Manchmal klingt eine Akkordfolge so, als würde sie kurz Anlauf nehmen. Du hörst dann: Gleich passiert etwas Wichtiges. In der Harmonielehre kann ein Akkord genau diese zusätzliche Spannung erzeugen. Die Doppeldominante ist so ein Akkord.
- Du verstehst, was eine Doppeldominante ist.
- Du findest die Doppeldominante in einfachen Dur- und Moll-Tonarten.
- Du erkennst, warum sie oft einen tonartfremden Ton enthält.
- Du kannst eine einfache Kadenz mit Doppeldominante erklären.
Tonika und Dominante als Ausgangspunkt
Bevor du die Doppeldominante verstehst, brauchst du zwei Grundbegriffe. Die Tonika ist der Akkord, der sich wie zu Hause anfühlt. In C-Dur ist das der C-Dur-Akkord.
Die Dominante ist der Akkord auf der fünften Stufe einer Tonart. Sie baut Spannung auf und möchte meistens zurück zur Tonika. In C-Dur ist die fünfte Stufe G, also ist G-Dur die Dominante.
Die Tonika ist der Ruhepunkt einer Tonart.
Die Dominante ist der Akkord auf der fünften Stufe. Sie erzeugt Spannung zur Tonika.
In C-Dur lautet die Tonleiter:
C D E F G A H C
Die Tonika ist C-Dur: C E G.
Die Dominante steht auf dem fünften Ton G. Sie ist G-Dur: G H D.
Eine einfache Schlussbewegung ist:
G-Dur -> C-Dur
Das klingt wie Spannung -> Auflösung.
Wenn du die Dominante suchst, gehst du zur fünften Stufe der Tonart.
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Die Doppeldominante
Jetzt kommt der eigentliche Gedanke. Wenn die Dominante Spannung zur Tonika macht, kann ein Akkord auch Spannung zur Dominante machen. Dieser Akkord heißt Doppeldominante.
Die Doppeldominante ist also die Dominante der Dominante. In C-Dur ist G-Dur die Dominante. Die Dominante von G-Dur ist D-Dur. Deshalb ist D-Dur in C-Dur die Doppeldominante.
Die Doppeldominante ist die Dominante der Dominante.
Sie führt nicht direkt nach Hause zur Tonika, sondern zuerst zur Dominante.
Tonart: C-Dur
Tonika: C-Dur
Dominante: G-Dur
Doppeldominante: D-Dur
Typische Bewegung:
D-Dur -> G-Dur -> C-Dur
Das bedeutet:
Doppeldominante -> Dominante -> Tonika
Die Doppeldominante steht eine Quinte über der Dominante. Sie ist der Akkord, der die Dominante vorbereitet.
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Warum die Doppeldominante besonders auffällt
In C-Dur gehören die Töne C, D, E, F, G, A und H zur Tonart. Ein Ton, der nicht zur Tonleiter gehört, heißt tonartfremder Ton. Die Doppeldominante bringt oft so einen Ton mit.
D-Dur besteht aus D, Fis und A. Das Fis gehört nicht zur C-Dur-Tonleiter. Genau dadurch klingt D-Dur in C-Dur heller, gespannter und auffälliger.
Ein tonartfremder Ton ist ein Ton, der nicht zur gerade verwendeten Tonleiter gehört.
Eine chromatische Veränderung bedeutet: Ein Ton wird durch ein Vorzeichen erhöht oder erniedrigt, zum Beispiel F zu Fis.
C-Dur-Tonleiter:
C D E F G A H C
D-Dur-Akkord:
D Fis A
Der Ton Fis steht nicht in C-Dur. Er zieht stark zum G. Dadurch bereitet D-Dur die Dominante G-Dur vor.
Das Fis ist in C-Dur der wichtigste Hinweis auf die Doppeldominante D-Dur. Ohne dieses Fis wäre der Akkord D-Moll und hätte eine andere Wirkung.
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Die Doppeldominante in der Kadenz
Eine Kadenz ist eine Akkordfolge, die eine Tonart bestätigt. Sie funktioniert wie ein musikalischer Satz mit Schlusszeichen. In C-Dur kann eine einfache Kadenz so aussehen: C-Dur, F-Dur, G-Dur, C-Dur.
Mit Doppeldominante bekommt die Kadenz mehr Richtung. Dann kann D-Dur vor G-Dur stehen. Dadurch wird die Dominante stärker vorbereitet.
Eine Kadenz ist eine Akkordfolge, die eine Tonart klar macht und oft zu einem Schluss führt.
Einfache Kadenz in C-Dur:
C-Dur -> F-Dur -> G-Dur -> C-Dur
Mit Doppeldominante:
C-Dur -> D-Dur -> G-Dur -> C-Dur
Die zweite Folge klingt zielgerichteter, weil D-Dur nach G-Dur drängt.
Mit Funktionsnamen:
T -> DD -> D -> T
Das heißt:
Tonika -> Doppeldominante -> Dominante -> Tonika
Die Doppeldominante macht die Dominante wichtiger. Sie ist wie ein Pfeil vor dem eigentlichen Spannungspunkt.
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Doppeldominante in Dur und Moll finden
Du kannst die Doppeldominante mit einem festen Weg finden. Zuerst bestimmst du die Tonika. Dann suchst du die Dominante. Danach bildest du von dieser Dominante wieder die Dominante.
In Dur ist das oft leicht zu sehen. In Moll ist es etwas auffälliger, weil Töne verändert werden können. Bei c-Moll wird die Dominante oft als G-Dur verwendet, weil der Leitton H stark nach C zieht. Die Doppeldominante bleibt trotzdem nach derselben Idee gebaut: Dominante der Dominante.
Tonart: G-Dur
Tonika: G-Dur
Dominante von G-Dur: D-Dur
Dominante von D-Dur: A-Dur
Also ist A-Dur die Doppeldominante in G-Dur.
Bewegung:
A-Dur -> D-Dur -> G-Dur
Tonart: c-Moll
Tonika: c-Moll
Dominante von c-Moll: G-Dur
Dominante von G-Dur: D-Dur
Also ist D-Dur die Doppeldominante in c-Moll.
D-Dur enthält D, Fis und A. In c-Moll müssen dafür F zu Fis und As zu A verändert werden.
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Doppeldominante mit Septime
Ein Akkord kann um eine Septime erweitert werden. Eine Septime ist ein Ton im Intervall einer Septime über dem Grundton. Bei Dominanten verstärkt sie oft die Spannung.
Die Doppeldominante kann deshalb als Septakkord auftreten. In C-Dur wäre das D7. Dieser Akkord besteht aus D, Fis, A und C. Er führt besonders deutlich zu G-Dur oder G7.
Eine Septime ist ein zusätzlicher Akkordton im Intervall einer Septime über dem Grundton.
Ein Septakkord ist ein Akkord mit dieser Septime.
Doppeldominante in C-Dur als Dreiklang:
D-Dur: D Fis A
Doppeldominante in C-Dur als Septakkord:
D7: D Fis A C
Mögliche Folge:
D7 -> G7 -> C-Dur
Du musst die Doppeldominante nicht immer als Septakkord schreiben. Der Dreiklang D-Dur reicht in C-Dur schon aus. D7 macht die Spannung nur noch deutlicher.
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Zusammenfassung
Die Doppeldominante ist ein Akkord, der vor der Dominante zusätzliche Spannung erzeugt. Du kannst sie finden, indem du zuerst die Dominante der Tonart suchst und dann die Dominante dieser Dominante bildest.
In C-Dur ist C-Dur die Tonika, G-Dur die Dominante und D-Dur die Doppeldominante. Das Fis in D-Dur ist in C-Dur tonartfremd und macht den Akkord besonders hörbar. In Kadenzen führt die Doppeldominante meistens zur Dominante und dann zur Tonika.
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