Musik

Partitur lesen: Stimmen und Einsätze erkennen

Partitur lesen: Stimmen und Einsätze erkennen
Partitur lesen: Stimmen und Einsätze erkennen
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Eine Partitur zeigt mehrere Stimmen gleichzeitig. Um sie zu lesen, musst du nicht sofort jede Note bestimmen: Orientiere dich zuerst an Systemen, Instrumentennamen, Taktstrichen und auffälligen Bewegungen. Danach verfolgst du gezielt die Stimmen, die für deine Frage wichtig sind.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Wie ist eine Partitur aufgebaut?

Eine Partitur ist ein geordneter Plan aller Stimmen eines Musikstücks. Ein System besteht gewöhnlich aus fünf Notenlinien und gehört einem Instrument, einer Instrumentengruppe oder einer Singstimme.

  • Von links nach rechts verläuft die Musik in der Zeit.
  • Senkrecht übereinander stehende Noten erklingen gleichzeitig.
  • Taktstriche helfen dir, dieselbe Stelle in mehreren Systemen zu finden.
  • Klammern können zusammengehörige Systeme oder Instrumentengruppen verbinden.
Merke

Lies waagerecht, wenn du den Verlauf einer Stimme untersuchst. Lies senkrecht, wenn du wissen willst, was gleichzeitig klingt.

In einer üblichen Orchesterpartitur stehen die Gruppen häufig in dieser Reihenfolge:

  1. Holzbläser: Flöten, Oboen, Klarinetten, Fagotte
  2. Blechbläser: Hörner, Trompeten, Posaunen, Tuba
  3. Schlagwerk
  4. Streicher: Violine I, Violine II, Viola, Violoncello, Kontrabass

Innerhalb einer Gruppe stehen höhere Stimmen meist über tieferen. Diese Ordnung ist eine Konvention, keine ausnahmslose Regel. Prüfe deshalb immer die Instrumentennamen am linken Rand.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWas bedeutet es, wenn Noten in verschiedenen Systemen senkrecht übereinanderstehen?
Lösung: Sie gehören zum selben musikalischen Zeitpunkt. — Der zeitliche Verlauf geht von links nach rechts. Was senkrecht übereinandersteht, erklingt gleichzeitig.
Wie orientierst du dich in einer neuen Partitur?

Beginne nicht mit einzelnen Notennamen. Verschaffe dir zuerst einen Überblick:

  1. Lies die Instrumenten- oder Stimmnamen links neben den Systemen.
  2. Suche nach Schlüsseln, Taktangabe, Vorzeichnung und Tempoangabe.
  3. Prüfe, welche Systeme durch Klammern zu Gruppen verbunden sind.
  4. Wähle einen Takt und verfolge seinen Taktstrich durch die Systeme.
  5. Suche nach Einsätzen, Pausen, langen Liegetönen und auffälligen rhythmischen Figuren.
  6. Entscheide erst dann, welche Stimme du genauer lesen musst.
Beispiel

Du sollst herausfinden, wie zwei Stimmen zusammenspielen. Stimme A hat zunächst Pause und setzt in Takt 3 mit kurzen Noten ein. Stimme B spielt seit Takt 1 lange Noten.

Denkweg:

  1. Du findest Takt 3 in beiden Systemen.
  2. Du liest senkrecht: Beim Einsatz von A hält B weiterhin einen langen Ton.
  3. Du liest A waagerecht weiter: Die kurzen Noten bilden eine bewegte Figur.

Ergebnis: Stimme A bringt Bewegung hinein, während Stimme B gleichzeitig eine ruhige Klanggrundlage hält.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelDu suchst den Einsatz der Klarinette in Takt 12. Was ist der sicherste erste Schritt?
Lösung: Das Klarinettensystem und anschließend den Takt 12 suchen. — Instrumentenname und Taktzahl führen dich gezielt zur gesuchten Stelle. Erst dort untersuchst du Rhythmus, Tonhöhe und Zusammenspiel.
Welche Zeichen brauchst du zuerst?

Der Schlüssel legt fest, wie die Positionen im System heißen. Der Violinschlüssel wird häufig für hohe, der Bassschlüssel für tiefe Lagen verwendet. Die Viola steht meist im Altschlüssel: Dort liegt das mittlere C auf der dritten Linie.

Für den ersten Überblick sind außerdem diese Angaben wichtig:

  • f, forte: laut
  • p, piano: leise
  • Allegro: rasch oder lebhaft
  • Dolce: lieblich und weich
  • Staccato: kurz und abgesetzt
  • Legato: dicht verbunden, ohne hörbare Unterbrechung

Auch der Rhythmus macht Strukturen sichtbar. Im 4/4-Takt hat eine ganze Note vier, eine halbe Note zwei und eine Viertelnote einen Schlag. Ein Punkt verlängert einen Notenwert um seine Hälfte. Eine punktierte Viertelnote dauert deshalb 1 + 1/2 = 1,5 Schläge.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

In einer Partitur liest du den Verlauf einer Stimme von . Gleichzeitig Klingendes suchst du . Das Zeichen f bedeutet , p bedeutet . Eine punktierte Viertelnote dauert im 4/4-Takt .

Lösungen: Lücke 1: links nach rechts; Lücke 2: senkrecht übereinander; Lücke 3: laut; Lücke 4: leise; Lücke 5: 1,5 Schläge. Verbinde beim Lesen drei Ebenen: die waagerechte Zeitrichtung, die senkrechte Gleichzeitigkeit und die Zeichen für Rhythmus sowie Gestaltung.
Wann liest du blockweise oder selektiv?

Eine dichte Partitur lässt sich reduzieren. Dabei helfen zwei Lesestrategien.

Definition

Blockweises Lesen

Beim blockweisen Lesen fasst du ähnlich handelnde Stimmen zusammen. Das eignet sich besonders, wenn mehrere Stimmen dieselbe Melodie oder denselben Rhythmus spielen.

Definition

Selektives Lesen

Beim selektiven Lesen verfolgst du eine führende Stimme, ein auffälliges Motiv oder eine bestimmte Instrumentengruppe. Begleitende oder lange gehaltene Stimmen prüfst du nur so weit, wie es für deine Frage nötig ist.

Beispiel

Ein kurzes Motiv wandert von den tiefen zu den hohen Streichern. Die Bläser halten währenddessen lange Töne.

Für die Bewegungsrichtung liest du selektiv die Streicher nacheinander. Die Bläser nimmst du als ruhige Klangschicht wahr. Spielen später alle Streicher denselben Rhythmus, kannst du diesen Abschnitt blockweise erfassen.

Merke

Wähle die Lesestrategie nach deiner Frage: Suche bei Gleichförmigkeit nach Blöcken und bei Bewegung nach führenden Stimmen oder Motiven.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelMehrere Streicher spielen denselben Rhythmus, während nur die Flöte ein neues Motiv beginnt. Wie liest du zweckmäßig?
Lösung: Die Streicher als Block erfassen und das Flötenmotiv selektiv verfolgen. — Kombiniere die Methoden: Gleichförmige Stimmen bilden einen Block; das neue Motiv verlangt selektive Aufmerksamkeit.
Vertiefung: Was klingt bei transponierenden Instrumenten?

Bei einem transponierenden Instrument stimmen notierter und klingender Ton nicht überein. Deshalb musst du zuerst klären, in welche Richtung du liest:

  • Vom notierten zum klingenden Ton: Was hört man bei einer geschriebenen Note?
  • Vom klingenden zum notierten Ton: Welche Note muss in der Instrumentenstimme stehen?

Bei einer Klarinette in B klingt ein geschriebenes C als B, also einen Ganzton tiefer. Bei einem Horn in F klingt ein geschriebenes C als F, also eine reine Quinte tiefer. Für die Gegenrichtung musst du den Abstand umkehren.

Nicht jede abweichende Klanglage ist eine Transposition im selben Sinn. Ein Kontrabass wird im Bassschlüssel notiert, klingt aber eine Oktave tiefer als geschrieben. Die Viola ist dagegen nicht transponierend; ihr Altschlüssel passt lediglich besser zu ihrem Tonumfang.

Gut zu wissen

Prüfe in einer Partitur immer Instrumentenbezeichnung und Schlüssel. Eine vertraut aussehende Note kann je nach Instrument in einer anderen klingenden Lage erscheinen.

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Frage 1 von 1SchwerIn der Stimme einer Klarinette in B steht ein C. Welcher Ton klingt?
Lösung: B, also einen Ganzton tiefer als notiert. — Bei der Klarinette in B klingt der notierte Ton einen Ganzton tiefer. Deshalb klingt ein geschriebenes C als B.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Partitur lesen
    • Aufbau erkennen: Systeme, Gruppen, Instrumentennamen
    • Zeit verfolgen: von links nach rechts
    • Gleichzeitigkeit prüfen: senkrecht vergleichen
    • Zeichen deuten: Schlüssel, Rhythmus, Dynamik, Artikulation
    • Komplexität reduzieren: blockweise oder selektiv lesen
    • Klanglage prüfen: Schlüssel, Transposition, Oktavierung
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtIn welcher Richtung verfolgst du eine einzelne Stimme durch die Zeit?
Lösung: Von links nach rechts — Eine Stimme entwickelt sich von links nach rechts. Senkrechtes Lesen dient dem Vergleich gleichzeitig klingender Ereignisse.
Frage 2 von 3MittelZwei Stimmen setzen in Takt 5 gemeinsam ein. Wie stellst du das fest?
Lösung: Du suchst Takt 5 in beiden Systemen und vergleichst die Noten senkrecht. — Gemeinsame Einsätze erkennst du, indem du denselben Takt in den beteiligten Systemen senkrecht vergleichst.
Frage 3 von 3SchwerDie Violinen spielen dieselbe rhythmische Figur, während das Cello ein auffälliges Motiv beginnt. Welche Vorgehensweise passt am besten?
Lösung: Violinen blockweise erfassen und das Cello selektiv verfolgen. — Gleiche Abläufe lassen sich als Block lesen. Eine abweichende, auffällige Stimme untersuchst du selektiv.

Du kannst eine Partitur nun in drei Schritten erschließen: zuerst orientieren, dann relevante Stimmen auswählen und schließlich waagerechte Verläufe mit senkrechten Klangereignissen verbinden.

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