Musik

Doppeldominante erkennen, bilden und deuten

Doppeldominante erkennen, bilden und deuten
Doppeldominante erkennen, bilden und deuten
Für Quiz, Lückentext, Lernkarten und Fortschritt ist JavaScript nötig. Alle Inhalte und Lösungen bleiben direkt lesbar.

Die Doppeldominante ist die Dominante der Dominante. In C-Dur ist G-Dur die Dominante und D-Dur die Doppeldominante. Sie führt meist über die Dominante zurück zur Tonika: D → G → C.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Woran erkennst du die Doppeldominante?

Um die Doppeldominante zu finden, gehst du zweimal zur Dominante:

  1. Bestimme die Tonika, also den Grundakkord der Tonart.
  2. Bestimme deren Dominante auf der V. Stufe.
  3. Bestimme anschließend die Dominante dieses Dominantakkords.
Definition

Doppeldominante

Die Doppeldominante ist die Dominante der Dominante. Sie bereitet die eigentliche Dominante vor und wird mit DD bezeichnet.

Beispiel

In C-Dur ist C-Dur die Tonika. Ihre Dominante ist G-Dur. Die Dominante von G-Dur ist D-Dur. Deshalb gilt:

C-Dur: T = C-Dur, D = G-Dur, DD = D-Dur

Die typische Folge lautet DD – D – T, also D-Dur – G-Dur – C-Dur.

Merke

Bei der Doppeldominante denkst du nicht „zwei Dominanten gleichzeitig“, sondern „Dominante der Dominante“.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelcher Akkord ist in C-Dur die Doppeldominante?
Lösung: D-Dur — Die Dominante von C-Dur ist G-Dur. Dessen Dominante ist D-Dur.
Wie bildest du den Akkord?

Die Doppeldominante ist im Regelfall ein Durdreiklang. Dadurch kann sie Töne enthalten, die nicht zur Tonleiter der Ausgangstonart gehören.

Beispiel

In C-Dur liegen auf der II. Stufe zunächst die Töne d–f–a. Für den D-Dur-Dreiklang muss f zu fis erhöht werden:

d–fis–a

Das fis ist tonartfremd und macht die doppeldominantische Wirkung deutlich.

Auch in c-Moll lautet die Doppeldominante D-Dur. Der leitereigene Dreiklang d–f–as wird dafür verändert:

  • f wird zu fis,
  • as wird zu a.

So entsteht wieder d–fis–a.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

In C-Dur ist G-Dur die . Ihre Dominante ist . Der D-Dur-Dreiklang enthält die Töne d, und a.

Lösungen: Lücke 1: Dominante; Lücke 2: D-Dur; Lücke 3: fis. Gehe zweimal zur Dominante. Das fis unterscheidet den benötigten D-Dur-Akkord vom Dreiklang d–f–a.
Wie wirkt sie in einer Kadenz?

Die Doppeldominante erzeugt zusätzliche Spannung, weil sie auf die Dominante zielt. Diese Dominante führt anschließend zur Tonika.

Eine einfache Kadenz in C-Dur lautet:

T – S – D – T = C – F – G – C

Mit Doppeldominante kann daraus werden:

T – DD – D – T = C – D – G – C

Sie kann auch zwischen Subdominante und Dominante stehen:

T – S – DD – D – T = C – F – D – G – C

Gut zu wissen

Eine einzelne Doppeldominante bedeutet noch nicht automatisch, dass die Tonart dauerhaft wechselt. Entscheidend ist der weitere Verlauf: Kehrt die Harmonie über die Dominante zur bisherigen Tonika zurück, wirkt der Akkord als vorübergehende Nebenfunktion.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWarum passt D-Dur in der Folge C – D – G – C als Doppeldominante?
Lösung: D-Dur bereitet G-Dur vor, und G-Dur führt zurück nach C-Dur. — Untersuche nicht nur den einzelnen Akkord, sondern sein Ziel: D → G → C entspricht DD → D → T.
Vertiefung: Was ist eine verkürzte Doppeldominante?

Ein verminderter Septakkord besteht aus übereinandergeschichteten kleinen Terzen. Wegen seines symmetrischen Aufbaus kann derselbe Klang mehrere harmonische Bedeutungen haben.

Bei einer verkürzten Dominante fehlt der Grundton. Die übrigen Töne lassen die Dominantfunktion trotzdem erkennen, wenn der harmonische Zusammenhang eindeutig ist.

Beispiel

Die erweiterte Doppeldominante von C-Dur ist D7(♭9):

D – Fis – A – C – Es

Lässt man den Grundton D weg, bleiben:

Fis – A – C – Es

Diese vier Töne bilden einen verminderten Septakkord. Im Zusammenhang von C-Dur kann er als verkürzte Doppeldominante gedeutet werden, wenn er zur Dominante G führt.

Merke

Ein verminderter Septakkord ist mehrdeutig. Erst Tonart und Folgeakkord zeigen, welcher Grundton mitgedacht werden muss.

Zum Vergleich: Der verminderte Septakkord H–D–F–As kann als grundtonloser G7(♭9) wirken und nach C führen. Wegen seiner Symmetrie sind je nach Kontext auch Auflösungen nach Es-Dur, Fis-Dur oder A-Dur möglich.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWelche Töne bleiben übrig, wenn bei D7(♭9) der Grundton D entfällt?
Lösung: Fis–A–C–Es — D7(♭9) besteht aus D, Fis, A, C und Es. Ohne D bleibt der verminderte Septakkord Fis–A–C–Es.
Wie deutest du einen mehrdeutigen Akkord?

Bei einem verminderten Septakkord genügt es nicht, nur die vorhandenen Töne zu benennen. Du musst seine Funktion aus dem Verlauf erschließen.

  1. Erkenne den verminderten Septakkord.
  2. Bestimme die aktuelle Tonart.
  3. Untersuche den nachfolgenden Akkord.
  4. Prüfe, zu welchem Ziel die Stimmen und die Harmonie führen.
  5. Ergänze den wahrscheinlich fehlenden Grundton.
  6. Benenne daraus die Funktion.
Beispiel

Du befindest dich in C-Dur. Es erklingen die Töne C–Es–Fis–A. Danach folgt G-Dur.

Ordne die Töne zunächst als Fis–A–C–Es. Das ist ein verminderter Septakkord. Ergänzt du D als fehlenden Grundton, entsteht D7(♭9). Da der folgende G-Dur-Akkord die Dominante von C-Dur ist, passt die Deutung als verkürzte Doppeldominante.

Der entscheidende Gedanke lautet also:

Fis–A–C–Es → G → C

entspricht funktional

verkürzte DD → D → T.

Teste dich
Frage 1 von 1SchwerEin verminderter Septakkord erscheint ohne eindeutigen Grundton. Was ist der beste erste Analyseschritt?
Lösung: Tonart und nachfolgenden Akkord gemeinsam untersuchen — Der symmetrische Akkord ist mehrdeutig. Seine überzeugendste Funktion ergibt sich erst aus Tonart, Folgeakkord und Auflösung.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Doppeldominante
    • Bedeutung: Dominante der Dominante
    • Bildung: meist Durdreiklang mit chromatischer Veränderung
    • Funktion: bereitet die Dominante vor
    • Grundfolge: DD – D – T
    • C-Dur: D-Dur – G-Dur – C-Dur
    • Verkürzte Form: verminderter Septakkord ohne Grundton
    • Analyse: Tonart und Folgeakkord entscheiden
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelche Funktionsfolge zeigt die typische Auflösung einer Doppeldominante?
Lösung: DD – D – T — Die Doppeldominante bereitet die Dominante vor; diese löst sich anschließend zur Tonika auf.
Frage 2 von 3MittelDu sollst in c-Moll die Doppeldominante bilden. Welche Veränderung ist nötig?
Lösung: Aus d–f–as wird durch Erhöhung von f und as der D-Dur-Akkord d–fis–a. — Die Doppeldominante ist D-Dur. Dafür werden f zu fis und as zu a erhöht.
Frage 3 von 3SchwerIn C-Dur erklingt Fis–A–C–Es, danach G-Dur. Welche Deutung passt am besten?
Lösung: Verkürztes D7(♭9) und damit verkürzte Doppeldominante — Ergänze D als fehlenden Grundton: Aus Fis–A–C–Es wird D7(♭9). Der folgende G-Dur-Akkord bestätigt die doppeldominantische Funktion.

Passend dazu