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Resonanz in der Musik: Mitschwingen verstehen

Resonanz in der Musik: Mitschwingen verstehen
Resonanz in der Musik: Mitschwingen verstehen
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Resonanz entsteht, wenn ein schwingungsfähiges System passend zu einer seiner Eigenfrequenzen angeregt wird. Dann nimmt es besonders viel Energie auf und schwingt mit größerer Amplitude. Bei Musikinstrumenten macht dieses Mitschwingen den Klang besser hörbar.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Vom Schwingen zur Resonanz

Stell dir eine Schaukel vor: Schubst du irgendwann, wirkt der Schub wenig oder bremst sogar. Schubst du regelmäßig im passenden Rhythmus, wird die Bewegung größer. Genau diese passende Anregung ist die Grundidee der Resonanz.

Definition

Eigenfrequenz

Die Eigenfrequenz $f_0$ ist die Frequenz, mit der ein System nach einmaliger Anregung von selbst schwingt. Sie hängt von seinen Eigenschaften ab. Bei einem Fadenpendel spielt zum Beispiel die Pendellänge eine Rolle.

Eine einmal angestoßene und danach sich selbst überlassene Bewegung heißt freie Schwingung. Wirkt dagegen wiederholt eine äußere Kraft, entsteht eine erzwungene Schwingung. Das anregende System heißt Erreger, seine Frequenz Erregerfrequenz $f_E$.

Definition

Resonanz

Resonanz ist der Spezialfall einer erzwungenen Schwingung, bei dem die Erregerfrequenz zur Eigenfrequenz passt. Im hier verwendeten Schulmodell gilt für die stärkste Anregung:

$$f_E = f_0$$

Die Amplitude, also die größte Auslenkung der Schwingung, nimmt dabei deutlich zu.

Merke

Resonanz erzeugt keine Energie aus dem Nichts. Der Erreger führt dem schwingenden System wiederholt Energie im passenden Rhythmus zu.

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Frage 1 von 1LeichtWann liegt im Schulmodell Resonanz vor?
Lösung: Erregerfrequenz und Eigenfrequenz stimmen überein. — Resonanz setzt eine periodische Anregung voraus. Besonders stark wird das System angeregt, wenn $f_E = f_0$ gilt.
Wie ein Resonanzkörper den Klang verstärkt

Eine schwingende Saite allein bewegt nur wenig Luft. Bei einer akustischen Gitarre überträgt sie ihre Schwingung auf den Korpus und das darin eingeschlossene Luftvolumen. Diese schwingen mit und geben die Bewegung verstärkt an die umgebende Luft weiter. Dadurch wird der Ton lauter hörbar.

Definition

Resonanzkörper

Ein Resonanzkörper ist ein Festkörper, Hohlraum oder Luftvolumen, das von einer Schallquelle zum Mitschwingen angeregt wird. Seine Bauform ermöglicht Resonanz bei bestimmten Frequenzen.

Resonanzkörper können unterschiedlich aussehen:

  • Bei Gitarre, Violine und Kontrabass wirken Korpus und eingeschlossene Luft mit.
  • Beim Klavier und Flügel übernimmt eine Holzplatte als Resonanzboden eine wichtige Aufgabe.
  • Bei Blasinstrumenten schwingt die Luftsäule im Rohr.
  • Auch eine Stimmgabel ist ein schwingungsfähiger Festkörper mit einer bestimmten Eigenfrequenz.

Musikinstrumente sollen nicht nur einen einzigen Ton unterstützen. Ihre Resonanzräume oder Resonanzböden sind deshalb so geformt, dass sie bei mehreren Frequenzen mitschwingen können.

Beispiel

Du zupfst eine Gitarrensaite. Zuerst schwingt die Saite. Ihre Bewegung regt den Korpus und das Luftvolumen darin an. Der größere mitschwingende Bereich überträgt die Schwingung wirksamer auf die Luft. Der Ton wird dadurch deutlich hörbarer.

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Frage 1 von 1MittelWarum ist der Korpus einer akustischen Gitarre für die Lautstärke wichtig?
Lösung: Er nimmt Schwingungen der Saite auf und überträgt sie verstärkt an die Luft. — Die Saite regt Korpus und Luftvolumen an. Deren Mitschwingen verbessert die Schallabgabe an die Umgebung.
Wie Bauform und Länge die Tonhöhe beeinflussen

Die Eigenfrequenzen eines Resonanzsystems hängen unter anderem von Material, Abmessungen und Volumen ab. Bei vergleichbaren Bauweisen gilt als qualitative Orientierung: Längere und größere Resonanzräume unterstützen eher tiefere Frequenzen, kürzere und kleinere eher höhere.

Das zeigt sich bei Blasinstrumenten:

  • Die Tuba besitzt ein langes Rohr und ein großes Luftvolumen. Sie kann sehr tiefe Töne erzeugen.
  • Die kurze, dünne Piccoloflöte erzeugt hohe Töne.
  • Ventile verändern bei Blechblasinstrumenten die wirksame Rohrlänge und damit mögliche Resonanzfrequenzen.
  • Bei der Blockflöte verändert das Öffnen und Schließen der Grifflöcher die wirksame Länge der schwingenden Luftsäule.

Bei einer Gitarre entsteht die Tonhöhe zunächst durch die schwingende Saite. Eine dickere Saite erzeugt unter vergleichbaren Bedingungen einen tieferen Ton als eine dünnere. Drückst du die Saite an einem Bund herunter, wird ihr schwingender Abschnitt kürzer und der Ton höher.

Merke

Unterscheide Tonquelle und Resonanzsystem: Bei der Gitarre regt die Saite den Korpus an. Beim Blasinstrument wird eine Luftsäule angeregt. In beiden Fällen prägen Bauform und Eigenfrequenzen den hörbaren Klang.

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Frage 1 von 1MittelEine Bläserin betätigt ein Ventil, sodass der wirksame Luftweg länger wird. Welche Veränderung ist nach der qualitativen Regel zu erwarten?
Lösung: Eine tiefere Resonanzfrequenz wird möglich. — Die veränderte Rohrlänge verändert die Eigenfrequenzen der Luftsäule. Ein längerer Luftweg begünstigt bei vergleichbarer Bauweise tiefere Töne.
Wie du Resonanz in einer Luftsäule untersuchst

In einem Rohr wird Schall am Ende reflektiert. Bei passenden Frequenzen überlagern sich einlaufende und reflektierte Wellen so, dass eine stehende Welle entsteht. An ihren Knoten ist die Amplitude besonders klein, an ihren Bäuchen besonders groß.

In einem Versuch kannst du die Länge einer Luftsäule verändern. Bestimmte Längen führen zu deutlich lauteren Resonanzstellen. Aus den Abständen passender Knoten beziehungsweise Resonanzpositionen lässt sich die Wellenlänge $\lambda$ bestimmen.

Für Frequenz $f$, Wellenlänge $\lambda$ und Schallgeschwindigkeit $c$ gilt:

$$c = f \cdot \lambda$$

Beispiel

Bei einer Anregungsfrequenz von $f = 1000\,\mathrm{s}^{-1}$ suchst du mehrere deutlich hörbare Resonanzpositionen. Aus ihren Abständen bestimmst du zuerst die Wellenlänge $\lambda$. Danach setzt du die gemessene Wellenlänge in die Beziehung ein:

$$c = 1000\,\mathrm{s}^{-1} \cdot \lambda$$

Ohne einen Messwert für $\lambda$ lässt sich kein Zahlenwert für $c$ berechnen. Der vollständige Lösungsweg benötigt deshalb sowohl die bekannte Frequenz als auch die gemessene Wellenlänge.

Gut zu wissen

Die Einheiten müssen zusammenpassen. Verwendest du $f$ in Schwingungen pro Sekunde und $\lambda$ in Metern, erhältst du $c$ in Metern pro Sekunde. Eine Geschwindigkeit darf nicht nur in Zentimetern oder Metern angegeben werden.

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Frage 1 von 1MittelWelche Angaben brauchst du, um mit $c = f \cdot \lambda$ die Schallgeschwindigkeit zu berechnen?
Lösung: Die Frequenz und die Wellenlänge — Du multiplizierst die Frequenz $f$ mit der Wellenlänge $\lambda$. Beide Werte müssen bekannt sein und mit passenden Einheiten eingesetzt werden.
Wann Resonanz hilft oder gefährlich wird

Bei Musikinstrumenten ist Resonanz erwünscht: Sie unterstützt die Schallabgabe und prägt den Klang. Auch ein Zungenfrequenzmesser nutzt gezielt das Mitschwingen einer passenden Zunge, um eine Frequenz zu erkennen.

Resonanz kann aber auch stören. Lockere Fahrzeugteile, Fensterscheiben, Maschinenfundamente oder Bauwerke können bei bestimmten Anregungsfrequenzen stark schwingen. Überschreitet die Amplitude die Belastungsgrenze, können Schäden entstehen. Eine zerstörerische Entwicklung wird Resonanzkatastrophe genannt.

Wie groß die Resonanzamplitude wird, hängt von der Dämpfung ab. Dämpfung entzieht einer Schwingung Energie. Bei geringer Dämpfung kann die Amplitude besonders stark anwachsen. Größere Dämpfung begrenzt das Aufschaukeln.

Auch Räume besitzen Eigenfrequenzen. Zwischen reflektierenden Wänden können stehende Wellen entstehen, die Raummoden heißen. An verschiedenen Stellen im Raum klingt derselbe tiefe Ton dann unterschiedlich laut oder lange nach. Absorber, eine veränderte Aufstellung von Lautsprechern und Hörplatz sowie eine geeignete Raumgestaltung können solche Wirkungen verringern.

Merke

Ob Resonanz nützlich oder schädlich ist, entscheidet nicht das Mitschwingen allein. Wichtig sind Zweck, Amplitude, Dämpfung und Belastbarkeit des Systems.

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Frage 1 von 1SchwerZwei gleich gebaute Systeme werden bei ihrer Eigenfrequenz gleich stark angeregt. System A ist schwächer gedämpft als System B. Was ist zu erwarten?
Lösung: Bei System A kann die Resonanzamplitude größer werden. — Dämpfung begrenzt den Energieaufbau. Bei geringerer Dämpfung kann die Amplitude unter sonst gleichen Bedingungen stärker anwachsen.
Was „Resonanz“ außerhalb der Physik bedeutet

Im Alltag kann Resonanz einfach eine Reaktion bezeichnen. „Der Auftritt fand große Resonanz“ bedeutet, dass viele Menschen darauf reagierten. Ein Echo ist dagegen eine hörbare Schallreflexion und nicht automatisch physikalische Resonanz.

In sozialen oder psychologischen Zusammenhängen beschreibt Resonanz ein emotionales Mitschwingen oder eine lebendige Beziehung zwischen Menschen und ihrer Umwelt. Solche Verwendungen übertragen das Bild des Mitschwingens. Sie sind keine Aussage darüber, dass Gefühle nach demselben physikalischen Mechanismus wie eine Saite oder Luftsäule schwingen.

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Frage 1 von 1LeichtWelcher Satz verwendet „Resonanz“ eindeutig im übertragenen Sinn?
Lösung: Der neue Song stieß beim Publikum auf große Resonanz. — „Auf große Resonanz stoßen“ bezeichnet hier eine starke Reaktion des Publikums. Es ist keine physikalische Resonanzbedingung gemeint.
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Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Resonanz
    • Voraussetzung: periodische Anregung bei passender Erreger- und Eigenfrequenz
    • Wirkung: größere Amplitude und stärkeres Mitschwingen
    • Musik: Resonanzkörper und Luftsäulen verbessern die Schallabgabe
    • Dämpfung: begrenzt das Anwachsen der Amplitude
    • Gefahr: zu starke Schwingungen können Schäden verursachen
    • Bedeutung: physikalisches Mitschwingen oder bildlich eine Reaktion
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Größe beschreibt den Rhythmus, mit dem ein System von außen angeregt wird?
Lösung: Die Erregerfrequenz — Die Erregerfrequenz gibt an, wie häufig die äußere Anregung schwingt oder wiederkehrt.
Frage 2 von 3MittelWarum kann ein akustisches Instrument trotz einer kleinen schwingenden Saite gut hörbar sein?
Lösung: Saite, Resonanzkörper und eingeschlossene Luft wirken bei der Schallabgabe zusammen. — Die Saite regt ein größeres Resonanzsystem an. Dessen Mitschwingen überträgt die Schwingung wirksamer auf die Luft.
Frage 3 von 3SchwerIn einem Proberaum klingt ein tiefer Ton an einem Platz sehr stark und an einem anderen schwach. Welche Erklärung passt am besten?
Lösung: Eine Raummode erzeugt ortsabhängige Knoten und Bäuche der stehenden Welle. — Reflexionen können bei einer Eigenfrequenz des Raums eine stehende Welle bilden. Ihre Knoten und Bäuche erklären die unterschiedlichen Lautstärken.

Du hast Resonanz verstanden, wenn du bei einem Beispiel zuerst nach dem schwingenden System, seiner Eigenfrequenz, dem Erreger und der Dämpfung fragst. Danach kannst du beurteilen, ob das Mitschwingen erwünscht, störend oder nur bildlich gemeint ist.

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