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Funktionstheorie: Akkorde und Kadenzen verstehen

Funktionstheorie: Akkorde und Kadenzen verstehen
Funktionstheorie: Akkorde und Kadenzen verstehen
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Die Funktionstheorie beschreibt, welche Aufgabe ein Akkord innerhalb einer Tonart und Akkordfolge erfüllt. Ihre drei Grundfunktionen sind Tonika, Subdominante und Dominante. Damit kannst du einfache tonale Kadenzen analysieren und ihre Wirkung erklären.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Die drei Hauptfunktionen bilden das Grundgerüst

Stell dir eine Akkordfolge wie einen kurzen Weg vor: Ein Akkord gibt Sicherheit, ein anderer führt davon weg und ein dritter erzeugt Spannung vor der Rückkehr.

Definition

Tonika

Die Tonika ist der Akkord auf der I. Stufe. Sie ist der zentrale Ruhe- und Bezugsklang einer Tonart. Ihr Symbol lautet in Dur T und in Moll t.

In C-Dur ist C-Dur die Tonika. In a-Moll übernimmt a-Moll diese Funktion.

Definition

Subdominante

Die Subdominante steht auf der IV. Stufe. Sie führt häufig von der Tonika weg und bereitet oft die Dominante vor. Ihr Symbol lautet in Dur S und in Moll s.

In C-Dur ist F-Dur die Subdominante. In a-Moll ist es d-Moll.

Definition

Dominante

Die Dominante steht auf der V. Stufe. Sie erzeugt eine deutliche Spannung und führt besonders häufig zurück zur Tonika. Ihr Symbol lautet D, wenn der Akkord in Dur steht.

In C-Dur ist G-Dur die Dominante. In a-Moll verwendet man gewöhnlich E-Dur statt des leitereigenen e-Moll-Akkords. Durch die erhöhte Terz gis erhält E-Dur eine stärkere Wirkung zur Tonika a-Moll.

AufgabeStufeC-Dura-Moll
TonikaIC-Dur, Ta-Moll, t
SubdominanteIVF-Dur, Sd-Moll, s
DominanteVG-Dur, DE-Dur, D
Merke

T oder t bedeutet Ruhe, S oder s führt häufig weiter und D erzeugt Spannung vor der Rückkehr zur Tonika. Groß- und Kleinschreibung zeigen das Tongeschlecht des Akkords: groß für Dur, klein für Moll.

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Frage 1 von 2LeichtWelche drei Funktionen heißen Hauptfunktionen?
Lösung: Tonika, Subdominante und Dominante — Die Hauptfunktionen liegen auf der I., IV. und V. Stufe und heißen Tonika, Subdominante und Dominante.
Frage 2 von 2MittelWelche Funktionsfolge gehört zu den Akkorden a-Moll – d-Moll – E-Dur – a-Moll?
Lösung: t–s–D–t — a-Moll ist die Molltonika, d-Moll die Mollsubdominante und E-Dur die Dominante. Danach kehrt die Folge zur Tonika zurück.
Eine Kadenz macht Spannung und Rückkehr hörbar

Eine Kadenz ist eine Akkordfolge, in der harmonische Funktionen zusammenwirken und eine Tonart bestätigen können. Das Grundmodell der vollständigen Kadenz lautet:

T–S–D–T

Kürzere Folgen wie T–D–T oder T–S–T sind ebenfalls möglich.

Beispiel

Analysiere die Akkorde C-Dur – F-Dur – G-Dur – C-Dur.

  1. C ist der erste Ton von C-Dur. C-Dur ist deshalb die I. Stufe und die Tonika T.
  2. F ist der vierte Ton. F-Dur ist die IV. Stufe und die Subdominante S.
  3. G ist der fünfte Ton. G-Dur ist die V. Stufe und die Dominante D.
  4. Der letzte C-Dur-Akkord ist wieder die Tonika.

Die Stufenfolge lautet I–IV–V–I, die Funktionsfolge T–S–D–T. Die Dominante erzeugt vor dem letzten Akkord Spannung; die Rückkehr zur Tonika wirkt schließend.

Gehe bei einer einfachen Analyse immer in dieser Reihenfolge vor:

  1. Bestimme die Tonart.
  2. Ermittle den Grundton jedes Akkords.
  3. Ordne dem Grundton seine Stufe zu.
  4. Prüfe, welche Aufgabe der Akkord im Zusammenhang erfüllt.
  5. Notiere die Funktion und beschreibe die Wirkung der Folge.
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Frage 1 von 2MittelEine Folge in C-Dur lautet C-Dur – G-Dur – C-Dur. Welche Analyse passt?
Lösung: T–D–T: Ruhe, Spannung und Rückkehr — C-Dur ist die Tonika, G-Dur die Dominante. Ihre Rückkehr zu C-Dur bildet einen klaren Schluss.
Frage 2 von 2SchwerDu möchtest eine vollständige Kadenz in C-Dur gestalten. Welche Akkordfolge passt zum Grundmodell?
Lösung: C-Dur – F-Dur – G-Dur – C-Dur — Setze für T–S–D–T die Hauptfunktionen von C-Dur ein: C-Dur, F-Dur, G-Dur und wieder C-Dur.
Nebenfunktionen erweitern den harmonischen Weg

Nebenfunktionen sind mit Hauptfunktionen verwandt. Sie können eine Hauptfunktion ausschmücken oder an ihrer Stelle erscheinen. Besonders wichtig sind Parallelklänge und Gegenklänge.

Definition

Parallelklang

Ein Parallelklang hat mit seiner Hauptfunktion zwei Töne gemeinsam und besitzt das andere Tongeschlecht. Bei einer Dur-Hauptfunktion liegt sein Grundton eine kleine Terz tiefer, bei einer Moll-Hauptfunktion eine kleine Terz höher.

Beispiele:

  • C-Dur T und a-Moll Tp: c und e sind gemeinsame Töne.
  • a-Moll t und C-Dur tP: a und c sind gemeinsame Töne.

Der angehängte Buchstabe p oder P steht für den Parallelklang. Seine Schreibweise zeigt, ob dieser Klang in Moll oder Dur steht.

Definition

Gegenklang

Auch ein Gegenklang besitzt zwei gemeinsame Töne mit der Hauptfunktion. Sein Grundton liegt im Großterzabstand in der entgegengesetzten Richtung zum Parallelklang.

Beispiele:

  • In C-Dur ist e-Moll der Tonikagegenklang Tg.
  • In a-Moll ist F-Dur der Tonikagegenklang tG.

Ein Akkord kann je nach Zusammenhang unterschiedlich gedeutet werden. In C-Dur kann e-Moll beispielsweise als Tonikagegenklang Tg oder als Dominantparallele Dp erscheinen. Nicht allein die Stufe, sondern auch der musikalische Zusammenhang entscheidet über die Funktion.

Wenn die erwartete Tonika ausbleibt

Definition

Trugschluss

Bei einem Trugschluss folgt auf die Dominante nicht die erwartete Tonika, sondern ein tonikaverwandter Nebenklang. Die Spannung wird dadurch unerwartet weitergeführt.

Beispiel

In C-Dur erwartet man nach G-Dur häufig C-Dur: D–T.

Folgt stattdessen a-Moll, lautet die Deutung D–Tp. Die Tonikaparallele ersetzt die erwartete Tonika. Weil a-Moll mit C-Dur die Töne c und e gemeinsam hat, klingt die Verbindung verwandt, aber weniger endgültig.

Auch in a-Moll ist ein Trugschluss möglich: E-Dur kann statt zu a-Moll zu F-Dur führen. Die Folge wird dann als D–tG gedeutet.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Aussage beschreibt einen Parallelklang richtig?
Lösung: Er besitzt zwei gemeinsame Töne mit der Hauptfunktion und das andere Tongeschlecht. — Parallelklänge sind terzverwandte Nebenklänge. In Dur sind sie Mollakkorde, in Moll Durakkorde.
Frage 2 von 2MittelWelche Folge bildet in C-Dur einen Trugschluss?
Lösung: G-Dur – a-Moll — G-Dur ist die Dominante. a-Moll ist die Tonikaparallele und ersetzt hier die erwartete Tonika.
Stufen und Funktionen beantworten verschiedene Fragen

Die Stufen- und Funktionstheorie beschreiben dieselben Akkorde aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Definition

Stufentheorie

Die Stufentheorie benennt einen Akkord danach, auf welchem Ton der Tonleiter sein Grundton liegt. Dafür verwendet man römische Zahlen wie I, IV und V.

Die Funktionstheorie fragt dagegen: Welche harmonische Rolle übernimmt der Akkord in dieser Folge?

ModellLeitfrageBeispiel in C-Dur
StufentheorieAuf welcher Tonleiterstufe liegt der Grundton?G-Dur ist die V. Stufe.
FunktionstheorieWelche Aufgabe erfüllt der Akkord?G-Dur wirkt als Dominante D.

Bei den drei Hauptfunktionen ist die Zuordnung in einfachen tonalen Folgen meist eindeutig: I = T, IV = S, V = D. Bei Nebenklängen reicht die Stufe allein jedoch nicht immer aus. Dann musst du auf die Akkorde davor und danach sowie auf die erwartete oder tatsächliche Auflösung achten.

Merke

Die Stufe benennt den Platz des Akkordgrundtons. Die Funktion deutet die Aufgabe des Akkords im musikalischen Zusammenhang.

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Frage 1 von 2MittelEine Analyse nennt G-Dur in C-Dur „V. Stufe“ und „Dominante“. Warum sind beide Bezeichnungen richtig?
Lösung: „V. Stufe“ nennt den Grundtonplatz, „Dominante“ die harmonische Aufgabe. — Die Stufentheorie ordnet nach dem Tonleiterplatz. Die Funktionstheorie beschreibt die Rolle innerhalb der Akkordfolge.
Frage 2 von 2SchwerWarum lässt sich die Funktion eines Nebenklangs nicht immer am Akkord allein erkennen?
Lösung: Seine Deutung hängt auch von der Folge und seiner Auflösung ab. — Derselbe Akkord kann mit mehreren Hauptfunktionen verwandt sein. Der Zusammenhang zeigt, welche Rolle für die konkrete Folge sinnvoll ist.
Die Funktionstheorie ist ein Modell mit Grenzen

Die Funktionstheorie eignet sich besonders für Musik mit einer deutlich erkennbaren Dur- oder Molltonart und Akkordfolgen, die sich auf ein tonales Zentrum beziehen.

Sie ist keine Regel, in die jede Musik gezwängt werden muss. Ihr Erklärungswert nimmt ab, wenn Zusammenklänge vor allem aus selbstständigen Melodielinien entstehen, keine zentrale Dur- oder Molltonart vorhanden ist oder Akkorde anderen harmonischen Prinzipien folgen.

Gut zu wissen

Eine Funktionsanalyse ist eine begründete Deutung. Bei komplexen Stücken können mehrere Analysen möglich sein. Eine gute Analyse nennt deshalb nicht nur Symbole, sondern erklärt, wie sich Akkorde vorbereiten, Spannung erzeugen oder auflösen.

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Frage 1 von 1SchwerBei welcher Musik ist eine einfache Funktionsanalyse besonders aussagekräftig?
Lösung: Bei einer tonalen Akkordfolge mit erkennbarem Dur- oder Mollzentrum — Das Modell erklärt vor allem dur-moll-tonale Beziehungen. Bei anders organisierter Musik kann eine Stufenbeschreibung oder ein anderes Analysemodell geeigneter sein.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Funktionstheorie
    • Hauptfunktionen: Tonika, Subdominante, Dominante
    • Kadenz: Spannung aufbauen und zur Tonika zurückkehren
    • Nebenfunktionen: Parallel- und Gegenklänge
    • Trugschluss: erwartete Tonika durch Nebenklang ersetzen
    • Stufentheorie: Grundtonplatz statt harmonischer Aufgabe benennen
    • Geltungsbereich: vor allem dur-moll-tonale Musik
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Zuordnung der Hauptfunktionen in Dur ist richtig?
Lösung: I = T, IV = S, V = D — In einer Durtonart liegen Tonika, Subdominante und Dominante auf der I., IV. und V. Stufe und werden mit T, S und D bezeichnet.
Frage 2 von 3MittelAnalysiere in C-Dur die Folge C-Dur – F-Dur – G-Dur – a-Moll.
Lösung: T–S–D–Tp; die Folge endet mit einem Trugschluss. — C-Dur, F-Dur und G-Dur sind Tonika, Subdominante und Dominante. Nach der Dominante ersetzt a-Moll als Tonikaparallele die erwartete Tonika.
Frage 3 von 3SchwerEine neue Folge enthält einen Akkord, der als mehrere Nebenfunktionen gedeutet werden könnte. Was ist der beste nächste Analyseschritt?
Lösung: Die Akkorde davor und danach sowie die Auflösung untersuchen — Prüfe, welche Funktion vorbereitet wird, wo Spannung entsteht und wohin sich der Akkord bewegt. So begründest du die passende Deutung aus dem musikalischen Zusammenhang.

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