Paralleltonart erkennen und sicher bestimmen
Eine Paralleltonart ist die Dur- oder natürliche Molltonart mit denselben Vorzeichen. Die beiden Grundtöne liegen eine kleine Terz auseinander. Trotzdem sind es zwei verschiedene Tonarten, weil jeweils ein anderer Ton als Grundton und tonales Zentrum wirkt.
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Was zwei Paralleltonarten verbindet
Paralleltonarten haben dasselbe Vorzeichen und damit denselben Tonvorrat. Sie unterscheiden sich jedoch in zwei Punkten:
- Eine Tonart steht in Dur, die andere in Moll.
- Ihre Grundtöne sind verschieden.
Paralleltonart
Eine Paralleltonart ist die zugehörige Dur- oder natürliche Molltonart mit denselben Vorzeichen. Ihre Grundtöne liegen eine kleine Terz auseinander.
C-Dur und a-Moll haben keine Vorzeichen. In C-Dur ist C der Grundton, in a-Moll ist A der Grundton.
D-Dur und h-Moll haben beide Fis und Cis als Vorzeichen. Deshalb ist h-Moll die Mollparallele von D-Dur und D-Dur die Durparallele von h-Moll.
Gleiche Vorzeichen bedeuten nicht gleiche Tonart: Der andere Grundton verändert das tonale Zentrum.
Wie du die Paralleltonart bestimmst
Von einer Durtonart aus findest du die Mollparallele, indem du eine kleine Terz abwärts gehst. Der gesuchte Mollgrundton ist zugleich der sechste Ton der Durtonleiter.
Von einer natürlichen Molltonart aus gehst du eine kleine Terz aufwärts. Der gesuchte Durgrundton ist zugleich der dritte Ton der Molltonleiter.
Eine kleine Terz umfasst drei Halbtonschritte, also eineinhalb Ganztonschritte.
Gesucht ist die Mollparallele von D-Dur.
- Gehe vom Grundton D eine kleine Terz abwärts.
- Du erreichst H.
- Behalte die zwei Kreuze Fis und Cis bei.
- Das Ergebnis ist h-Moll.
Die Probe bestätigt es: D-Dur und h-Moll besitzen dieselben Vorzeichen.
Gesucht ist die Durparallele von a-Moll.
- Gehe vom Grundton A eine kleine Terz aufwärts.
- Du erreichst C.
- Behalte den Vorzeichenbestand bei.
- Das Ergebnis ist C-Dur.
Dur nach Moll: kleine Terz abwärts. Moll nach Dur: kleine Terz aufwärts. Die Vorzeichen bleiben gleich.
Was der Quintenzirkel zeigt
Im Quintenzirkel werden Dur- und Molltonarten so angeordnet, dass die zusammengehörenden Paralleltonarten einander zugeordnet sind. Häufig stehen die Durtonarten außen und die Molltonarten innen.
Damit kannst du zwei Dinge gleichzeitig prüfen:
- Welche Vorzeichen hat eine Tonart?
- Welche Dur- oder Molltonart besitzt dieselben Vorzeichen?
Auch ohne Quintenzirkel bleibt das Terzverfahren zuverlässig: abwärts von Dur, aufwärts von Moll und anschließend die gleichen Vorzeichen prüfen.
Parallel oder gleichnamig?
Die gleichnamige Tonart hat denselben Grundton, aber ein anderes Tongeschlecht. Ihr Vorzeichenbestand ist im Allgemeinen nicht derselbe.
| Beziehung | Grundton | Tongeschlecht | Vorzeichen |
|---|---|---|---|
| C-Dur und a-Moll | verschieden | Dur und Moll | gleich |
| C-Dur und c-Moll | gleich | Dur und Moll | verschieden |
Die Paare C-Dur/c-Moll und G-Dur/g-Moll sind deshalb keine Paralleltonarten. Sie sind gleichnamige Tonarten.
Parallel: gleiche Vorzeichen, verschiedene Grundtöne. Gleichnamig: gleicher Grundton, verschiedene Vorzeichen.
Bedeutet gleicher Tonvorrat zwei Tonarten?
Nein: Ein gemeinsamer Tonvorrat allein macht ein Stück nicht automatisch zu einem Stück in zwei Tonarten. Entscheidend ist, welcher Ton als Grundton oder tonales Zentrum wirkt.
C-Dur und a-Moll verwenden zwar denselben Tonvorrat. Wird aber C als Zentrum wahrgenommen, spricht das für C-Dur; wirkt A als Zentrum, spricht das für a-Moll. Ein Stück kann außerdem zwischen Tonarten wechseln. Das muss jedoch am musikalischen Verlauf untersucht werden und folgt nicht allein aus den verwendeten Tönen.
Eine automatische Tonarterkennung kann wegen des gemeinsamen Tonmaterials die Paralleltonart vorschlagen. Ohne Melodie, Akkorde und weitere musikalische Hinweise lässt sich nicht entscheiden, ob diese Einordnung zum Stück passt.
Der Grundton ist der Ton, auf den die Musik als Zentrum bezogen ist. Zwei Tonarten können denselben Tonvorrat nutzen und dennoch unterschiedliche Grundtöne besitzen.
Vertiefung: Parallelklänge unterscheiden
Der Begriff Parallelklang bezeichnet einen Akkord in der Funktionstheorie, nicht eine vollständige Tonart. Ein Parallelklang kann eine Hauptfunktion vertreten.
- In C-Dur ist der Tonikaparallelklang Tp ein a-Moll-Akkord.
- In a-Moll ist der Tonikaparallelklang tP ein C-Dur-Akkord.
Der kleine Buchstabe p kennzeichnet hier einen Mollklang, der große Buchstabe P einen Durklang.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Paralleltonart
- Gemeinsames
- gleiche Vorzeichen und gleicher Tonvorrat
- Unterschied
- anderer Grundton und anderes Tongeschlecht
- Bestimmung
- Dur: kleine Terz abwärts
- Moll: kleine Terz aufwärts
- Abgrenzung
- gleichnamige Tonart hat denselben Grundton
- Musikalische Einordnung
- tonales Zentrum statt Tonvorrat allein prüfen
- Parallelklang
- Akkordfunktion statt vollständiger Tonart
- Gemeinsames
Abschluss-Check
Du kannst eine Paralleltonart nun über die kleine Terz oder den Quintenzirkel bestimmen. Prüfe immer zusätzlich die Vorzeichen und verwechsle die Beziehung nicht mit gleichnamigen Tonarten.
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