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Kadenz

Kadenz in der Musik erklärt: Abfolge harmonischer Funktionen, einfache Kadenz und typische Schlusswirkungen.

Wenn ein Lied endet, spürst du oft sofort: Jetzt ist es wirklich vorbei. Manchmal bleibt ein Ende aber in der Luft hängen, als müsste noch etwas folgen. Dieses Gefühl entsteht nicht zufällig. Es hängt stark davon ab, welche Akkorde nacheinander erklingen.

Deine Lernziele
  • Du verstehst, was eine Kadenz in der Musik ist.
  • Du erkennst Tonika, Subdominante und Dominante in einer einfachen Dur-Kadenz.
  • Du kannst die Vollkadenz I IV V I in C-Dur erklären.
  • Du unterscheidest wichtige Schlusswirkungen wie authentisch, plagal, halb und trügerisch.

Akkorde als musikalische Schritte

Ein Akkord ist ein Zusammenklang von mindestens drei Tönen. Wenn du auf dem Klavier C, E und G gleichzeitig spielst, hörst du den Akkord C-Dur. Akkorde können ruhig, gespannt, hell, weich oder erwartungsvoll wirken.

Eine Akkordfolge ist eine Reihe von Akkorden. Du kannst sie dir wie Schritte auf einem Weg vorstellen. Ein einzelner Akkord ist ein Ort. Die Akkordfolge zeigt, wohin die Musik geht.

Beispiel

In C-Dur kann eine sehr einfache Akkordfolge so aussehen:

C-Dur -> F-Dur -> G-Dur -> C-Dur

Am Anfang steht C-Dur. Dann bewegt sich die Musik weg. Mit G-Dur entsteht Spannung. Am Ende kommt C-Dur zurück und wirkt wie Zuhause.

Merke

Akkorde sind Klang-Orte. Eine Akkordfolge ist der Weg zwischen diesen Orten.

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Was eine Kadenz macht

Eine Kadenz ist eine Akkordfolge, die eine Tonart bestätigt oder einen musikalischen Abschnitt abschließt. Sie zeigt deinem Ohr: Hier ist ein Ziel erreicht, oder hier soll es noch weitergehen.

Das Wort wird in der Musiktheorie auf zwei Arten benutzt. Oft meint man damit eine Schlusswendung am Ende eines Abschnitts. In der Harmonielehre meint man aber auch ein Grundmodell für Akkordfolgen, mit dem du Tonarten und Spannungen verstehen kannst.

Definition

Eine Kadenz ist eine geordnete Folge von Akkorden. Sie führt meist von einem Ausgangspunkt weg und wieder zu einem Ruhepunkt zurück.

Beispiel

Stell dir vor, eine Melodie kommt nach einer spannenden Stelle wieder beim Anfangsklang an.

In C-Dur kann die Folge G-Dur -> C-Dur so wirken. G-Dur baut Spannung auf. C-Dur löst sie auf. Dein Ohr merkt: Das Ziel ist erreicht.

Gut zu wissen

Eine Kadenz ist nicht einfach irgendeine Akkordfolge. Wichtig ist ihre Wirkung: Sie ordnet die Musik, erzeugt Spannung und führt zu einem Ruhepunkt oder zu einer offenen Stelle.

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Tonika, Subdominante und Dominante

Damit du Kadenzen verstehst, brauchst du drei Rollen. Eine Tonleiter ist eine geordnete Reihe von Tönen, zum Beispiel C D E F G A H C. Eine Stufe ist die Nummer eines Tons oder Akkords in dieser Tonleiter: C ist in C-Dur Stufe I, F ist Stufe IV, G ist Stufe V.

Die Tonika ist der Grundakkord einer Tonart. Sie klingt stabil und wie Zuhause. In C-Dur ist C-Dur die Tonika.

Die Subdominante ist der Akkord auf der vierten Stufe der Tonleiter. Sie führt von der Tonika weg und öffnet den Klang. In C-Dur ist F-Dur die Subdominante.

Die Dominante ist der Akkord auf der fünften Stufe der Tonleiter. Sie erzeugt starke Spannung und will meistens zurück zur Tonika. In C-Dur ist G-Dur die Dominante.

Beispiel

C-Dur-Tonleiter: C D E F G A H C

Stufe I: C-Dur = Tonika
Stufe IV: F-Dur = Subdominante
Stufe V: G-Dur = Dominante

Als Funktionen schreibt man oft:

T = Tonika
S = Subdominante
D = Dominante

Merke

Tonika heißt Zuhause. Subdominante heißt Wegbewegung. Dominante heißt Spannung vor der Rückkehr.

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Die einfache Vollkadenz

Die Vollkadenz ist eine vollständige Grundfolge der drei Hauptfunktionen. Sie lautet in Dur meist: Tonika, Subdominante, Dominante, Tonika. In Stufen schreibst du: I IV V I.

In C-Dur heißt das: C-Dur, F-Dur, G-Dur, C-Dur. Der erste C-Dur-Akkord stellt die Tonart vor. F-Dur führt weg. G-Dur baut Spannung auf. Der letzte C-Dur-Akkord löst die Spannung.

Definition

Die Vollkadenz ist die Kadenzfolge I IV V I. In Funktionsnamen heißt sie T S D T.

Beispiel

Vollkadenz in C-Dur:

I = C-Dur = T
IV = F-Dur = S
V = G-Dur = D
I = C-Dur = T

Du kannst dazu sagen: Zuhause, weggehen, Spannung, zurück nach Hause.

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Merke

Die Vollkadenz T S D T ist ein Grundmodell: Ruhe, Bewegung, Spannung, Auflösung.

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Schlusswirkungen: ruhig, offen oder überraschend

Eine Kadenz kann verschieden stark schließen. Ein authentischer Schluss führt von der Dominante zur Tonika. In C-Dur wäre das G-Dur -> C-Dur. Diese Verbindung klingt sehr klar abgeschlossen.

Ein plagaler Schluss führt von der Subdominante zur Tonika. In C-Dur wäre das F-Dur -> C-Dur. Er klingt weicher und ruhiger. Du hörst ihn oft in Kirchenmusik am Ende eines "Amen".

Ein Halbschluss endet auf der Dominante. Dadurch wirkt die Musik noch nicht fertig. Ein Trugschluss beginnt wie ein starker Schluss, geht nach der Dominante aber nicht zur Tonika, sondern zu einem anderen Akkord. In C-Dur ist G-Dur -> A-Moll ein typischer Trugschluss.

Beispiel

Vergleiche diese Schlusswirkungen in C-Dur:

G-Dur -> C-Dur: klarer Abschluss
F-Dur -> C-Dur: weicher Abschluss
C-Dur -> G-Dur: offen und gespannt
G-Dur -> A-Moll: überraschend, weil C-Dur erwartet wurde

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Gut zu wissen

Diese Schlussarten beschreiben Wirkungen. Sie sind keine Lautstärke-Regeln. Derselbe Akkord kann je nach Tonart und Zusammenhang anders wirken.

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Kadenzen in Moll und erweitert

In Moll klingt die Tonart oft dunkler als Dur. Eine Mollkadenz nutzt ebenfalls Tonika, Subdominante und Dominante. In a-Moll wären das a-Moll, d-Moll und E-Dur oder e-Moll.

Für eine starke Dominante in Moll wird oft ein Ton erhöht. Der Leitton ist ein Ton, der nur einen Halbton unter dem Zielton liegt und stark nach oben zum Zielton zieht. In a-Moll wird deshalb oft aus G der Ton Gis. Gis zieht nach A. Dadurch entsteht E-Dur, und E-Dur führt stärker zurück nach a-Moll als e-Moll.

Eine erweiterte Kadenz fügt weitere verwandte Akkorde ein. Verwandte Akkorde haben ähnliche Töne oder ähnliche Funktionen. Dadurch bleibt die Grundwirkung erhalten, aber die Musik klingt abwechslungsreicher.

Beispiel

Einfache Kadenz in C-Dur:

C-Dur -> F-Dur -> G-Dur -> C-Dur

Erweiterte Kadenz in C-Dur:

C-Dur -> A-Moll -> F-Dur -> D-Moll -> G-Dur -> C-Dur

A-Moll kann die Tonika-Farbe erweitern. D-Moll kann zur Subdominanten-Seite passen. G-Dur führt dann wieder stark nach C-Dur.

Definition

Eine erweiterte Kadenz ist eine Kadenz, die neben den Hauptfunktionen weitere passende Akkorde nutzt. Sie bleibt auf eine Tonart bezogen, klingt aber bewegter.

Merke

Erweiterungen verändern die Farbe. Die Hauptwirkung bleibt: Die Musik bewegt sich durch Spannung zurück zu einem Ruhepunkt.

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Zusammenfassung

Eine Kadenz hilft dir, Harmonie zu verstehen. Sie zeigt, wie Akkorde eine Tonart bestätigen, Spannung aufbauen und einen Abschnitt schließen können. Besonders wichtig sind Tonika, Subdominante und Dominante.

Merke

Die wichtigste Grundfolge ist die Vollkadenz:

T S D T
I IV V I

In C-Dur heißt sie:

C-Dur -> F-Dur -> G-Dur -> C-Dur

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