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Terzverwandtschaft

Terzverwandtschaft erklärt: Beziehungen zwischen Akkorden im Terzabstand und ihre harmonische Wirkung.

Wenn du am Klavier von C-Dur zu a-Moll wechselst, klingt das oft überraschend vertraut. Zwei Töne bleiben gleich, nur ein Ton verändert die Farbe. Genau solche Nähe zwischen Akkorden nutzt die Harmonielehre. Mit Terzverwandtschaft beschreibst du, warum manche Akkorde verschieden heißen, aber trotzdem eng zusammengehören.

Deine Lernziele
  • Du erkennst, wann zwei Akkorde terzverwandt sind.
  • Du unterscheidest Parallele und Gegenklang.
  • Du erklärst nahe und entfernte Terzverwandtschaft.
  • Du verstehst, warum terzverwandte Akkorde in Kadenzen als Ersatz oder Klangfarbe wirken.

Ausgangspunkt: Dreiklang, Grundton und Terz

Bevor du Terzverwandtschaft verstehst, brauchst du drei Bausteine. Ein Dreiklang ist ein Akkord aus drei Tönen, die meistens in Terzen übereinandergeschichtet sind. Der Grundton ist der Ton, nach dem der Dreiklang benannt ist. Bei C-Dur ist C der Grundton.

Eine Terz ist ein Abstand von drei Tonstufen. Von C nach E ist eine Terz, weil du C-D-E zählst. Es gibt zwei wichtige Arten: Die kleine Terz umfasst drei Halbtonschritte, zum Beispiel C nach Es. Die große Terz umfasst vier Halbtonschritte, zum Beispiel C nach E.

Definition

Terzverwandtschaft bedeutet: Zwei Dur- oder Moll-Dreiklänge sind verwandt, wenn ihre Grundtöne im Abstand einer kleinen oder großen Terz stehen.

Beispiel

C-Dur hat die Töne C, E und G.

a-Moll hat die Töne A, C und E. Die Grundtöne C und A liegen eine kleine Terz auseinander. C-Dur und a-Moll sind also terzverwandt.

e-Moll hat die Töne E, G und H. Die Grundtöne C und E liegen eine große Terz auseinander. C-Dur und e-Moll sind ebenfalls terzverwandt.

Merke

Prüfe zuerst die Grundtöne. Nicht der höchste Ton entscheidet, sondern der Abstand zwischen den Grundtönen der beiden Dreiklänge.

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Kleine und große Terz: Parallele und Gegenklang

Im Schulunterricht begegnen dir besonders zwei Namen. Die Tonika ist der Akkord, der sich wie das Zuhause einer Tonart anfühlt. Eine Parallele ist ein terzverwandter Dreiklang im Abstand einer kleinen Terz, der in der Tonart besonders nah liegt. In Dur liegt die Parallele der Tonika meist eine kleine Terz unter ihr.

Eine Hauptfunktion ist einer der drei wichtigsten Akkorde einer Tonart: Tonika, Subdominante und Dominante. Die Subdominante steht auf der vierten Stufe, die Dominante auf der fünften Stufe. Der Gegenklang ist ein terzverwandter Dreiklang im Abstand einer großen Terz, der ebenfalls nah zu einer Hauptfunktion stehen kann.

Beispiel

In C-Dur ist C-Dur die Tonika.

Die Parallele der Tonika ist a-Moll. C-Dur: C, E, G. a-Moll: A, C, E. Beide Akkorde teilen C und E.

Der Gegenklang der Tonika ist e-Moll. C-Dur: C, E, G. e-Moll: E, G, H. Beide Akkorde teilen E und G.

Gut zu wissen

In der Funktionstheorie schreibt man oft kurze Zeichen. T steht für Tonika. Tp bedeutet Tonikaparallele. Tg bedeutet Tonikagegenklang. Groß- und Kleinbuchstaben können anzeigen, ob der Akkord Dur oder Moll ist.

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Nahe Terzverwandtschaft: zwei gemeinsame Töne

Terzverwandte Akkorde klingen oft vertraut, weil sie gemeinsame Töne haben. Ein gemeinsamer Ton ist ein Ton, der in beiden Dreiklängen vorkommt. Je mehr gemeinsame Töne zwei Akkorde haben, desto näher wirken sie.

Die wichtigste Form für den Anfang ist die nahe Terzverwandtschaft. Dabei haben zwei Dreiklänge zwei gemeinsame Töne. Tongeschlecht bedeutet hier: Ein Dreiklang ist Dur oder Moll. Bei naher Terzverwandtschaft ist das Tongeschlecht meistens entgegengesetzt: Dur wird zu Moll oder Moll wird zu Dur.

Beispiel

C-Dur: C, E, G
a-Moll: A, C, E

Gemeinsam sind C und E. Nur G wird zu A. Darum klingt der Wechsel C-Dur zu a-Moll weich und nah.

C-Dur: C, E, G
e-Moll: E, G, H

Gemeinsam sind E und G. Nur C wird zu H. Auch dieser Wechsel klingt nah, aber etwas anders gefärbt.

Merke

Nahe Terzverwandte teilen zwei von drei Tönen. Darum können sie einen Hauptakkord vertreten, ohne völlig fremd zu klingen.

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Entfernte Terzverwandtschaft: mehr Farbe, weniger Nähe

Manchmal steht der Grundton immer noch im Terzabstand, aber die Akkorde teilen weniger gemeinsame Töne. Dann spricht man von entfernter Terzverwandtschaft. Sie klingt farbiger, überraschender oder spannungsvoller.

Ein Akkord kann zum Beispiel nur einen gemeinsamen Ton mit dem Ausgangsakkord haben. Noch weiter entfernt ist ein terzverwandter Akkord ohne gemeinsamen Ton. Solche Klänge enthalten oft leiterfremde Töne. Leiterfremd bedeutet: Ein Ton gehört nicht zur gerade verwendeten Tonleiter.

Beispiel

C-Dur: C, E, G
A-Dur: A, Cis, E

Die Grundtöne C und A liegen eine kleine Terz auseinander. Gemeinsam ist nur E. A-Dur ist deshalb weiter entfernt als a-Moll.

C-Dur: C, E, G
As-Dur: As, C, Es

Die Grundtöne C und As liegen eine große Terz auseinander. Gemeinsam ist C. Es kommt aber Es vor, das nicht zur C-Dur-Tonleiter gehört.

Gut zu wissen

Entfernte Terzverwandte sind nicht falsch. Sie sind ein Mittel für besondere Farbe. In romantischer Musik und in Filmmusik hörst du solche Wechsel oft, weil sie schnell eine neue Stimmung erzeugen.

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Wirkung in der Musik: Ersatz, Trugschluss und neue Tonart

Terzverwandte Akkorde sind nicht nur Theorie. Komponisten nutzen sie, damit Musik weitergeht, ohne hart zu brechen. Ein terzverwandter Akkord kann als Ersatzklang wirken. Das bedeutet: Er übernimmt ungefähr die Aufgabe eines erwarteten Akkords.

Ein bekanntes Beispiel ist der Trugschluss. Ein Trugschluss entsteht, wenn nach der Dominante nicht die erwartete Tonika kommt, sondern ein Ersatzakkord. In C-Dur erwartest du nach G-Dur oft C-Dur. Kommt stattdessen a-Moll, klingt es wie ein bewusstes Ausweichen: nicht falsch, aber nicht ganz angekommen.

Beispiel

Einfache Erwartung in C-Dur:

G-Dur → C-Dur
Dominante → Tonika
Das klingt wie ein klarer Schluss.

Trugschluss in C-Dur:

G-Dur → a-Moll
Dominante → Tonikaparallele
Das klingt weicher und offener. Die Musik kann gut weiterlaufen.

Eine Ausweichung ist ein kurzer Wechsel zu einem neuen tonalen Zentrum, ohne dass das ganze Stück dauerhaft die Tonart wechselt. Eine Modulation ist ein stärkerer Tonartwechsel, der länger bestätigt wird. Entfernte Terzverwandte können solche Wege vorbereiten, weil sie neue Töne in den Klangraum bringen.

Merke

Terzverwandte Akkorde können drei Dinge tun: Sie können ersetzen, färben oder in eine neue Tonart führen.

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So bestimmst du Terzverwandtschaft Schritt für Schritt

Wenn du einen Akkord bestimmen sollst, arbeite langsam. Zuerst suchst du den Grundton beider Dreiklänge. Dann prüfst du den Abstand. Danach schaust du, wie viele gemeinsame Töne vorkommen. Erst dann deutest du die Funktion.

Beispiel

Aufgabe: Prüfe C-Dur und E-Dur.

  1. Grundtöne: C und E.
  2. Abstand: C nach E ist eine große Terz.
  3. Töne: C-Dur hat C, E, G. E-Dur hat E, Gis, H.
  4. Gemeinsamer Ton: E.
  5. Ergebnis: Die Akkorde sind großterzverwandt, aber nicht besonders nah. E-Dur bringt mit Gis einen leiterfremden Ton in C-Dur.

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Zusammenfassung

Definition

Terzverwandtschaft beschreibt die Beziehung zwischen Dur- oder Moll-Dreiklängen, deren Grundtöne eine kleine oder große Terz auseinanderliegen.

Die wichtigsten nahen Terzverwandten sind Parallele und Gegenklang. Sie teilen mit dem Ausgangsakkord meistens zwei Töne und können ihn deshalb gut vertreten. In C-Dur ist a-Moll die Tonikaparallele, e-Moll der Tonikagegenklang.

Entfernte Terzverwandte teilen weniger Töne. Sie bringen oft leiterfremde Töne und dadurch mehr Farbe in die Musik. Das ist besonders nützlich für überraschende Akkordwechsel, Ausweichungen und Modulationen.

Merke

Denke in dieser Reihenfolge: Grundtöne finden, Terzabstand prüfen, gemeinsame Töne zählen, Wirkung im musikalischen Zusammenhang deuten.

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