Quintenzirkel einfach erklärt und angewendet
Der Quintenzirkel ordnet Dur- und Molltonarten nach ihrer Verwandtschaft. Mit ihm kannst du Vorzeichen und Paralleltonarten bestimmen, Hauptakkorde finden und Akkordfolgen transponieren.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Wie ist der Quintenzirkel aufgebaut?
Eine Quinte ist ein Abstand von sieben Halbtonschritten. Gehst du von C sieben Halbtonschritte aufwärts, erreichst du G. Deshalb folgen im Uhrzeigersinn zunächst die Tonarten:
C – G – D – A – E – H – Fis
Jeder Schritt führt zum Grundton der nächsten Tonart. Nach links beziehungsweise gegen den Uhrzeigersinn lautet die Folge:
C – F – B – Es – As – Des – Ges
Diesen Schritt kannst du als aufsteigende Quarte oder als absteigende Quinte auffassen. Die erreichten Tonarten bleiben dieselben.
In der deutschen Tonbenennung heißt H der natürliche Ton H. B bezeichnet den um einen Halbton erniedrigten Ton H. In internationalen Bezeichnungen stehen dafür häufig B und B♭.
Im Uhrzeigersinn liegen die Kreuztonarten, gegen den Uhrzeigersinn die B-Tonarten. Benachbarte Tonarten unterscheiden sich nur in einem Ton und sind deshalb eng verwandt.
Wie liest du die Vorzeichen ab?
C-Dur steht am Ausgangspunkt und besitzt keine Vorzeichen. Mit jedem Schritt im Uhrzeigersinn kommt ein Kreuz hinzu. Mit jedem Schritt gegen den Uhrzeigersinn kommt ein B-Vorzeichen hinzu.
| Richtung von C | Tonartfolge | Veränderung |
|---|---|---|
| im Uhrzeigersinn | G, D, A, E, H, Fis | je Schritt ein Kreuz mehr |
| gegen den Uhrzeigersinn | F, B, Es, As, Des, Ges | je Schritt ein B mehr |
Die Kreuzvorzeichen erscheinen in dieser Reihenfolge:
Fis – Cis – Gis – Dis – Ais – Eis
Die B-Vorzeichen erscheinen in dieser Reihenfolge:
B – Es – As – Des – Ges – Ces
Welche Vorzeichen hat D-Dur?
- Gehe von C zwei Stellen im Uhrzeigersinn:
C → G → D. - Zwei Stellen bedeuten zwei Kreuze.
- Nimm die ersten beiden Namen der Kreuzfolge: Fis und Cis.
D-Dur besitzt also Fis und Cis.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
G-Dur hat , nämlich . F-Dur hat . D-Dur besitzt .
Wie findest du die Paralleltonart?
Paralleltonart
Eine Durtonart und ihre Paralleltonart in Moll verwenden denselben Tonvorrat und dieselben Vorzeichen. Sie haben jedoch verschiedene Grundtöne und ein anderes Tongeschlecht.
Die Mollparallele liegt drei Halbtonschritte unter dem Grundton der Durtonart. Beispiele sind:
- C-Dur und A-Moll: keine Vorzeichen
- G-Dur und E-Moll: ein Kreuz
- D-Dur und H-Moll: zwei Kreuze
- F-Dur und D-Moll: ein B
- B-Dur und G-Moll: zwei B-Vorzeichen
Welche Molltonart gehört zu A-Dur?
A-Dur besitzt drei Kreuze. Gehst du vom Grundton A drei Halbtonschritte abwärts, erreichst du Fis. Die Paralleltonart heißt daher Fis-Moll und besitzt ebenfalls Fis, Cis und Gis.
Eine gleichnamige Tonart ist etwas anderes: Sie behält den Grundton, wechselt aber das Tongeschlecht. C-Dur und C-Moll sind gleichnamig, nicht parallel. Ihre Vorzeichen und ihr Tonvorrat stimmen nicht überein.
Parallel bedeutet: gleicher Tonvorrat, andere Grundtöne. Gleichnamig bedeutet: gleicher Grundton, anderes Tongeschlecht.
Wie findest du die Hauptakkorde?
Für eine Durtonart stehen drei wichtige Akkorde direkt nebeneinander:
- links: Subdominante auf Stufe IV
- in der Mitte: Tonika auf Stufe I
- rechts: Dominante auf Stufe V
Die Tonika ist das harmonische Zentrum. Die Dominante erzeugt häufig Spannung, die sich zur Tonika auflöst. Die Subdominante führt vom Zentrum weg und bereitet oft die Dominante vor.
Für C-Dur liest du F – C – G ab:
- F-Dur ist die Subdominante.
- C-Dur ist die Tonika.
- G-Dur ist die Dominante.
Eine typische Folge lautet C – F – G – C, also I – IV – V – I. Die Rückkehr von G nach C lässt die zuvor aufgebaute Spannung nach.
Für G-Dur verschiebt sich dieselbe Beziehung eine Stelle weiter: C – G – D. C-Dur ist nun die Subdominante, G-Dur die Tonika und D-Dur die Dominante.
Wie wendest du den Quintenzirkel an?
Eine Tonart eingrenzen
Drei Kreuze bedeuten zunächst: Das Stück kann in A-Dur oder in der parallelen Tonart Fis-Moll stehen. Die Vorzeichen allein entscheiden also nicht zwischen Dur und Moll.
Achte zusätzlich darauf, welcher Ton oder Akkord als musikalisches Zentrum wirkt. Besonders der Schluss kann einen Hinweis geben, ist aber nicht immer eindeutig: Ein Stück kann offen enden oder zwischen Tonarten wechseln.
Eine Akkordfolge transponieren
Beim Transponieren verschiebst du Musik in eine andere Tonart. Dabei müssen alle Akkorde um denselben Abstand verschoben werden, damit ihre Beziehungen erhalten bleiben.
Transponiere C – G – Am – F um eine Stelle im Uhrzeigersinn:
- C wird zu G.
- G wird zu D.
- Die Mollparallele Am wird zu Em.
- F wird zu C.
Die transponierte Folge lautet `G – D – Em – C`. Jeder Akkord wurde um genau eine Zirkelposition verschoben.
Beim Transponieren verschiebst du nicht nur den ersten Akkord. Jeder Akkord muss um denselben musikalischen Abstand versetzt werden.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Quintenzirkel
- Aufbau
- Quinte = sieben Halbtonschritte
- rechts Kreuztonarten
- links B-Tonarten
- Tonartbeziehungen
- Paralleltonarten teilen Tonvorrat und Vorzeichen
- gleichnamige Tonarten teilen den Grundton
- Harmonik
- links Subdominante
- Mitte Tonika
- rechts Dominante
- Anwendungen
- Vorzeichen bestimmen
- Tonart eingrenzen
- Akkordfolgen transponieren
- Aufbau
Abschluss-Check
Du kannst den Quintenzirkel nun als Landkarte verwenden: Bestimme zuerst die Position einer Tonart, lies ihre Vorzeichen und Paralleltonart ab und nutze die Nachbarpositionen für Hauptakkorde oder Transpositionen.
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