Musik

Notenschrift verstehen: Tonhöhe, Rhythmus, Zeichen

Notenschrift verstehen: Tonhöhe, Rhythmus, Zeichen
Notenschrift verstehen: Tonhöhe, Rhythmus, Zeichen
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Notenschrift hält Musik mit Zeichen fest. Die Position einer Note zeigt meist ihre Tonhöhe, ihre Form zeigt die Tondauer. Schlüssel, Taktangabe und Vorzeichen ergänzen weitere wichtige Informationen.

Auf dieser Seite lernst du Schritt für Schritt, wie du ein einfaches Notenbild entschlüsselst.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Welche Informationen stecken in Notenschrift?
Definition

Notenschrift

Notenschrift ist ein System aus grafischen Zeichen, mit dem Musik festgehalten und weitergegeben wird. Sie zeigt unter anderem Tonhöhe, Tondauer, Rhythmus und weitere Hinweise zur Ausführung.

Wie beim Lesen eines Textes haben die Zeichen unterschiedliche Aufgaben:

  • Die senkrechte Position einer Note zeigt bei Melodieinstrumenten gewöhnlich die Tonhöhe.
  • Die Form der Note zeigt ihre Dauer.
  • Ein Notenschlüssel legt einen Bezugston fest.
  • Eine Taktangabe ordnet die Zählzeiten.
  • Vorzeichen erhöhen oder erniedrigen Töne.

Mehrere gleichzeitig erklingende Stimmen stehen in einer Partitur oft in übereinander angeordneten Notensystemen. Ereignisse, die gleichzeitig erklingen sollen, stehen dabei senkrecht übereinander.

Beispiel

Du siehst eine Note weiter oben im selben Notensystem als eine andere Note. Wenn beide Stellen nach demselben Schlüssel gelesen werden, bezeichnet die obere Position den höheren Ton. Wie lange der Ton dauert, erkennst du dagegen an der Form der Note.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Eigenschaft zeigt die Form einer Note hauptsächlich?
Lösung: Die Tondauer — Die Notenform gibt den Notenwert und damit die relative Dauer an.
Wie liest du Tonhöhen im Liniensystem?

Ein Notensystem besteht aus fünf waagerechten Linien und vier Zwischenräumen. Linien und Zwischenräume werden von unten nach oben gezählt.

Noten können

  • auf einer Linie,
  • in einem Zwischenraum oder
  • auf kurzen Hilfslinien außerhalb des Systems stehen.

Je höher eine Note im System steht, desto höher ist der bezeichnete Ton. Von einer Linie zum benachbarten Zwischenraum gelangst du jeweils zum nächsten Stammton.

Die deutschen Stammtöne wiederholen sich in dieser Reihenfolge:

c – d – e – f – g – a – h – c

Nach dem h beginnt die Folge wieder mit c. Die Wiederholung des Ausgangstons in einer höheren oder tieferen Lage gehört zur nächsten Oktave.

Definition

Notenschlüssel

Ein Notenschlüssel bestimmt einen Bezugston auf einer bestimmten Linie. Erst dadurch lassen sich die übrigen Positionen eindeutig benennen.

Der Violinschlüssel, auch G-Schlüssel genannt, legt das eingestrichene g auf die zweite Linie von unten. Von dort aus kannst du die weiteren Stammtöne abzählen.

Im Violinschlüssel heißen die Töne auf den fünf Linien von unten nach oben:

e – g – h – d – f

In den vier Zwischenräumen stehen von unten nach oben:

f – a – c – e

Der Bassschlüssel, auch F-Schlüssel genannt, kennzeichnet das kleine f auf der vierten Linie von unten. Deshalb bezeichnet dieselbe Position in verschiedenen Schlüsseln nicht automatisch denselben Ton.

Beispiel

Eine Note liegt auf der zweiten Linie von unten.

  • Im Violinschlüssel ist diese Linie als g festgelegt.
  • Ein anderer Schlüssel setzt einen anderen Bezugston. Deshalb muss die Position dann neu gedeutet werden.

Du liest also nicht nur die Höhe auf dem Papier, sondern immer die Verbindung aus Schlüssel und Position.

Merke

Erst der Schlüssel gibt den Linien und Zwischenräumen ihre konkreten Tonnamen.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWas legt ein Notenschlüssel fest?
Lösung: Einen Bezugston auf einer bestimmten Linie — Vom Bezugston des Schlüssels werden die übrigen Tonhöhen abgeleitet.
Frage 2 von 2MittelEine Note steht im Violinschlüssel auf der zweiten Linie von unten. Welcher Stammton ist gemeint?
Lösung: g — Der Violinschlüssel legt das g auf der zweiten Linie von unten fest.
Wie zeigen Noten Dauer und Takt?

Der Notenwert gibt an, wie lange ein Ton im Verhältnis zu anderen Tönen dauert. Im einfachen 4/4-Takt kannst du die grundlegenden Werte so zählen:

NotenwertTypisches AussehenDauer
Ganze Noteleerer Kopf ohne Hals4 Zählzeiten
Halbe Noteleerer Kopf mit Hals2 Zählzeiten
Viertelnoteausgefüllter Kopf mit Hals1 Zählzeit
Achtelnoteausgefüllter Kopf, Hals und ein Fähnchen1/2 Zählzeit
Sechzehntelnotezwei Fähnchen1/4 Zählzeit

Bei aufeinanderfolgenden Achtel- oder Sechzehntelnoten können Balken die Fähnchen ersetzen. Mit jedem zusätzlichen Fähnchen wird der vorherige Wert halbiert.

Zu jedem Notenwert gibt es außerdem einen entsprechenden Pausenwert. Eine Pause füllt Zeit im Takt, ohne dass ein Ton erklingt.

Definition

Taktangabe

Die obere Zahl einer Taktangabe nennt die Anzahl der Zählzeiten pro Takt. Die untere Zahl nennt den Notenwert, der als Grundschlag gezählt wird.

Ein 4/4-Takt enthält vier Zählzeiten im Wert einer Viertelnote. Du zählst:

1 – 2 – 3 – 4

Ein 3/8-Takt enthält dagegen drei Zählzeiten im Wert einer Achtelnote.

Beispiel

Ein 4/4-Takt enthält eine halbe Note und zwei Viertelnoten.

  • Halbe Note: 2 Zählzeiten
  • Erste Viertelnote: 1 Zählzeit
  • Zweite Viertelnote: 1 Zählzeit

Insgesamt gilt: $2 + 1 + 1 = 4$. Der Takt ist vollständig gefüllt.

Ein Punkt hinter einer Note verlängert sie um die Hälfte ihres ursprünglichen Wertes:

$$\text{punktierter Wert}=\text{Grundwert}+\frac{\text{Grundwert}}{2}$$

Beispiel

Eine halbe Note dauert 2 Zählzeiten. Die Hälfte davon ist 1 Zählzeit. Eine punktierte halbe Note dauert deshalb $2 + 1 = 3$ Zählzeiten.

Eine punktierte ganze Note dauert entsprechend $4 + 2 = 6$ Zählzeiten.

Merke

Zuerst bestimmst du den Grundwert. Dann addierst du bei einer Punktierung die Hälfte dieses Grundwerts.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Dauer hat eine Achtelnote, wenn eine Viertelnote eine Zählzeit dauert?
Lösung: Eine halbe Zählzeit — Jeder Schritt von der Viertel- zur Achtelnote halbiert die Dauer.
Frage 2 von 2MittelWelche Kombination füllt einen 4/4-Takt genau?
Lösung: Eine halbe Note und zwei Viertelnoten — Im 4/4-Takt werden vier Viertelzählzeiten benötigt: $2 + 1 + 1 = 4$.
Wie verändern Vorzeichen einen Ton?

Die weißen Klaviertasten entsprechen den Stammtönen c–d–e–f–g–a–h. Vorzeichen verändern einen Stammton um einen Halbton.

  • Das Kreuz erhöht einen Ton um einen Halbton. Meist erhält der Tonname die Endung -is: Aus c wird cis.
  • Das Be erniedrigt einen Ton um einen Halbton. Meist erhält der Tonname die Endung -es: Aus c wird ces.
  • Zu den gebräuchlichen Namensformen gehören a → as und h → b.
  • Das Auflösungszeichen hebt die zuvor geltende Veränderung auf.

Vorzeichen können unterschiedliche Geltungsbereiche haben:

  • Zeichen am Beginn des Notensystems gelten für die entsprechenden Stammtöne in allen Oktavlagen, bis sie ersetzt werden.
  • Ein Vorzeichen unmittelbar vor einer Note gilt innerhalb des betreffenden Taktes.
Beispiel

Vor einem c steht ein Kreuz. Du liest cis und spielst den Ton einen Halbton höher als c.

Steht später im Takt erneut ein c derselben Tonhöhe, wirkt das Kreuz weiterhin. Ein Auflösungszeichen kann diese Veränderung aufheben.

Manche Töne klingen gleich, obwohl sie verschieden geschrieben werden. Solche Schreibweisen heißen enharmonisch. Welche Schreibweise sinnvoll ist, hängt vom musikalischen Zusammenhang ab.

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Frage 1 von 2LeichtWas bewirkt ein Be vor einer Note?
Lösung: Es erniedrigt den Ton um einen Halbton. — Ein Be verändert die Tonhöhe nach unten; die Tondauer bleibt unverändert.
Frage 2 von 2MittelWie heißt ein mit einem Kreuz erhöhtes c?
Lösung: cis — Bei einem Kreuz wird an c die Endung -is angefügt: cis.
Warum sieht Notation nicht bei jedem Instrument gleich aus?

Die Grundideen von Rhythmus und Notenwerten gelten instrumentenübergreifend. Die Bedeutung der Position kann sich jedoch unterscheiden.

  • Klavier: Violin- und Basssystem werden häufig verbunden. Jede notierte Tonhöhe lässt sich einer bestimmten Taste zuordnen.
  • Gitarre: Dieselbe Tonhöhe kann an mehreren Stellen des Griffbretts gespielt werden. Das Notenbild bestimmt den Ton, aber nicht immer nur einen einzigen Griff.
  • Schlagzeug: Die Höhe im System bezeichnet typischerweise einen Bestandteil des Drum-Kits, etwa Bass Drum, Snare oder Hi-Hat. Eine Legende kann die Zuordnung erklären.
  • Tabulatur: Sie zeigt vor allem, wo ein Ton auf einem Instrument gegriffen wird.
  • Partitur: Sie ordnet mehrere Stimmen so an, dass ihr zeitliches Zusammenspiel erkennbar wird.
Gut zu wissen

Notenschrift ist kein einziges unveränderliches Zeichensystem. Unterschiedliche Notationsformen wählen die Informationen aus, die für eine musikalische Aufgabe wichtig sind.

Beispiel

Auf dem Klavier gehört eine notierte Tonhöhe zu genau einer Taste. Auf der Gitarre kann dieselbe Tonhöhe an mehreren Stellen erzeugt werden. Die Tonhöhe ist gleich, aber die praktische Umsetzung auf dem Instrument unterscheidet sich.

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Frage 1 von 1MittelWarum kann dieselbe notierte Tonhöhe auf der Gitarre mehrere mögliche Griffe haben?
Lösung: Weil dieselbe Tonhöhe an mehreren Stellen des Griffbretts erzeugt werden kann. — Standardnotation legt die Tonhöhe fest. Auf der Gitarre kann es dafür mehrere Spielorte geben.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Notenschrift
    • Tonhöhe
      • Linien, Zwischenräume und Hilfslinien
      • Schlüssel als Bezugspunkt
      • Stammtöne und Vorzeichen
    • Zeit
      • Notenwerte und Pausen
      • Taktangabe und Zählzeiten
      • Punktierung
    • Anwendung
      • Klavier und Gitarre
      • Schlagzeug
      • Partitur und Tabulatur
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWodurch wird die Tonhöhe einer Note im Liniensystem eindeutig bestimmbar?
Lösung: Durch die Verbindung aus Schlüssel und Position — Der Schlüssel legt einen Bezugston fest; die Position bestimmt den Abstand davon.
Frage 2 von 4MittelEin 4/4-Takt enthält eine punktierte halbe Note. Wie viele Viertelzählzeiten fehlen noch?
Lösung: Eine Zählzeit — Die punktierte halbe Note dauert $2 + 1 = 3$ Zählzeiten. Bis vier fehlt noch eine Zählzeit.
Frage 3 von 4MittelEine Note c erhält ein Be. Wie heißt der veränderte Ton?
Lösung: ces — Ein Be erniedrigt c um einen Halbton; die regelmäßige Namensform lautet ces.
Frage 4 von 4SchwerDieselbe Notenposition erscheint einmal im Violin- und einmal im Bassschlüssel. Warum kann sie verschiedene Töne bezeichnen?
Lösung: Weil jeder Schlüssel einen anderen Bezugston festlegt. — Die Stelle auf dem Papier bleibt gleich, aber der vom Schlüssel festgelegte Bezugston ändert sich. Deshalb ergibt sich ein anderer Tonname.

Wenn du Tonhöhe und Dauer lesen möchtest, gehe immer in dieser Reihenfolge vor: Schlüssel prüfen, Position bestimmen, Vorzeichen beachten und anschließend den Notenwert in den Takt einordnen.

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