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Dominante in der Musik: Funktion und Auflösung

Dominante in der Musik: Funktion und Auflösung
Dominante in der Musik: Funktion und Auflösung
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Die Dominante ist der Akkord auf der fünften Stufe einer Tonart. Sie erzeugt Spannung und führt häufig zurück zur Tonika, dem Akkord auf der ersten Stufe. Du kannst sie mit der Stufenzahl V oder dem Funktionszeichen D bezeichnen.

Deine Lernziele

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So findest du die Dominante
Definition

Dominante

Die Dominante ist der fünfte Ton einer Tonleiter oder der Akkord, der auf diesem Ton aufgebaut wird. Als harmonische Funktion bereitet sie meist die Tonika vor.

In einer Durtonart gehst du so vor:

  1. Schreibe oder denke die Tonleiter vom Grundton aus.
  2. Zähle bis zur fünften Stufe.
  3. Bilde über diesem Ton einen leitereigenen Dreiklang.
Beispiel

In C-Dur lautet die Tonleiter C–D–E–F–G–A–H–C. Die fünfte Stufe ist G. Aus den leitereigenen Tönen G–H–D entsteht der Dominantdreiklang G-Dur.

Damit gilt in C-Dur:

  • Tonika: C–E–G = I oder T
  • Dominante: G–H–D = V oder D

Dasselbe Verfahren funktioniert in G-Dur. Die fünfte Stufe der Tonleiter G–A–H–C–D–E–Fis–G ist D; die Dominante lautet daher D–Fis–A.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelcher Akkord ist die Dominante in G-Dur?
Lösung: D-Dur — Zähle in der G-Dur-Tonleiter bis zur fünften Stufe: G–A–H–C–D. Auf D entsteht der Durakkord D–Fis–A.
Warum die Dominante zur Tonika drängt

In der Folge V–I treffen zwei wichtige Bewegungen zusammen. In C-Dur führt der Bass vom Dominantgrundton G zum Tonikagrundton C. Diese Grundtonbewegung heißt Quintfall.

Noch deutlicher wirkt der Leitton. Das ist der siebte Ton der Tonleiter, der nur einen Halbton unter dem Grundton liegt. In C-Dur ist H der Leitton; er strebt nach C.

Beispiel

Beim Übergang von G-Dur zu C-Dur geschieht Folgendes:

  • Dominante: G–H–D
  • Tonika: C–E–G
  • Leittonbewegung: H → C
  • Grundtonbewegung im Bass: G → C

So entsteht zuerst eine Erwartung und anschließend eine hörbare Ruhe. Die Folge I–IV–V–I, also C-Dur–F-Dur–G-Dur–C-Dur, nutzt diese Wirkung als einfache vollständige Kadenz.

Merke

Die Tonika wirkt wie ein Ausgangs- und Ruhepunkt. Die Dominante erzeugt die Erwartung, zu diesem Ruhepunkt zurückzukehren.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

In C-Dur ist die Dominante . Ihre Terz ist der Ton . Dieser Leitton löst sich einen Halbton aufwärts nach auf.

Lösungen: Lücke 1: G-Dur; Lücke 2: H; Lücke 3: C. Bestimme zuerst die fünfte Stufe. Im Dominantakkord G–H–D liegt H einen Halbton unter C und führt deshalb besonders deutlich zur Tonika.
Der Dominantseptakkord verstärkt die Spannung
Definition

Dominantseptakkord

Ein Dominantseptakkord entsteht, wenn zum Dominantdreiklang die kleine Septime über dem Grundton hinzukommt. Er wird mit V7 oder D7 bezeichnet.

In C-Dur wird aus G–H–D durch den zusätzlichen Ton F der Akkord G–H–D–F, kurz G7.

Beispiel

Bei der Auflösung G7 → C-Dur haben zwei Töne eine besonders klare Richtung:

  • H → C: Der Leitton steigt einen Halbton.
  • F → E: Die Septime fällt einen Halbton.

Der Bass kann zugleich von G nach C fallen. Die übrigen Akkordtöne werden passend zur Stimmführung verbunden. Entscheidend sind die gegensätzlichen Bewegungen von H und F: Sie verstärken die Auflösung zur Tonika.

Die Töne H und F bilden im G7-Akkord eine charakteristische Spannung. Der Abstand zwischen ihnen heißt Tritonus. Er umfasst drei Ganztonschritte und löst sich hier nach C und E auf.

Der Grundton kann in einem dominantischen Klang fehlen. In C-Dur enthält etwa H–D–F weiterhin den Leitton H und die Septime F; funktionstheoretisch kann dieser verminderte Dreiklang deshalb als verkürzte Dominante verstanden werden.

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Frage 1 von 1MittelWelche Stimmbewegung gehört zur regelmäßigen Auflösung von G7 nach C-Dur?
Lösung: H steigt nach C, F fällt nach E. — Im Dominantseptakkord führt der Leitton aufwärts zum Grundton der Tonika; die kleine Septime fällt abwärts zur Terz der Tonika.
So funktioniert die Dominante in Moll

Auch in Moll wird für eine deutliche Schlusswirkung gewöhnlich ein Durakkord als Dominante verwendet. Dazu wird die siebte Stufe der Molltonleiter erhöht. Sie liegt dann einen Halbton unter dem Grundton und wirkt als Leitton.

Beispiel

In a-Moll ist die fünfte Stufe E. Mit unverändertem G entstünde der Molldreiklang E–G–H. Für die kräftige Dominantwirkung wird G zu Gis erhöht:

  • Dominante: E–Gis–H
  • Tonika: A–C–E
  • Leittonbewegung: Gis → A

Mit der kleinen Septime D entsteht der Dominantseptakkord E–Gis–H–D. Bei seiner Auflösung steigt Gis nach A, während D nach C fällt.

Gut zu wissen

Eine Molldominante auf der fünften Stufe kann als besondere Klangfarbe vorkommen. Sie besitzt aber nicht dieselbe eindeutige Leittonspannung wie die Durdominante mit erhöhter siebter Stufe.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWarum wird in a-Moll im Dominantakkord meistens Gis statt G verwendet?
Lösung: Gis liegt einen Halbton unter A und wirkt als Leitton. — Durch die Erhöhung G zu Gis entsteht der Halbtonschritt Gis–A. Er richtet die Dominante deutlich auf die Tonika a-Moll aus.
Vertiefung: Zwischen- und Doppeldominanten

Eine Dominante muss sich nicht immer auf die Grundtonika des Stücks beziehen. Ein anderer Akkord kann vorübergehend wie ein Ziel behandelt werden.

Definition

Zwischendominante

Eine Zwischendominante ist die Dominante eines unmittelbar folgenden Akkords, der vorübergehend wie eine Tonika wirkt. Sie enthält häufig einen Ton, der nicht zur ursprünglichen Tonleiter gehört.

Beispiel

In F-Dur soll g-Moll, der Akkord auf der zweiten Stufe, besonders vorbereitet werden.

  1. Das vorübergehende Ziel ist g-Moll.
  2. Dessen fünfte Stufe ist D.
  3. Der passende Durakkord lautet D–Fis–A.
  4. Daher führt D-Dur → g-Moll als Zwischendominante zum Zielakkord.

Das Fis gehört nicht zur F-Dur-Tonleiter. Es wirkt als Leitton zu G und macht die Zielrichtung hörbar.

Die Doppeldominante ist ein besonderer Fall: Sie ist die Dominante der eigentlichen Dominante. In C-Dur ist G-Dur die Dominante. D-Dur ist wiederum die Dominante von G-Dur. Die Folge lautet daher:

D-Dur → G-Dur → C-Dur

D-Dur kann hier mit DD oder als Dominante der Dominante beschrieben werden.

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Frage 1 von 1SchwerWarum wirkt D-Dur in C-Dur als Doppeldominante?
Lösung: D-Dur führt zu G-Dur, und G-Dur ist die Dominante von C-Dur. — Entscheidend ist nicht nur der Grundton D, sondern der Durakkord D–Fis–A und seine Auflösung nach G-Dur. Der tonleiterfremde Ton Fis wirkt dabei als Leitton zu G.
Stufe und Funktion beschreiben unterschiedliche Dinge

Stufentheorie und Funktionstheorie betrachten Akkorde aus verschiedenen Blickwinkeln.

BetrachtungsweiseLeitfrageBezeichnung der Dominante
StufentheorieAuf welchem Ton der Tonleiter ist der Akkord aufgebaut?Akkord auf der fünften Stufe: V
FunktionstheorieWelche harmonische Aufgabe übernimmt der Klang?Auflösung zur Tonika: D

In C-Dur ist G–H–D in beiden Modellen leicht einzuordnen: Der Akkord steht auf Stufe V und erfüllt die Funktion D.

Der Unterschied wird bei grundtonlosen Klängen deutlicher. Ein Klang wie H–D–F enthält kein G, besitzt aber weiterhin die zur Tonika gerichteten Töne H und F. Die Stufentheorie bezeichnet ihn nach seinem Grundton als Akkord der siebten Stufe. Funktionstheoretisch kann er als verkürzte Dominante gelten.

Merke

Die Stufenzahl sagt, woher ein Akkord stammt. Das Funktionszeichen sagt, welche harmonische Rolle er übernimmt.

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Frage 1 von 1SchwerEin Klang enthält keinen Grundton der fünften Stufe, löst sich aber durch Leittonspannung deutlich zur Tonika auf. Welche Aussage passt?
Lösung: Funktionstheoretisch kann er dominantisch wirken, obwohl die Stufenbezeichnung eine andere ist. — Die Modelle beantworten unterschiedliche Fragen. Deshalb kann ein Akkord auf der siebten Stufe stehen und zugleich eine dominante Funktion erfüllen.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Dominante
    • fünfte Stufe: V
    • harmonische Funktion: D
    • führt häufig zur Tonika
    • Leitton steigt zum Grundton
    • Dominantseptime fällt abwärts
    • in Moll meist mit erhöhter siebter Stufe
    • Zwischendominante zielt auf einen anderen Akkord
    • Doppeldominante zielt auf die Dominante
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Folge zeigt in C-Dur eine Auflösung von der Dominante zur Tonika?
Lösung: G-Dur → C-Dur — In C-Dur ist G-Dur die fünfte Stufe und C-Dur die erste Stufe. Deshalb entspricht G-Dur → C-Dur der Folge V–I.
Frage 2 von 3MittelDu bildest in a-Moll den Akkord E–Gis–H–D. Welche Beschreibung ist richtig?
Lösung: Es ist der Dominantseptakkord; Gis führt nach A und D nach C. — E–Gis–H ist die Durdominante von a-Moll. D ergänzt die kleine Septime, während Gis als erhöhter siebter Ton nach A strebt.
Frage 3 von 3SchwerIn C-Dur erscheint die Folge D-Dur → G-Dur → C-Dur. Wie erklärst du D-Dur?
Lösung: D-Dur ist die Doppeldominante, weil es die Dominante von G-Dur vorbereitet. — Prüfe die Ziele rückwärts: C-Dur ist die Tonika, G-Dur ihre Dominante und D-Dur wiederum die Dominante von G-Dur.

Du hast die Dominante verstanden, wenn du nicht nur die fünfte Stufe abzählen kannst, sondern auch die gerichteten Töne hörend oder am Notenbild erklärst: Der Leitton steigt, die Dominantseptime fällt und die Spannung findet ihr Ziel.

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