Physik

Aggregatzustände: Teilchenmodell und Übergänge

Aggregatzustände: Teilchenmodell und Übergänge
Aggregatzustände: Teilchenmodell und Übergänge
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Ein Stoff kann fest, flüssig oder gasförmig sein. Welcher Aggregatzustand vorliegt, hängt vor allem von der Temperatur und vom Druck ab. Bei einem Zustandswechsel bleibt der Stoff chemisch derselbe: Eis, flüssiges Wasser und Wasserdampf bestehen weiterhin aus Wasserteilchen.

Auf dieser Seite lernst du, die drei klassischen Aggregatzustände zu erkennen, mit dem Teilchenmodell zu erklären und ihre Übergänge richtig zu benennen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Woran erkennst du die drei Aggregatzustände?
Definition

Aggregatzustand

Der Aggregatzustand ist die physikalische Erscheinungsform eines Stoffes. Die drei klassischen Aggregatzustände heißen fest, flüssig und gasförmig.

Du kannst sie zunächst an ihrer Form und ihrem Volumen unterscheiden:

AggregatzustandFormVolumenBeispiel Wasser
festeigene, feste Formbestimmtes VolumenEiswürfel
flüssignimmt die Gefäßform anbestimmtes VolumenWasser im Glas
gasförmigfüllt den verfügbaren Raumkein bestimmtes VolumenWasserdampf

Ein Liter flüssiges Wasser nimmt in einer Flasche eine andere Form an als in einer Schüssel. Seine Stoffmenge und sein Volumen ändern sich beim Umfüllen jedoch nicht.

Ein Gas besitzt weder eine eigene Form noch ein festes Volumen. Es verteilt sich im verfügbaren Raum und lässt sich stärker zusammendrücken als eine Flüssigkeit oder ein Feststoff.

Gut zu wissen

Neben den drei klassischen Aggregatzuständen gibt es weitere Zustände. Bei sehr starker Erwärmung kann aus einem Gas beispielsweise ein Plasma entstehen. Für die alltäglichen Zustandsänderungen reichen zunächst fest, flüssig und gasförmig aus.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Beschreibung passt zu einer Flüssigkeit?
Lösung: Sie hat ein bestimmtes Volumen und nimmt die Form ihres Gefäßes an. — Flüssigkeiten können ihre Form ändern, behalten unter gleichbleibenden Bedingungen aber ihr Volumen.
Frage 2 von 2MittelWasser wird aus einem hohen Glas in eine flache Schale gegossen. Was ändert sich?
Lösung: Die Form des Wassers ändert sich. — Die Flüssigkeit passt sich dem neuen Gefäß an. Ihr Aggregatzustand bleibt flüssig.
Wie erklärt das Teilchenmodell die Unterschiede?

Das Teilchenmodell beschreibt Stoffe als Ansammlungen kleinster Teilchen. Je nach Stoff können damit zum Beispiel Atome oder Moleküle gemeint sein. Die Modellteilchen sind keine winzigen Stückchen, die bereits wie der sichtbare Stoff aussehen.

Merke

Beim Erwärmen bewegen sich die Teilchen im Mittel schneller. Dabei werden die Teilchen nicht größer. Es verändern sich ihre Bewegung, ihre Anordnung und ihre mittleren Abstände.

Feststoff

Die Teilchen liegen dicht beieinander und sind stark an feste Plätze gebunden. Sie können dort schwingen, aber nicht frei ihre Plätze wechseln. Deshalb behält ein Feststoff seine Form und sein Volumen.

Flüssigkeit

Die Teilchen liegen weiterhin nahe beieinander, können sich aber gegeneinander verschieben und Plätze wechseln. Deshalb fließt eine Flüssigkeit und nimmt die Gefäßform an. Die Anziehung zwischen den Teilchen reicht noch aus, um ein bestimmtes Volumen zu erhalten.

Gas

Die Teilchen haben große Abstände und bewegen sich schnell in verschiedene Richtungen. Ihre gegenseitige Anziehung ist sehr schwach. Deshalb breitet sich ein Gas im verfügbaren Raum aus. Stöße der Teilchen gegen Gefäßwände tragen zum Gasdruck bei.

Beispiel

Vom flüssigen Wasser zum Wasserdampf: Beim Erwärmen nimmt die Bewegung der Wasserteilchen zu. Beim Übergang in den gasförmigen Zustand lösen sie sich aus der Flüssigkeit und verteilen sich mit wesentlich größeren mittleren Abständen. Die einzelnen Wasserteilchen wachsen dabei nicht.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWas geschieht im Teilchenmodell meistens, wenn ein Stoff erwärmt wird?
Lösung: Seine Teilchen bewegen sich im Mittel schneller. — Die höhere Temperatur zeigt sich im Modell durch eine stärkere mittlere Teilchenbewegung.
Frage 2 von 2MittelDieselbe Stoffportion wird in einem geschlossenen Gefäß gasförmig. Wie sollte ein vereinfachtes Teilchenbild verändert werden?
Lösung: Die gleichen Teilchen werden mit größeren Abständen dargestellt. — Da das Gefäß geschlossen ist und der Stoff chemisch gleich bleibt, bleiben die Teilchen erhalten. Ihre Anordnung und ihre Abstände ändern sich.
Wie heißen die sechs Zustandsänderungen?

Ein Wechsel zwischen Aggregatzuständen heißt Zustandsänderung oder Phasenübergang.

VonNachBezeichnungBeispiel
festflüssigSchmelzenEin Eiswürfel wird zu Wasser.
flüssigfestErstarrenWasser gefriert zu Eis.
flüssiggasförmigVerdampfenWasser wird zu Wasserdampf.
gasförmigflüssigKondensierenWasserdampf bildet Tropfen.
festgasförmigSublimierenGefrorenes Wasser in Wäsche geht bei Frost allmählich in die Luft über.
gasförmigfestResublimierenWasserdampf wird unmittelbar zu Eiskristallen, etwa bei Raureif.

Schmelzen und Erstarren sind Gegenrichtungen. Dasselbe gilt für Verdampfen und Kondensieren sowie für Sublimieren und Resublimieren.

Merke

Hin zu gasförmig: Schmelzen, Verdampfen und Sublimieren benötigen Energieaufnahme. Hin zu fest: Kondensieren, Erstarren und Resublimieren sind mit Energieabgabe verbunden.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Der Übergang von fest zu flüssig heißt . Flüssig zu fest heißt . Von flüssig zu gasförmig gelangt ein Stoff durch . Der umgekehrte Übergang heißt . Fest zu gasförmig heißt . Gasförmig zu fest heißt .

Lösungen: Lücke 1: Schmelzen; Lücke 2: Erstarren; Lücke 3: Verdampfen; Lücke 4: Kondensieren; Lücke 5: Sublimieren; Lücke 6: Resublimieren. Ordne zuerst Ausgangs- und Endzustand zu. Prüfe danach, ob ein Zwischenzustand übersprungen wird.
Warum steigt die Temperatur beim Übergang nicht sofort weiter?

Beim Erwärmen steigt die Temperatur eines Stoffes zunächst an. Erreicht der Stoff seine Übergangstemperatur, wird die weiter zugeführte Energie für die Zustandsänderung benötigt.

Beim Schmelzen löst sich die feste Ordnung. Beim Sieden trennen sich die Teilchen stärker voneinander. Solange beide Aggregatzustände gleichzeitig vorhanden sind und der Übergang läuft, bleibt die Temperatur unter gleichbleibendem Druck zunächst konstant. Erst nach dem vollständigen Übergang steigt sie bei weiterer Energiezufuhr wieder.

Beispiel

Eis bei normalem Luftdruck: Eis erwärmt sich bis ungefähr $0\,^\circ\mathrm{C}$. Während es schmilzt, liegen Eis und flüssiges Wasser nebeneinander vor. Zugeführte Energie ermöglicht das Schmelzen; die Temperatur bleibt zunächst ungefähr bei $0\,^\circ\mathrm{C}$. Ist das Eis vollständig geschmolzen, kann sich das flüssige Wasser weiter erwärmen.

Für Wasser liegt die Siedetemperatur bei normalem Luftdruck von ungefähr einem Bar bei etwa $100\,^\circ\mathrm{C}$. Auch während des Siedens bleibt die Temperatur zunächst ungefähr konstant.

Sieden und Verdunsten sind nicht dasselbe

Sieden findet an der Siedetemperatur in der gesamten Flüssigkeit statt. Dabei entstehen Gasblasen.

Verdunsten findet schon unterhalb der Siedetemperatur an der Oberfläche statt. Besonders schnelle Teilchen verlassen die Flüssigkeit. Die zurückbleibenden Teilchen besitzen danach im Mittel weniger Bewegungsenergie; die Flüssigkeit kühlt ab. Dies nennt man Verdunstungskälte.

Beispiel

Nasse Haut fühlt sich kühl an, obwohl das Wasser nicht siedet. Wasser verdunstet an der Oberfläche und entzieht der Haut Energie. Deshalb sinkt ihre Temperatur.

Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWarum bleibt die Temperatur beim Schmelzen trotz Energiezufuhr zunächst konstant?
Lösung: Die Energie wird für die Änderung der Teilchenordnung benötigt. — Während des Übergangs verändert die zugeführte Energie vor allem Bindung und Anordnung der Teilchen.
Frage 2 von 3MittelEine Pfütze verschwindet bei $20\,^\circ\mathrm{C}$. Welcher Vorgang erklärt das?
Lösung: Wasser verdunstet an der Oberfläche. — Verdunsten geschieht unterhalb der Siedetemperatur und nur an der Flüssigkeitsoberfläche.
Frage 3 von 3SchwerWarum kann nasse Kleidung den Körper abkühlen?
Lösung: Beim Verdunsten verlassen besonders energiereiche Wasserteilchen die Flüssigkeit. — Nach dem Entweichen besonders schneller Teilchen sinkt die mittlere Bewegungsenergie des verbleibenden Wassers. Es nimmt Wärme von der wärmeren Haut auf.
Welche Grenzen haben die einfachen Regeln?

Die bekannten Schmelz- und Siedetemperaturen gelten nur bei einem bestimmten Druck. Sinkt der Umgebungsdruck, sinkt bei Wasser auch die Siedetemperatur. Auf einem hohen Berg kocht Wasser daher bei einer niedrigeren Temperatur als auf Meereshöhe. In einem Druckkochtopf führt der höhere Druck dagegen zu einer höheren Siedetemperatur.

Merke

Eine Temperaturangabe für einen Zustandswechsel ist ohne die zugehörige Druckbedingung unvollständig.

Auch die Regel „Feststoffe sind dichter als ihre Flüssigkeiten“ gilt nicht immer. Wasser ist eine wichtige Ausnahme: Eis besitzt eine geringere Dichte als flüssiges Wasser und schwimmt deshalb. Flüssiges Wasser erreicht seine größte Dichte bei etwa $4\,^\circ\mathrm{C}$.

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Frage 1 von 2LeichtWarum kann Wasser auf einem hohen Berg schon unter $100\,^\circ\mathrm{C}$ sieden?
Lösung: Der geringere Luftdruck senkt die Siedetemperatur. — Die Siedetemperatur hängt nicht nur vom Stoff, sondern auch vom Umgebungsdruck ab.
Frage 2 von 2MittelWelche Aussage beschreibt die Dichteanomalie des Wassers richtig?
Lösung: Eis ist weniger dicht als flüssiges Wasser und schwimmt daher. — Beim Gefrieren bleibt der Stoff erhalten, aber seine räumliche Struktur verändert sich. Eis nimmt dadurch bei gleicher Masse mehr Raum ein.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Aggregatzustände
    • fest: feste Form und festes Volumen
    • flüssig: Gefäßform und festes Volumen
    • gasförmig: füllt den verfügbaren Raum
    • Teilchenmodell: Bewegung, Anordnung und Abstände
    • Erwärmen: stärkere mittlere Teilchenbewegung
    • Abkühlen: schwächere mittlere Teilchenbewegung
    • Schmelzen und Erstarren: fest und flüssig
    • Verdampfen und Kondensieren: flüssig und gasförmig
    • Sublimieren und Resublimieren: fest und gasförmig
    • Druck: beeinflusst die Übergangstemperaturen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelcher Übergang führt direkt vom gasförmigen in den festen Zustand?
Lösung: Resublimieren — Resublimieren überspringt den flüssigen Zustand und führt unmittelbar von gasförmig zu fest.
Frage 2 von 4MittelEin Stoff besitzt ein bestimmtes Volumen, nimmt aber die Form seines Behälters an. In welchem Zustand ist er?
Lösung: flüssig — Die Verbindung aus bestimmtem Volumen und veränderlicher Form kennzeichnet eine Flüssigkeit.
Frage 3 von 4SchwerEin Teilchenbild zeigt nach dem Verdampfen größere Teilchen statt größerer Abstände. Wie verbesserst du das Modell?
Lösung: Du zeichnest die Teilchen gleich groß, aber mit größeren mittleren Abständen. — Beim Zustandswechsel bleiben Art und Größe der Modellteilchen gleich. Bewegung, Anordnung und Abstände verändern sich.
Frage 4 von 4SchwerWasser siedet in einem Druckkochtopf erst bei einer höheren Temperatur als in einem offenen Topf. Welche Erklärung passt?
Lösung: Der erhöhte Druck hebt die Siedetemperatur an. — Die Siedetemperatur hängt vom Umgebungsdruck ab: Höherer Druck führt bei Wasser zu einer höheren Siedetemperatur.

Du kannst die Aggregatzustände sicher erklären, wenn du drei Fragen beantwortest: Welche Form und welches Volumen hat der Stoff? Wie sind seine Teilchen angeordnet und bewegt? Welche Energie- oder Druckänderung führt zum Übergang?

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