Tonart erkennen: Vorzeichen, Dur und Moll
Eine Tonart ordnet das vorherrschende Tonmaterial eines Musikstücks um einen Grundton. Sie beeinflusst Tonleiter, Akkorde und die Vorzeichen. Um eine Tonart sicher zu bestimmen, prüfst du deshalb nicht nur die Vorzeichen, sondern auch Grundton, Schlussklang und verwendete Töne.
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Was macht eine Tonart aus?
Stell dir eine Melodie vor, die am Ende auf einem Ton zur Ruhe kommt. Dieser Ton kann das tonale Zentrum sein: Andere Töne und Akkorde beziehen sich auf ihn. Als erster Ton der zugehörigen Tonleiter heißt er Grundton.
Tonart
Eine Tonart verbindet einen Grundton mit einem Tongeschlecht, meist Dur oder Moll. C-Dur hat den Grundton C und das Tongeschlecht Dur; a-Moll hat den Grundton A und das Tongeschlecht Moll.
Tonale Musik verwendet häufig die sieben Töne einer Tonleiter als vorherrschendes Material. Zusätzliche Töne sind trotzdem möglich. Ein einzelnes fremdes Vorzeichen bedeutet daher nicht automatisch, dass die Tonart gewechselt hat.
C-Dur verwendet die Töne C–D–E–F–G–A–H. Es stehen keine Generalvorzeichen am Anfang der Notenzeile.
a-Moll verwendet in seiner natürlichen Form dieselben Töne, ordnet sie aber um den Grundton A. Deshalb reichen die fehlenden Vorzeichen allein nicht aus, um zwischen C-Dur und a-Moll zu entscheiden.
Eine Tonart ist mehr als eine Liste von Tönen: Entscheidend ist, welcher Grundton als Zentrum wirkt und ob Dur oder Moll vorliegt.
Wie liest du die Vorzeichen?
Die Zeichen direkt nach dem Notenschlüssel heißen Generalvorzeichen. Sie gelten grundsätzlich für die entsprechenden Notennamen im ganzen Notensystem, bis die Vorzeichnung wechselt.
- Ein Kreuz
♯erhöht einen Ton um einen Halbton: Aus F wird Fis. - Ein B-Vorzeichen
♭erniedrigt einen Ton um einen Halbton: Aus H wird B. - Ein Auflösungszeichen
♮hebt eine solche Veränderung an der betreffenden Stelle auf.
Die Kreuze erscheinen in dieser Reihenfolge:
Fis – Cis – Gis – Dis – Ais – Eis – His
Die Bs erscheinen in der umgekehrten Ordnung:
B – Es – As – Des – Ges – Ces – Fes
Kreuztonarten bestimmen
Bei einer Durtonart mit Kreuzen liegt der Grundton einen Halbton über dem letzten Kreuz.
A-Dur hat drei Kreuze: Fis, Cis und Gis.
- Das letzte Kreuz ist Gis.
- Einen Halbton über Gis liegt A.
- Die gesuchte Durtonart ist deshalb A-Dur.
B-Tonarten bestimmen
Bei mindestens zwei Bs benennt das vorletzte B die Durtonart. Der Sonderfall mit nur einem B ist F-Dur.
Drei Bs lauten B, Es und As. Das vorletzte B ist Es. Die Durtonart heißt daher Es-Dur.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
A-Dur besitzt die Vorzeichen Fis, Cis und . Der Grundton liegt einen über dem letzten Kreuz. Drei Bs führen zur Durtonart , weil das B die Tonart benennt.
Wie unterscheidest du Dur und Moll?
Dur und Moll unterscheiden sich strukturell. Im Grunddreiklang von Dur liegt über dem Grundton eine große Terz, im Moll-Dreiklang eine kleine Terz. Eine Terz ist der Abstand vom ersten zum dritten Ton einer Tonleiter oder eines Dreiklangs.
- C-Dur-Grunddreiklang: C–E–G, mit großer Terz C–E
- a-Moll-Grunddreiklang: A–C–E, mit kleiner Terz A–C
Dur und Moll können unterschiedlich wirken. Dur wird häufig als hell oder stabil, Moll häufig als nachdenklich oder dramatisch beschrieben. Solche Eindrücke sind jedoch keine zuverlässigen Bestimmungsregeln.
Paralleltonarten
Eine Durtonart und eine Molltonart mit denselben Generalvorzeichen heißen Paralleltonarten. Die Mollparallele liegt eine kleine Terz unter dem Grundton der Durtonart: Zu C-Dur gehört a-Moll, zu D-Dur gehört h-Moll.
Paralleltonarten darfst du nicht mit gleichnamigen Tonarten verwechseln:
- C-Dur und a-Moll sind parallel: andere Grundtöne, gleiche Vorzeichen.
- C-Dur und c-Moll sind gleichnamig: gleicher Grundton, anderes Tongeschlecht und andere Vorzeichen.
Mehrere Merkmale zusammenführen
Zwei Kreuze passen sowohl zu D-Dur als auch zu h-Moll. Achte deshalb auf folgende Hinweise:
- Welcher Ton wirkt am Schluss als Ruhepunkt?
- Welcher Ton liegt häufig im Schlussbass?
- Passt der Schlussakkord zu Dur oder Moll?
- Erscheint in Moll eine erhöhte siebte Stufe als Leitton?
In h-Moll ist Ais die erhöhte siebte Stufe. Ais strebt als Leitton einen Halbton aufwärts zum Grundton H.
Ein Stück hat Fis und Cis als Generalvorzeichen. Der Schlussakkord besteht aus H–D–Fis, und in der Melodie erscheint mehrfach Ais vor H.
Die Vorzeichen lassen zunächst D-Dur oder h-Moll zu. Der Schlussakkord ist jedoch ein h-Moll-Dreiklang. Zusätzlich führt Ais als Leitton zum Grundton H. Zusammen sprechen diese Merkmale eindeutig für h-Moll.
Wie bestimmst du eine Tonart Schritt für Schritt?
Nutze mehrere Merkmale, statt dich auf eine einzige Beobachtung zu verlassen.
- Generalvorzeichen erfassen: Notiere Anzahl und Art der Kreuze oder Bs.
- Möglichkeiten bilden: Bestimme die mögliche Durtonart und ihre Mollparallele.
- Grundton suchen: Prüfe Schlussklang, Schlussbass und wiederkehrende Ruhepunkte.
- Dur oder Moll prüfen: Untersuche den Grunddreiklang und bei Moll mögliche Leittöne.
- Zusätzliche Vorzeichen einordnen: Entscheide, ob sie nur einzelne Töne verändern oder auf einen örtlichen Tonartwechsel hinweisen.
- Ergebnis begründen: Nenne mindestens zwei zusammenpassende Merkmale.
Ein Ausschnitt besitzt drei Kreuze: Fis, Cis und Gis.
- Das letzte Kreuz ist Gis. Einen Halbton darüber liegt A. Die mögliche Durtonart ist A-Dur.
- Die Mollparallele von A-Dur ist fis-Moll.
- Der Ausschnitt endet mit den Tönen A–Cis–E; A liegt im Bass.
- A–Cis–E ist ein A-Dur-Dreiklang, weil A–Cis eine große Terz bildet.
Ergebnis: Der Ausschnitt steht in A-Dur. Die Generalvorzeichen und der bestätigte Schlussakkord führen zum selben Ergebnis.
Zusätzliche Versetzungszeichen können zum harmonischen oder melodischen Moll gehören oder nur einen einzelnen Akkord verändern. Treten über längere Zeit andere Töne und ein neues tonales Zentrum auf, kann eine Modulation, also ein Tonartwechsel innerhalb des Stücks, vorliegen.
Formuliere deine Begründung nach dem Muster: „Die Vorzeichen passen zu … oder …. Der Schluss und der Grundakkord bestätigen …, weil …“
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Tonart bestimmen
- Vorzeichen: mögliche Durtonart und Mollparallele
- Grundton: Schlussklang, Bass und Ruhepunkte
- Tongeschlecht: große Terz bei Dur, kleine Terz bei Moll
- Mollhinweis: erhöhte siebte Stufe kann zum Grundton leiten
- Abweichungen: einzelne Veränderung oder örtliche Modulation
- Begründung: mindestens zwei passende Merkmale verbinden
Abschluss-Check
Du kannst eine Tonart sicher bestimmen, wenn du Vorzeichen als Ausgangspunkt nutzt und das Ergebnis anschließend am musikalischen Zentrum überprüfst. So vermeidest du die häufigsten Verwechslungen zwischen Dur, Moll und einem örtlichen Tonartwechsel.
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