen lauten Prime, Sekunde, Terz, Quarte, Quinte, Sexte, Septime und Oktave. Du findest den Namen, indem du die Tonnamen vom Start bis zum Ziel mitzählst. Danach prüfst du die genaue Größe: klein, groß oder rein.
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