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Paralleltonart erkennen und sicher bestimmen

Paralleltonart erkennen und sicher bestimmen
Paralleltonart erkennen und sicher bestimmen
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Eine Paralleltonart ist die Dur- oder natürliche Molltonart mit denselben Vorzeichen. Die beiden Grundtöne liegen eine kleine Terz auseinander. Trotzdem sind es zwei verschiedene Tonarten, weil jeweils ein anderer Ton als Grundton und tonales Zentrum wirkt.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was zwei Paralleltonarten verbindet

Paralleltonarten haben dasselbe Vorzeichen und damit denselben Tonvorrat. Sie unterscheiden sich jedoch in zwei Punkten:

  • Eine Tonart steht in Dur, die andere in Moll.
  • Ihre Grundtöne sind verschieden.
Definition

Paralleltonart

Eine Paralleltonart ist die zugehörige Dur- oder natürliche Molltonart mit denselben Vorzeichen. Ihre Grundtöne liegen eine kleine Terz auseinander.

Beispiel

C-Dur und a-Moll haben keine Vorzeichen. In C-Dur ist C der Grundton, in a-Moll ist A der Grundton.

D-Dur und h-Moll haben beide Fis und Cis als Vorzeichen. Deshalb ist h-Moll die Mollparallele von D-Dur und D-Dur die Durparallele von h-Moll.

Merke

Gleiche Vorzeichen bedeuten nicht gleiche Tonart: Der andere Grundton verändert das tonale Zentrum.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelches Merkmal besitzen Paralleltonarten gemeinsam?
Lösung: Sie haben dieselben Vorzeichen. — Paralleltonarten teilen ihren Vorzeichen- und Tonvorrat, bestehen aber aus einer Dur- und einer Molltonart mit verschiedenen Grundtönen.
Wie du die Paralleltonart bestimmst

Von einer Durtonart aus findest du die Mollparallele, indem du eine kleine Terz abwärts gehst. Der gesuchte Mollgrundton ist zugleich der sechste Ton der Durtonleiter.

Von einer natürlichen Molltonart aus gehst du eine kleine Terz aufwärts. Der gesuchte Durgrundton ist zugleich der dritte Ton der Molltonleiter.

Eine kleine Terz umfasst drei Halbtonschritte, also eineinhalb Ganztonschritte.

Beispiel

Gesucht ist die Mollparallele von D-Dur.

  1. Gehe vom Grundton D eine kleine Terz abwärts.
  2. Du erreichst H.
  3. Behalte die zwei Kreuze Fis und Cis bei.
  4. Das Ergebnis ist h-Moll.

Die Probe bestätigt es: D-Dur und h-Moll besitzen dieselben Vorzeichen.

Beispiel

Gesucht ist die Durparallele von a-Moll.

  1. Gehe vom Grundton A eine kleine Terz aufwärts.
  2. Du erreichst C.
  3. Behalte den Vorzeichenbestand bei.
  4. Das Ergebnis ist C-Dur.
Merke

Dur nach Moll: kleine Terz abwärts. Moll nach Dur: kleine Terz aufwärts. Die Vorzeichen bleiben gleich.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWelche Tonart ist die Mollparallele von G-Dur?
Lösung: e-Moll — Von G gehst du eine kleine Terz abwärts zu E. G-Dur und e-Moll besitzen außerdem beide ein Fis.
Frage 2 von 2MittelWelche Tonart ist die Durparallele von h-Moll?
Lösung: D-Dur — Von H gehst du eine kleine Terz aufwärts zu D. Der gemeinsame Vorzeichenbestand aus Fis und Cis bestätigt das Paar.
Was der Quintenzirkel zeigt

Im Quintenzirkel werden Dur- und Molltonarten so angeordnet, dass die zusammengehörenden Paralleltonarten einander zugeordnet sind. Häufig stehen die Durtonarten außen und die Molltonarten innen.

Damit kannst du zwei Dinge gleichzeitig prüfen:

  1. Welche Vorzeichen hat eine Tonart?
  2. Welche Dur- oder Molltonart besitzt dieselben Vorzeichen?

Auch ohne Quintenzirkel bleibt das Terzverfahren zuverlässig: abwärts von Dur, aufwärts von Moll und anschließend die gleichen Vorzeichen prüfen.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelDu suchst im Quintenzirkel die Mollparallele einer Durtonart. Worauf musst du achten?
Lösung: Auf die zugeordnete Molltonart mit denselben Vorzeichen — Der Quintenzirkel ordnet Paralleltonarten über ihren gemeinsamen Vorzeichenbestand einander zu.
Parallel oder gleichnamig?

Die gleichnamige Tonart hat denselben Grundton, aber ein anderes Tongeschlecht. Ihr Vorzeichenbestand ist im Allgemeinen nicht derselbe.

BeziehungGrundtonTongeschlechtVorzeichen
C-Dur und a-MollverschiedenDur und Mollgleich
C-Dur und c-MollgleichDur und Mollverschieden

Die Paare C-Dur/c-Moll und G-Dur/g-Moll sind deshalb keine Paralleltonarten. Sie sind gleichnamige Tonarten.

Merke

Parallel: gleiche Vorzeichen, verschiedene Grundtöne. Gleichnamig: gleicher Grundton, verschiedene Vorzeichen.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelches Paar besteht aus Paralleltonarten?
Lösung: C-Dur und a-Moll — C-Dur und a-Moll besitzen dieselben Vorzeichen und verschiedene Grundtöne im Abstand einer kleinen Terz.
Frage 2 von 2SchwerZwei Tonarten stehen beide auf G, eine in Dur und eine in Moll. Welche Beziehung liegt vor?
Lösung: Sie sind gleichnamige Tonarten. — Derselbe Grundton G macht die Tonarten gleichnamig. Das unterschiedliche Tongeschlecht führt gewöhnlich zu verschiedenen Vorzeichen.
Bedeutet gleicher Tonvorrat zwei Tonarten?

Nein: Ein gemeinsamer Tonvorrat allein macht ein Stück nicht automatisch zu einem Stück in zwei Tonarten. Entscheidend ist, welcher Ton als Grundton oder tonales Zentrum wirkt.

C-Dur und a-Moll verwenden zwar denselben Tonvorrat. Wird aber C als Zentrum wahrgenommen, spricht das für C-Dur; wirkt A als Zentrum, spricht das für a-Moll. Ein Stück kann außerdem zwischen Tonarten wechseln. Das muss jedoch am musikalischen Verlauf untersucht werden und folgt nicht allein aus den verwendeten Tönen.

Eine automatische Tonarterkennung kann wegen des gemeinsamen Tonmaterials die Paralleltonart vorschlagen. Ohne Melodie, Akkorde und weitere musikalische Hinweise lässt sich nicht entscheiden, ob diese Einordnung zum Stück passt.

Gut zu wissen

Der Grundton ist der Ton, auf den die Musik als Zentrum bezogen ist. Zwei Tonarten können denselben Tonvorrat nutzen und dennoch unterschiedliche Grundtöne besitzen.

Teste dich
Frage 1 von 1SchwerEine Software erkennt D-Dur, obwohl das Stück als h-Moll gedacht war. Was lässt sich allein daraus sicher schließen?
Lösung: Beide Tonarten kommen wegen ihres gemeinsamen Tonvorrats als Einordnung infrage; für eine Entscheidung muss das tonale Zentrum untersucht werden. — D-Dur und h-Moll sind Paralleltonarten. Erst der musikalische Verlauf zeigt, welcher Grundton als Zentrum wirkt oder ob tatsächlich ein Tonartwechsel stattfindet.
Vertiefung: Parallelklänge unterscheiden

Der Begriff Parallelklang bezeichnet einen Akkord in der Funktionstheorie, nicht eine vollständige Tonart. Ein Parallelklang kann eine Hauptfunktion vertreten.

  • In C-Dur ist der Tonikaparallelklang Tp ein a-Moll-Akkord.
  • In a-Moll ist der Tonikaparallelklang tP ein C-Dur-Akkord.

Der kleine Buchstabe p kennzeichnet hier einen Mollklang, der große Buchstabe P einen Durklang.

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Frage 1 von 1LeichtWofür steht Tp in C-Dur?
Lösung: Für den a-Moll-Akkord als Tonikaparallelklang — In C-Dur liegt der Parallelklang der Tonika eine Terz unter C und ist ein Mollakkord: a-Moll.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Paralleltonart
    • Gemeinsames
      • gleiche Vorzeichen und gleicher Tonvorrat
    • Unterschied
      • anderer Grundton und anderes Tongeschlecht
    • Bestimmung
      • Dur: kleine Terz abwärts
      • Moll: kleine Terz aufwärts
    • Abgrenzung
      • gleichnamige Tonart hat denselben Grundton
    • Musikalische Einordnung
      • tonales Zentrum statt Tonvorrat allein prüfen
    • Parallelklang
      • Akkordfunktion statt vollständiger Tonart
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWas bleibt beim Wechsel zur Paralleltonart erhalten?
Lösung: Der Vorzeichenbestand — Paralleltonarten besitzen dieselben Vorzeichen, aber verschiedene Grundtöne und verschiedene Tongeschlechter.
Frage 2 von 3MittelDu gehst von D-Dur eine kleine Terz abwärts und behältst Fis und Cis bei. Welches Ergebnis erhältst du?
Lösung: h-Moll — Eine kleine Terz unter D liegt H. Mit Fis und Cis entsteht die natürliche Tonart h-Moll.
Frage 3 von 3SchwerZwei Tonarten haben denselben Tonvorrat. Welche zusätzliche Frage hilft dir, die Tonart eines Stücks zu bestimmen?
Lösung: Welcher Ton wirkt als tonales Zentrum? — Paralleltonarten teilen Töne und Vorzeichen. Für die musikalische Einordnung ist entscheidend, welcher Grundton als Zentrum wirkt oder ob der Verlauf einen Tonartwechsel zeigt.

Du kannst eine Paralleltonart nun über die kleine Terz oder den Quintenzirkel bestimmen. Prüfe immer zusätzlich die Vorzeichen und verwechsle die Beziehung nicht mit gleichnamigen Tonarten.

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