Physik

Optische Linsen: Bilder konstruieren und berechnen

Optische Linsen: Bilder konstruieren und berechnen
Optische Linsen: Bilder konstruieren und berechnen
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Optische Linsen brechen Licht gezielt: Sammellinsen bündeln parallele Strahlen, Zerstreuungslinsen lassen sie auseinanderlaufen. Mit wenigen Hauptstrahlen kannst du vorhersagen, wo ein Bild entsteht, wie es ausgerichtet ist und ob es auf einem Schirm aufgefangen werden kann.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Wie verändert eine Linse das Licht?

Eine optische Linse ist ein durchsichtiger Körper mit mindestens einer gekrümmten Oberfläche. Beim Eintritt und Austritt wird Licht gebrochen. Im Dünnlinsenmodell fasst man beide Brechungen zu einer Brechung an der Linsenebene zusammen. Dieses Modell genügt für die Konstruktionen und Rechnungen auf dieser Seite.

Definition

Sammellinse

Eine Sammellinse ist in der Mitte dicker als am Rand. Sie lässt achsenparallel einfallende Lichtstrahlen hinter der Linse in einem Brennpunkt zusammentreffen. Sie heißt auch Konvexlinse.

Definition

Zerstreuungslinse

Eine Zerstreuungslinse ist in der Mitte dünner als am Rand. Sie lässt achsenparallel einfallende Lichtstrahlen auseinanderlaufen. Ihre rückwärtigen Verlängerungen treffen sich in einem virtuellen Brennpunkt. Sie heißt auch Konkavlinse.

Die optische Achse ist die Symmetrieachse durch die Linsenmitte. Auf ihr liegen zwei Brennpunkte, je einer auf jeder Seite. Die Brennweite $f$ ist der Abstand zwischen Linsenebene und Brennpunkt. Eine stärker gekrümmte Sammellinse bricht stärker und hat eine kleinere Brennweite.

Merke

Form allein und Wirkung gehören zusammen: in der Mitte dicker bedeutet sammelnd, in der Mitte dünner bedeutet zerstreuend.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Linse bündelt achsenparallel einfallendes Licht in einem reellen Brennpunkt?
Lösung: Eine Sammellinse — Eine Sammellinse ist in der Mitte dicker und lenkt parallele Strahlen zur optischen Achse.
Frage 2 von 2MittelZwei Sammellinsen bestehen aus demselben Material. Linse A ist stärker gekrümmt als Linse B. Welche Aussage passt zum Modell?
Lösung: Linse A bricht stärker und hat die kleinere Brennweite. — Stärkere Krümmung führt zu stärkerer Brechung; der Brennpunkt liegt näher an der Linse.
Wie konstruierst du ein Bild?

Für eine dünne Sammellinse zeichnest du von der Spitze des Gegenstands mindestens zwei der drei Hauptstrahlen. Zwei genügen, der dritte dient als Kontrolle.

  1. Zeichne die optische Achse, die Linse und beide Brennpunkte im Abstand $f$ ein.
  2. Zeichne den Parallelstrahl parallel zur Achse bis zur Linse. Hinter der Linse läuft er durch den bildseitigen Brennpunkt.
  3. Zeichne den Mittelpunktstrahl durch die Linsenmitte. Im Dünnlinsenmodell verläuft er geradlinig weiter.
  4. Als Kontrolle kannst du den Brennpunktstrahl durch den gegenstandsseitigen Brennpunkt zeichnen. Hinter der Linse läuft er parallel zur Achse.
  5. Der Schnittpunkt der gebrochenen Strahlen ist die Spitze des Bildes. Von dort zeichnest du das Bild senkrecht bis zur Achse.
Beispiel

Ein Gegenstand steht außerhalb der doppelten Brennweite einer Sammellinse. Parallelstrahl und Mittelpunktstrahl schneiden sich hinter der Linse zwischen $F$ und $2F$. Die Bildspitze liegt unterhalb der optischen Achse. Das Bild ist daher reell, umgekehrt und kleiner als der Gegenstand.

Zeichenaufgabe: Zeichne eine senkrechte Sammellinse und die optische Achse. Markiere beide Brennpunkte im Abstand $f=4\,\mathrm{cm}$ von der Linse. Zeichne einen $3\,\mathrm{cm}$ hohen Gegenstand im Abstand $g=8\,\mathrm{cm}$ links von der Linse. Führe von seiner Spitze den Parallelstrahl und den Mittelpunktstrahl aus. Bestimme aus ihrem Schnittpunkt Bildlage, Ausrichtung und Größe, bevor du die Musterlösung liest.

Musterlösung: Der Parallelstrahl läuft hinter der Linse durch den rechten Brennpunkt. Der Mittelpunktstrahl verläuft geradlinig durch die Linsenmitte. Beide schneiden sich $8\,\mathrm{cm}$ rechts von der Linse und $3\,\mathrm{cm}$ unterhalb der Achse. Das Bild ist daher reell, umgekehrt und mit $3\,\mathrm{cm}$ gleich groß wie der Gegenstand.

Ein Bild entsteht punktweise: Von jedem Gegenstandspunkt laufen Lichtstrahlen aus. Die Linse ordnet diese Strahlen neuen Bildpunkten zu. Das Bild wandert also nicht als fertiges Ganzes durch die Linse.

Gut zu wissen

Bei einer Zerstreuungslinse laufen die Strahlen hinter der Linse auseinander. Verlängerst du sie gedanklich rückwärts, schneiden sich diese Verlängerungen auf der Gegenstandsseite. Das Bild ist virtuell, aufrecht und kleiner.

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Frage 1 von 2LeichtWelche zwei Strahlen reichen zur Konstruktion der Bildspitze an einer dünnen Sammellinse aus?
Lösung: Parallelstrahl und Mittelpunktstrahl — Der Parallelstrahl wird durch den bildseitigen Brennpunkt gebrochen; der Mittelpunktstrahl läuft geradlinig. Ihr Schnitt bestimmt die Bildspitze.
Frage 2 von 2MittelBei deiner Konstruktion schneiden sich Parallel- und Mittelpunktstrahl hinter der Sammellinse unterhalb der optischen Achse. Was folgt?
Lösung: Das Bild ist reell und umgekehrt. — Treffen sich die tatsächlichen Lichtstrahlen hinter der Linse, ist das Bild reell. Die Lage unterhalb der Achse zeigt die umgekehrte Ausrichtung.
Welche Bildart entsteht bei einer Sammellinse?

Entscheidend ist die Gegenstandsweite $g$, also der Abstand zwischen Gegenstand und Linsenebene. Vergleiche $g$ mit der Brennweite $f$ und der doppelten Brennweite $2f$.

Lage des GegenstandsLage und Größe des BildesBildart
$g>2f$zwischen $f$ und $2f$, kleiner, umgekehrtreell
$g=2f$bei $2f$, gleich groß, umgekehrtreell
$f$ kleiner als $g$ und $g$ kleiner als $2f$weiter als $2f$ entfernt, größer, umgekehrtreell
$g=f$Strahlen verlaufen hinter der Linse parallelkein endlicher Bildpunkt
$g$ kleiner als $f$auf der Gegenstandsseite, größer, aufrechtvirtuell
Definition

Reelles Bild

Bei einem reellen Bild treffen sich am Bildort tatsächlich Lichtstrahlen. Deshalb kannst du es auf einem Schirm, einer Netzhaut oder einem Kamerasensor auffangen.

Definition

Virtuelles Bild

Bei einem virtuellen Bild treffen sich am scheinbaren Bildort nur die rückwärtigen Verlängerungen der Strahlen. Du kannst es dort nicht auf einem Schirm auffangen, aber beim Blick durch die Linse wahrnehmen.

Merke

Außerhalb der Brennweite erzeugt eine Sammellinse ein reelles, umgekehrtes Bild. Innerhalb der Brennweite wirkt sie als Lupe und erzeugt ein virtuelles, aufrechtes, vergrößertes Bild.

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Frage 1 von 2LeichtEin Gegenstand steht genau bei $g=2f$. Wie ist das Bild?
Lösung: Reell, umgekehrt und gleich groß — Bei doppelter Brennweite liegt auch das Bild bei $2f$; es ist reell, umgekehrt und gleich groß.
Frage 2 von 2MittelDu schiebst einen Gegenstand von $g=3f$ auf $g=1{,}5f$. Was ändert sich?
Lösung: Das reelle Bild wird größer und liegt weiter von der Linse entfernt. — Solange $g>f$ bleibt, ist das Bild reell. Zwischen $f$ und $2f$ ist es vergrößert und liegt hinter $2f$.
Wie rechnest du mit der Linsengleichung?

Für ein reelles Bild einer dünnen Sammellinse verwendest du hier positive Abstände. Die Größen bedeuten:

  • $f$: Brennweite,
  • $g$: Gegenstandsweite,
  • $b$: Bildweite,
  • $G$: Gegenstandsgröße,
  • $B$: Betrag der Bildgröße.

Die Linsengleichung lautet:

$$\frac{1}{f}=\frac{1}{g}+\frac{1}{b}$$

Der Betrag des Abbildungsmaßstabs ist:

$$m=\frac{B}{G}=\frac{b}{g}$$

Beispiel

Ein $G=4\,\mathrm{cm}$ hoher Gegenstand steht $g=30\,\mathrm{cm}$ vor einer Sammellinse mit $f=10\,\mathrm{cm}$. Gesucht sind Bildweite und Bildgröße.

Zuerst setzt du die Abstände in die Linsengleichung ein:

$$\frac{1}{10\,\mathrm{cm}}=\frac{1}{30\,\mathrm{cm}}+\frac{1}{b}$$

Daraus folgt:

$$\frac{1}{b}=\frac{1}{10\,\mathrm{cm}}-\frac{1}{30\,\mathrm{cm}}=\frac{1}{15\,\mathrm{cm}}$$

Also ist $b=15\,\mathrm{cm}$. Das passt zur Konstruktion: Weil $g>2f$ gilt, muss das Bild zwischen $f$ und $2f$ liegen.

Nun berechnest du den Maßstab:

$$m=\frac{b}{g}=\frac{15}{30}=0{,}5$$

Damit ist $B=m\cdot G=0{,}5\cdot4\,\mathrm{cm}=2\,\mathrm{cm}$. Das reelle Bild liegt $15\,\mathrm{cm}$ hinter der Linse, ist $2\,\mathrm{cm}$ hoch und umgekehrt.

Merke

Prüfe ein Rechenergebnis immer mit dem passenden Bildfall. Eine positive Zahl allein zeigt noch nicht, ob du richtig gerechnet hast.

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Frage 1 von 2MittelEine Sammellinse hat $f=10\,\mathrm{cm}$, ein Gegenstand steht bei $g=30\,\mathrm{cm}$. Welche Bildweite ist richtig?
Lösung: $b=15\,\mathrm{cm}$ — Aus $1/b=1/10-1/30=1/15$ folgt $b=15\,\mathrm{cm}$.
Frage 2 von 2SchwerBei festem $G$ gilt für ein reelles Bild $b/g=0{,}25$. Was kannst du sicher schließen?
Lösung: Der Betrag der Bildgröße ist ein Viertel der Gegenstandsgröße. — Aus $B/G=b/g=0{,}25$ folgt $B=0{,}25G$. Die Zahl beschreibt die Größe, nicht allein die Bildart.
Was machen Auge, Kamera und Lupe mit Bildern?

Auge und Kamera nutzen eine Sammellinse, um ein reelles, umgekehrtes Bild auf einer lichtempfindlichen Fläche zu erzeugen: im Auge auf der Netzhaut, in der Kamera auf dem Sensor. Nur ein scharfes Bild auf dieser Fläche kann dort erfasst werden.

Beim Auge sorgt die Akkommodation für Schärfe: Die Augenlinse verändert ihre Brechkraft und damit ihre Brennweite, wenn du zwischen nahen und fernen Gegenständen wechselst. Bei einer einfachen Kamera wird zum Scharfstellen der wirksame Abstand im Linsensystem verändert.

Die Lupe wird anders benutzt. Der Gegenstand liegt innerhalb der Brennweite, also $g$ kleiner als $f$. Die austretenden Strahlen laufen auseinander. Dein Auge verlängert sie gedanklich zurück und nimmt ein virtuelles, aufrechtes, vergrößertes Bild wahr. Dieses virtuelle Bild lässt sich am scheinbaren Bildort nicht auf einem Schirm auffangen.

Gut zu wissen

Unterscheide vier Dinge: Der Gegenstand sendet oder reflektiert Licht. Die Linse formt die Strahlen. Ein reelles Bild kann auf Netzhaut oder Sensor erfasst werden. Wahrnehmung entsteht erst, wenn das Auge die eintreffenden Lichtreize verarbeitet.

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Frage 1 von 3LeichtWas haben Auge und Kamera im einfachen Linsenmodell gemeinsam?
Lösung: Eine Sammellinse erzeugt ein reelles, umgekehrtes Bild auf einer lichtempfindlichen Fläche. — Im Auge liegt die lichtempfindliche Netzhaut, in der Kamera der Sensor. Auf beiden entsteht ein reelles Bild.
Frage 2 von 3MittelWarum kannst du das virtuelle Bild einer Lupe nicht auf einem Schirm am scheinbaren Bildort auffangen?
Lösung: Dort treffen sich keine tatsächlichen Lichtstrahlen. — Beim Lupenbild schneiden sich nur die rückwärtigen Verlängerungen der auseinanderlaufenden Strahlen.
Frage 3 von 3SchwerEine Sammellinse soll ein Bild direkt auf einem Sensor erzeugen. Wo muss der Gegenstand liegen?
Lösung: Außerhalb der Brennweite — Ein Sensor kann nur ein reelles Bild erfassen. Eine Sammellinse erzeugt es für $g>f$.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Optische Linsen
    • Sammellinse: bündelt Licht
      • außerhalb der Brennweite: reelles Bild
      • innerhalb der Brennweite: virtuelles Lupenbild
    • Zerstreuungslinse: zerstreut Licht
      • stets virtuelles, aufrechtes, verkleinertes Bild
    • Bildkonstruktion
      • Parallelstrahl
      • Mittelpunktstrahl
      • Brennpunktstrahl
    • Berechnung
      • Linsengleichung
      • Abbildungsmaßstab
    • Anwendungen
      • Auge: Bild auf der Netzhaut
      • Kamera: Bild auf dem Sensor
      • Lupe: virtuelles vergrößertes Bild
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWoran erkennst du ein reelles Bild?
Lösung: Tatsächliche Lichtstrahlen treffen sich am Bildort. — Ein reelles Bild kann aufgefangen werden, weil am Bildort tatsächlich Lichtstrahlen zusammentreffen.
Frage 2 von 3MittelEine Sammellinse hat $f=8\,\mathrm{cm}$. Ein Gegenstand steht bei $g=16\,\mathrm{cm}$. Welche Beschreibung stimmt?
Lösung: Das Bild entsteht bei $b=16\,\mathrm{cm}$, ist reell, umgekehrt und gleich groß. — Aus $1/8=1/16+1/b$ folgt $b=16\,\mathrm{cm}$. Der Fall $g=2f$ liefert ein gleich großes, umgekehrtes reelles Bild.
Frage 3 von 3SchwerDu möchtest dieselbe Sammellinse einmal als Lupe und einmal für ein Bild auf einem Kamerasensor verwenden. Welche Anordnung ist richtig?
Lösung: Lupe: $g$ kleiner als $f$; Kamera: $g>f$ — Die Lupe nutzt ein virtuelles, aufrechtes, vergrößertes Bild innerhalb der Brennweite. Der Sensor braucht ein reelles Bild außerhalb der Brennweite.

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