Wenn du ein Lied hörst, kann es hell und offen klingen. Ein anderes Lied nutzt fast dieselben Töne, wirkt aber ruhiger oder nachdenklicher. In der Musiktheorie hilft dir die Paralleltonart, genau diese Verwandtschaft zu erkennen. Sie ist besonders nützlich, wenn du Tonarten, Vorzeichen oder den Quintenzirkel übst.
- Du verstehst, was eine Paralleltonart ist.
- Du erkennst, warum Dur und Moll zusammengehören können.
- Du findest die Mollparallele zu einer Durtonart.
- Du findest die Durparallele zu einer Molltonart.
- Du vermeidest typische Verwechslungen mit gleichnamigen Tonarten.
Tonart, Dur und Moll
Eine Tonart ist der Tonraum, in dem ein Musikstück hauptsächlich steht. Sie hat einen Grundton. Das ist der Ton, auf den sich die Musik besonders stark bezieht. Wenn ein Stück in C-Dur steht, ist C der Grundton.
Dur ist ein Tongeschlecht, das oft eher hell, klar oder offen wirkt. Moll ist ein Tongeschlecht, das oft eher weich, dunkel oder ernst wirkt. Das ist keine feste Gefühlsregel, aber eine hilfreiche erste Orientierung.
C-Dur beginnt auf dem Grundton C.
Die Töne der C-Dur-Tonleiter sind: C, D, E, F, G, A, H, C.
a-Moll beginnt auf dem Grundton A.
Die Töne der natürlichen a-Moll-Tonleiter sind: A, H, C, D, E, F, G, A.
Vielleicht merkst du: C-Dur und a-Moll benutzen dieselben Stammtöne. Sie starten nur an verschiedenen Stellen. Genau hier beginnt die Idee der Paralleltonart.
Eine Tonart hat einen Grundton und ein Tongeschlecht. Dur und Moll können denselben Tonvorrat benutzen, aber einen anderen Grundton haben.
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Was eine Paralleltonart ist
Eine kleine Terz ist ein Abstand von drei Halbtonschritten. Ein Halbtonschritt ist der kleinste Schritt zwischen zwei benachbarten Tasten auf dem Klavier, wenn man schwarze und weiße Tasten mitzählt.
Eine Paralleltonart ist die verwandte Dur- oder Molltonart mit denselben Vorzeichen. Vorzeichen sind Zeichen am Anfang einer Notenzeile, die bestimmte Töne im ganzen Stück erhöhen oder erniedrigen. Ein Kreuz erhöht einen Ton, ein b erniedrigt einen Ton.
Zu jeder Durtonart gibt es eine Mollparallele. Das ist die passende Molltonart mit denselben Vorzeichen. Zu jeder Molltonart gibt es eine Durparallele. Das ist die passende Durtonart mit denselben Vorzeichen.
Paralleltonarten sind eine Durtonart und eine natürliche Molltonart mit denselben Vorzeichen.
Der Grundton der Mollparallele liegt eine kleine Terz unter dem Grundton der Durtonart.
Der Grundton der Durparallele liegt eine kleine Terz über dem Grundton der Molltonart.
C-Dur hat keine Vorzeichen.
a-Moll hat ebenfalls keine Vorzeichen.
Darum ist a-Moll die Mollparallele von C-Dur.
Umgekehrt ist C-Dur die Durparallele von a-Moll.
Paralleltonarten haben gleiche Vorzeichen, aber verschiedene Grundtöne und verschiedene Tongeschlechter.
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Von Dur zur Mollparallele
Wenn du von einer Durtonart zur Mollparallele willst, gehst du vom Grundton der Durtonart eine kleine Terz nach unten. Das bedeutet: drei Halbtonschritte abwärts.
Du kannst auch die Durtonleiter hochzählen. Die Mollparallele beginnt auf dem sechsten Ton der Durtonleiter. Dieser Weg ist für viele leichter, wenn sie die Tonleiter schon kennen.
G-Dur hat ein Kreuz als Vorzeichen: Fis.
Die G-Dur-Tonleiter lautet: G, A, H, C, D, E, Fis, G.
Der sechste Ton ist E.
Also ist e-Moll die Mollparallele von G-Dur.
Beide Tonarten haben ein Kreuz: Fis.
D-Dur hat zwei Kreuze: Fis und Cis.
Die D-Dur-Tonleiter lautet: D, E, Fis, G, A, H, Cis, D.
Der sechste Ton ist H.
Also ist h-Moll die Mollparallele von D-Dur.
Der Ton, der im englischen System B heißt, heißt im Deutschen H. Das deutsche B ist ein erniedrigtes H. Darum liest du hier h-Moll, nicht b-Moll.
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Von Moll zur Durparallele
Wenn du von einer Molltonart zur Durparallele willst, gehst du vom Grundton der Molltonart eine kleine Terz nach oben. Das bedeutet wieder: drei Halbtonschritte, diesmal aufwärts.
Du kannst auch die natürliche Molltonleiter hochzählen. Die Durparallele beginnt auf dem dritten Ton der Molltonleiter.
a-Moll hat keine Vorzeichen.
Die natürliche a-Moll-Tonleiter lautet: A, H, C, D, E, F, G, A.
Der dritte Ton ist C.
Also ist C-Dur die Durparallele von a-Moll.
e-Moll hat ein Kreuz: Fis.
Die natürliche e-Moll-Tonleiter lautet: E, Fis, G, A, H, C, D, E.
Der dritte Ton ist G.
Also ist G-Dur die Durparallele von e-Moll.
Von Dur nach Moll: kleine Terz nach unten.
Von Moll nach Dur: kleine Terz nach oben.
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Gleiche Vorzeichen, anderer Klang
Paralleltonarten teilen sich denselben Tonvorrat. Trotzdem klingen sie nicht gleich. Der Grund ist der andere Grundton. Musik fühlt sich anders an, wenn sie auf C zur Ruhe kommt, als wenn sie auf A zur Ruhe kommt.
Bei C-Dur wirkt C wie der Mittelpunkt. Bei a-Moll wirkt A wie der Mittelpunkt. Die Töne sind gleich, aber die musikalische Schwerkraft liegt anders.
C-Dur: C, D, E, F, G, A, H, C
a-Moll: A, H, C, D, E, F, G, A
Beide Reihen benutzen dieselben Töne.
In C-Dur klingt C wie Zuhause.
In a-Moll klingt A wie Zuhause.
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Typische Verwechslung: Paralleltonart und gleichnamige Tonart
Eine gleichnamige Tonart hat denselben Grundton, aber ein anderes Tongeschlecht. C-Dur und c-Moll sind gleichnamig, weil beide auf C stehen. Sie sind aber keine Paralleltonarten, denn ihre Vorzeichen sind verschieden.
Paralleltonarten haben nicht denselben Grundton. Sie haben dieselben Vorzeichen. Das ist der wichtigste Unterschied.
C-Dur und a-Moll sind Paralleltonarten.
Sie haben dieselben Vorzeichen: keine.
C-Dur und c-Moll sind gleichnamige Tonarten.
Sie haben denselben Grundton C, aber nicht dieselben Vorzeichen.
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Zusammenfassung
Eine Paralleltonart ist die passende Dur- oder Molltonart mit denselben Vorzeichen. Sie nutzt denselben Tonvorrat, hat aber einen anderen Grundton. Darum kann sie anders wirken, obwohl viele Töne gleich bleiben.
Von einer Durtonart findest du die Mollparallele eine kleine Terz tiefer. Du kannst auch den sechsten Ton der Durtonleiter nehmen. Von einer Molltonart findest du die Durparallele eine kleine Terz höher. Du kannst auch den dritten Ton der natürlichen Molltonleiter nehmen.
Dur nach Moll: drei Halbtonschritte nach unten.
Moll nach Dur: drei Halbtonschritte nach oben.
Gleiche Vorzeichen sind der Schlüssel.
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