Mondphasen und Finsternisse einfach erklärt
Der Mond verändert seine Form nicht: Wir sehen je nach seiner Stellung unterschiedlich viel von seiner sonnenbeleuchteten Hälfte. Nur bei einer Mondfinsternis verdunkelt der Erdschatten den Mond. Bei einer Sonnenfinsternis fällt dagegen der Mondschatten auf die Erde.
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Warum zeigt der Mond verschiedene Phasen?
Der Mond leuchtet nicht selbst. Er wird von der Sonne beleuchtet und reflektiert einen Teil dieses Lichts zur Erde. Dabei ist stets eine Mondhälfte beleuchtet.
Während der Mond die Erde umläuft, ändert sich unser Blickwinkel auf diese beleuchtete Hälfte. Deshalb sehen wir manchmal nur eine schmale Sichel, manchmal einen Halbmond und manchmal eine volle Scheibe.
Mondphase
Eine Mondphase ist der von der Erde aus sichtbare Anteil der beleuchteten Mondhälfte. Sie entsteht durch die Stellung von Sonne, Erde und Mond – nicht durch den Erdschatten.
Du siehst eine schmale Mondsichel. Trotzdem ist nicht nur die Sichel vorhanden: Der ganze Mond ist da. Von der beleuchteten Hälfte zeigt jedoch nur ein kleiner Teil zur Erde und ist deshalb hell sichtbar.
Mondphasen sind Blickwinkelphasen, keine Erdschattenphasen. Der Erdschatten spielt nur bei einer Mondfinsternis eine Rolle.
Wie läuft ein Phasenzyklus ab?
Von einem Neumond zum nächsten vergehen im Mittel etwa 29,5 Tage. In dieser Zeit wächst der sichtbare helle Anteil zunächst und wird danach wieder kleiner.
- Neumond: Der Mond zeigt der Erde überwiegend seine dunkle Seite und ist fast unsichtbar.
- Zunehmender Mond: Der sichtbare helle Anteil wächst.
- Vollmond: Die beleuchtete Mondhälfte erscheint als volle Scheibe.
- Abnehmender Mond: Der sichtbare helle Anteil wird kleiner.
Eine einzelne Sichel verrät nicht überall auf der Erde zuverlässig, ob der Mond zu- oder abnimmt. Beobachte ihn deshalb über mehrere Abende: Wird der helle Anteil größer, nimmt der Mond zu. Wird er kleiner, nimmt er ab.
Am Montag siehst du eine schmale Sichel. Am Dienstag ist der helle Teil breiter und am Mittwoch noch breiter. Der Mond ist zunehmend, weil der sichtbare beleuchtete Anteil wächst.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Der Mond . Ein Phasenzyklus dauert im Mittel etwa . Wird der sichtbare helle Anteil von Abend zu Abend größer, ist der Mond . Beim Vollmond sehen wir die beleuchtete Mondhälfte als .
Wann kann man den Mond sehen?
Der Mond ist nicht nur nachts sichtbar. Seine ungefähre Beobachtungszeit hängt von seiner Phase ab:
- Der zunehmende Halbmond ist ungefähr zwischen 12 und 24 Uhr sichtbar.
- Der abnehmende Halbmond ist ungefähr zwischen 24 und 12 Uhr sichtbar.
Bei einer schmalen Sichel kann manchmal auch der nicht direkt von der Sonne beleuchtete Teil schwach erkennbar sein. Dieses aschgraue Mondlicht entsteht, weil die Erde Sonnenlicht zum Mond reflektiert.
Das schwache aschgraue Licht ist kein Eigenleuchten des Mondes. Es ist Sonnenlicht, das zuerst von der Erde und anschließend vom Mond reflektiert wird.
Wodurch entstehen Sonnen- und Mondfinsternisse?
Eine Finsternis setzt voraus, dass Sonne, Erde und Mond hinreichend genau in einer Reihe stehen. Entscheidend ist, welcher Körper in der Mitte steht.
| Erscheinung | Reihenfolge | Wirkung |
|---|---|---|
| Sonnenfinsternis | Sonne – Mond – Erde | Der Mond verdeckt die Sonne; sein Schatten fällt auf die Erde. |
| Mondfinsternis | Sonne – Erde – Mond | Die Erde verdeckt das direkte Sonnenlicht; ihr Schatten fällt auf den Mond. |
Eine Sonnenfinsternis kann nur bei Neumond auftreten. Eine Mondfinsternis ist nur bei Vollmond möglich. Neu- oder Vollmond allein genügt jedoch nicht: Die drei Körper müssen auch räumlich passend ausgerichtet sein.
Am Tag wird die Sonne vom Mond bedeckt. Der Mond muss zwischen Sonne und Erde stehen. Die Reihenfolge lautet Sonne – Mond – Erde. Es handelt sich daher um eine Sonnenfinsternis.
Mond in der Mitte: Sonnenfinsternis. Erde in der Mitte: Mondfinsternis. Benenne zuerst die Reihenfolge und erst danach die Erscheinung.
Warum gibt es nicht jeden Monat eine Finsternis?
Die Mondbahn ist gegenüber der Erdbahn um rund 5° geneigt. Deshalb läuft der Mond bei Neu- oder Vollmond meistens etwas oberhalb oder unterhalb der erforderlichen Linie vorbei.
- Bei Neumond verfehlt der Mondschatten meist die Erde.
- Bei Vollmond fliegt der Mond meist am Erdschatten vorbei.
Nur wenn Neu- oder Vollmond an einer passenden Stelle der geneigten Mondbahn stattfindet, stehen Sonne, Erde und Mond räumlich genau genug in einer Reihe.
Es ist Vollmond, aber der Mond bleibt hell. Das ist kein Widerspruch: Die Erde steht zwar ungefähr zwischen Sonne und Mond, doch wegen der geneigten Mondbahn läuft der Mond oberhalb oder unterhalb des Erdschattens vorbei.
Wie unterscheiden sich die beiden Finsternisse?
Bei einer Sonnenfinsternis ist der Mondschatten auf der Erde klein und bewegt sich weiter. Die vollständige Bedeckung ist deshalb nur in einem schmalen, ungefähr 100 bis 200 Kilometer breiten Streifen und nur für einige Minuten zu sehen. In einem größeren Gebiet wird die Sonne lediglich teilweise bedeckt; das heißt partielle Sonnenfinsternis.
Eine Mondfinsternis dauert länger, weil der kleinere Mond durch den größeren Erdschatten wandert. Der Mond kann dabei schwach rötlich oder braun erscheinen. Die Erdatmosphäre lenkt etwas Sonnenlicht in den Schattenraum. Dieses Licht enthält vor allem lange, rötliche Wellenlängen.
Total und partiell
Bei einer totalen Sonnenfinsternis ist die Sonnenscheibe vollständig bedeckt. Bei einer partiellen Sonnenfinsternis bleibt ein Teil der Sonnenscheibe sichtbar.
An einem Ort wird nur ein Teil der Sonnenscheibe vom Mond verdeckt. Dort erlebt man eine partielle Sonnenfinsternis. Ein anderer Ort im schmalen Kernbereich des Mondschattens kann zur gleichen Zeit eine totale Sonnenfinsternis erleben.
Sicher beobachten: Schau bei einer Sonnenfinsternis niemals ohne geeigneten Schutz direkt in die Sonne. Eine normale Sonnenbrille schützt deine Augen dabei nicht ausreichend. Verwende eine unbeschädigte Sonnenfinsternisbrille, die ausdrücklich für die direkte Sonnenbeobachtung vorgesehen ist, und beachte ihre Anleitung. Schaue mit Fernglas, Kamera oder Teleskop nur durch einen dafür geeigneten, fachgerecht vor dem Gerät angebrachten Sonnenfilter. Diese Geräte bündeln das Licht und können die Augen besonders schnell schädigen.
Wie löst du Aufgaben mit einem Modell?
Gehe bei Skizzen und Beschreibungen immer in derselben Reihenfolge vor:
- Lichtquelle bestimmen: Die Sonne beleuchtet den Mond.
- Fragestellung klären: Geht es um eine gewöhnliche Mondphase oder um einen Schatten?
- Körper ordnen: Stelle Sonne, Erde und Mond gedanklich in die beschriebene Reihenfolge.
- Mittleren Körper prüfen: Mond in der Mitte bedeutet Sonnenfinsternis, Erde in der Mitte Mondfinsternis.
- Bahnneigung beachten: Eine ungefähre Reihe genügt nicht immer für eine Finsternis.
- Beobachtung erklären: Verbinde die räumliche Stellung mit dem sichtbaren Ergebnis.
Aufgabe: Ein runder Mond wird langsam dunkler und erscheint anschließend rötlich. Erkläre die Beobachtung.
Lösung: Die runde Scheibe zeigt, dass Vollmond ist. Die Erde steht zwischen Sonne und Mond. Weil die drei Körper diesmal genau genug ausgerichtet sind, gerät der Mond in den Erdschatten. Durch die Erdatmosphäre gelenktes rötliches Licht erreicht ihn weiterhin schwach. Es handelt sich um eine Mondfinsternis.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Mondphasen und Finsternisse
- Sonnenlicht → beleuchtete Mondhälfte → wechselnder Blickwinkel → Mondphasen
- Größer werdender heller Anteil → zunehmender Mond
- Kleiner werdender heller Anteil → abnehmender Mond
- Mond in der Mitte → Mondschatten auf der Erde → Sonnenfinsternis
- Erde in der Mitte → Erdschatten auf dem Mond → Mondfinsternis
- Geneigte Mondbahn → Schatten verfehlen meist ihr Ziel → keine monatliche Finsternis
- Kleiner bewegter Mondschatten → kurze und regional begrenzte Sonnenfinsternis
- Atmosphärisch gelenktes Licht → rötlicher Mond bei einer Mondfinsternis
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