Dominante in der Musik: Funktion und Auflösung
Die Dominante ist der Akkord auf der fünften Stufe einer Tonart. Sie erzeugt Spannung und führt häufig zurück zur Tonika, dem Akkord auf der ersten Stufe. Du kannst sie mit der Stufenzahl V oder dem Funktionszeichen D bezeichnen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
So findest du die Dominante
Dominante
Die Dominante ist der fünfte Ton einer Tonleiter oder der Akkord, der auf diesem Ton aufgebaut wird. Als harmonische Funktion bereitet sie meist die Tonika vor.
In einer Durtonart gehst du so vor:
- Schreibe oder denke die Tonleiter vom Grundton aus.
- Zähle bis zur fünften Stufe.
- Bilde über diesem Ton einen leitereigenen Dreiklang.
In C-Dur lautet die Tonleiter C–D–E–F–G–A–H–C. Die fünfte Stufe ist G. Aus den leitereigenen Tönen G–H–D entsteht der Dominantdreiklang G-Dur.
Damit gilt in C-Dur:
- Tonika:
C–E–G=IoderT - Dominante:
G–H–D=VoderD
Dasselbe Verfahren funktioniert in G-Dur. Die fünfte Stufe der Tonleiter G–A–H–C–D–E–Fis–G ist D; die Dominante lautet daher D–Fis–A.
Warum die Dominante zur Tonika drängt
In der Folge V–I treffen zwei wichtige Bewegungen zusammen. In C-Dur führt der Bass vom Dominantgrundton G zum Tonikagrundton C. Diese Grundtonbewegung heißt Quintfall.
Noch deutlicher wirkt der Leitton. Das ist der siebte Ton der Tonleiter, der nur einen Halbton unter dem Grundton liegt. In C-Dur ist H der Leitton; er strebt nach C.
Beim Übergang von G-Dur zu C-Dur geschieht Folgendes:
- Dominante:
G–H–D - Tonika:
C–E–G - Leittonbewegung:
H → C - Grundtonbewegung im Bass:
G → C
So entsteht zuerst eine Erwartung und anschließend eine hörbare Ruhe. Die Folge I–IV–V–I, also C-Dur–F-Dur–G-Dur–C-Dur, nutzt diese Wirkung als einfache vollständige Kadenz.
Die Tonika wirkt wie ein Ausgangs- und Ruhepunkt. Die Dominante erzeugt die Erwartung, zu diesem Ruhepunkt zurückzukehren.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
In C-Dur ist die Dominante . Ihre Terz ist der Ton . Dieser Leitton löst sich einen Halbton aufwärts nach auf.
Der Dominantseptakkord verstärkt die Spannung
Dominantseptakkord
Ein Dominantseptakkord entsteht, wenn zum Dominantdreiklang die kleine Septime über dem Grundton hinzukommt. Er wird mit V7 oder D7 bezeichnet.
In C-Dur wird aus G–H–D durch den zusätzlichen Ton F der Akkord G–H–D–F, kurz G7.
Bei der Auflösung G7 → C-Dur haben zwei Töne eine besonders klare Richtung:
H → C: Der Leitton steigt einen Halbton.F → E: Die Septime fällt einen Halbton.
Der Bass kann zugleich von G nach C fallen. Die übrigen Akkordtöne werden passend zur Stimmführung verbunden. Entscheidend sind die gegensätzlichen Bewegungen von H und F: Sie verstärken die Auflösung zur Tonika.
Die Töne H und F bilden im G7-Akkord eine charakteristische Spannung. Der Abstand zwischen ihnen heißt Tritonus. Er umfasst drei Ganztonschritte und löst sich hier nach C und E auf.
Der Grundton kann in einem dominantischen Klang fehlen. In C-Dur enthält etwa H–D–F weiterhin den Leitton H und die Septime F; funktionstheoretisch kann dieser verminderte Dreiklang deshalb als verkürzte Dominante verstanden werden.
So funktioniert die Dominante in Moll
Auch in Moll wird für eine deutliche Schlusswirkung gewöhnlich ein Durakkord als Dominante verwendet. Dazu wird die siebte Stufe der Molltonleiter erhöht. Sie liegt dann einen Halbton unter dem Grundton und wirkt als Leitton.
In a-Moll ist die fünfte Stufe E. Mit unverändertem G entstünde der Molldreiklang E–G–H. Für die kräftige Dominantwirkung wird G zu Gis erhöht:
- Dominante:
E–Gis–H - Tonika:
A–C–E - Leittonbewegung:
Gis → A
Mit der kleinen Septime D entsteht der Dominantseptakkord E–Gis–H–D. Bei seiner Auflösung steigt Gis nach A, während D nach C fällt.
Eine Molldominante auf der fünften Stufe kann als besondere Klangfarbe vorkommen. Sie besitzt aber nicht dieselbe eindeutige Leittonspannung wie die Durdominante mit erhöhter siebter Stufe.
Vertiefung: Zwischen- und Doppeldominanten
Eine Dominante muss sich nicht immer auf die Grundtonika des Stücks beziehen. Ein anderer Akkord kann vorübergehend wie ein Ziel behandelt werden.
Zwischendominante
Eine Zwischendominante ist die Dominante eines unmittelbar folgenden Akkords, der vorübergehend wie eine Tonika wirkt. Sie enthält häufig einen Ton, der nicht zur ursprünglichen Tonleiter gehört.
In F-Dur soll g-Moll, der Akkord auf der zweiten Stufe, besonders vorbereitet werden.
- Das vorübergehende Ziel ist g-Moll.
- Dessen fünfte Stufe ist
D. - Der passende Durakkord lautet
D–Fis–A. - Daher führt
D-Dur → g-Mollals Zwischendominante zum Zielakkord.
Das Fis gehört nicht zur F-Dur-Tonleiter. Es wirkt als Leitton zu G und macht die Zielrichtung hörbar.
Die Doppeldominante ist ein besonderer Fall: Sie ist die Dominante der eigentlichen Dominante. In C-Dur ist G-Dur die Dominante. D-Dur ist wiederum die Dominante von G-Dur. Die Folge lautet daher:
D-Dur → G-Dur → C-Dur
D-Dur kann hier mit DD oder als Dominante der Dominante beschrieben werden.
Stufe und Funktion beschreiben unterschiedliche Dinge
Stufentheorie und Funktionstheorie betrachten Akkorde aus verschiedenen Blickwinkeln.
| Betrachtungsweise | Leitfrage | Bezeichnung der Dominante |
|---|---|---|
| Stufentheorie | Auf welchem Ton der Tonleiter ist der Akkord aufgebaut? | Akkord auf der fünften Stufe: V |
| Funktionstheorie | Welche harmonische Aufgabe übernimmt der Klang? | Auflösung zur Tonika: D |
In C-Dur ist G–H–D in beiden Modellen leicht einzuordnen: Der Akkord steht auf Stufe V und erfüllt die Funktion D.
Der Unterschied wird bei grundtonlosen Klängen deutlicher. Ein Klang wie H–D–F enthält kein G, besitzt aber weiterhin die zur Tonika gerichteten Töne H und F. Die Stufentheorie bezeichnet ihn nach seinem Grundton als Akkord der siebten Stufe. Funktionstheoretisch kann er als verkürzte Dominante gelten.
Die Stufenzahl sagt, woher ein Akkord stammt. Das Funktionszeichen sagt, welche harmonische Rolle er übernimmt.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Dominante
- fünfte Stufe: V
- harmonische Funktion: D
- führt häufig zur Tonika
- Leitton steigt zum Grundton
- Dominantseptime fällt abwärts
- in Moll meist mit erhöhter siebter Stufe
- Zwischendominante zielt auf einen anderen Akkord
- Doppeldominante zielt auf die Dominante
Abschluss-Check
Du hast die Dominante verstanden, wenn du nicht nur die fünfte Stufe abzählen kannst, sondern auch die gerichteten Töne hörend oder am Notenbild erklärst: Der Leitton steigt, die Dominantseptime fällt und die Spannung findet ihr Ziel.
Mit Google fortfahren