Physik

Optische Instrumente: Lupe, Mikroskop und Fernrohr

Optische Instrumente: Lupe, Mikroskop und Fernrohr
Optische Instrumente: Lupe, Mikroskop und Fernrohr
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Optische Instrumente lenken oder bündeln Licht, um Bilder zu erzeugen oder Gegenstände besser sichtbar zu machen. Lupe, Mikroskop und Fernrohr lassen ein Objekt vor allem dadurch größer erscheinen, dass sie seinen Sehwinkel vergrößern.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Warum erscheint ein Gegenstand größer oder kleiner?

Der Sehwinkel ist der Winkel, unter dem du einen Gegenstand vollständig siehst. Bei gleicher Gegenstandsgröße gilt: Je weiter der Gegenstand entfernt ist, desto kleiner wird sein Sehwinkel und desto kleiner erscheint er.

Definition

Vergrößerung

Die Vergrößerung $V$ vergleicht den Sehwinkel $\epsilon$ mit Instrument mit dem Sehwinkel $\epsilon_{\mathrm{o}}$ ohne Instrument:

$$V=\frac{\tan(\epsilon)}{\tan(\epsilon_{\mathrm{o}})}$$

Für Lupe und Mikroskop wird der Vergleich ohne Instrument üblicherweise bei einem Abstand von $250\,\mathrm{mm}$ durchgeführt.

Beispiel

Ohne Instrument sei $\tan(\epsilon_{\mathrm{o}})=0{,}03$, mit Instrument $\tan(\epsilon)=0{,}06$.

$$V=\frac{0{,}06}{0{,}03}=2$$

Das Instrument erzeugt damit eine zweifache Winkelvergrößerung. Der Gegenstand erscheint unter einem doppelt so großen Winkel.

Merke

Ein optisches Instrument muss den Gegenstand nicht wirklich vergrößern. Entscheidend ist häufig, dass sein Bild unter einem größeren Winkel ins Auge fällt.

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Frage 1 von 2LeichtWie verändert sich der Sehwinkel desselben Gegenstands, wenn sein Abstand wächst?
Lösung: Er wird kleiner. — Die wirkliche Größe bleibt gleich, aber der Gegenstand nimmt in deinem Blickfeld einen kleineren Winkel ein.
Frage 2 von 2MittelEin Instrument verdreifacht den Tangens des Sehwinkels gegenüber der Betrachtung ohne Instrument. Wie groß ist $V$?
Lösung: $V=3$ — Vergrößerung ist das Verhältnis „mit Instrument“ zu „ohne Instrument“.
Wie erzeugt eine Lupe ein vergrößertes Bild?

Eine Lupe besteht aus einer Sammellinse. Diese ist in der Mitte dicker als am Rand und bündelt einfallendes Licht.

Liegt der Gegenstand innerhalb der Brennweite, entsteht ein virtuelles, aufrechtes und vergrößertes Bild. Virtuell bedeutet: Die Lichtstrahlen treffen sich am scheinbaren Bildort nicht wirklich. Deshalb kannst du dieses Bild nicht dort auf einem Schirm auffangen.

Beispiel

Du hältst eine Lupe dicht über kleine Schrift. Befindet sich die Schrift innerhalb der Brennweite, siehst du ein aufrechtes, vergrößertes Bild. Vergrößerst du den Abstand zu stark, liegt die Schrift nicht mehr innerhalb der Brennweite und du erhältst nicht mehr das typische virtuelle Lupenbild.

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Frage 1 von 1MittelWelcher Aufbau erzeugt das typische Lupenbild?
Lösung: Eine Sammellinse mit dem Gegenstand innerhalb ihrer Brennweite — Innerhalb der Brennweite liefert die Sammellinse ein virtuelles, aufrechtes und vergrößertes Bild.
Wie vergrößert ein Mikroskop zweimal?

Ein einfaches Durchlichtmikroskop verwendet zwei Sammellinsen: Objektiv und Okular.

  1. Licht durchdringt eine dünne Probe.
  2. Das Objektiv mit kurzer Brennweite erzeugt ein stark vergrößertes Zwischenbild. Die Probe liegt dafür knapp außerhalb der Objektivbrennweite.
  3. Das Zwischenbild liegt innerhalb der Brennweite des Okulars.
  4. Das Okular wirkt wie eine Lupe und erzeugt ein nochmals vergrößertes, virtuelles Endbild.
Definition

Reelles Bild

Ein reelles Bild entsteht dort, wo Lichtstrahlen tatsächlich zusammentreffen. Es kann auf einem Schirm aufgefangen werden. Das Zwischenbild des Mikroskops ist ein solches Bild.

Die Gesamtvergrößerung ist das Produkt aus Objektiv- und Okularvergrößerung:

$$V_{G}=V_{O}\cdot V_{K}$$

Beispiel

Ein Objektiv vergrößert zehnfach, das Okular vierzigfach.

$$V_{G}=10\cdot40=400$$

Das Mikroskop besitzt damit eine Gesamtvergrößerung von $400$.

Merke

Das Objektiv erzeugt zuerst ein vergrößertes Zwischenbild. Das Okular vergrößert anschließend den Sehwinkel dieses Zwischenbildes.

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Frage 1 von 2MittelEin Mikroskop besitzt ein 15-fach vergrößerndes Objektiv und ein 10-fach vergrößerndes Okular. Welche Rechnung ist richtig?
Lösung: $15\cdot10$ — Das Okular vergrößert ein Bild, das bereits durch das Objektiv vergrößert wurde. Deshalb multiplizieren sich die Faktoren.
Frage 2 von 2SchwerWarum macht eine beliebig hohe Vergrößerung nicht automatisch beliebig kleine Einzelheiten sichtbar?
Lösung: Das Auflösungsvermögen wird durch die Wellennatur des Lichts begrenzt. — Vergrößerung beschreibt die scheinbare Größe. Auflösung beschreibt, ob benachbarte Strukturen noch getrennt erkennbar sind.
Worin unterscheiden sich Galilei- und Kepler-Fernrohr?

Ein Fernrohr vergrößert den Sehwinkel weit entfernter Gegenstände. Für sehr weit entfernte Objekte kann man die eintreffenden Lichtstrahlen näherungsweise als parallel betrachten.

Galilei-Fernrohr

Das Galilei-Fernrohr besitzt eine Sammellinse als Objektiv und eine Zerstreuungslinse als Okular. Das Licht verlässt das Instrument wieder als paralleles Bündel, aber unter einem größeren Winkel. Das Bild bleibt aufrecht. Dieser Aufbau wird beispielsweise bei Operngläsern verwendet.

Kepler-Fernrohr

Das Kepler-Fernrohr besteht aus zwei Sammellinsen. Das Objektiv hat eine große, das Okular eine kleinere Brennweite. Im Instrument kreuzen sich die Strahlen. Deshalb erscheint das Bild verkehrt. Bei einem Prismenfernglas richtet ein zusätzlicher Prismenaufbau das Bild wieder auf.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Linsenkombination gehört zum Galilei-Fernrohr?
Lösung: Sammellinse als Objektiv und Zerstreuungslinse als Okular — Das Galilei-Fernrohr verbindet ein sammelndes Objektiv mit einem zerstreuenden Okular.
Frage 2 von 2MittelDu möchtest ohne zusätzliche Bildaufrichtung ein aufrechtes Bild erhalten. Welcher Grundtyp passt?
Lösung: Galilei-Fernrohr — Das aufrechte Bild ist ein wichtiges Merkmal des Galilei-Fernrohrs.
Wie arbeiten Teleskop, Kamera und Auge?

Teleskope sammeln Licht

Bei schwach leuchtenden Himmelsobjekten ist nicht nur die Winkelvergrößerung wichtig. Eine große Objektivöffnung sammelt mehr Licht.

Beispiel

Ein Teleskopobjektiv mit $80\,\mathrm{mm}$ Durchmesser wird mit einer Pupille von $8\,\mathrm{mm}$ Durchmesser verglichen. Die Kreisflächen verhalten sich wie die Quadrate der Durchmesser:

$$\left(\frac{80}{8}\right)^2=100$$

Das Objektiv besitzt damit die hundertfache Querschnittsfläche und kann entsprechend mehr einfallendes Licht sammeln. Daraus allein folgt jedoch keine bestimmte Zahl zusätzlich sichtbarer Sterne.

Große Linsen sind schwer herzustellen und können sich durch ihr Eigengewicht verformen. Ein Spiegelteleskop sammelt das Licht deshalb mit einem konkaven Hauptspiegel. Beim Newton-Teleskop lenkt ein kleiner ebener Spiegel das Licht seitlich zum Okular.

Kamera und Auge erzeugen reelle Bilder

Bei einer Kamera bildet das Objektiv den Gegenstand auf einem Sensor ab. Dort entsteht ein reelles, umgekehrtes Bild. Eine kleinere Öffnung lässt weniger Licht einfallen; bei der Lochkamera erzeugt sie zugleich kleinere Bildpunkte und damit ein schärferes, aber dunkleres Bild. Die Belichtungszeit bestimmt, wie lange Licht auf den Sensor fällt.

Auch die Augenlinse bündelt Licht zu einem reellen Bild auf der Netzhaut. Damit Gegenstände in verschiedenen Entfernungen scharf erscheinen, verändert sie ihre Krümmung. Diese Anpassung heißt Akkommodation.

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Frage 1 von 2MittelWas haben Auge und Kamera gemeinsam?
Lösung: Eine Linse erzeugt ein reelles Bild auf einer lichtempfindlichen Fläche. — Beim Auge ist die Netzhaut, bei der Kamera der Sensor die lichtempfindliche Fläche.
Frage 2 von 2SchwerEin Teleskop soll ein sehr lichtschwaches Objekt besser erfassen. Welche Änderung unterstützt dieses Ziel unmittelbar?
Lösung: Eine größere lichtsammelnde Öffnung — Für lichtschwache Objekte ist die gesammelte Lichtmenge entscheidend. Vergrößerung allein erzeugt kein zusätzliches Licht.
Welche Größe beschreibt welche Leistung?

Optische Instrumente lösen verschiedene Aufgaben. Deshalb solltest du ihre Kenngrößen nicht verwechseln.

  • Vergrößerung: Wie stark wächst der Sehwinkel gegenüber der Betrachtung ohne Instrument?
  • Auflösungsvermögen: Wie gut lassen sich nahe beieinanderliegende Einzelheiten unterscheiden?
  • Lichtsammelvermögen: Wie viel Licht gelangt durch Objektiv oder Spiegel in das Instrument?
  • Bildorientierung: Ist das Bild aufrecht oder verkehrt?
  • Bildart: Treffen sich die Lichtstrahlen wirklich am Bildort oder entsteht nur ein virtuelles Bild?
Gut zu wissen

Ein größeres Bild ist nicht automatisch detailreicher oder heller. Ein Mikroskop kann ein nicht mehr aufgelöstes Detail nur größer darstellen. Ein Teleskop kann einen großen Sehwinkel liefern, ohne dadurch allein mehr Licht zu sammeln.

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Frage 1 von 1SchwerEin Bild ist groß, aber zwei dicht benachbarte Punkte erscheinen als ein Fleck. Welche Leistung des Instruments ist dafür nicht ausreichend?
Lösung: Das Auflösungsvermögen — Das Auflösungsvermögen entscheidet, ob nahe beieinanderliegende Punkte getrennt erkennbar sind.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Optische Instrumente
    • verändern oder nutzen Lichtwege
      • bündeln, brechen oder spiegeln Licht
    • machen Dinge besser erkennbar
      • vergrößern Sehwinkel oder sammeln mehr Licht
    • Lupe
      • eine Sammellinse, virtuelles aufrechtes Bild
    • Mikroskop
      • Objektiv erzeugt Zwischenbild, Okular vergrößert erneut
    • Fernrohre
      • Galilei aufrecht, Kepler zunächst verkehrt
    • Kamera und Auge
      • reelles Bild auf Sensor oder Netzhaut
    • Leistungsgrenzen
      • Vergrößerung, Auflösung und Helligkeit unterscheiden
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelches Instrument erzeugt mit nur einer Sammellinse ein aufrechtes virtuelles Bild?
Lösung: Die Lupe — Bei der Lupe liegt der Gegenstand innerhalb der Brennweite der Sammellinse.
Frage 2 von 3MittelEin Objektiv vergrößert fünffach, ein Okular sechzigfach. Wie groß ist die Gesamtvergrößerung des Mikroskops?
Lösung: $300$-fach — Es gilt $V_G=5\cdot60=300$.
Frage 3 von 3SchwerEin fernes Objekt erscheint groß, aber dunkel und ohne zusätzliche Einzelheiten. Welche Beurteilung ist richtig?
Lösung: Die Winkelvergrößerung kann groß sein, während Lichtsammlung und Auflösung unzureichend bleiben. — Prüfe ein optisches Instrument nicht nur nach der Bildgröße. Helligkeit und erkennbare Einzelheiten hängen von weiteren Eigenschaften ab.

Du kannst ein optisches Instrument nun über vier Fragen untersuchen: Welchen Lichtweg erzeugt es? Wie verändert es den Sehwinkel? Entsteht ein reelles oder virtuelles Bild? Und welche Grenzen setzen Lichtmenge und Auflösungsvermögen?

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