Musik

Dominantseptakkord: Aufbau und Auflösung

Dominantseptakkord: Aufbau und Auflösung
Dominantseptakkord: Aufbau und Auflösung
Für Quiz, Lückentext, Lernkarten und Fortschritt ist JavaScript nötig. Alle Inhalte und Lösungen bleiben direkt lesbar.

Ein Dominantseptakkord besteht aus einem Dur-Dreiklang und einer kleinen Septime. Er steht meist auf der V. Stufe und erzeugt eine deutliche Spannung, die zur Tonika auf der I. Stufe drängt. Am Beispiel C-Dur lautet die Verbindung G–H–D–F → C–E–G.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Wie bildest du einen Dominantseptakkord?

Ein Septakkord ist ein Vierklang aus übereinandergeschichteten Terzen. Für den Dominantseptakkord brauchst du einen Dur-Dreiklang und ergänzt darüber eine weitere kleine Terz.

Definition

Dominantseptakkord

Ein Dominantseptakkord besteht aus einem Dur-Dreiklang mit kleiner Septime. Seine Terzfolge lautet: große Terz – kleine Terz – kleine Terz.

Beispiel: G7 in C-Dur

  1. Die Dominante von C-Dur liegt auf der V. Stufe: G.
  2. Der G-Dur-Dreiklang besteht aus G–H–D.
  3. Über D ergänzt du eine kleine Terz: F.
  4. So entsteht G–H–D–F.
  5. Vom Grundton G bis F liegt eine kleine Septime. Das Akkordsymbol lautet G7.
Merke

Die 7 im Akkordsymbol eines Dominantseptakkords bezeichnet die kleine Septime über einem Dur-Dreiklang.

Verwechsle den Akkord nicht mit einem Mollseptakkord: G–B–D–F hätte einen Moll-Dreiklang als Grundlage und wäre deshalb kein G-Dominantseptakkord.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelcher Ton ergänzt den G-Dur-Dreiklang G–H–D zum Dominantseptakkord G7?
Lösung: F — Auf den Dur-Dreiklang folgt eine kleine Terz von D nach F. Der vollständige Akkord lautet G–H–D–F.
Frage 2 von 2MittelWelcher Vierklang ist ein Dominantseptakkord?
Lösung: A–Cis–E–G — A–Cis–E ist ein Dur-Dreiklang. G bildet dazu die kleine Septime, also entsteht A7.
Warum drängt der Akkord zur Tonika?

Bei G7 in C-Dur sorgen besonders die Töne H und F für Spannung. Sie bilden einen Tritonus, also ein Intervall von drei Ganztönen.

H ist zugleich der Leitton von C-Dur. Ein Leitton liegt einen Halbton unter dem Grundton und strebt deshalb hier von H nach C.

F ist die Septime des Dominantseptakkords. Bei der regelmäßigen Auflösung fällt sie schrittweise von F nach E, der Terz der Tonika.

Beispiel

In der Verbindung G7 → C-Dur bewegen sich die beiden Spannungstöne gegeneinander:

  • Leitton: H → C
  • Dominantseptime: F → E

Aus dem Tritonus H–F entsteht dadurch der stabilere Klangbestandteil C–E der Tonika. Der Ton G kann als gemeinsamer Ton liegen bleiben. D kann sich zum Beispiel nach C bewegen.

Merke

Bei der regelmäßigen Auflösung steigt der Leitton einen Halbton zur Tonika. Die Dominantseptime fällt einen Schritt zur Terz der Tonika.

Die Tonfolge allein genügt noch nicht zur Erklärung: Entscheidend ist die Funktion. G7 ist in C-Dur die Dominante, C-Dur die Tonika. Die Bewegung von der V. zur I. Stufe heißt V7–I.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWelche Stimmführung zeigt die regelmäßige Auflösung von G7 nach C-Dur?
Lösung: H steigt nach C, F fällt nach E. — Der Leitton H steigt um einen Halbton nach C. Die Dominantseptime F fällt nach E.
Frage 2 von 2SchwerWarum wirkt G7 stärker auflösungsbedürftig als ein einfacher G-Dur-Dreiklang?
Lösung: Die zusätzliche Septime F bildet mit H einen Tritonus, dessen Töne schrittweise nach C und E geführt werden können. — H und F bilden das charakteristische Spannungsintervall. Ihre gegenläufige Auflösung macht den Übergang zur Tonika besonders deutlich.
Wie funktioniert der Dominantseptakkord in Moll?

Auch in Moll wird der Dominantseptakkord als Dur-Akkord mit kleiner Septime gebildet. Dafür wird der siebte Ton der Molltonleiter erhöht. So entsteht der Leitton zur Molltonika.

Beispiel: E7 in A-Moll

Die Dominante von A-Moll ist E. Für einen klaren Dominantseptakkord werden die Töne des harmonischen A-Moll verwendet:

  1. Der siebte Ton G wird zu Gis erhöht.
  2. Dadurch entsteht der E-Dur-Dreiklang E–Gis–H.
  3. Die kleine Septime D wird ergänzt.
  4. Das Ergebnis ist E–Gis–H–D.
  5. Bei der Auflösung steigt der Leitton Gis nach A.

Ohne die Erhöhung entstünde E–G–H. Das ist ein Moll-Dreiklang und daher nicht die Grundlage des hier gesuchten Dominantseptakkords.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

In A-Moll steht die Dominante auf dem Ton . Der siebte Ton G wird zu erhöht. So entsteht der Dur-Dreiklang `E––H`. Mit der kleinen Septime D lautet der Dominantseptakkord .

Lösungen: Lücke 1: E; Lücke 2: Gis; Lücke 3: Gis; Lücke 4: E–Gis–H–D. Der erhöhte Ton Gis ist die Durterz von E7 und zugleich der Leitton zur Tonika A.
Was ändert sich bei den Umkehrungen?

Eine Umkehrung verändert den tiefsten Ton, aber nicht den Tonbestand des Akkords. G7 enthält also in jeder Stellung die Töne G, H, D und F.

Tiefster Ton bei G7StellungBeispielanordnung
Grundton GGrundstellungG–H–D–F
Terz HQuintsextakkordH–D–F–G
Quinte DTerzquartakkordD–F–G–H
Septime FSekundakkordF–G–H–D

Die Namen beschreiben die Intervalle über dem Basston. Für das Erkennen reicht zunächst eine sichere Entscheidung: Bestimme den tiefsten Ton und ordne ihn seiner Rolle im Akkord zu.

Umkehrungen können Akkordverbindungen flüssiger machen, weil einzelne Stimmen kürzere Wege zurücklegen. Die dominante Funktion bleibt erhalten, solange der Tonbestand und der harmonische Zusammenhang erkennbar bleiben.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Stellung von G7 liegt bei F–G–H–D vor?
Lösung: Sekundakkord — F ist die Septime von G7. Liegt die Septime im Bass, heißt die Stellung Sekundakkord.
Frage 2 von 2MittelEin Vierklang enthält D–F–G–H, wobei D der tiefste Ton ist. Welche Aussage stimmt?
Lösung: Es ist G7 als Terzquartakkord. — D ist die Quinte des Grundakkords G7. Mit der Quinte im Bass liegt der Terzquartakkord vor.
So untersuchst du eine Akkordverbindung

Gehe bei einer Aufgabe immer in derselben Reihenfolge vor:

  1. Tonart bestimmen: Welche Tonika ist gegeben?
  2. Dominante finden: Suche die V. Stufe.
  3. Akkord bilden: Baue darauf einen Dur-Dreiklang und ergänze die kleine Septime.
  4. Spannungstöne markieren: Finde die Durterz als Leitton und die Akkordseptime.
  5. Auflösung verfolgen: Prüfe, ob der Leitton zur Tonika steigt und die Septime zur Tonikaterz fällt.
  6. Bass beachten: Bestimme anhand des tiefsten Tons die Stellung.
Beispiel

Gesucht ist der Dominantseptakkord in G-Dur.

  • Die Tonika ist G-Dur.
  • Die V. Stufe ist D.
  • Der D-Dur-Dreiklang lautet D–Fis–A.
  • Die kleine Septime über D ist C.
  • Der Akkord lautet daher D–Fis–A–C, also D7.
  • Bei der Auflösung steigt Fis als Leitton nach G.
  • Die Septime C fällt nach H, der Terz von G-Dur.

Damit führt die regelmäßige Verbindung D7 → G-Dur.

Funktionszeichen und Akkordsymbol unterscheiden

D7 kann in zwei Zusammenhängen gelesen werden:

  • Als Akkordsymbol bezeichnet es den Dominantseptakkord auf dem Ton D: D–Fis–A–C.
  • Als Funktionsbezeichnung steht D für Dominante. In C-Dur ist der funktionale Dominantseptakkord deshalb G7.

Achte also immer auf die Tonart und den verwendeten Zusammenhang.

Teste dich
Frage 1 von 1SchwerJemand behauptet: „In C-Dur heißt die Dominante D7, also muss ihr Grundton D sein.“ Was ist die passende Korrektur?
Lösung: Als Funktionszeichen bedeutet D Dominante; der zugehörige Akkord liegt in C-Dur auf G und heißt als Akkordsymbol G7. — Funktionsbezeichnung und Akkordsymbol erfüllen verschiedene Aufgaben. Erst die Tonart zeigt, auf welchem Ton die Dominante aufgebaut wird.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Dominantseptakkord
    • Aufbau: Dur-Dreiklang und kleine Septime
    • Stellung: Grundstellung oder eine von drei Umkehrungen
    • Spannung: Leitton, Septime und Tritonus
    • Auflösung: Leitton steigt, Septime fällt
    • Funktion: V7 führt meist zur Tonika I
    • Moll: erhöhter siebter Ton erzeugt den Leitton
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelcher Akkord ist der Dominantseptakkord von C-Dur?
Lösung: G7 mit den Tönen G–H–D–F — Die Dominante von C-Dur liegt auf G. Aus dem G-Dur-Dreiklang und der kleinen Septime F entsteht G7.
Frage 2 von 3MittelWie lösen sich die charakteristischen Spannungstöne von E7 nach A-Moll regelmäßig auf?
Lösung: Gis steigt nach A, D fällt nach C. — In E7 ist Gis der Leitton zu A. D ist die Dominantseptime und führt abwärts zur Mollterz C.
Frage 3 von 3SchwerDu siehst in C-Dur die Töne D–F–G–H, wobei D im Bass liegt. Wie analysierst du den Akkord und seine wichtigsten Auflösungstöne?
Lösung: Es ist G7 als Terzquartakkord; H steigt nach C und F fällt nach E. — Ordne zuerst den gesamten Tonbestand dem Grundakkord G7 zu. Bestimme danach D als Basston und Quinte. Die Stellung ändert nichts an der Leitton- und Septimenauflösung.

Du beherrschst den Kern, wenn du bei einem unbekannten Beispiel nicht nur vier Töne aufzählst, sondern die Tonart, die V. Stufe, den Akkordaufbau und die Wege von Leitton und Septime begründen kannst.

Passend dazu