Moll-Tonleiter: Aufbau und drei Mollformen
Eine Moll-Tonleiter ordnet sieben verschiedene Töne so, dass ihr Grundton wie ein klangliches Zuhause wirkt. Natürliches Moll folgt immer der Schrittfolge Ganzton – Halbton – Ganzton – Ganzton – Halbton – Ganzton – Ganzton. Harmonisches und melodisches Moll verändern einzelne Stufen dieser Grundform.
Du lernst hier, eine natürliche Moll-Tonleiter zu bilden und die drei Mollformen sicher zu unterscheiden.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Natürliches Moll am Muster erkennen
Eine Tonleiter beginnt mit ihrem Grundton und führt in geordneten Schritten bis zu dessen Wiederholung eine Oktave höher. Sie enthält sieben verschiedene Töne; der achte Ton wiederholt den Grundton.
Ganzton und Halbton
Ein Halbton ist auf dem Klavier der Abstand zur unmittelbar benachbarten Taste, egal ob sie weiß oder schwarz ist. Zwei Halbtöne ergeben einen Ganzton. Deshalb sind E–F und H–C Halbtöne, C–D dagegen ein Ganzton.
Für natürliches Moll gilt:
Ganz – Halb – Ganz – Ganz – Halb – Ganz – Ganz
Die Halbtonschritte liegen also zwischen der 2. und 3. Stufe sowie zwischen der 5. und 6. Stufe. Dieses Muster bleibt gleich, auch wenn du einen anderen Grundton wählst.
Natürliches a-Moll: A – H – C – D – E – F – G – A
Prüfe die entscheidenden Stellen:
- H–C liegt zwischen Stufe 2 und 3 und ist ein Halbton.
- E–F liegt zwischen Stufe 5 und 6 und ist ein Halbton.
- Alle übrigen Nachbarschritte sind Ganztöne.
Damit erfüllt die Tonfolge genau das Muster des natürlichen Moll.
Bei natürlichem Moll liegen die Halbtöne bei 2–3 und 5–6.
Eine Moll-Tonleiter selbst bilden
Gehe beim Bilden einer natürlichen Moll-Tonleiter in drei Schritten vor:
- Wähle den Grundton.
- Wende ab diesem Ton das Mollmuster an.
- Prüfe, ob die Halbtöne wirklich zwischen 2–3 und 5–6 liegen.
Natürliches c-Moll: C – D – Es – F – G – As – B – C
So entsteht die Folge:
- C–D: Ganzton
- D–Es: Halbton
- Es–F: Ganzton
- F–G: Ganzton
- G–As: Halbton
- As–B: Ganzton
- B–C: Ganzton
Die Halbtöne D–Es und G–As stehen genau an den geforderten Stellen. Deshalb ist die Tonleiter korrekt.
Achte auf die deutschen Tonnamen: In c-Moll heißt die erniedrigte siebte Stufe B, nicht H.
Ein Kreuz erhöht einen Ton um einen Halbton, ein B-Vorzeichen erniedrigt ihn um einen Halbton. Solche Vorzeichen sorgen dafür, dass das Schrittmuster auch bei anderen Grundtönen erhalten bleibt.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Natürliches c-Moll beginnt mit . Zwischen D und liegt der erste Halbton. Der zweite Halbton liegt zwischen G und . Die achte Stufe ist wieder .
Drei Mollformen unterscheiden
Natürliches, harmonisches und melodisches Moll sind verwandte Varianten. Ausgangspunkt ist immer die natürliche Moll-Tonleiter.
Natürliches Moll
Keine Stufe wird zusätzlich verändert. In a-Moll lautet die Folge A–H–C–D–E–F–G–A. Zwischen Stufe 7 und 8 liegt ein Ganzton.
Harmonisches Moll
Erhöhe die 7. Stufe des natürlichen Moll um einen Halbton. Dadurch liegt die erhöhte Stufe nur noch einen Halbton unter dem Grundton. Sie heißt Leitton, weil sie deutlich zum Grundton hinführt.
Aus natürlichem a-Moll wird harmonisches a-Moll:
A – H – C – D – E – F – Gis – A
G wird zu Gis erhöht. Gis–A ist nun ein Halbton. Zugleich enthält der Dreiklang auf der 5. Stufe die Töne E–Gis–H und ist damit ein Dur-Dreiklang.
Melodisches Moll
Im harmonischen Moll liegen zwischen Stufe 6 und 7 drei Halbtöne. Beim melodischen Moll werden deshalb aufwärts die 6. und die 7. Stufe des natürlichen Moll erhöht. Abwärts verwendet diese Form wieder die Töne des natürlichen Moll.
Melodisches c-Moll aufwärts:
C – D – Es – F – G – A – H – C
Gegenüber natürlichem c-Moll wurden As zu A und B zu H erhöht.
Abwärts:
C – B – As – G – F – Es – D – C
Abwärts gilt wieder die natürliche Form.
Natürlich: keine zusätzliche Erhöhung. Harmonisch: Stufe 7 hoch. Melodisch: aufwärts Stufen 6 und 7 hoch, abwärts natürlich.
Moll und Paralleltonart verbinden
Eine Molltonart und ihre parallele Durtonart verwenden dieselben Töne und dieselben Vorzeichen, beginnen aber auf verschiedenen Grundtönen.
Der Grundton der parallelen Durtonart liegt eine kleine Terz über dem Mollgrundton. Umgekehrt liegt der Grundton der parallelen Molltonart eine kleine Terz unter dem Durgrundton.
a-Moll und C-Dur sind Paralleltonarten:
- a-Moll: A – H – C – D – E – F – G – A
- C-Dur: C – D – E – F – G – A – H – C
Beide verwenden dieselben sieben Töne, ordnen ihnen aber einen anderen Grundton zu. Deshalb ist a-Moll nicht einfach „C-Dur ab A“: Der Grundton und die Halbtonstellen prägen eine andere Tonleiter.
Weitere Paare sind e-Moll und G-Dur sowie c-Moll und Es-Dur.
Paralleltonarten haben verschiedene Grundtöne, aber dieselben Vorzeichen. Gleichnamige Tonarten haben dagegen denselben Grundton, etwa C-Dur und c-Moll, aber unterschiedliche Tonvorräte.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Moll-Tonleiter
- Natürlich: Halbtonstellen 2–3 und 5–6
- Harmonisch: 7. Stufe erhöht
- Melodisch: aufwärts 6. und 7. Stufe erhöht
- Paralleltonart: gleiche Töne und Vorzeichen
- Kennzeichen: kleine Terz vom Grundton zur 3. Stufe
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