Quinte in der Musik: erkennen und bestimmen
Eine Quinte ist der Abstand zwischen fünf Tonstufen. Die reine Quinte umfasst sieben Halbtonschritte, zum Beispiel C–G. Quinten können nacheinander als Melodiesprung oder gleichzeitig als Zweiklang erklingen.
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Woran erkennst du eine Quinte?
Quinte
Eine Quinte ist ein Intervall, also ein Abstand zwischen zwei Tönen. Ihr Name zeigt, dass sie fünf Tonstufen umfasst. Anfangs- und Endton werden mitgezählt.
Für C–G zählst du:
- C ist die erste Tonstufe.
- D ist die zweite.
- E ist die dritte.
- F ist die vierte.
- G ist die fünfte.
Darum ist C–G eine Quinte. Ob sie rein, vermindert oder übermäßig ist, entscheidest du erst danach anhand der Halbtonschritte.
Im Notensystem liegt eine Quinte von einer Linie zur übernächsten Linie oder von einem Zwischenraum zum übernächsten Zwischenraum. Vorzeichen können die Qualität des Intervalls verändern und müssen deshalb mitgeprüft werden.
Zähle für den Intervallnamen immer die Tonstufen einschließlich Anfangs- und Endton. Bestimme anschließend mit den Halbtonschritten die Intervallqualität.
Wie bildest du eine reine Quinte?
Eine reine Quinte umfasst sieben Halbtonschritte. Zum Bilden prüfst du zwei Dinge:
- Zähle fünf Tonbuchstaben, damit eine Quinte entsteht.
- Prüfe, ob zwischen den Tönen sieben Halbtonschritte liegen.
Bilde eine reine Quinte über F.
Zuerst zählst du fünf Tonstufen: F–G–A–H–C. Der Zielton muss daher ein C sein.
Danach kontrollierst du die Halbtonschritte. Beachte dabei die deutsche Tonbenennung: B liegt einen Halbton unter H.
F–Fis, Fis–G, G–Gis, Gis–A, A–B, B–H, H–C.
Das sind sieben Halbtonschritte. F–C ist eine reine Quinte.
Das Zählen nur nach Halbtonschritten reicht nicht aus. Derselbe klingende Abstand kann je nach Schreibweise einen anderen Intervallnamen besitzen. C–Gis umfasst beispielsweise acht Halbtonschritte und fünf Tonstufen. Es ist daher eine übermäßige Quinte. C–As klingt auf vielen Instrumenten gleich hoch, umfasst aber sechs Tonstufen und heißt kleine Sexte.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Für den Namen einer Quinte zählst du . Eine reine Quinte umfasst . Anfangs- und Endton werden beim Zählen der Tonstufen .
Welche Arten von Quinten gibt es?
Quinten gehören zu den reinen Intervallklassen. Deshalb gibt es reine, verminderte und übermäßige Quinten, aber keine kleinen oder großen Quinten.
| Art | Umfang | Beispiel |
|---|---|---|
| verminderte Quinte | 6 Halbtonschritte | H–F |
| reine Quinte | 7 Halbtonschritte | C–G |
| übermäßige Quinte | 8 Halbtonschritte | C–Gis |
Bei allen drei Beispielen werden fünf Tonstufen umfasst. Nur der Abstand in Halbtonschritten verändert sich.
Die verminderte Quinte umfasst sechs Halbtonschritte. Sie klingt auf Instrumenten mit gleichstufiger Stimmung genauso wie eine übermäßige Quarte. Beide werden auch Tritonus genannt. Die Schreibweise entscheidet jedoch über den Intervallnamen: H–F ist eine Quinte, F–H eine Quarte.
Die übermäßige Quinte umfasst acht Halbtonschritte. Sie bildet zum Beispiel den äußeren Rahmen des übermäßigen Dreiklangs C–E–Gis.
Welche Rolle spielt die Quinte im Klang?
Quinten können sukzessiv, also nacheinander, oder simultan, also gleichzeitig, erklingen. Nacheinander bilden sie einen Melodiesprung. Gleichzeitig bilden sie einen Zweiklang oder einen Teil eines Akkords.
Die reine Quinte ist das Rahmenintervall von Dur- und Molldreiklängen:
- Im C-Dur-Dreiklang C–E–G bilden C und G eine reine Quinte.
- Im c-Moll-Dreiklang C–Es–G bilden C und G ebenfalls eine reine Quinte.
Ob der Dreiklang Dur oder Moll ist, entscheidet hier die Terz: E beziehungsweise Es.
Leere Quinte
Eine leere Quinte ist ein Zweiklang aus Grundton und Quintton ohne Terz, zum Beispiel C–G. Weil weder E noch Es erklingt, legt dieser Zweiklang allein nicht fest, ob ein Dur- oder Mollklang gemeint ist.
Der Ausdruck Quinte kann außerdem die fünfte Stufe einer Tonleiter bezeichnen. Zur deutlichen Unterscheidung heißt dieser Ton auch Quintton.
Wie hängen Quinte und Quarte zusammen?
Quinte und Quarte sind Komplementärintervalle: Sie ergänzen sich zur Oktave.
Von C aufwärts nach G ist der Abstand eine Quinte. Von G aufwärts zum nächsten C ist der Abstand eine Quarte. Zusammen füllen beide Schritte die Oktave von C bis zum nächsten C.
Beim Ergänzen zur Oktave ergibt die Summe der Intervallzahlen neun: Quinte und Quarte, also 5 und 4. Das liegt daran, dass der gemeinsame Ton beim getrennten Zählen in beiden Intervallen vorkommt.
Quarten und Quinten können beim Hören leicht verwechselt werden. Prüfe deshalb zusätzlich die Richtung und den Bezugston: C–G aufwärts ist eine Quinte, G–C aufwärts eine Quarte.
In einer reinen Stimmung besitzt die reine Quinte das Frequenzverhältnis 3:2. Das bedeutet: Schwingt der tiefere Ton beispielsweise mit zwei Anteilen, schwingt der höhere im selben Zeitraum mit drei Anteilen. In anderen Stimmungssystemen kann eine als Intervallqualität reine Quinte geringfügig von diesem exakten Verhältnis abweichen. „Rein“ kann daher entweder die Intervallqualität oder ausdrücklich das genaue Verhältnis 3:2 meinen.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Quinte
- Erkennen: fünf Tonstufen zählen
- Kontrollieren: Halbtonschritte bestimmen
- Reine Quinte: sieben Halbtonschritte
- Verminderte Quinte: sechs Halbtonschritte
- Übermäßige Quinte: acht Halbtonschritte
- Klang: nacheinander oder gleichzeitig
- Leere Quinte: Dur oder Moll bleibt ohne Terz offen
- Ergänzung zur Oktave: Quarte
Abschluss-Check
Du kannst eine Quinte sicher bestimmen, wenn du stets in dieser Reihenfolge arbeitest: fünf Tonstufen zählen, Halbtonschritte prüfen und Vorzeichen beachten. Danach kannst du ihre Qualität und ihre Rolle im musikalischen Zusammenhang erklären.
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